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Landquart ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und Industriestandort des Schweizer Kantons Graubünden sowie Hauptort des Bezirks Landquart.

Landquart ist ein Teil der politischen Gemeinde Igis und gehört zum Kreis Fünf Dörfer. Igis-Landquart liegt im Norden Graubündens im Churer Rheintal. Es besteht aus dem eigentlichen Ortsteilen Igis und Landquart, der dritte Ortsteil Landquart Fabriken wurde 2004 in Landquart eingegliedert. Landquart gehört zur Region Bündner Rheintal, zum Bezirk Landquart und zum Kreis Fünf Dörfer.

Geographie


Die Gemeinde Igis liegt verkehrstechnisch günstig zwischen dem Rheintal und dem Prättigau. Sie liegt auf einem Schwemmfächer nahe der Klus und nimmt die linke Talflanke neben dem Rhein ein. Landquart verfügt über die im 19. Jahrhundert erschlossene Bahnlinie der LD-Bahn über ein grossangelegtes Verkehrssystem. Rhein, Bahnlinie und die Autobahn A13 München/Zürich-Mailand verlaufen parallel zueinander das Rheintal hinauf und passieren dabei Landquart, das das Tor zu Graubünden darstellt. Die hervorragende Lage direkt am Eingang zu den Bündner Alpen war für den Aufschwung Landquarts von grosser Bedeutung, so dass es seine Muttergemeinde Igis einwohnermässig und statusmäsig hinter sich liess. Umringt von den Bergen bildet Landquart den Eingang ins Oberland und ins Prättigau.

Status und Zahlen


Landquart hat 4309 Einwohner (Stand 2004), der Fluss Landquart war namensgebend für den Ortsteil Landquart. Die politische Gemeinde Igis besteht aus Igis und Landquart. Die Gemeinde wird daher Igis-Landquart oder politische Gemeinde Igis genannt (7425 Einwohner, Stand 2004).

Der dritte Ortsteil Landquart-Fabriken ist seit 2004 aufgehoben und wurde dem Ortsteil Landquart angegliedert.

Einwohnerzahlen:

Konfessionen:

Regierung


Wie in vielen Schweizer Gemeinden besteht auch in der politischen Gemeinde Igis die Bürgergemeinde weiter. Sie ist unabhängig von der Einwohnergemeinde und deren Verwaltung, unterstützt diese jedoch in Anliegen von allgemeinem Interesse. Die Bürgergemeinde verwaltet und verpachtet bedeutende Landreserven. Für Einbürgerungen ist sie allein zuständig. Bürgerrats-Mitglieder und -präsident bilden die Exekutive der Bürgergemeinde.

Gemeindevorstand
Name Departement Partei
Nigg Ernst Allgemeine Verwaltung SVP
Eugster Rico Umwelt und Raumplanung FDP
Brandenburger Agnes Kultur und Freizeit SVP
Föhn Sepp Öffentliche Sicherheit CVP
Florin Andrea Bauwesen SP
Nettsinger Andrea Bildung SVP
Thöny Andreas IBIL SP

Geschichte


Die Geschichte Landquarts ist eng mit der des Ortsteils Igis verbunden. Die politische Gemeinde Igis besteht aus den Dorfteilen Igis und Landquart.

Igis hatte in seiner Geschichte viele Namen, 1149 Auuine/Avuins, 1225 Huiuns, 1253 Yges; rom. Eigias. Historiker vermuten, dass der Name Ovinae, der 831 und 841 in Urkunden aufgeführt ist, ebenfalls Igis bedeuten könnte. Der Name Ovinae deutet auf einen keltischen Ursprung hin, die Bedeutung des Namens ist jedoch unbekannt. Belegbar ist die Muttergemeinde Igis erstmals in einem Urbar des Domkapitels Chur als Aviuns aufgeführt. Bis zum Rückzug der Romanischen Sprache im 15. Jahrhundert hiess das Dorf Eigias.

Mittelalter

Am 28. Dezember 955 tritt Kaiser Otto der Grosse den Königshof Zizers zusammen mit Igis an Bischof von Chur ab. Ab 1519 war Igis mit einem siebtel Repräsentanz Mitglied des Hochgerichts der Vier Dörfer. Im 15. Jahrhundert setzte eine starke Germanisierung ein, nachdem viele Walser sich im damilgen genantnen Eigias niederliesen, was zu einem Rückzug der romanischen Sprache führte. Fortan war das Deutsche die beherschende Sprache. 1398 erwerben die Gemeinden Igis und Zizers Alprechte auf Bawig (Buwix), die in den Jahren 1424 und 1440 von den zwei Gemeinden verteidigt werden müssen. Im Jahr 1447 kommt es zu einem Streit der zwischen Igis und Zizers.

Der immerwährend über die Ufer tretende Rhein ist 1524 Anlass dafür, dass sich Zizers und Igis gegenüber dem Bischof von Chur verpflichten, den Rhein durch ein Wehr zu bändigen. Der Rhein besass dazumals kein Bett, wodurch sein gesamtes Einzugsgebiet eine Aue bildete, die aber wegen der Hochwassergefahr nicht genutzt werden konnte. Durch die Bändigung des Rheins in ein Flussbett konnten viele landwirtschaftliche Flächen gewonnen werden. Der Landstrich wurde aber erst 200 Jahre später urbar gemacht, nach dem Beginn im 18. Jahrhundert waren 2/3 der Fläche noch nicht erschlossen.

Reformation

Während der Römischen Zeit und bis ins Mittelalter hinein begrenzte der Fluss Landquart den weltlichen und kirchlichen Verwaltungsbezirk, ausgehend vom kirchlichen Zentrum Chur. Obwohl das Bistum Chur immer noch einen grossen Einfluss auf Igis ausübte, war das Dorf schon 1532 zum protestantischen Glauben übergetreten. Zwar nahm die Stadt Chur bereits 1524 die Reformation am, blieb jedoch Bischofsitz mit einem katholischen Bischof.

Der Mühlbach der durch das Gemeindegebiet verläuft war ausschlaggebend für die nachhaltige Industrielle Nutzung des Landstrichs. Urkunden belegen, dass bereits im Mittelalter Betriebe am Ufer des Baches bestanden. Einige dieser Betriebe bestehen noch heute, auch wenn sie nicht mehr dem damaligen Zweck dienen wie die 1519 erwähnte Riedmühle die Riedschmiede und die Obermühle.

Krisenjahre und Wirtschaftsaufschwung

Das siebzehnte Jahrhundert war für die aufstrebende Gemeinde eine der dunkelsten Kapitel in der Geschichte. Als 1607 der Dreissigjährige Krieg über Europa hineinbrach, hatte die Gemeinde aufgrund ihrer stretigischen Lage viele Opfer zu beklagen, obwohl der damals souveräne Bundesstaat Graubünden nicht am Krieg beteiligt war; die Parteinahme der drei Bünde für Österreich bzw. Frankreich drohte das Land zu zerreissen. Zur Zeit des dreissigjährigen Krieges hatte auch die Hexenverfolgungen ihre Blütezeit. Als 1629 eine furchtbare Pestepidemie wütete, starben von Mitte August bis am 11. November 261 Personen an der Pest. Die Schweiz und damit ihre zugewandeten Orte scheideten nach dem Krieg endgültig aus dem Reich aus. Am 16.Juli 1734 explodierte am Lauf des Mühlbachs die Pulverfabrik des Pulvermeisters Jacob Wilhelm, der bei dem Umfall ums Leben kam.

Als Graubünden 1798 durch den französischen Kaiser Napoleon als Satelitenstaat in die neugeschaffene Helvetischen Republik eingegliedert wurde, verlor Graubünden seine Souveränität, infolge davon wurde Igis Teil der Schweiz. 1803 wurde Graubünden gleichberechtiger Kanton der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Bis ins Jahr 1818 bildete Igis mit der Nachbarsgemeinde Zizers eine Wirtschaftsgemeinschaft, die mit der 1818 stattgefundenen Aufteilung der Wiesen und Alpen unter Igis und Zizers eingestellt wurde. Der Präzer Thomas Lareda investierte im 19. Jahrhundert sein in Russland als Zuckerbäcker erworbenes Vermögen in die vom Leid geplagte Gemeinde und läutete damit einen Wirtschaftsaufschwung ein. Lareda finanzierte verschiedene Anlagen entlag des Mühlbachs den er als Felsenbach neu fasste und begradigte. Unter anderem entstanden eine Holzstoff-Fabrik, eine Streichholzfabrik, eine Stickerei, eine Zigelei ausserdem erstellte er einen Gutshof nach russischem Muster, der Hof erhielt den Namen Russhof. Nach dem Tod Laredas 1848, gingen die meisten Betriebe wieder ein oder gerieten nach dem anfänglich grossen Erfolg in finanzielle Schwierigkeiten.

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Entstehung neuer Ortsteile

Landquart entstand erst 1858, als in Igis die Linie St. Gallen-Chur durch die Vereinigten Schweizerbahnen (heute SBB) eröffnet wurde. Namensgebend für den neuen Ortsteil war der Fluss Landquart. Im Jahr 1863 wurde die erste Holzstofffabrik der Schweiz in Betrieb genommen. Der nördlich vom damals eigentlichen Dorfkern liegende Landstrich wurde fortan zum Industriellen Zentrum Landquart Fabriken. Viele Fabriken versuchten danach in Landquart Fuss zu fassen. Viele gingen aber nach kurzer Zeit Konkurs oder gerieten in finanzielle Schwierigkeiten.

Nach mehreren verlorenen Wasserrechtsprozessen wurde noch bis ins Jahr 1870 auf der Landquart Holz geflösst, zwei Jahre später wurde die Papierfabriken gegründet. Mit der Gründung der Papierfabrik sollte sich die nächsten zweihundert Jahre kein industrieller Betrieb mehr am Lauf des Mühlbachs ansiedeln. Der Grund dazu war, dass in der Zeit von 1889-1903 in Klosters, Malans, Landquart und Grüsch Elektrizitätswerke entstanden. Durch die Elektrifizierung war die Industrie nicht mehr auf das Wasser des Mühlbachs angewiesen und der Industriestandort verlagerte sich weiter nach Norden, dem neu entstanden Landquart. Der Bau der Eisenbahn und der spätere Bau der Autobahn trugen zu dieser Entwicklung bei. 1889 änderte sich die Lage aber durch die Eröffnung der Landquart-Klosters-Bahn, später Landquart-Davos-Bahn (heute RhB) und es setzte ein Aufschwung ein. Durch die verkehrstechnisch wichtige Lage Landquarts bildeten sich Lager- und Werkstätten und bald gewann der Verkehrsknotenpunkt Landquart an Wichtigkeit. 1896 wird der von Lareda erbaute Russhof in Plantahof unbenannt und eine landwirtschaftliche Schule eingerichtet, nachdem der Kanton Graubünden 1877 die Pläne verwirft eine Erziehungsanstalt für unbemittelte Kinder, bündnerischer Geburt und evangelischer Konfession einzurichten.

Durch das stetige Wachstum der Bevölkerung wurde 1908 die katholische Kirche St. Fidelis erbaut. Neben vier Kirchen beherbergt Landquart als wichtige Bildungseinrichtung den 1896 erbauten Russhof, heute Landwirtschaftliches Berufs- und Bildungszentrum Plantahof. Das Dorf wurde vom ersten Weltkrieg dank der Neutralität der Schweiz weitgehend verschohnt. In den Jahren 1920-1927 wurden die Wasserkraftwerke Küblis, Klosters und Schlappin im Auftrag der Bündner Kraftwerke AG erbaut, was von grosser volkswirtschaftlicher Bedeutung für das Prättigau und die an das Tal angrenzende Gemeinde war.

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In den Kriegsjahren des zweiten Weltkriegs wurde in Landquart ein Lazarett eingerichtet, von Kriegshandlungen blieb das Dorf aber wie auch schon im ersten Weltkrieg verschont. Den geistigen Widerstand der Bevölkerung kann man heute noch an den in den Kriegsjahren erbauten Bauwerken nachvollziehen. Als sich der Krieg dem Ende zuneigte und Allierte Truppen mit der Bombadierung der deutschen Städte begingen konnte man tageweise die Kondenstreifen der B17 Bomber sehen die über Igis nach Nazi-Deutschland flogen. Auch nach dem zweiten Weltkrieg war das Gemeindegebiet von Igis, trotz der Industriebetriebe eher ländlich geprägt. Danach setzte ein wirtschaftlicher Aufschwung ein und die Einwohnerzahl von Igis-Landquart steigt seit dem jährlich an.

Gegenwart

Heute erinnert nur noch wenig an das Werk des Ausland-Schweizers Lareda, der in St.Petersburg zu Geld kam und einen neuen Ortsteil zwischen Landquart und Igis geschaffen hat. Im Zuge der Verfassungresivion im Jahr 2004 verschwand aber auch der Ortsname Fabriken, nachdem der Postverkehr von Landquart aus geregelt wurde und auch das Telefonbuch kein Landquart-Fabriken mehr aufführte. Mit der Umzonung und Erschliessung des 30ha grossen Gebiets Tardis in eine Industrie- und Gewerbezone stellt Igis-Landquart gemeinsam mit der Gemeinde Zizers den Boden für Neuansiedlungen im grossen Stil zur Verfügung. Das Tardisland soll mithilfe des Kantons professionell vermarktet werden, um den Wirtschaftsstandort Landquart auszubauen. Bereits haben sich erste Unternehmen angesiedelt. Heute beherbergt Igis-Landquart immer noch diverse Industriebetriebe, wobei die Zahl der Unternehmen wohl weiter anwachsen wird. Unter anderem befinden sich in Igis-Landquart einen der grössten Hersteller für Optosensorik, eine Schotterfabrik am Rhein, eine Ziegelei, die Werkstätten der RhB und die bereits 1863 erbaute Holzstofffabrik, die 1872 in die Papierfabrik überging.

Gemeindebild


Dieser Text ist in Arbeit

Kunst, Kultur


Sport

Landquart beherbergt eine Vielzahl an Sportclubs und Organisationen:
  • Landquart Broncos American Football Club.
  • Tennisclub Landquart
  • Velo- und Bikeclub Landquart
  • Turnverein Landquart
  • Fussballklub Landquart
  • Pistolenclub Igis-Landquart
  • Modellflugclub Igis-Landquart

Schulen

  • Landwirtschafts- und Berufsschule Plantahof
  • Schulhaus Rüti (Primarschulhaus)
  • Oberstufenschulhaus

Schlösser

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Das ungefähr 1 km von Igis entfernte Wasserschloss Marschlins liegt am Fusse der sogenannten Klus (Tal) die den Eingang ins Prättigau bildet. Der Wassergraben ist heute trockengelegt. Das Wasser stammte wahrscheinlich östlich von den Hangquellen ab und nicht von der rund zwei Kilometer entfernten Landquart.

Sonstiges

  • Forum im Ried
  • Tardisbrücke

Bekannte Persönlichkeiten aus Igis-Landquart


Trivia


  • In den letzten Jahren kam es in Landquart immer wieder während des Weltwirtschaftsforums zu kleineren Ausschreitungen mit der Kantonspolizei, da diese Landquart wegen seiner verkehrstechnisch günstigen Lage abriegelten und Demonstranten so den Zugang ins nahe Prättigau versperrten. Was Landquart den Beinamen Landquarter Kessel einbrachte.

Weblinks


Ort in der Schweiz | Ort im Kanton Graubünden | Ort im Kanton Graubünden

 

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