Als Langschwert wurden im historischen Sprachgebrauch verschiedene Formen desjenigen Schwertes bezeichnet, das jeweils länger als das bis zum jeweiligen geschichtlichen Zeitpunkt übliche Schwert war.
Im Laufe des Mittelalters verlängerte sich die Klinge zusehends, von zunächst ca. 70 cm auf ca. 100 cm. Dabei handelte es sich nach wie vor um Einhandschwerter, die gegen Schild und Kettenpanzer eingesetzt wurden. Die Klinge wurde meist zweischneidig geschliffen und zur Gewichtsreduzierung mit einer Hohlkehle (oft fälschlicherweise als Blutrinne bezeichnet) versehen. Später entstanden aber auch, zur besseren Stoßfestigkeit, Schwerter mit einem Mittelgrat.
Im Spätmittelalter wird, ermöglicht durch metallurgische Fortschritte und notwendig gemacht durch bessere Rüsttechnik, ein weiterer neuer Schwerttypus entwickelt, der nunmehr "langes Schwert" genannt wird. Im Zuge der Entstehung der Plattenrüstung wurde der Schild überflüssig. So fand die linke Hand ihren Platz am Schwertgriff, der inzwischen bis zu 30 cm lang war. Es entstand der Anderthalbhänder. Durch diese zweihändige Führung und aufgrund des relativ geringen Gewichtes von ca. 1300 - (max.) 2000 g wurden komplexe Fechttechniken bei gleichzeitiger hoher Aufschlagskraft möglich.
Auf Grund der Weiterentwicklung des Schießpulvers fand zu Beginn der Neuzeit die Rüstung nicht mehr all zu viel Verwendung. So konnten auch die Schwerter - einhergehend mit einer sich verfeinernden Fechttechnik - schlanker und dünner werden und entwickelten sich schließlich zum Rapier.
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