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Verlauf
Daten
Lage / Bundesländer: Nordrhein-Westfalen, Hessen,
Rheinland-Pfalz
Länge: 242 km
Quellort: südöstl. Rothaargebirge, Lahnkopf
Quellhöhe: 612 m. ü. NN.
Mündung: Bei Lahnstein in den Rhein
Mündungshöhe: 61 m. ü. NN.
Höhenunterschied: 551 m
Einzugsgebiet: ca. 5.964 km²
Gr. Nebenflüsse: Dill, Ohm
Mittelgroße Städte: Marburg, Gießen, Wetzlar
Kleine Städte: Weilburg, Limburg, Bad Ems
Lahnquelle Lahnhof.jpg)]]

Die Lahn ist ein 242 km langer, rechter bzw. östlicher Nebenfluss des Rheins in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz, Deutschland. __TOC__

Flusslauf


Sie entspringt im südöstlichen Nordrhein-Westfalen an der Grenze zu Hessen im südöstlichen Rothaargebirge. Ihre Quelle befindet sich in 612 m Höhe am Hang des Lahnkopfes bei der zur Stadt Netphen gehörenden Ortsteil Lahnhof. Am Lahnursprung vorbei führt der Rothaarsteig.

Zunächst fließt sie in östliche Richtung durch den nördlichen Bereich des Gladenbacher Berglandes bis Caldern (Oberes Lahntal) und bildet im folgenden den Südrand der Wetschaft-Senke. Bei Cölbe mündet die aus dem Vogelsberg kommende Ohm in die Lahn; ihr Lauf wendet sich nach Süden und es beginnt das Marburg-Gießener Lahntal. Hier verlässt der Fluss vorübergehend das Rheinische Schiefergebirge und durchbricht im Raum Marburg (Schloss, Elisabethkirche, Altstadt) eine Buntsandstein-Tafel (Marburger Rücken im Westen und Lahnberge im Osten). Im weiteren Verlauf weitet sich das Tal unterhalb von Staufenberg zum „Gießener Becken“. Hier münden von Osten aus dem Vorderen Vogelsberg in Lollar die Lumda und in Gießen das kleine Flüsschen „Wieseck“, welches bei der Stadtentwicklung eine große Rolle spielte, in die Lahn. In Wetzlar (Dom, Altstadt, Museen) nimmt die Lahn den größten Zufluss, die Dill (ca. 69 Km lang) auf. An dieser Stelle bei Wetzlar trennen die Täler von Lahn und Dill drei hessische Teile des Rheinischen Schiefergebirges voneinander: Taunus (Süd), Westerwald (Nordwest) und das Gladenbacher Bergland (Nordost). Die Lahn tritt hier wieder in das Schiefergebirge ein.

Lahn giessen wassersport v s.jpg während der Pfingstregatta]] Hinter Wetzlar verengt sich das Tal allmählich und geht bei Leun in das Weilburger Lahntalgebiet über, in dessen oberem Bereich (Löhnberger Becken) Mineralquellen, z.B. die berühmte Selters Mineralquelle zutage treten. Im unteren Bereich wendet sich der Fluss erneut nach Süden und ist cañonartig in die flachwellige Trogfläche eingetieft. Die Stadt Weilburg wird in einer markanten Flussschleife umflossen, wobei ein in Deutschland einmaliger Schiffstunnel den Schlingenhals durchsticht. Etwas unterhalb mündet die vom Hochtaunus her kommende Weil in die Lahn. Bei Aumenau kehrt sich ihr Verlauf wieder nach Westen und passiert das fruchtbare Limburger Becken, in dessen Sohle sich der Fluss etwa 50 m tief eingeschnitten hat und wo zwei Zuflüsse die Lahn ergänzen: der Emsbach aus dem Taunus und der Elbbach aus dem Westerwald kommend. Hier tritt auch oft devonischer Massenkalk (Lahnmarmor) als Fels hervor, so auch in Limburg a.d. Lahn, wo ein solcher Kalkfels vom Limburger Dom gekrönt wird. Auch treten hier wieder größere Talweitungen auf. Hinter Diez, wo der Fluss von Süden her die Aar aufnimmt, verlässt er bei Fachingen das Becken und ist im nun folgenden Unteren Lahntal bis über 200 m tief in das Schiefergebirge eingeschnitten. Lahnmündung.jpg]] Bei Obernhof mündet der Gelbach in die Lahn. Dann, vorbei an Nassau und Bad Ems, wo sich wie schon in Fachingen Mineralquellen finden, mündet sie nach 242 km Lauf auf 61 m Höhe bei Lahnstein in den Rhein.

Geschichte


  • Das Lahngebiet war schon in der Steinzeit besiedelt, wie z.B. Funde nahe Diez und in Wetzlar belegen.
  • Römerzeit: Vermutlich wurde die Lahn schon durch die Römer zur Versorgung des Kastells Ems benutzt. Neuere Funde einer römischen Stadtanlage in Waldgirmes am Stadtrand von Wetzlar sind respektabel.
  • Vor 600 waren Bezeichnungen wie Laugona, Logana oder Logene üblich. Der Name wandelt sich im Laufe der Zeit mehrmals. Die Bedeutung ist ungewiss. Eine vorgermanische Herkunft ist möglich.
  • 13. Jahrhundert: Bau einer Pilgerherberge an der Stelle des heutigen St. Jakobs-Hospitals in Marburg, vermutlich als Zwischenstation für über die Lahn reisende Pilger nach Santiago de Compostela.
  • 1365: erstmalige Verwendung der heutigen Schreibweise des Namens
  • Bereits um 1600 wurde die Lahn erstmals für die Schifffahrt vertieft und Lein-/Treidelpfade angelegt. 4-5 Monate im Jahr war der Fluss schiffbar. 500 Schiffe umfasste die Lahnflotte.
  • Ab 1808 dann stückweiser Ausbau bis zur Aarmündung bei Diez, wo die Güter für den Landweg umgeladen wurden.
  • 1964 Vollendung des Ausbaus der Lahn für 300-Tonnen-Schiffe.
  • 1981 Ende des Güterverkehrs. Heute wird die Lahn ausschließlich für die Freizeit-Schifffahrt genutzt.
  • 1984 Jahrhunderthochwasser an der Lahn, welches zu Schäden in Millionenhöhe geführt hat; seitdem zentraler Hochwasser-Warndienst und Koordination des Hochwasserschutzes durch das Regierungspräsidium Gießen

Wirtschaft und Tourismus


Die Lahn ist im mittleren und unteren Teil schiffbar (durchgängig von der Mündung an aufwärts bis Dehrn nahe Limburg) und hat mehrere Schleusen. Genutzt wird die Wasserstraße nahezu ausschließlich touristisch durch Paddelboote, Ruderboote und kleinere Motoryachten. Die nichtmotorisierten Wasserwanderer dürfen die Lahn ab Roth (bei Marburg) benutzen.

Das Lahntal ist zudem für alle Verkehrsarten erschlossen: Neben der Lahn-Ferien-Straße gibt es den Lahntal-Radweg. Dieser wird von der Oberen Lahntalbahn zwischen Feudingen und Marburg, der Main-Weser-Bahn zwischen Marburg und Gießen sowie der Lahntalbahn zwischen Gießen und Friedrichssegen begleitet. Für Wanderer gibt es den Lahnhöhenweg.

19 Laufwasserkraftwerke nutzen die Lahn zur Stromerzeugung. Wein wird in Obernhof und Weinähr angebaut, die Weine der Lahn werden unter der Lagenbezeichnung Lahntal als Mittelrheinweine vermarktet.

Fauna und Flora


1999 wurde die Lahn in die biologische Güteklasse II und in die chemische Güteklasse I eingeordnet. Insgesamt gilt sie als naturnah.

Zuflüsse der Lahn


Unter anderen münden in die Lahn - flussabwärts betrachtet - diese Zuflüsse (in Klammern Zuflussseite, Längenangabe): Quelle bis Marburg:
  • Ilm (links)
  • Ahbach (links)
  • Ilse (rechts, 7,6 km)
  • Banfe (rechts, 10,7 km)
  • Wahbach (rechts)
  • Laasphe (links, 7,6 km)
  • Puderbach (links)
  • Hainbach (links)
  • Perf (rechts, 16 km)
  • Graubach (links)
  • Martinsbach (rechts)
  • Dautphe (rechts, 8,5 km)
  • Katzenbach (links, 4,5 km)
  • Ellenbach (links)
  • Lauterbach (links)
  • Warzenbach (links)
  • Kernbach (rechts)
  • Mühlgraben (rechts)
  • Rodenbach (links)
  • Wetschaft (links, 21,94 km)
  • Ohm (links, 59 km)
Marburg bis Wetzlar:
  • Allna (rechts, 17 km)
  • Zwester Ohm (links, 22,9 km)
  • Salzböde (rechts, 25 km)
  • Lumda (links, 33,7 km)
  • Wißmarbach (rechts)
  • Wieseck (links, 20 km)
  • Kroppbach (rechts)
  • Bieber (rechts)
  • Welschbach (links)
  • Atzbach (rechts)
  • Dill (rechts, 69 km)
Wetzlar bis Limburg:
  • Solmsbach (links)
  • Iserbach (links)
  • Ulmbach (rechts)
  • Kallenbach (rechts)
  • Worstbach (rechts)
  • Walderbach (rechts)
  • Weil (links, 50 km)
  • Odersbach (rechts)
  • Rissbach (links)
  • Kerkerbach (rechts, 28 km)
  • Emsbach (links)
  • Elbbach (rechts)
Limburg bis Lahnstein:
  • Hambach (rechts)
  • Heistenbach (rechts)
  • Aar (links, 60 km)
  • Langenbach (rechts)
  • Daubach (rechts)
  • Waselbach (rechts)
  • Dörsbach (links, 32 km)
  • Gelbach (rechts, 25 km)
  • Mühlbach (links)
  • Sauerbach (links)
  • Elsebach (rechts)
  • Unterbach (rechts)
  • Rullsbach (links)
  • Wiesbach (links)
  • Braunebach (links)
  • Fachbach (rechts)
  • Erzbach (links)

Andere Flüsse


  • Nur 5,5 km nordwestlich der Lahnquelle entspringt die Eder.
  • Nur 3 km nördlich der Lahnquelle entspringt die Sieg.

Städte


{| Lahn Runkel.jpg]] LimburgerDomUeberDieLahn.jpg]] Lahnschleuse.jpg]]

Weblinks


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