Der Landkreis Sächsische Schweiz ist ein Landkreis in Sachsen.
Geografie
Der Landkreis Sächsische Schweiz liegt südöstlich von der Landeshauptstadt
Dresden. Angrenzende Gebiete sind
Tschechien im Osten und Süden, der
Weißeritzkreis im Westen, gefolgt von Dresden im Nordwesten und im Norden die Landkreise
Kamenz und
Bautzen. Das Kerngebiet des Kreises beinhaltet die
Sächsische Schweiz, im Nordosten aber auch die Ausläufer des
Lausitzer Berglands und im Westen die Vorläufer des
Erzgebirges. Mitten durch den Kreis fließt die
Elbe. Die niedrigste Stelle des Kreises befindet sich am Elbufer an der Grenze zu Dresden mit 109 m, die höchste Stelle ist die Oelsener Höhe mit 644 m bei Oelsen im Südwesten des Kreises im Osterzgebirge.
Siehe dazu auch: Naturräume in Sachsen, Liste der Landschaften in Sachsen, Liste der Gewässer in Sachsen
Wirtschaft
Früher gab es im Elbtal um
Heidenau und
Pirna viel Industrie, z. B. Zellstoffwerke und Reifenindustrie. Diese Betriebe existieren nicht mehr, die Flächen wurden saniert und in Kleingewerbegebiete gewandelt. Bei
Königstein betrieb die
SDAG Wismut Uranbergbau. Dieser ist ebenfalls aufgegeben und die entsprechenden Bergwerke werden saniert.
Heute ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftszweig mit mehreren Kurorten, in Sebnitz gibt es eine Kunstblumenfertigung sowie einen Modelleisenbahnhersteller.
Politik
Die Region hat vor allem 2004 durch die überdurchschnittlich hohen Ergebnisse (bis zu 25 %) der rechtsextremen
NPD bei den sächsischen Kommunal- und Landtagswahlen negative Schlagzeilen produziert.
Die Skinhead-Kameradschaft „
Skinheads Sächsische Schweiz“ (SSS) wurde
1997 hier gegründet. Ihre Stärke wurde im Jahr
2000 auf 100 Mitglieder geschätzt. Aufgrund ihres gewalttätigen Charakters wurde sie im
April 2001 durch den sächsischen Innenminister verboten. Die Neonazis sind jedoch nach wie vor sehr aktiv in der Region.
Allein zwischen
2002 und
2004 gab es 930 rechtsextreme Übergriffe, vor allem gegenüber linken Jugendlichen und Ausländern, und etwa 600 Anzeigen bei den Behörden.
Verkehr
Die
A 17 ist im Bau. Im Norden tangiert die
B 6 den Kreis, entlang der Elbe verläuft die
B 172. Grenzübergänge nach
Tschechien befinden sich in
Bahratal nach
Petrovice,
Schmilka bei Bad Schandau nach
Hřensko und in
Sebnitz nach
Dolní Poustevna. Weiterhin gibt es eine Anzahl grenzüberschreitender Wanderwege und eine grenzüberschreitende Fähre von
Schöna nach Hřensko. Entlang der Elbe zieht sich eine Hauptstrecke der Eisenbahn (von
Dresden nach
Prag) sowie Nebenstrecken von
Bad Schandau über Sebnitz weiter nach
Neustadt und von
Heidenau nach
Altenberg (Weißeritzkreis),
Müglitztalbahn. Beide Strecken zeichnen sich durch enge Kurven, Anstiege, Tunnel und
Viadukte aus, die Strecke Bad Schandau – Sebnitz – Neustadt erhielt deshalb auch den Beinamen
Sächsische Semmeringbahn, auch wenn dieser eigentlich der Windbergbahn bei Freital/Dresden zuzurechnen ist.
Geschichte
Der Kreis entstand bei der Kreisgebietsreform am
1. August 1994 aus den Kreisen Sebnitz und Pirna. Bei einer
Jahrhundertflut im Sommer 2002 wurden viele Städte und Gemeinden schwer getroffen, zuerst von den Nebenflüssen der Elbe, anschließend vom Elbehochwasser.
Wappen
Städte und Gemeinden
(Einwohnerzahlen vom 30. September 2005)
Verwaltungsgemeinschaften
Tourismus
Zu den Sehenswürdigkeiten zählt der
Nationalpark Sächsische Schweiz mit Bergen, Burgen und vielen Erholungsmöglichkeiten.
Weitere Ausflugsziele sind der Barockgarten und -schloss Großsedlitz, die Burg Stolpen, der Saurierpark in Sebnitz, Schloss Kuckuckstein in Liebstadt, Schloss Weesenstein und weitere.
Literatur
- Stadtmuseum Pirna (Hrsg.): Jahrhundertrückblicke. Beiträge zur Geschichte des Landkreise Sächsische Schweiz 1901 - 2000. Pirna 2001
- Torke, Horst: Landkreis Sächsische Schweiz. Meißen 1996
Weblinks
Landkreis Sächsische Schweiz | Landkreis in Sachsen
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