Landungsboote und Landungsschiffe werden für Operationen im Rahmen der Amphibischen Kriegführung benutzt. Sie transportieren Truppenverbände, Fahrzeuge oder Nachschub zu den Stränden. Im defensiven Einsatz werden sie zur Versorgung von Schiffen auf See, der Verstärkung oder Evakuierung von an der Küste eingeschlossenen Landeinheiten, sowie zum Transport und Verlegen von Seeminen verwendet.
Die Bewaffnung unterscheidet sich je nach Typ, einige Landungsboote sind nicht, andere lediglich zur Flugabwehr und manche sogar mit schwerer Artillerie bewaffnet. Man unterscheidet Sturmboote, Mehrzwecklandungsboote und Landungsschiffe. Im Amphibischen Einsatz kommen noch Landungsmutterschiffe hinzu. Eine eigene Klasse stellen bei den Landungsbooten Luftkissenfahrzeuge dar, wie sie zum Beispiel die sowjetische Marine in Gebrauch hatte und aktuell die US Navy mit den LCAC einsetzt.
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Docklandungssschiffe dienen dazu mehrere Landungsboote aufzunehmen und über weite Strecken zu transportieren. Sie verfügen meist auch über ein Hubschrauberlandedeck und zum Teil über eigene Hubschrauber. Die größten Landungsschiffe dieser Art wie die Schiffe der Wasp-Klasse oder Tarawa-Klasse haben das Aussehen von Flugzeugträgern und führen eine große Zahl von Hubschraubern und sogar einige Senkrechtstarter mit sich.
Der größte Einsatz von Landungsbooten fand am D-Day in der Normandie am 6. Juni 1944 statt (→ Seekrieg während der Operation Overlord). Diese Invasion gilt als die offensive amphibische Operation schlechthin. Noch während des Beschusses durch schwere Schiffsartillerie gingen die ersten Sturmboote in mehreren Wellen an den Strand um die Soldaten abzusetzen. Dann kamen einige größere Landungsboote zur Unterstützung; durch deren Geschütze und das Anlanden von gepanzerten Einheiten wurden die Truppen unterstützt. Nach Einnahme des Strandes und der Befestigungen kamen die Landungsschiffe an den Strand, um mit Anlanden der Haupttruppe den eroberten Brückenkopf zu sichern und auszubauen. Bis zur Inbetriebnahme der mitgebrachten Hafenanlagen bzw. der späteren Eroberung von französischen Häfen stellten die LSTs die Versorgung der Invasionstruppen sicher. Normandy Invasion, June 1944.jpg]] Für den defensiven Einsatz gibt es folgende historischen Beispiele: die Evakuierung von Gallipoli 1915/1916 als die Türken das alliierte Expeditionskorps zu vernichten drohten und deshalb eine umfassende Evakuierung angeordnet wurde, welche vom 23. November bis zum 6. Januar andauerte. Insgesamt wurden 83.000 Mann, 5.000 Tiere und 200 Artilleriegeschütze evakuiert.
Ein weiteres Beispiel ist Dünkirchen im Juni 1940, als die British Expeditionary Force (BEF) mit ihren 338.226 Mann von über 222 Kriegsschiffen und 665 Handelsschiffen in der Operation Dynamo von der heranrückenden deutschen Wehrmacht evakuiert wurde.
Auch die Evakuierung der umzingelten 3. Südkoreanischen Division am 16. August 1950 bei Yonghae, wobei 5.830 Mann, 1.260 Zivilisten und über 100 Fahrzeuge gerettet wurden, ist ein Beispiel für den devensiven Einsatz von Landungsbooten.
In allen Kriegshandlungen der Vergangenheit in der ein Gegner über eine gewisse Seemacht verfügte, hat es auch Landungsoperationen gegeben, aber erst im 20. Jahrhundert sind dafür erfolgreich eigenständige Schiffs- oder Bootstypen entwickelt worden. Hingegen gab es schon zu Zeiten der Römischen Flotte Seesoldaten, die für den infanteristischen Kampf ausgebildet waren und als Marineinfanterie bezeichnet werden..
In der Zeit der Segelschiffe wurden Landungsoperationen mit Hilfe der eigenen Beiboote durchgeführt. Barkassen und Kutter, besetzt mit Marineinfanterie und Seeleuten an den Rudern, waren die Operationsmittel für kleine Überfälle an Land z. B. auf Signalstationen oder Küstenbefestigungen (u.A. durch die Briten an der Kanalküste in den napoleonischen Kriegen).
Erst mit Beginn von konkreten Planungen zu größeren Invasionen über einen Seeweg wurde spezialisiertes Schiffsmaterial als notwendig erkannt und geplant. Für die Planung seiner Invasion in England hat Napoleon hunderte von kleinen speziellen Ruderbooten (Schuten) gebaut. Diese ersten Sturmboote waren mit einer schweren Kanone zum "Vorfeldbeschuss" und einer starken Besatzung geplant. Das operative Konzept besagte, das diese Schuten in Nacht und Nebel in England landen, die Truppen absetzen und eventuelle Gegenwehr durch massiven Beschuss niederhalten sollten. Da diese Invasion nie stattfand, wissen wir heute nicht wie es wirklich ausgegangen wäre. Auch die zweite geplante Invasion Englands die geschichtlich erwähnt wird, die "Operation Seelöwe", im 2. Weltkrieg, wurde nie ausgeführt.
Erst die alliierten Streitkräfte und hier insbesondere die US-Amerikaner haben im 2. Weltkrieg eine ganze Reihe von amphibischen Invasionen durchgeführt. Nicht zuletzt die bekannteste von allen, die Landung in der Normandie (Operation Neptune). Zu dieser Zeit war das Konzept einer Invasion schon vielfach erprobt und perfektioniert. Aus diesem Grunde standen auch bereits eine ganze Reihe spezialisierter Schiffe zur Verfügung.
In der Zeit des Kalten Krieges hat sich insbesondere der Warschauer Pakt in der Planung amphibischer Invasionen im Ostseeraum geübt und daraufhin spezielle Schiffstypen entwickelt. Insbesondere der Einsatz von Luftkissenfahrzeugen, die unabhängig vom Untergrund eine sehr hohe Geschwindigkeit entwickeln und größere Mengen Material transportieren können, ist hier zu nennen.
In der NATO waren dagegen große amphibische Operationen zur Verstärkung der Landstreitkräfte vor allem im so genannten Nordflankenraum (vom Nordkap bis zur Elbmündung) geplant, die auch häufig in großen Manövern geübt wurden.
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Heute spielen Landungsschiffe in den strategischen und taktischen Betrachtungen der Marinen der Welt immer noch eine bedeutende Rolle. Viele Marinen haben ihre amphibischen Kapazitäten ausgebaut, weil in den heutigen militärischen Auseinandersetzungen in fremden Ländern der Transport und die Versorgung von Truppen in anderen Teilen der Welt wichtiger geworden ist. Auch die Deutsche Marine stellte - erstmals nach der Evakuierung von deutschen Heerestruppen aus Somalia 1994 - Überlegungen über ein oder zwei Docklandungsschiffe an, die jedoch derzeit auf Grund mangelnden Geldes nicht realisiert werden können. Die deutsche Marine verfügt nur noch über zwei MZL und über kleinere Sicherungseinheiten mit Marineinfanterie-Aufgaben.
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