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Lamotrigine
 

Lamotrigine.png | Lamictal-Tabletten.jpg Lamotrigin (englisch Lamotrigine, spanisch Lamotrigina) ist ein medizinischer Wirkstoff, ein Antiepileptikum für Patienten ab 12 Jahren. Es wird in Arzneimitteln zur Therapie von Epilepsie und bei affektiven Störungen eingesetzt. Zugelassen ist es in Deutschland seit 1993.

Handelsnamen (alphabet.)


In den deutschen Apotheken findet man diesen Wirkstoff unter anderem in folgenden handelsüblichen, zugelassenen Arzneimitteln:

  • Bipolam®
  • Elmendos®
  • Lamapol®
  • Lamictal® (übliche Bezeichnung)
Alles von der Firma GlaxoSmithKline

Seit Juni 2005 sind auch generische Arzneimittel (unter anderem von Hexal, Ratiopharm, Temmler Pharma und 1A Pharma) mit dem Wirkstoff Lamotrigin im Handel erhältlich.

Inhaltsstoffe


1 Tablette enthält als Wirkstoff Lamotrigin, je nach Dosierung. Zusätzliche Hilfsstoffe: Calciumcarbonat, Hydroxypropylcellulose, Aluminium-Magnesium-Silikat, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (als Sprengmittel), Povidon K 30, Saccharin-Natrium, Schwarze-Johannisbeer-Aroma (optional), Magnesiumstearat.

Die alte Bezeichnung für "Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A)" war "Poly(O-carboxymethyl)stärke, Natriumsalz".

Durch den optionalen Zusatz des Schwarze-Johannisbeer-Aroma ergibt sich die Unterteilung in zwei Arten:

  • Weiße Tabletten: Mit Schwarze-Johannisbeer-Aroma (z.B. Elmendos, Lamictal)
  • Gelbliche Tabletten: Ohne Schwarze-Johannisbeer-Aroma

Generika

Die Lamotrigin Tabletten des Herstellers Hexal beinhalten folgende Bestandteile: Lamotrigin, Calciumcarbonat, Hyprolose, Aluminium-Magnesium-trisilikat, Poly(O-carboxymethyl)stärke, Natriumsalz, Povidon K 30, Saccharin-Natrium, Schwarze-Johannisbeer-Aroma und Magnesiumstearat.

Wirkung


Es blockiert bestimmte Kanäle der Nervenzellen. So können sich Reize nur noch vermindert von einer Nervenzelle zu einer anderen ausbreiten.

Bei Myoklonien scheint die Wirksamkeit nicht besonders gut zu sein

Einsatzgebiete


In der Epilepsiebehandlung führt es bei 40 % - 60 % zur einer Anfallsfreiheit. Allerdings zeigen Erfahrungen, dass die Wirksamkeit bei Myoklonien herabgesetzt sein kann. Neben der Epilepsiebehandlung wird es vor allem zur Prophylaxe von rezidivierenden Depressionen und bipolaren Störungen eingesetzt. Es wirkt stimmungsstabilisierend, als sogenannter "mood-stabilizer".

Zudem wurde in einer Studie von Schlaganfallpatienten, bei 30 % der Beteiligten eine Minderung der Schmerzen beobachtet.

Verträglichkeit, bekannte Nebenwirkungen


Lamotrigin ist in der Regel gut verträglich. Als Nebenwirkungen kann es zu Hautrötungen (Exanthem) in Folge von zu schneller Aufdosierung kommen. In seltenen Fällen kann es zu Doppelbildern, Schwindelgefühlen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Störungen im Bewegungsablauf (Ataxie), Muskelzittern (Tremor), Lyell-Syndrom, Agranulozytose, Stevens-Johnson-Syndrom, Schlafstörungen oder gar Verhaltensstörungen kommen. In sehr seltenen Fällen kann es zum so genannten "Syndrom der verbrühten Hand" (toxische epidermale Nekrolyse) kommen. In 3% der Fälle kann es allerdings zu einer Anfallshäufung kommen!

Sollten nach 8 Behandlungswochen keine der Nebenwirkungen aufgetreten sein, kann davon ausgegangen werden, dass das Medikament vertragen wird. Ausgenommen bei Umstellung von einem anderen Medikament, Paralleleinnahme von anderen Medikamenten und leichteren Symptomen kurz nach einer Aufdosierung.

Für Schwangere scheint dieser Wirkstoff gut geeignet zu sein, allerdings ist ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Fehlbildungen des Mundes und des Gaumens in Verbindung mit der Einnahme von Lamotrigin während der Frühschwangerschaft gefunden worden.

Wechselwirkungen mit Medikamenten


Das Schmerzmittel Paracetamol kann den Lamotrigin-Abbau im Körper erhöhen. Als Alternative bieten sich hier Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Ibuprofen an.

Auch eine Malaria-Therapie bzw. Prophylaxe kann zur Minderung der Wirksamkeit des Lamotrigin oder des Anti-Malaria-Wirkstoffes führen.

Bei einer Therapie mit Lamotrigin und anderen Antiepileptika kann es zu vermehrten Nebenwirkungen kommen. Bei einer Carbamazepintherapie wird Lamotrigin schneller abgebaut, da Carbamazepin ein Enzyminduktor ist. Es muss daher mehr Substanz genommen werden. Bei einer Valproinsäuretherapie (Inhibitor) wird Lamotirigin langsamer abgebaut. Um Nebenwirkungen zu vermeiden, muss Lamorigin in Kombination mit Valproinsäure viel langsamer aufdosiert werden.

Ebenso verhält es sich bei Medikamenten mit den Wirkstoffen Phenytoin, Phenobarbital und Primidon.

Die Lamotriginkonzentration im Plasma wird durch die Einnahme der "Pille" (Antikonzeptiva) gestört. Einnahme der "Pille" reduziert den Lamotigin-Spiegel um bis zu 50%, Es können vermehrt Anfälle auftreten. Absetzen der Pille führt zu einem Spiegelanstieg. Es können vermehrt Nebenwirkungen auftreten. Die Einnahme von Lamotrigin kann die Wirkung von Antikonzeptiva stören.

Dosierung


Bei Erwachsenen wird die Dosis, alle 14 Tage, um 25mg erhöht bis schließlich ein Tagesdosis von 100mg bis 200mg (in seltenen Fällen bis zu 700mg) erreicht wird. Die Einnahme erfolgt dabei in zwei Dosen über den Tag verteilt. Besonders vorsichtig sollte die Dosis bei gleichzeitiger Einnahme von Valproinsäure vorgenommen werden. (siehe Wechselwirkungen)

Üblich sind Tabletten mit 25mg, 50mg, 100mg und 200mg sowie Verpackungsgrößen von 50, 100 und 200 Tabletten. In Frankreich gibt es auch Packungen mit 90 Tabletten und in Spanien 56 Tabletten pro Packung.

Weblinks


  • http://www.epilepsie-netz.de/179/Epilepsie-Ratgeber/Antiepileptika/Lamotrigin.htm
  • http://www.aerztezeitung.de/docs/2004/06/15/109a1701.asp?cat=/medizin/gehirn_nerven Verwendung während der Schwangerschaft.
  • http://www.med.uni-heidelberg.de/med/klinpharm/klinpharm_d/Niere/Arzneimittel/NI_10692.html Verwendung bei Niereninsuffizienz
  • http://www.uibk.ac.at/c/c5/c515/info/info10-2.html#Lamo
  • http://www.wissenschaft.de/wissen/news/155456.html Schmerzminderung bei Schlaganfall Patienten

Chemische Verbindung | Antiepileptikum

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