Der Landkreis Kronach ist der nördlichste Landkreis des Regierungsbezirks Oberfranken in Bayern. Nachbarkreise sind im Norden der thüringische Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, im Nordosten der ebenfalls thüringische Saale-Orla-Kreis, im Osten der Landkreis Hof, im Süden der Landkreis Kulmbach und der Landkreis Lichtenfels, im Südwesten der Landkreis Coburg und im Westen der thüringische Landkreis Sonneberg.
Geografie
Das Kreisgebiet hat hauptsächlich Anteil am
Frankenwald, der mit Höhen bis zu 700 m den Norden, Osten und Südosten des Kreisgebiets bedeckt. Im Südwesten liegt das Obermainische Hügelland mit Höhen zwischen 200 und 500 m. Hier liegt unter anderem die Kreisstadt Kronach. Sie wird von der
Rodach, auch Zahme Rodach genannt sowie deren Quellfluss
Wilde Rodach, durchflossen, die im Nordosten des Kreises entspringt, dann in südwestlicher Richtung durch den Kreis fließt, um dann außerhalb des Kreises in den
Main zu münden. Die Rodach nimmt in Kronach die von Norden her kommende
Haßlach auf.
Geschichte
Der Gebiet des heutigen Landkreises Kronach gehörte vor 1800 überwiegend zum
Hochstift Bamberg. 1802 kam es an Bayern. 1804 wurden die Landgerichte Kronach, Lauenstein und Teuschnitz gebildet, die zum Mainkreis, bzw. ab 1817 zum
Obermainkreis (ab 1838
Oberfranken) gehörten. 1837 wurde der Sitz des Landgerichts Lauenstein nach Ludwigsstadt und von Teuschnitz nach Nordhalben verlegt. 1862 wurden beide Landgerichte zum Bezirksamt Teuschnitz vereinigt, gleichzeitig entstand aus dem Landgericht Kronach das gleichnamige Bezirksamt. 1880 wurde das Bezirksamt Teuschnitz aufgelöst und seine Gemeinden dem Bezirksamt Kronach angegliedert. Doch 1888 wurde das Bezirksamt Teuschnitz wegen der schlechten Verkehrsverbindung nach Kronach erneut errichtet. 1931 wurde das Bezirksamt Teuschnitz aber erneut aufgelöst und seine Gemeinden (mit Ausnahme zweier Gemeinden) wieder dem Bezirksamt Kronach eingegliedert. Aus dem Bezirksamt Kronach wurde 1939 das Landratsamt bzw. aus dem Bezirk der Landkreis Kronach. In der Zeit des Eisernen Vorhangs war das Kreisgebiet nach
Norden,
Westen und
Osten durch die Grenzanlagen der
Deutschen Demokratischen Republik abgeschlossen. Orte wie
Welitsch,
Nordhalben oder
Burggrub lagen dicht an der Grenze; die Grenzanlagen sind teilweise heute noch erkennbar (insbesondere in
Welitsch bei
Pressig).
Bei der Gebietsreform 1972 wurde der Landkreis Kronach bis auf kleinere Grenzbereinigungen im Süden nicht verändert.
Bevölkerung und Religion
Von den über 70.000 Einwohnern sind rund 56 % katholischen Glaubens und 38 % evangelischen Glaubens. Die Gemeinden
Wallenfels,
Pressig und
Steinbach am Wald sind fast ausschließlich katholisch geprägt;
Küps und
Mitwitz hingegen evangelisch geprägt. Der Ausländeranteil ist mit 4 % verhältnismäßig niedrig.
Wirtschaft und Infrastruktur
Ansässige Unternehmen
- Loewe AG, Hauptsitz (Unterhaltungs- und Telekommunikation)
- Dr. Schneider (Kunststofftechnik)
- Carl Link Verlag
- Confiserie Burg Lauenstein GmbH
- LEAR Corporation GmbH & Co. KG (Automobilzulieferer)
Verkehr
Der Hauptort des Landkreises Kronach im Frankenwald erhielt 1861 durch die im Maintal von der
Ludwigs-Süd-Nord-Bahn abzweigende
Hochstadt-Stockheimer Eisenbahn den ersten Anschluß an das Schienennetz. Die 1863 bis Stockheim verlängerte Bahn wurde 1885 durch die
Bayerische Staatsbahn weitergeführt bis über die Grenze Thüringens. In Ludwigstadt ging zur gleichen Zeit eine Stichbahn zu den Schieferbrüchen von Lehesten ab.
Erst nach der Jahrhundertwende entstanden noch Zweigbahnen:
- 1900 von Kronach im Rodachtal aufwärts nach Nordhalben,
- 1901 von Stockheim - durch die Preußische Staatsbahn - über Burggrub nach Sonneberg,
- 1903 von Pressig-Rothenkirchen - teilweise auf thüringischem Gebiet - nach Tettau und
- 1916 - zunächst nur für den Güterverkehr - von Neuses nach Weißenbrunn.
Im Steinachtal erhielten einige Gemeinden Anschluß an die erst 1920 durch die Deutsche Reichsbahn vollendete Nebenbahn Ebersdorf - Neustadt bei Coburg.
Auf sämtlichen Nebenbahnen (62 km) ist der Personenverkehr nach und nach in den Jahren 1945, 1952/54 und 1972-76 stillgelegt worden.
- 1945: Ludwigstadt - Lehesten 4 km und Neuhaus-Schierschnitz - Burggrub 1 km
- 1952: Pressig-Rothenkirchen - Alexanderhütte - Tettau 13 km
- 1954: Neuses - Weißenbrunn 5 km
- 1972: Burggrub - Stockheim 4 km
- 1975: Ebersdorf - Mödlitz - Hof=Steinach - Neustadt 10 km
- 1976: Kronach - Wallenfels - Nordhalben 25 km
Damit verblieb nur der kleinere Teil des ursprünglichen Netzes von 107 km Länge erhalten:
Politik
Wappen
Patenschaft
- 1961 wurde die Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus dem Kreis Podersam übernommen.
Städte und Gemeinden
(Einwohnerzahlen vom 30. Juni 2005)
Sonstiges
Im Landkreis wird überwiegend der
oberfränkische Dialekt gesprochen. Im Norden an der Grenze zu Thüringen gibt es einige Orte, in denen die
südostthüringische Mundart vorherrscht. Entlang der westlichen und südlichen Kreisgrenze verläuft die sogenannte
Bamberger Schranke. Diese Sprachgrenze zu den
mainfränkischen
Dialekten trennt das Oberfränkische vom
Itzgründischen.
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