Lamboing ist eine politische Gemeinde im Distrikt La Neuveville des Kantons Bern in der Schweiz. Der frühere deutsche Name Lamlingen wird heute nicht mehr verwendet.
Geographie
Lamboing liegt auf 820 m ü. M., 9 km westlich von
Biel (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich am Nordrand der Hochfläche
Montagne de Diesse (deutsch
Tessenberg) oberhalb des
Bielersees, im südlichen
Jura am Fuss des
Mont Sujet.
Die Fläche des 9.1 km² grossen Gemeindegebiets umfasst den östlichsten Abschnitt der Hochfläche des Plateau de Diesse. Südlich des Dorfes entwässert die Douanne (deutsch Twannbach) die Hochfläche durch die Twannbachschlucht zum Bielersee. Nach Norden reicht das Gemeindegebiet auf den Kamm der Antiklinalen des Mont Sujet, auf dem mit 1382 m ü. M. der höchste Punkt von Lamboing erreicht wird. Die nördliche Begrenzung verläuft zeitweise in der Synklinalen Les Prés Vaillons, die den Mont Sujet von der Chasseral-Kette trennt. Im Osten erstreckt sich Lamboing auf die Höhe des Magglingerbergs (1092 m ü. M.). Auf den breiten Kämmen von Mont Sujet und Magglingerberg (Prés de Macolin-Derrière) befinden sich ausgedehnte Jurahochweiden mit den typischen mächtigen Fichten, die entweder einzeln oder in Gruppen stehen. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 7 % auf Siedlungen, 55 % auf Wald und Gehölze und 38 % auf Landwirtschaft.
Zu Lamboing gehören die Weiler Les Moulins (770 m ü. M.) im Tal der Douanne und Derrière la Chaux (800 m ü. M.), die Ferien- und Wochenendhäuser auf Les Prés de Macolin-Derrière sowie einige Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Lamboing sind Nods, Diesse, Prêles, Twann, Tüscherz-Alfermée, Evilard und Orvin.
Bevölkerung
Mit 664 Einwohnern (Ende 2004) gehört Lamboing zu den mittelgrossen Gemeinden des
Berner Juras. Von den Bewohnern sind 84.2 % französischsprachig, 12.4 % deutschsprachig und 0.9 % portugiesischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Lamboing belief sich
1850 auf 569 Einwohner,
1900 auf 521 Einwohner. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts pendelte die Einwohnerzahl im Bereich zwischen 440 und 530 Personen. Seit
1980 (445 Einwohner) wurde ein deutlich steigender Trend verzeichnet.
Wirtschaft
Lamboing war bis in die Mitte des
20. Jahrhunderts hauptsächlich von der
Landwirtschaft geprägt. Seit etwa
1970 entwickelt sich das Dorf allmählich zur Wohngemeinde. Bis
1981 gab es in Lamboing eine
Uhrenfabrik. Heute gibt es Arbeitsplätze in der
Mechanik und im lokalen Gewerbe. Viele Erwerbstätige sind aber Wegpendler und arbeiten in Biel oder in der Region
La Neuveville.
Verkehr
Die Gemeinde liegt abseits der grösseren Durchgangsstrassen an der Kantonsstrasse von
Frinvillier nach
Nods. Lamboing ist mit La Neuveville durch einen Postautokurs verbunden, der auch die anderen Gemeinden der Montagne de Diesse bedient.
Geschichte
Die erste schriftliche Erwähnung erfolgte
1178, als Papst
Alexander III. dem Kapitel
Saint-Imier Güter in
Lamboens bestätigte.
1248 erscheint die Schreibweise
Lambuoons und
1304 der deutsche Name
Lamblingen. Der Ortsname ist vermutlich auf den Eigennamen
Landebod zurückzuführen. Im
13. Jahrhundert sind die Edlen von Lamboing bezeugt, deren Geschlecht zu Beginn des
14. Jahrhunderts erlosch. Von
1423 bis
1509 gehörte der Ort als Lehen der Familie von Vaumarcus, danach kam er an das
Fürstbistum Basel. Um die Mitte des
16. Jahrhunderts wurde auch auf der Montagne de Diesse die
Reformation eingeführt. Von
1798 bis
1815 gehörte Lamboing zu
Frankreich und war anfangs Teil des Département du
Mont Terrible, das
1800 mit dem Département
Haut-Rhin verbunden wurde. Durch den Entscheid des
Wiener Kongresses kam der Ort
1815 an den Kanton
Bern zum Amtsbezirk
Erlach und
1846 zum neuen Distrikt La Neuveville. An Ostern
1817 wurden fast alle Häuser von Lamboing durch eine Feuersbrunst zerstört.
Sehenswürdigkeiten
Im Ortskern sind einige Bauernhäuser erhalten, die aus der Zeit nach dem Dorfbrand stammen. An der Douanne stehen noch mehrere Mühlen, die älteste wurde
1636 erbaut. Kirchlich gehört Lamboing zur Pfarrei
Diesse.
Nach dem Sturm Lothar wurde der Lothurm gebaut.
Weblinks
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