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Laffer.png Die Laffer-Kurve (ca. 1974) beschreibt einen nach dem Ökonomen Arthur B. Laffer benannten Zusammenhang zwischen Steuersatz und Steuereinnahmen. Die Idee tauchte bereits in Jonathan Swifts Steuereinmaleins (1728) auf.

Wird der Steuersatz ausgehend von einem Satz von Null sukzessive erhöht, so steigen auch die Steuereinnahmen in einer Volkswirtschaft. Allerdings nur bis zu einem bestimmten Punkt. Wird der Steuersatz über diesen Punkt hinaus weiter in Richtung 100% erhöht, so nehmen die Steuereinnahmen ab. Dieses Phänomen entsteht, weil höhere Steuersätze zu einem Rückgang des volkswirtschaftlichen Outputs führen können. Dieses wiederum kann u.a. auf einen verminderten Arbeitseinsatz zurückgeführt werden. Die Laffer-Kurve unterstellt allerdings dabei, dass die laufende Leistungserstellung eines Betriebes vom Unternehmer selbst determiniert würde und nicht als Reaktion auf die Marktnachfrage erfolge.

In der Volkswirtschaft findet diese Theorie nur verminderten Anklang, da Lage und Scheitelpunkt der Kurve (also der maximale Steuerertrag) nicht genau definiert werden können, da die Kurve hypothetischen Grundlagen folgt. Es lassen sich daher mathematisch auch nur 2 Punkte auf der Kurve bestimmen:

Beträgt der Steuersatz (t) 0%, so ist das Steueraufkommen (T) am Volkseinkommen (Y) demnach auch 0.

T = t * Y entspricht T = 0 * Y = 0

Beträgt der Steuersatz (t) 100%, so ist das Steueraufkommen (T) am Volkseinkommen (Y) demnach 1.

T = t * Y entspricht T = 1 * Y = Y

Das gesamte Volkseinkommen kommt als Steuern dem Staat zu Gute. Da an diesem Punkt aber Y = 0 betrüge, ist so eine Volkswirtschaft nicht mehr vorstellbar, da den Wirtschaftssubjekten kein Geld zur Deckung ihres (überlebenswichtigen) Konsums bliebe. Daher setzt die Laffer Kurve an diesem Punkt auch die Steuereinnahmen auf Null.

Ein Beispiel für den von Laffer beschriebenen Effekt läßt sich (stark vereinfacht) an der Tabaksteuererhöhung in Deutschland ablesen:

Obwohl die Steuereinnahmen nach den Steuererhöhungen auf Tabakwaren steigen müßten, sind diese im ersten Halbjahr 2005 gefallen. Die Vermutung (da nicht empirisch nachgewiesen) dahinter ist, dass viele Menschen nun das Rauchen aufgegeben haben, da es ihnen zu teuer geworden ist (vgl. Prohibitivpreis). Dieser Zustand wird durch einen Punkt auf der Laffer-Kurve rechts des Scheitelpunkts beschrieben. Aussagen, ein bestimmter Preis p(x) garantiere maximale Steuereinnahmen oder ein bestimmter Preis p(y) würde alle Raucher zum Aufhören (also T = 0) bringen, ließen sich erneut nur nach aufwendigen empirischen Studien halten.

Laffers theoretischer Zusammenhang, den er laut eigenen Angaben zum ersten Mal auf einer Serviette eines Washingtoner Restaurants skizzierte, wurde vor allem unter angebotsseitigen Ökonomen populär. Die Wirtschaftspolitik von US-Präsident Ronald Reagan wurde durch ihn maßgeblich beeinflusst (Reaganomics).

Literatur


  • Jochen Schumann u.a.: Grundzüge der mikroökonomischen Theorie. Springer, Berlin 1999. ISBN 3-540-660-81X.
  • Gustav Dieckheuer: Makroökonomik. Theorie und Politik. 5. Auflage. Springer, Berlin 2003. ISBN 3-540-005-641.

Volkswirtschaftslehre | Steuerrecht

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