Landquart ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und Industriestandort des Schweizer Kantons Graubünden sowie Hauptort des Bezirks Landquart.
Landquart ist ein Teil der politischen Gemeinde Igis und gehört zum Kreis Fünf Dörfer. Igis-Landquart liegt im Norden Graubündens im Churer Rheintal. Es besteht aus dem eigentlichen Ortsteilen Igis und Landquart, der dritte Ortsteil Landquart Fabriken wurde 2004 in Landquart eingegliedert. Landquart gehört zur Region Bündner Rheintal, zum Bezirk Landquart und zum Kreis Fünf Dörfer.
Der dritte Ortsteil Landquart-Fabriken ist seit 2004 aufgehoben und wurde dem Ortsteil Landquart angegliedert.
Einwohnerzahlen:
Konfessionen:
| Gemeindevorstand | ||
|---|---|---|
| Name | Departement | Partei |
| Nigg Ernst | Allgemeine Verwaltung | SVP |
| Eugster Rico | Umwelt und Raumplanung | FDP |
| Brandenburger Agnes | Kultur und Freizeit | SVP |
| Föhn Sepp | Öffentliche Sicherheit | CVP |
| Florin Andrea | Bauwesen | SP |
| Nettsinger Andrea | Bildung | SVP |
| Thöny Andreas | IBIL | SP |
Igis hatte in seiner Geschichte viele Namen, 1149 Auuine/Avuins, 1225 Huiuns, 1253 Yges; rom. Eigias. Historiker vermuten, dass der Name Ovinae, der 831 und 841 in Urkunden aufgeführt ist, ebenfalls Igis bedeuten könnte. Der Name Ovinae deutet auf einen keltischen Ursprung hin, die Bedeutung des Namens ist jedoch unbekannt. Belegbar ist die Muttergemeinde Igis erstmals in einem Urbar des Domkapitels Chur als Aviuns aufgeführt. Bis zum Rückzug der Romanischen Sprache im 15. Jahrhundert hiess das Dorf Eigias.
Der immerwährend über die Ufer tretende Rhein ist 1524 Anlass dafür, dass sich Zizers und Igis gegenüber dem Bischof von Chur verpflichten, den Rhein durch ein Wehr zu bändigen. Der Rhein besass dazumals kein Bett, wodurch sein gesamtes Einzugsgebiet eine Aue bildete, die aber wegen der Hochwassergefahr nicht genutzt werden konnte. Durch die Bändigung des Rheins in ein Flussbett konnten viele landwirtschaftliche Flächen gewonnen werden. Der Landstrich wurde aber erst 200 Jahre später urbar gemacht, nach dem Beginn im 18. Jahrhundert waren 2/3 der Fläche noch nicht erschlossen.
Der Mühlbach der durch das Gemeindegebiet verläuft war ausschlaggebend für die nachhaltige Industrielle Nutzung des Landstrichs. Urkunden belegen, dass bereits im Mittelalter Betriebe am Ufer des Baches bestanden. Einige dieser Betriebe bestehen noch heute, auch wenn sie nicht mehr dem damaligen Zweck dienen wie die 1519 erwähnte Riedmühle die Riedschmiede und die Obermühle.
Als Graubünden 1798 durch den französischen Kaiser Napoleon als Satelitenstaat in die neugeschaffene Helvetischen Republik eingegliedert wurde, verlor Graubünden seine Souveränität, infolge davon wurde Igis Teil der Schweiz. 1803 wurde Graubünden gleichberechtiger Kanton der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Bis ins Jahr 1818 bildete Igis mit der Nachbarsgemeinde Zizers eine Wirtschaftsgemeinschaft, die mit der 1818 stattgefundenen Aufteilung der Wiesen und Alpen unter Igis und Zizers eingestellt wurde. Der Präzer Thomas Lareda investierte im 19. Jahrhundert sein in Russland als Zuckerbäcker erworbenes Vermögen in die vom Leid geplagte Gemeinde und läutete damit einen Wirtschaftsaufschwung ein. Lareda finanzierte verschiedene Anlagen entlag des Mühlbachs den er als Felsenbach neu fasste und begradigte. Unter anderem entstanden eine Holzstoff-Fabrik, eine Streichholzfabrik, eine Stickerei, eine Zigelei ausserdem erstellte er einen Gutshof nach russischem Muster, der Hof erhielt den Namen Russhof. Nach dem Tod Laredas 1848, gingen die meisten Betriebe wieder ein oder gerieten nach dem anfänglich grossen Erfolg in finanzielle Schwierigkeiten.
Nach mehreren verlorenen Wasserrechtsprozessen wurde noch bis ins Jahr 1870 auf der Landquart Holz geflösst, zwei Jahre später wurde die Papierfabriken gegründet. Mit der Gründung der Papierfabrik sollte sich die nächsten zweihundert Jahre kein industrieller Betrieb mehr am Lauf des Mühlbachs ansiedeln. Der Grund dazu war, dass in der Zeit von 1889-1903 in Klosters, Malans, Landquart und Grüsch Elektrizitätswerke entstanden. Durch die Elektrifizierung war die Industrie nicht mehr auf das Wasser des Mühlbachs angewiesen und der Industriestandort verlagerte sich weiter nach Norden, dem neu entstanden Landquart. Der Bau der Eisenbahn und der spätere Bau der Autobahn trugen zu dieser Entwicklung bei. 1889 änderte sich die Lage aber durch die Eröffnung der Landquart-Klosters-Bahn, später Landquart-Davos-Bahn (heute RhB) und es setzte ein Aufschwung ein. Durch die verkehrstechnisch wichtige Lage Landquarts bildeten sich Lager- und Werkstätten und bald gewann der Verkehrsknotenpunkt Landquart an Wichtigkeit. 1896 wird der von Lareda erbaute Russhof in Plantahof unbenannt und eine landwirtschaftliche Schule eingerichtet, nachdem der Kanton Graubünden 1877 die Pläne verwirft eine Erziehungsanstalt für unbemittelte Kinder, bündnerischer Geburt und evangelischer Konfession einzurichten.
Durch das stetige Wachstum der Bevölkerung wurde 1908 die katholische Kirche St. Fidelis erbaut. Neben vier Kirchen beherbergt Landquart als wichtige Bildungseinrichtung den 1896 erbauten Russhof, heute Landwirtschaftliches Berufs- und Bildungszentrum Plantahof. Das Dorf wurde vom ersten Weltkrieg dank der Neutralität der Schweiz weitgehend verschohnt. In den Jahren 1920-1927 wurden die Wasserkraftwerke Küblis, Klosters und Schlappin im Auftrag der Bündner Kraftwerke AG erbaut, was von grosser volkswirtschaftlicher Bedeutung für das Prättigau und die an das Tal angrenzende Gemeinde war.
In den Kriegsjahren des zweiten Weltkriegs wurde in Landquart ein Lazarett eingerichtet, von Kriegshandlungen blieb das Dorf aber wie auch schon im ersten Weltkrieg verschont. Den geistigen Widerstand der Bevölkerung kann man heute noch an den in den Kriegsjahren erbauten Bauwerken nachvollziehen. Als sich der Krieg dem Ende zuneigte und Allierte Truppen mit der Bombadierung der deutschen Städte begingen konnte man tageweise die Kondenstreifen der B17 Bomber sehen die über Igis nach Nazi-Deutschland flogen. Auch nach dem zweiten Weltkrieg war das Gemeindegebiet von Igis, trotz der Industriebetriebe eher ländlich geprägt. Danach setzte ein wirtschaftlicher Aufschwung ein und die Einwohnerzahl von Igis-Landquart steigt seit dem jährlich an.
Das ungefähr 1 km von Igis entfernte Wasserschloss Marschlins liegt am Fusse der sogenannten Klus (Tal) die den Eingang ins Prättigau bildet. Der Wassergraben ist heute trockengelegt. Das Wasser stammte wahrscheinlich östlich von den Hangquellen ab und nicht von der rund zwei Kilometer entfernten Landquart.
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