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Die Präsentation eines neuen Konzeptes im Jahre 1984: Der Lancia Thema mit der internen Bezeichnung Y9 erblickte im Jahre 1984 das Licht der Welt. Dieses Fahrzeug sollte den in die Jahre gekommenen Lancia Beta ablösen und gleichzeitig das Oberklassesegment abdecken, welches bisher dem Lancia Gamma vorbehalten war. 1989lanciathemav6 rf34 465x269.jpg

Die Überlegung hinsichtlich eines gemeinsamen Einheitskonzeptes zwischen Saab und Lancia sollte Erfolg versprechen.
Das Ergebnis war so vielversprechend, dass sich FIAT und Alfa Romeo entschlossen sich ebenfalls an diesem Projekt zu beteiligen. Das so entstandene Konzept wurde für die Fahrzeuge Saab 9000, Fiat Croma, Alfa Romeo 164 und natürlich für den neuen Lancia Thema entwickelt. Das Design der Karosserie stammte von Maestro Giorgetto Giugiaro und seiner Firma Italdesign. Der im Oktober 1984 vorgestellte Lancia Thema verfügte zunächst über einen Doppelnockenmotor mit 2 Liter Hubraum. Dieser Motor hat sich in der Beta-Baureihe über viele Jahre bewährt. Der ehemalige Ferrari-Konstrukteur Aurelio Lampredi hat die Basis dieser Maschine schon in den 60er Jahren entwickelt. Die Zuverlässigkeit und die Erfolge im Motorsport bescherten dieser Maschine einen besonderen Stellenwert in der Motorenproduktion.

Die Leistung betrug zunächst im Lancia Thema 120 PS. Bemerkenswert war die Laufruhe dieses 4-Zylinders. Verantwortlich hierfür war die ab 1986 in diesem Motor eingesetzte Lanchester-Technik. 2 Ausgleichswellen, die sich im Motorblock gegenläufig mit doppelter Kurbelwellenumdrehung erfolgreich darum bemühten die Motorvibrationen zu reduzieren. Der Motor hatte mit dem für diese Klasse sehr geringen Gewicht von 1120 kg relativ leichtes Spiel. Für außerordentliche Fahrleistungen sorgte später der 2 Liter Motor mit Turbo-Aufladung und 165 PS.


Um dem Prestige der Firmengeschichte wieder gerecht zu werden wurde für den Lancia Thema ein V6-Motor zur Verfügung gestellt. Es handelte sich aber hierbei nicht um eine eigene Entwicklung, sondern um den sogenannten Euro-Motor. Ein V6-Triebwerk, wie es in einigen Renault, Peugeot und Volvo eingesetzt wurde mit 2.8 Liter Hubraum und einem Zylinderwinkel von 90 Grad. Es folgte ein Turbodiesel, der aufgrund günstigerer Verbrauchswerte und steigenden Spritpreisen in den 80er Jahren zunehmende Absatzzahlen versprechen sollte.

Der "nuovo" Lancia Thema der 2. Serie wurde nicht nur optisch aufgefrischt. Es folgten technische Neuerungen wie die 4-Ventiltechnik. Die seitlich angebrachten Blinker saßen nun unter den Scheinwerfern und der Kühlergrill wurde ausgeprägter in die Front integriert. Der Innenraum hat durch Einlagen aus echtem afrikanischem Rosenholz in der Mittelkonsole und in den Türen deutlich an Luxus gewonnen.

Lancia Thema 8.32 - Zusammenarbeit zwischen Lancia und Ferrari


Die enge Verbundenheit zwischen Ferrari und Lancia zieht sich durch die gesamte italienische Automobilgeschichte und führte im Jahre 1986 zu einem phänomenalen Ergebnis. Der Lancia Thema 8.32 mit einem 8 Zylinder Motor aus Maranello sollte zu einer Sensation werden. Das Triebwerk stammte aus dem Ferrari 308 GTB Quattrovalvole - (8 Zylinder und 32 Ventile). Für den Einsatz im Lancia Thema wurde dieser Motor stark überarbeitet. Er sollte dem Einsatz in einer Limousine gerecht werden. Enzo Ferrari hat allerdings nicht seine Einwilligung gegeben diesen Lancia unter "Lancia-Ferrari" zu vermarkten. Äußerlich unterschied sich dieser Lancia Thema an dem aus Aluminium gefertigten Kühlergrill und den 5-Stern Felgen in Ferrari-Design. Ein gelber Zierstreifen in Höhe der Gürtellinie und die Besonderheit einen Heckflügel elektrisch aus dem Kofferraumdeckel ab einer bestimmten Geschwindigkeit ausfahren zu können, wiesen diesen Lancia als das Topmodell dieser Baureihe aus. Im Innenraum herrschte ein ausgeprägter Luxus. Leder von Poltrona Frau und edles Wurzelholz wurden verschwenderisch verarbeitet.
Der Neupreis eines Lancia Thema 8.32 lag bei 86.000 DM (1. Serie) und 110.000 DM (2. Serie).


Die letzte 3. Serie wurde nochmals mit technischen Neuerungen versehen. Der bekannte 3 Liter V6 aus dem Alfa-Regal wurde für den Einsatz im Lancia Thema durch geringere Fertigungstoleranzen laufruhiger. Ein VIS (Variable Induction System) zur Verbesserung des Drehmomentverlaufes im unteren Drehzahlbereich wurde in der 3. Serie eingeführt. In der Länge variable Ansaugkanäle machten diesen Vorteil möglich.

Dieses sehr erfolgreiche Modell hat Lancia wieder einen bedeutenden Stellenwert in der Produktion von Oberklasse-Limousinen beschert.

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