Der ursprünglich indonesische Begriff Lahar bezeichnet einen schwerkraftgetriebenen vulkanischen Schlammstrom. Dabei mischen sich eruptives Material, z.T. metergroße Blöcke, mit Lockersedimenten und Wasser. Je nach Geländeneigung können Lahare eine Geschwindigkeit bis zu 100 km/h erreichen.
Lahare entstehen, wenn
Am 13. November 1985 verursachte ein Lahar des Vulkans Nevado del Ruiz in Kolumbien die zweitgrößte Zahl von Todesopfern durch Vulkankatastrophen im 20. Jahrhundert. Der bis zu 5 m hohe Schlammstrom erreichte die 74 km entfernte Stadt Armero etwa zweieinhalb Stunden nach dem Ausbruch und kostete zwei Drittel der 28.700 Einwohner das Leben.
In den südlichen Anden Chiles grub ein Lahar des Vulkans Villarica (2.847 m ü NN) noch in einer Entfernung von 14 km eine Fließrinne, die an ihrer Oberkante eine Breite von 128 m besitzt und 8 m tief ist.
Nicht weniger gefährlich war ein Lahar beim Ausbruch des Mount St. Helens im Süden des Bundesstaates Washington in den USA am 18. Mai 1980.
Am Mt. Dore in der französischen Auvergne hat ein Lahar im Quartär (Geologie) mehr als 30 km zurückgelegt.
Vulkanisch bedingte Schlammströme aus der erdgeschichtlichen Vergangenheit sind nachweisbar, wenn im verfestigten Schlamm ungeschichtete Diamiktite, Parakonglomerate und Brekzien vulkanogenen Materials vorliegen.
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