LandhausKlagenfurt1.jpg Das Landhaus Klagenfurt ist ein historisch bedeutender und zugleich repräsentativster Profanbau der Kärntner Landeshauptstadt. Es befindet sich zwischen dem Heiligengeistplatz und dem Alten Platz am Rande des ältesten Teils der Klagenfurter Innenstadt. Das Landhaus wurde zwischen 1574 und 1594 im Zuge des Ausbaus und der Befestigung der Stadt durch die Kärntner Landstände errichtet. Es ist bis heute Sitz des Kärntner Landtags.
Bereits ab 1527 wurde der 4,5 Kilometer lange Lendkanal angelegt, der die Stadt mit Wasser aus dem Wörthersee versorgte, den ab 1534 ausgehobenen Stadtgraben speiste und als Transportweg für Baumaterialien für die Neubauten diente. Mit dem Ausbau der Stadt selbst wurde 1534 begonnen: Innerhalb der neu errichteten Stadtmauer entstanden südlich des alten Stadtkerns, dem Alten Platz, Bauwerke, die auch heute noch das Gesicht Klagenfurts prägen: die 1578 fertig gestellte Predigerkirche (den späteren Klagenfurter Dom), der Lindwurmbrunnen, der 1593 auf dem Neuen Platz aufgestellt wurde, sowie das von 1574 bis 1594 erbaute Landhaus, das als Sitz der Landstände dienen sollte.
Die erste Burg kam 1489 durch Schenkung des Kaisers in den Besitz der Klagenfurter Bürgerschaft. Zu diesem Zeitpunkt existierte bereits eine zweite landesfürstliche Burg, die im Verlauf des 15. Jahrhunderts errichtet worden war. Die genaue Lage dieses zweiten Baus ist nicht dokumentiert, sie befand sich aber in unmittelbarer Nähe der älteren Burg und zumindest teilweise an der Stelle des heutigen Landhauses.
Landhaus_Westfront_Tor.jpg Mit der Ausführung des Baus der neuen Burg wie auch als Organisator für das gesamte „stadtgepew“, also die Stadtbefestigung, wurde per Instruktion vom 3. März 1574 der landschaftliche Baumeister und oberste Zeugmeister, Hans Freymann aus Bleiburg(?)Die Herkunft Freymanns wird in der Literatur häufig mit Bleiburg angegeben, was aber lt. Deuer 1994 (S. 18) auf einer falschen Auslegung eines Reiseberichts beruht., beauftragt. Das ursprüngliche Gesamtkonzept der Anlage wie auch der Anteil Freymanns an der Planung ist allerdings unklar. Auch ist sein Anteil am heutigen Gebäude nicht mehr genau zu ermitteln. Er fügte wohl einem älteren, quadratischen Gebäude an der heutigen Nordwestecke des Landhauses im Süden einen hakenförmigen Trakt an, der über dem Untergeschoss einen Saal (den heutigen Großen Wappensaal), die Landstube (den heutigen Sitzungssaal) sowie eine Anzahl weiterer, östlich daran anschließender Räume enthielt, also etwa der heutige West- sowie der Westteil des Südtraktes.Deuer 1994, S. 21/22.
Die Gebäude waren vor Ende seiner Tätigkeit so weit fertiggestellt, dass mit der künstlerischen Ausstattung begonnen werden konnte. Nach dem Abschluss der Bauarbeiten dieses ersten Bauabschnitts zum Ende des Jahres 1580 erwarben die Landstände auch das sogenannte Paradeiserhaus in der unmittelbaren Nachbarschaft (heute Landhaushof Nr. 3), das mit dem Landhaus seitdem ein bauliches und funktionales Ensemble bildet.
Landhaus_erster_Landtag.jpg Freymann wurde als Baumeister 1581 abgelöst; die Gründe hierfür sind nicht bekannt, seit Herbst 1580 gibt es keinen Nachweis über eine Tätigkeit mehr, möglicherweise war er plötzlich verstorben. Sein Nachfolger war Johann Anton Verda, ein Architekt vom Luganer See, der zuvor am Grazer Landhaus als Steinmetz tätig gewesen war. Zu diesem Zeitpunkt war das Gebäude bereits so weit fertig gestellt, dass am 4. Dezember dieses Jahres der Landtag darin erstmals zusammentrat. Dennoch gilt Verda als der für das äußere Erscheinungsbild des Landhauses maßgebliche Architekt. Er erweiterte es zum hufeisenförmigen Bau, schuf den zweigeschossigen Arkadengang und die begleitenden Stiegenläufe sowie den südlichen Turm. Schlusspunkt der Bautätigkeit war die Errichtung des Landhaushoftores 1594, das den Hof zwischen dem Landhaus und dem Gebäudekomplex „Zur goldenen Gans“ abschloss.
Im Inneren war bereits im Jahr 1578 der Große Wappensaal vom Villacher Landschaftsmaler Anton Blumenthal, der kurz darauf auch 47 Porträts der Kärntner Landesfürsten beisteuerte, fertig gestellt worden. In den Jahren 1587 und 1588 wurde der Bau unter der Führung von Christoph Windisch abgeschlossen, wichtige Arbeiten wurden dabei auch vom Bildhauer Ulrich Vogelsang durchgeführt.
Eine zeitgenössische Darstellung des fertig gestellten Landhauses stammt von Urban Paumgartner, einem Lehrer der protestantischen Landschaftsschule „Collegium sapientiae et pietatis“ in Klagenfurt. Er verfasste 1605 im Exil in Lauingen in 1000 lateinischen Hexametern das Epos „Aristeion Carinthiae Claudiforum“, das in 18 Abschnitten die neu aufgebaute Stadt Klagenfurt beschreibt und unter anderem mit einem Stadtplan illustriert. Über das Landhaus steht im Aristeion geschrieben zitiert nach Herbert Stejskal (Hrsg.): Kärnten. Geschichte und Kultur in Bildern und Dokumenten. Universitätsverlag Carinthia, Klagenfurt 1999, S. 123.: Klagenfurt Landhaus 1688.jpg
Das Landhaus erfüllte verschiedenartige Aufgaben: Vorrangig war es Versammlungsort der Stände und ihrer Ausschüsse, daneben fanden in seinen Repräsentativräumen auch landeshauptmannschaftliche Verhöre und das „Landschrannengericht“ (Landrecht und Hoftaiding) statt. Darüber hinaus war es Schauplatz von Zeremonien, so fand als eines der ersten Festakte am 27. Jänner 1597 ein Prunkmahl des Erzherzogs Ferdinand II. nach dessen Erbhuldigung statt. Paumgartner berichtete bereits über ständische Tanzveranstaltungen und auch für die Abhaltung von Hochzeitstafeln von Standespersonen war das Landhaus beliebt. Auch die bereits 1529 gepachtete Münzstätte von St. Veit wurde von den Ständen in ihre neue Hauptstadt übertragen; allerdings wurde diesen das Münzrecht 1622 entzogen und die Räumung des an das Landhaus angrenzenden Münzhauses angeordnet. Teile des Landhauses wurden zudem bereits kurz nach seiner Fertigstellung auch als Lagerräume, unter anderem für Getreide vermietet.
Allerdings hatte die Gegenreformation eine Rekatholisierung der Kärntner Städte, insbesondere Klagenfurts (1600 bzw. 1604) zur Folge, und mit der Ausweisung des protestantischen Adels 1628 setzte sich schließlich der landesfürstliche Zentralismus durch, die Tätigkeit des Landtags beschränkte sich auf das Bestätigen landesfürstlicher Forderungen.
Die Napoleonischen Kriege brachten das Ende des ständischen Zeughauses im Landhaus, jedoch wurden in den Räumlichkeiten später Waffen der Landwehr untergebracht. Während der französischen Besetzung Klagenfurts 1809/10 diente das Landhaus als Lazarett und trug starke Bauschäden davon. Obeliskbrunnen.jpg 1818 wurde im Großen Wappensaal eine Büste Kaiser Franz' I. aufgestellt, die jedoch 1870 dem Fürstenstein weichen musste. Im Landhaushof wurde 1833 der heute noch existierende Obeliskbrunnen von Christophoro Cragnolini um 600 Gulden errichtet. Der Landhausgarten, der zuletzt als Gemüsegarten gedient hatte, wurde 1843 in einen Park umgewandelt und die Ummauerung entfernt.
Bis 1883 waren im Landhaus auch die Landesmuseum untergebracht, die dann ins Kärntner Landesmuseum, das Rudolfinum, umzogen. Seit 1844 befand sich das Museum des Geschichtsvereins, seit 1861 auch das naturhistorische Museum im Landhaus. Einige große Exponate waren in einer Monumentenhalle, die dem Nordtrakt vorgelagert war, untergebracht. Sie wurde 1882 im Zuge einer Umgestaltung des Landhaushofes abgetragen.
1896 wurde für drei Jahre die neu gegründete Landeshypothekenbank im Erdgeschoss untergebracht. Im Jahre 1914 befanden sich im Landhaus folgende Institutionen: Die Büros und Kanzleien von Landtag und Landesausschuss, das Landesbauamt, die Landesbuchhaltung und die Landeskassa.
Für die Ausgestaltung des Sitzungssaales mit dem Thema Volksabstimmung 1920 gab es 1924/25 eine Ausschreibung, aus der Switbert Lobisser als Sieger hervorging. 1928 malte er im Sinne der Heimatschutzbewegung ein Fresko an der Nordseite (Beschreibung siehe unten).
1929 erhielt Anton Kolig den Auftrag, den heute nach ihm benannten Kolig-Saal auszugestalten. Zusammen mit seinen Studenten, darunter Anton Mahringer, malte er zwischen Oktober 1929 und Oktober 1930 die Fresken mit finanzieller Unterstützung des Landes Hessen-Nassau. Die Grundidee der Fresken war die Verbrüderung zwischen Österreich und Deutschland. Die Themen Militär, Handwerk, Gastfreundschaft, patriarchalische Ordnung war „durchaus zeitkonform“Deuer 1994, S. 131. (Beschreibung siehe unten). Die Gemälde wurden mit farbigem Mörtel ausgeführt mit aufgesetzten Übermalungen in Wachskaseinfarben. Die Fresken zeichneten sich durch Verzicht der Raumillusion und den Anschein der Unvollendetheit ausHirtenfelder/Steiner 1999, S. 25., zudem wirkten die überlebensgroßen Figuren im recht kleinen Raum unnatürlich. Noch während der Arbeiten kam es zu Unmutsäußerungen: „Insbesondere von Christlich-sozialer Seite wird gegen einzelne Bilder Sturm gelaufen.“Josef Friedrich Perkonig in einem Brief, zitiert nach: Hirtenfelder/Steiner 1999, S. 27.. Als Verteidiger des Werkes traten besonders der Mitarbeiter des Denkmalamtes Otto Demus und der sozialdemokratische Landesrat Zeinitzer auf. Im November 1930 beantragten im Landtag die Abgeordneten der Nationalsozialisten und des Heimatblocks die Beseitigung der Fresken. In der Landtagssitzung vom 25. März 1931 wurde die Behandlung dieses Antrags knapp mit 17:16 Stimmen abgelehnt. Emmerich Angerer vom Heimatblock hatte in der Debatte gesagt: „Ein Volk, das für seine Freiheit gekämpft hat, ein Volk, das die wahre Heimatliebe mit seinem Blute besiegelt hat, kann es nicht dulden, daß nur einen Tag oder zwei Tage länger diese Fresken, die das Volk tatsächlich beleidigen, der Öffentlichkeit preisgegeben werden.“Stenographische Protokolle des Kärntner Landtags, 15. Gesetzgebungsperiode, I. Tagung, 7. Sitzung, 25. März 1931, S. 109; zitiert nach Hirtenfelder/Steiner 1999, S. 34.
Im Sommer 1938 hatte Switbert Lobisser von Innenminister Wilhelm Frick den mit 10.000 Reichsmark dotierten Auftrag für Fresken im Sitzungssaal erhalten, die den Titel „Kärntens Heimkehr ins Reich“Kärntner Grenzruf vom 5. November 1938, zitiert nach Hirtenfelder/Steiner 1999, S. 47. trugen. Zur gleichen Zeit erhielt das Landhaus eine neue Fassade mit Terranova-Spritzputz in den Farben Elfenbein, Rostrot und Grau. Der Nordturm erhielt durch Otto Bestereimer und Kurt Weiss ein Sonnenuhr-Fresko, das den Tierkreis, die Runen für Leben und Tod, sowie den Spruch „Es sollen die Schlechten die Guten nit knechten“ (eine Anspielung and die Zeit der Illegalität) zeigte.
Nach den Umbauarbeiten wurde das Landhaus Anfang 1940 Sitz der Gauleitung von Kärnten. Der Koligsaal wurde Büro von Gauleiter Friedrich Rainer.
Das Landhaus überstand den Zweiten Weltkrieg zwar ohne direkte Bombentreffer, die Fassade und das Dach wurden jedoch stark beschädigt.
In den ersten Maitagen 1945 fand im Landtag die Machtübernahme durch die demokratischen Parteien noch vor dem Eintreffen der britischen Truppen statt. Am 5. Mai gab es hier ein erstes Treffen zwischen Gauhauptmann Natmeßnig und Vertretern der demokratischen Parteien, am Morgen des 6. Mai bildeten diese Vertreter einen Volzugsausschuss, wichen jedoch in angrenzende Tabaksamtsgebäude aus, am Abend des 7. Mai konstituierte sich im Kleinen Wappensaal die provisorisches Landesregierung. In Erinnerung daran wurde 1985 eine Gedenktafel angebracht mit der Inschrift: „In diesem Hause / haben am 7. Mai / 1945 Kärntner / Patrioten aus / eigener Kraft / die Demokratie / im Lande wieder / hergestellt.“
1997 übersiedelte das Landesarchiv in ein neues Gebäude in der St. Ruprechter Straße. Danach wurde das Landhaus wiederum umgestaltet und renoviert. Der Sitzungssaal wurde neu gestaltet mit neuen Sitzbänken, das Bronzewappen wurde durch eine moderne Kärnten-Graphik ersetzt. Im Zuge der Umbauarbeiten wurden die „Nazi-Fresken“ „wiederentdeckt“. Nach Diskussionen wurden die Fresken von der Wand abgenommen und konserviert. Kiki Kogelnik Brunnen.jpg Bereits im Herbst 1996 hatte der Landtag die Landesregierung aufgefordert, ein Projekt für die Gestaltung des Koligsaales zu erarbeiten. Kulturgremium und der Fachbeirat für Bildende Kunst sprachen sich für Cornelius Kolig, den Enkel Anton Koligs, aus, da er im Besitz der Unterlagen seines Großvaters sei und zudem auch ein „verfemter Künstler“Hirtenfelder/Steiner 1999, S. 61. Der für Kultur zuständige Landeshauptmannstellvertreter Dr. Michael Ausserwinkler übernahm diesen Vorschlag und sagte: „Mir geht es um eine bewußte Auseinandersetzung mit dem braunen Ungeist in Kärntens Vergangenheit. Ich möchte, daß die Abgeordneten jedesmal vor Sitzungsbeginn damit konfrontiert werden.“Der Standard vom 27. Februar 1998, zitiert nach Hirtenfelder/Steiner 1999, S. 66. Es kam zu Kampagnen gegen die Vergabe an Cornelius Kolig. So titelte die Kärntner Krone, die Kärnten-Ausgabe der Kronen Zeitung, am 16. März 1998 mit: „Fäkalkünstler soll Millionen kassieren: Kultur-Skandal in Kärnten stoppen!“zitiert nach Faksmile in Hirtenfelder/Steiner 1999, S. 70.
Auf Betreiben der FPÖ beschloss der Kulturausschuss am 17. März eine Ausschreibung für die Gestaltung des Raumes. Die fünfköpfige, internationale Jury wurde von den Landtagsparteien nominiert, die Parteien vereinbarten, das Votum der Jury zu akzeptieren. Am 2. Juli wurde aus den 19 Teilnehmern von der Jury Cornelius Kolig einstimmig als Gewinner bekanntgegeben, am 7. Juli beschloss die Landesregierung mit den Stimmen von ÖVP und SPÖ die Auftragsvergabe an Kolig: „Das Ergebnis paßt der FPÖ nicht ins politische Weltbild. Wir lassen aber Kärnten nicht zum Kasperl des vereinten Europas machen.“Landeshauptmann Dr. Christof Zernatto (ÖVP), zitiert nach Hirtenfelder/Steiner 1999, S. 88. Hatten sich die Kritiker zunächst an der Art der Auftragsvergabe gestoßen, ging die Kampagne von Kärntner Krone und FPÖ gegen Cornelius Kolig auch nach der von ihnen geforderten Ausschreibung weiter.Jörg Haider am 11. Juli 1998 in der Kronen Zeitung: „Die von Kolig geplante Ausgestaltung des Raumes verletzt zutiefst religiöse Gefühle und ist menschenverachtend.“ Er nannte sie eine „Art von Schweinerei, die man an als künstlerisch wertvolle Maßnahme verkaufen will.“ Zitiert nach Hirtenfelder/Steiner 1999, S. 90.
Im August begannen die Bauarbeiten am Saal. Gleichzeitig sammelte die FPÖ Unterschriften gegen das Projekt. Das Landesgericht Klagenfurt verbot jedoch die Verbreitung des FPÖ-Flugblattes per Einstweiliger Verfügung, da es Kolig in die Nähe des Kindesmissbrauchs rückte.Hirtenfelder/Steiner 1999, S. 93f.
Aufgrund dieser Kampagnen ergänzte Kolig die Ausgestaltung des Raumes und fügte den Schriftzug „TAT ORT“ hinzu, unter anderem als Anspielung an die Verwendung des Raumes als Büro von Friedrich Rainer. Am 25. September 1998 wurde der Raum der Öffentlichkeit vorgestellt. Bei dieser Gelegenheit bezeugten auch Bischof Dr. Egon Kapellari und Superintendent Joachim Rathke dem Künstler ihre Solidarität. Seitdem hat sich der Raum eher zu einer Touristenattraktion denn zu einem Skandalon entwickelt.
Der schlossähnliche Bau entspricht keiner klassischen Regel der Architektur: Das Portal ist nicht mittig an der Westseite angebracht ebenso wenig wie der Eingang zum Wappensaal, die Türme sind unterschiedlich gestaltet, die Arkaden der Stiegen „stoßen“ an die Turmwände. Doch dies scheint gerade den besonderen Reiz des Gebäudes auszumachen, weshalb Wilhelm Pinder das Landhaus eines der stolzesten nachmittelalterlichen städtischen Bauten des deutschen Sprachraums genannt hat.
Ein kurioses Detail im Landhaushof ist eine kleine Steintreppe, die ursprünglich zum leichteren Besteigen der Pferde verwendet wurde und bis heute erhalten geblieben ist. Im Jahr 1998 wurde im Landhaushof ein umstrittenes Denkmal der "Stätte der Kärntner Einheit" errichtet. Südlich des Landhauses befindet sich im nebenliegenden Park ein von Kiki Kogelnik gestalteter Brunnen mit dem Namen Der Gesang.
An der Decke befindet sich ein Fresko von Fromiller. Der Deckenspiegel wird von einer „perspektivisch hervorragend konstruierten Scheinarchitektur“Deuer 1994, S. 171. eingefasst, die einen ringsumlaufenden Säulengang mit Nischen in den Ecken darstellt. In den Nischen befinden sich Grisaillestatuen der Habsburger Herrscher Matthias, Ferdinand II., III. und IV. In Balustraden in der Mitte jeder Seite sind die Kardinaltugenden dargestellt. Über der Scheinarchitektur öffnet sich kein Himmel, sondern es ist die Erbhuldigung Kaiser Karls VI. dargestellt. Diese hatte am 22. August 1728 im Palais Rosenberg (heute Rathaus) stattgefunden, wurde von Fromiller jedoch architektonisch in den Großen Wappensaal verlegt. Der Kaiser sitzt unter einem roten Baldachin und ist umgeben von den Verordneten, den geistlichen Würdenträgern, dem Herzogbauern und den Trägern der elf Landeserbämter. Die Wappen Letzterer sowie die Wappen von Österreich, Kärnten, der geistlichen Territorien Salzburg und Bamberg am Rand des Bildes verbinden die Huldigungsszene mit der Scheinarchitektur.
An der Nordwand befindet sich ein als Tafelbild gerahmtes und mit 1740 datiertes Fresko. Es zeigt die Einsetzung des Kärntner Herzogs am Fürstenstein bei Karnburg. An der Südwand befindet sich ein gleich großes Fresko, das die Übergabe des Gabbriefs (= die Schenkungsurkunde) durch Maximilian I. an die Kärntner Stände (24. April 1518) zeigt, womit Klagenfurt eine landständische Stadt wurde. Diese beiden Fresken versinnbildlichen das Standes- und Landesbewusstsein der Kärntner Stände.
Die übrigen Wandflächen sind zur Gänze mit 650 Wappen (mit Decke 665) bedeckt. An den Längsseiten sind die Wappen des landständischen Adels und der Ritter gemalt: in den zwei obersten Reihen in alphabetischer Ordnung die Familien, die vor 1591 landständisch waren, darunter in chronologischer Reihe die neu aufgenommenen Familien, endend mit Graf Hugo Henckel-Donnersmarck 1847. 19 Wappenfelder sind leer, da die Wappen dieser Familien zur Barockzeit nicht mehr ermittelt werden konnten. An der Südseite befinden sich links die Wappen der geistlichen Landstände, rechts die der Landeshauptleute, endend mit Leopold von Aichelburg-Labia (1909-1918). An der Nordseite befinden sich links die Wappen der Landesvizedome (landesfürstliche Güterverwalter) und rechts die der Landesverweser (Stellvertreter des Landeshauptmanns), beide Ämter bestanden nur bis 1747.
Vom Venetianer Francesco Robba stammt der Marmorboden in Weiß, Rot und Schwarz, die fünf Türumrahmungen, das Tor zum Wappensaal sowie der südliche Kamin. Der nördliche Kamin wurde 1908 durch Pietro d'Aronco aus Gemona rekonstruiert. Seit März 2006 befindet sich vor diesem Kamin wieder der Fürstenstein.
Die von Lobisser 1938 gemalten Fresken wurden 1945 verdeckt. Die Ostseite wurde 1970 durch die Errichtung der Besuchergalerie zerstört, die anderen Fresken wurden 2000 abgetragen. Sie zeigten die folgenden Szenen:
Anton KoligDie Beschreibung folgt Hirtenfelder/Steiner 1999, S. 16-19.
Anton Kolig gestaltete den Saal 1929/30 zusammen mit seinen Studenten, unter anderen Anton Mahringer, Karl Bertsch und Karl Kraus. Die Gemälde wurden 1938 zerstört, erhalten sind nur Skizzen Koligs sowie Schwarzweiß-Fotos. Otto Demus hat die Bilder 1930 ausführlich beschrieben.Otto Demus: Die Gemälde Anton Koligs im Landhaus zu Klagenfurt. In: Österreichische Kunst, Jahrgang 1, 1929/30, Heft 11, S. 29. Über die Farbgestaltung der Fresken ist wenig bekannt, jedoch war die Decke des Raumes in Edelrostgrün, der Boden in Ziegelrot gehalten.
Cornelius Kolig
Cornelius Kolig hat in seiner Gestaltung des Koligsaals 1998 Elemente seines Großvaters mit neuen Elementen verbunden. Anton Koligs Bilder „Gastmahl“, „Mägdekammer“ sowie die Sänger mit den Liebespaaren wurden als großflächige, einfärbige Reproduktionen angebracht. Dazwischen befinden sich Installationen von Cornelius Kolig: Der Flieger, ein schwarzer, männlicher Torso, der über dem Bauchnabel in einen Balken übergeht; eine Wand mit roten Rosen. Die zwei Türen an der West- und Ostseite sind Schiebetüren aus Nirosta. Fensterseitig zieht sich über die ganze Front der Schriftzug „TAT“, gegenüber, an der bronzefarbenen Schiebetür vor der Toilette, der kleine Schriftzug „ORT“.
Der Große und Kleine Wappensaal sowie der Sitzungssaal und Koligsaal können während der Sommermonate durch eine Führung besucht werden. Seit 2003 befindet sich im Ersten Stock die LandhausGalerie.
Im Erdgeschoss und Teilen des Kellers befindet sich heute das Restaurant "Gasthaus im Landhaushof". In den Kellerräumlichkeiten gab es in den 1990er Jahren eine engagierte Kulturinitiative "Theater im Landhauskeller".
Bilder
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