Land Rover war ursprünglich die Bezeichnung für den 1948 eingeführten Geländewagen des Autoherstellers Rover. Rover wurde 1966 Teil des staatlichen Zusammenschlusses der britischen Fahrzeughersteller zu British Leyland.
1978 wurde Land Rover zu einem separaten Unternehmen innerhalb der Firmengruppe Jaguar-Rover-Triumph; 1994 wurde es zunächst an den deutschen Automobilhersteller BMW verkauft. Seit dem Jahr 2000 gehört das Unternehmen (zusammen mit Aston Martin, Daimler, Jaguar und Volvo) zur Premier Automotive Group des amerikanischen Ford-Konzerns.
Neben der Firma werden auch die Fahrzeuge, insbesondere das Nachfolgemodell der ursprünglichen Serie, der Defender, gelegentlich aber auch die drei weiteren Produktlinien Range Rover, Discovery und Freelander heute umgangssprachlich „Land Rover“ oder „Landy“ genannt.
Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg lag die britische Wirtschaft am Boden. Die Regierung benötigte dringend Devisen und begann, Druck auf die Automobilindustrie auszuüben: billig zu produzierende Massen- und Serienautos sollten entwickelt und in die ganze Welt exportiert werden. Die Firma Rover hatte bisher vor allem Luxuswagen von hoher Qualität und hohem Prestige produziert - diese konnte sich nach dem Krieg jedoch kaum mehr jemand leisten.
Maurice Wilks war zu diesem Zeitpunkt technischer Direktor. Auf seinem Landsitz benutzte er einen Willys Jeep, eine Hinterlassenschaft der US-Streitkräfte. Wilks war von der Nützlichkeit des Jeeps überzeugt, jedoch war das Fahrzeug schon altersschwach und durch das feuchte Klima rostig. So hatte er die Idee, bei Rover einen Geländewagen für die Landwirtschaft zu bauen und damit das Unternehmen aus der Krise zu führen.
Der Prototyp wurde im Frühjahr 1947 in nur wenigen Wochen auf einem Jeep-Chassis aufgebaut; die Bezeichnung „Land-Rover“ (ein Rover für die Landwirtschaft) fand von Anfang an Verwendung und wurde später beibehalten. Die Bleche der Karosserie waren aus Duralumin gefertigt. Noch im gleichen Jahr gab der Rover-Vorstand grünes Licht für eine Kleinserie.
Für die meisten weiteren Bauteile wurde wie beim Prototyp Duralumin verwendet. Es war zwar dreifach teurer als Stahl, jedoch wesentlich verfügbarer - die Stahlreserven waren überwiegend durch die Rüstungsindustrie während des zweiten Weltkrieges aufgebraucht. Dass Aluminium sich zwar in der Oberflächenbeschaffenheit verändert, aber nicht tiefgehend rostet, war ein glücklicher Zufall. Die daraus resultierende Langlebigkeit wurde schnell zu einem Markenzeichen von Land Rover. Mehr als die Hälfte aller „pre-production“-Land Rover (also jener, die produziert wurden, bevor das Modell auf den Markt kam) existieren noch heute! Motorisiert wurde das Fahrzeug mit einem rovereigenen 1,6-Liter-Motor.
Auf der Amsterdam Motor Show am 30. April 1948 wurde der erste Land Rover enthüllt. Bis zu diesem Zeitpunkt war sich der Rover-Vorstand keineswegs sicher, ob das Fahrzeug eine Käuferschaft finden würde, oder ob es sich um eine Fehlinvestition handelte. Doch bereits auf der Messe wurden die Erwartungen durch eingehende Bestellungen weit übertroffen. Letztenendes führte der Land Rover die Firma aus der wirtschaftlichen Krise.
Wegen der großen Nachfrage begann Rover, den Land Rover ab 1952 in Lizenz auch in anderen Ländern bauen zu lassen. So fertigte die Hamburger Tempo GmbH von 1953 bis 1955 250 Land Rover in modifizierter Form für den Bundesgrenzschutz. Der belgische Hersteller Minerva fertigte zwischen 1952 und 1956 rund 18.000 Land Rover mit leicht abgewandelter Karosserie für die belgische Armee. Sehr bekannt sind die Lizenznachbauten aus Spanien von Santana Motors. Zwischen 1959 und 1994 entstanden dort knapp 290.000 Land Rover. Heute produziert Santana weitgehend eigenständige, zumindest optisch aber noch stark an den Defender erinnernde Geländewagen mit Iveco-Motoren (Alle Zahlenangaben nach: Matthias Pfannmüller, Typenkompaß Land Rover, Geländewagen seit 1948, Stuttgart 1999).
Kuehlergrill.jpg Obwohl die „Serie“-Land Rover sich äußerlich und technologisch voneinander unterscheiden, haben sie alle den typischen „Land Rover-Look“: viereckig, mit von den Radkästen abgesetztem Kühlergrill und runde Schweinwerfer. Unter dem Druck der japanischen Allradfahrzeuge Toyota Land Cruiser und Nissan Patrol, die den europäischen Markt eroberten, wurden bei der Entwicklung des Defenders diverse Neuerungen eingeführt: Servolenkung, permanenter Allradantrieb, Scheiben- statt Trommelbremsen, Schrauben- statt Blattfedern. Insbesondere für die Federung musste das Chassis komplett neu konstruiert werden. Viele technische Details flossen vom damaligen Range Rover ein.
Der 1989 vorgestellte Discovery schließt die Lücke im mittleren Preissegment zwischen dem rustikalen Defender und dem luxuriösen Range Rover.
Die Einführung des Range Rovers und des Discovery machten es erforderlich, auch der Land Rover-Serie einen Namen zu geben. Daher heißt die vierte Serie Defender.
Seit 1997 wird der seinerzeit unter BMW-Leitung entwickelte Freelander angeboten. Es handelt sich um ein Sports Utility Vehicle (SUV).
Bei der Bezeichnung der Land Rover-Serienmodelle wird die Länge als arabische Zahl dahinter angegeben. Dabei handelt es sich um den Abstand zwischen Vorder- und Hinterachse in Zoll (Inch). So gab es den Land Rover Serie III z.B. in zwei Längen: 88 und 109. Beim Defender, der vierten Serie wurden die Achsabstände leider gerundet, vermutlich, da sich glatte Zahlen in der Werbung besser verkaufen. Es gibt den Defender in drei Längen: 90, 110 und 130. Allerdings beläuft sich der Achsabstand des 90er auf 93 Zoll und der des 130er auf 127 Zoll. Der 90er wird auch „Ninety“ und der 110er „One Ten“ genannt.
Im Gegensatz zum Jeep hat der Land Rover seinen Ursprung in der zivilen Anwendung. Es war jedoch nur eine Frage der Zeit, bis auch das Militär sich für das Auto interessieren würde. Bereits 1950 orderte die britische Armee über 100 Exemplare. Einige wurden noch im gleichen Jahr im Korea-Krieg eingesetzt. 1956 wurde der Land Rover offiziell zum Standardfahrzeug der britischen Streitkräfte. Es lässt sich nicht leugnen, dass schätzungsweise 50% aller je ausgelieferten Land Rover an Militär und Behörden gingen.
Der Land Rover (Serie I bis Defender) hat sich aber seinen Namen vor allem bei Reisen und Expeditionen gemacht. Sein einfacher und widerstandsfähiger Aufbau sowie die simple und daher zuverlässige und leicht zu reparierende Technik führen dazu, dass man dieses Fahrzeug seit nunmehr fast sechs Jahrzehnten in der Sahara und an anderen Orten findet, an denen es lebenswichtig ist, dass Menschen sich auf ihr Fahrzeug verlassen können.
Die Fahrzeugentwicklung, insbesondere die Produkterweiterung um den Range Rover und den Discovery, brachte für Rover große Umwälzungen mit sich:
Mit der Lancierung der zweiten und dritten Generation Range Rover und Discovery und mit der Markteinführung des Freelanders im Jahre 1997 (der sich gleich bei der Einführung an die Spitze des Marktes setzte) hat Land Rover seine Position auf dem 4x4-Markt weltweit stärken können.
Weitere Informationen zu Land Rover gibt es auf der Land Rover.
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