Der
Landkreis Bayreuth ist ein
Landkreis im Südosten des Regierungsbezirks Oberfranken in Bayern. Nachbarkreise sind im Nordwesten der
Landkreis Lichtenfels, im Norden der
Landkreis Kulmbach und der
Landkreis Hof, im Osten die Landkreise
Wunsiedel und
Tirschenreuth, im Süden die Landkreise
Neustadt a.d.Waldnaab,
Amberg-Sulzbach und
Nürnberger Land und im Westen die Landkreise
Forchheim und
Bamberg.
Geografie
Das Kreisgebiet umfasst im Süden und Westen die
Fränkische Schweiz. Hier finden sich zahlreiche Höhlen, darunter die
Teufelshöhle und die
Sophienhöhle. Das mittlere Kreisgebiet umfasst das Obermainische Hügelland, das seinen Namen vom
Roten Main hat, der südlich von
Bayreuth entspringt und dann in nordwestlicher Richtung fließt, um sich westlich von
Kulmbach mit dem
Weißen Main zu vereinigen. Im Osten hat der Kreis Anteil am
Fichtelgebirge, an dessen höchste Erhebung, den
Schneeberg, das Kreisgebiet bis auf etwa 960m üNN heranreicht.
Geschichte
Das heutige Kreisgebiet war bis
1803 Teil der Markgrafschaft Bayreuth, dann gehörte es vorübergehend zu
Frankreich und
1810 kam es an Bayern. Schon
1804 wurde das Landgericht Pottenstein errichtet,
1812 folgten die Landgerichtsbezirke Bayreuth, Pegnitz und Weidenberg, wobei sich der Sitz des Landgerichts Pegnitz bis
1842 in
Schnabelwaid befand. Bayreuth war bereits
1812 eine kreisunmittelbare Stadt geworden. Die Landgerichtsbezirke und Bayreuth gehörten zunächst zum
Obermainkreis, ab
1838 zu
Oberfranken.
1862 entstand aus den Landgerichtsbezirken Pegnitz und Pottenstein das Bezirksamt Pegnitz und aus den Landgerichtsbezirken Bayreuth und Weidenberg das Bezirksamt Bayreuth. Beide Bezirke wurde ab 1939 als Landkreise bezeichnet.
Bei der Gebietsreform in Bayern 1972 wurde aus dem Landkreis Bayreuth, dem größten Teil des Landkreises Pegnitz sowie Teilen der Landkreise Münchberg (Gebiet der heutigen Stadt Gefrees im Nordosten), Ebermannstadt (Gemeinde Aufseß im Westen), Kulmbach (Raum Bad Berneck im Norden), Eschenbach in der Oberpfalz (Ortsteil Penzenreuth der Stadt Pegnitz im Süden) und Kemnath (Wirbenz, Ortsteil der Gemeinde Speichersdorf im Osten) der neue Landkreis Bayreuth gebildet. Bayreuth selbst blieb kreisfrei und Sitz des vergrößerten Landkreises. Durch Eingliederung einiger Gemeinden des Landkreises Bayreuth wurde sein Gebiet entsprechend vergrößert.
Verkehr
Die Bezirkshauptstadt von Oberfranken erhielt 1853 den ersten Bahnanschluss durch die
Neuenmarkt-Bayreuther Eisenbahn an die 1848 eröffnete
Ludwig-Süd-Nord-Bahn, welche nur an der Station Falls das Kreisgebiet berührt.
Genau zehn Jahre später - 1863 - erreichte die AG der Bayerischen Ostbahnen von Weiden her Bayreuth. Erst 1877 kam die Strecke der Bayerischen Staatseisenbahnen von Nürnberg über Pegnitz dazu, von der seit 1878 in Schnabelwaid die Hauptbahn nach Marktredwitz abzweigt, die wiederum in Kirchenlaibach die „Ostbahn“ kreuzt.
Auch die um die Jahrhundertwende erbauten Lokalbahnen wurden von den Bayerischen Staatseisenbahnen betrieben.
Es entstanden im Fichtelgebirge die Strecken:
- 1890: Neusorg–Brand–Unterlind–Fichtelberg
- 1896/97: Neuenmarkt-Wirsberg–Bad Berneck–Bischofsgrün
- 1896: Bayreuth Hbf.–Weidenberg–Warmensteinach
- 1902: Falls–Gefrees
Ferner führten von Bayreuth aus in die Fränkische Schweiz:
- 1904: Bayreuth Hbf.–Bayreuth-Altstadt–Mistelgau–Hollfeld
- 1909: (Bayreuth Hbf)–Bayreuth-Altstadt–Thurnau–Kulmbach
So wurden im Personenverkehr ursprünglich 214 km Strecken befahren. Alle Lokalbahnstrecken wurden inzwischen stillgelegt, bis auf die nach Warmensteinach, die jedoch seit Jahren aus „technischen Gründen“ im Schienenersatzverkehr bedient wird. Damit sind nur noch 149 km für Personenbeförderung übrig geblieben. Dieser endete:
- 1973: Falls–Gefrees (5 km) und Thurnau–Altenplos–Bayreuth-Altstadt (9 km)
- 1974: Neuenmarkt-Wirsberg–Bad Berneck–Bischofsgrün (12 km) und Bayreuth Hbf.–Mistelgau–Hollfeld (33 km)
- 1976: Neusorg–Brand–Unterlind–Fichtelberg (6 km)
Politik
Landräte
- 1952-1978 Josef Kohut
- seit 1978 Klaus-Günter Dietel, CSU
Wappen
| Landkreis Bayreuth Wappen.jpg
| Im Schildhaupt Wecken von Silber und Blau, darunter in Silber ein golden bewehrter roter Adler mit goldenen Kleestengeln auf den Flügeln. Es handelt sich dabei um den brandenburgischen Adler, ein Hinweis auf die ehemals hohenzollernsche Markgrafschaft Brandenburg-Bayreuth.
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Städte und Gemeinden
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| Städte
¹ Mitgliedsgemeinde einer Verwaltungsgemeinschaft
- Bad Berneck i.Fichtelgebirge (4.728)
- Betzenstein (2.564) ¹
- Creußen (4.770) ¹
- Gefrees (4.828)
- Goldkronach (3.704)
- Hollfeld (5.238) ¹
- Pegnitz (14.143)
- Pottenstein (5.429)
- Waischenfeld (3.206)
Märkte
¹ Mitgliedsgemeinde einer Verwaltungsgemeinschaft
- Plech (1.317) ¹
- Schnabelwaid (1.045) ¹
- Weidenberg (6.582) ¹
Verwaltungsgemeinschaften
- Verwaltungsgemeinschaft Betzenstein
- Betzenstein, Stadt (2.564)
- Plech, Markt (1.317)
- Verwaltungsgemeinschaft Creußen
- Creußen, Stadt (4.770)
- Haag (963)
- Prebitz (1.142)
- Schnabelwaid, Markt (1.045)
- Verwaltungsgemeinschaft Hollfeld
- Aufseß | (1.368)
- Hollfeld, Stadt (5.238)
- Plankenfels (893)
- Verwaltungsgemeinschaft Mistelbach
- Gesees (1.230)
- Hummeltal (2.457)
- Mistelbach (1.654)
- Verwaltungsgemeinschaft Mistelgau
- Glashütten (1.478)
- Mistelgau (3.885)
- Verwaltungsgemeinschaft Weidenberg
- Emtmannsberg (1.116)
- Kirchenpingarten (1.408)
- Seybothenreuth (1.380)
- Weidenberg, Markt (6.582)
| Gemeinden
- Ahorntal (2.219)
- Bindlach (7.197)
- Bischofsgrün (2.037)
- Eckersdorf (5.082)
- Fichtelberg (2.051)
- Heinersreuth (3.809)
- Mehlmeisel (1.391)
- Speichersdorf (6.238)
- Warmensteinach (2.371)
Gemeindefreie Gebiete (190,05 km²)
- Bischofsgrüner Forst (27,00 km²)
- Fichtelberg (21,14 km²)
- Forst Neustädtlein am Forst (7,57 km²)
- Forst Thiergarten (6,30 km²) (aufgelöst 01.01.05)
- Glashüttener Forst (4,77 km²)
- Goldkronacher Forst (18,02 km²)
- Heinersreuther Forst (7,61 km²)
- Langweiler Wald (4,52 km²)
- Lindenhardter Forst-Nordwest (8,31 km²)
- Lindenhardter Forst-Südost (2,72 km²)
- Löhlitzer Wald (2,65 km²)
- Neubauer Forst-Nord (5,65 km²)
- Prüll (2,22 km²)
- Veldensteinerforst (55,60 km²)
- Waidacher Forst (6,44 km²)
- Warmensteinacher Forst-Nord (9,53 km²)
(Fläche in km² am 31. Dezember 2001, Einwohnerzahlen vom 30. Juni 2005)
Literatur
- Landkreis Bayreuth, Regionale Entwicklungsagentur (Hsg.): Kulturatlas des Landkreises Bayreuth, Bayreuth 1999 ISBN 3-9806507-2-3
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