„Lange Kerls“ ist die volkstümliche Bezeichnung für die Soldaten des Königsregiments (Nr. 6) Friedrich Wilhelms I., König in Preußen, der sogenannten „Potsdamer Riesengarde“.
Lange_Kerls.jpg inspiziert seine Langen Kerls]]
Spezialbeauftragte des Preußenkönigs, der dem Königsregiment (Nr. 6) selbst als Regimentschef und Dauerträger der Regimentsuniform vorstand, waren europaweit unterwegs, um großgewachsene Männer durch hohe Handgeldzahlungen – teilweise auch unter Ausübung von Zwang – zur Dienstnahme in Preußen zu bewegen. Manchmal waren sie auch „Geschenke“ befreundeter Fürsten. Diese Art der Rekrutenwerbung, aber auch der Unterhalt der hoch besoldeten Eliteeinheit verschlangen horrende Geldsummen. Dabei hatte die Größe der Soldaten in der „Potsdamer Riesengarde“ durchaus praktische Gründe: von großgewachsenen Männern erwartete man eine bessere Handhabung der möglichst langläufigen Vorderladergewehre und damit die Möglichkeit des Schusses auf größere Distanzen.
Im Zuge seiner Thronbesteigung löste Friedrich Wilhelms Sohn Friedrich II. das alte Garderegiment auf, behielt nur noch ein Bataillon und verteilte die Soldaten auf andere Einheiten. Ein Teil der Männer des väterlichen Königsregiments wurde in das Kronprinzenregiment (Nr. 15) eingegliedert, das jetzt als Neue Garde die Gardefunktion erfüllte.
Das Bataillon blieb jedoch bis 1806 bestehen. Die Tradition übernahm später das 1. Garde-Regiment zu Fuß, das daher auch sein Stiftungsjahr 1688 führte.
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