Der Landtag von Baden-Württemberg ist das Landesparlament von Baden-Württemberg mit Sitz in Stuttgart. Landtagspräsident ist seit 1996 Peter Straub.
Der Landtag mit nominell 120 Abgeordneten wird alle fünf Jahre gewählt. Wer die meisten Stimmen in einem der 70 Wahlkreise erreicht, erhält das Direktmandat für diesen Wahlkreis und zieht in den Landtag ein. Die 120 Sitze werden landesweit im Sainte-Laguë/Schepers-Verfahren auf alle Parteien verteilt, die mindestens 5 % der Stimmen erreicht haben. Danach werden die Sitze jeder Partei - wieder nach Sainte-Laguë/Schepers - auf die vier Regierungsbezirke verteilt. Bis zur Landtagswahl 2006 wurde für beide zuvor genannten Berechnungsschritte das Sitzzuteilungsverfahren nach d'Hondt angewendet.
Stehen einer Partei in einem Regierungsbezirk mehr Sitze zu, als sie hier Direktmandate erreicht hat, werden die weiteren Sitze der Partei innerhalb des Regierungsbezirks in der Reihenfolge ihrer absoluten Stimmenzahlen zugeteilt. Diese Mandate werden Zweitmandate genannt.
Für den Fall, dass eine Partei in einem Regierungsbezirk mehr Direktmandate erlangt als ihr hier zustehen wird wie folgt verfahren: Die Partei behält ihre Sitze als Überhangmandate, es wird aber die Zahl der Sitze in diesem Regierungsbezirk so erhöht, dass die Sitzverteilung dem Verhältnis der erreichten Stimmenzahlen wieder entspricht (Ausgleichssitze für die anderen Parteien). *
Durch den Ausgleich der Überhangmandate gab es in den 1990er Jahren teilweise Landtage mit 140-155 Abgeordneten. In der 13. Wahlperiode hatte der Landtag 128 Abgeordnete, in der 14. Wahlperiode sind es 139.
Das baden-württembergische Wahlverfahren wird immer wieder als besonders kompliziert kritisiert. Zudem gibt es durch die Abhängigkeit von der absoluten Stimmenzahl für Zweitmandate systematische Verzerrungen, d. h. es gibt Wahlkreise, in denen jede der kleineren Parteien Abgeordnete stellt, weil der Wahlkreis insgesamt sehr groß ist und vom Mittel (etwa 68.000 Wahlberechtigte) deutlich nach oben abweicht. In anderen Wahlkreisen ist es hingegen jenseits des Direktmandats fast unmöglich, gewählt zu werden. Auch sind Regierungsbezirke, in denen Überhang- und Ausgleichsmandate vergeben werden im Landtag überproportional vertreten. Schließlich ist die Steuerung der Aufstellung der Kandidatinnen und Kandidaten im baden-württembergischen Wahlverfahren sehr dezentral organisiert; in jedem der 70 Wahlkreise wird vor Ort entschieden, wer kandidiert. Dies führt dazu, dass die Landesvorstände bzw. Landesparteitage der Parteien wenig Einfluss auf die Aufstellung der Kandidatinnen und Kandidaten nehmen können. Unter anderem können Quotenregelungen nicht durchgesetzt werden.
| 1952 | 1956 | 1960 | 1964 | 1968 | 1972 | 1976 | 1980 | 1984 | 1988 | 1992 | 1996 | 2001 | 2006 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wahlbeteiligung % | 63,7 | 70,3 | 59,0 | 67,7 | 70,7 | 80,0 | 75,5 | 72,0 | 71,2 | 71,8 | 70,1 | 67,6 | 62,6 | 53,4 |
| CDU% | 36,0 | 42,6 | 39,5 | 46,2 | 44,2 | 52,9 | 56,7 | 53,4 | 51,9 | 49,0 | 41,3 | 41,3 | 44,8 | 44,2 |
| SPD % | 28,0 | 28,9 | 35,3 | 37,3 | 29,0 | 37,6 | 33,3 | 32,5 | 32,4 | 32,0 | 29,4 | 25,1 | 33,3 | 25,2 |
| FDP/DVP % | 18,0 | 16,6 | 15,8 | 13,1 | 14,4 | 8,9 | 7,8 | 8,3 | 7,2 | 5,9 | 5,9 | 9,6 | 8,1 | 10,7 |
| BHE bzw. GDP % | 9,3 | 6,3 | 8,2 | |||||||||||
| NPD % | 9,8 | |||||||||||||
| GRÜNE % | 5,3 | 8,0 | 7,9 | 9,5 | 12,1 | 7,7 | 11,7 | |||||||
| REP % | 10,9 | 9,1 |
Auskunft über die Wahlergebnisse und die Sitzverteilung im baden-württembergischen Landtag gibt das statistische Landesamt (Sitzverteilung).
| 1952 - 1960 | Carl Neinhaus, CDU |
| 1960 - 1968 | Franz Gurk, CDU |
| 1968 - 1976 | Camill Wurz, CDU |
| 1976 - 1980 | Erich Ganzenmüller, CDU |
| 1980 - 1982 | Lothar Gaa, CDU |
| 1982 - 1992 | Erich Schneider, CDU |
| 1992 - 1996 | Fritz Hopmeier, CDU |
| 1996 - heute | Peter Straub, CDU |
Politik (Baden-Württemberg) | Landesparlament (Deutschland)
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