Das Ladinische, auch Dolomitenladinisch genannt, ist eine romanische Sprache, die im Norden Italiens gesprochen wird.
Nach der Meinung einiger Forscher besteht eine enge Verwandtschaft des Dolomitenladinischen mit dem in Gebieten Graubündens gesprochenen Romanischen und mit dem Furlanischen. Die Zusammenfassung dieser drei Sprachen unter dem Oberbegriff Rätoromanische Sprachen ist umstritten (siehe: "Questione Ladina").
Mit seinen ungefähr 30.000 Muttersprachlern gehört das Ladinische neben Färöisch, Samisch und Bündnerromanisch zu den kleinsten Sprachen Europas. Die Ladiner gehören zu den von der Europäischen Union anerkannten sprachlichen Minderheiten der EU und sollten deshalb in den Genuss des europäischen Minderheitenschutzes, insbesondere der Europäischen Charta der regionalen oder Minderheitensprachen von 1991 kommen, die insbesondere die "Förderung von Minderheitensprachen in Schulen, in der Verwaltung, vor Gericht und in den Medien" vorsieht.
Ladinisch wird einerseits in Teilen der Region Trentino-Südtirol gesprochen. Hierzu zählen das Grödnertal (Gherdëina) und das Gadertal (Badia) in der Provinz Bozen-Südtirol und das Fassatal (Fascia) in der Provinz Trient. Darüber hinaus wird das Ladinische in der Provinz Belluno in der Region Venetien gesprochen, so im Tal von Buchenstein (Fodom) und von etwa 40% der Bevölkerung des weltberühmten Skiortes Cortina d'Ampezzo (Anpezo).
Ladinisch ist in einigen Gemeinden mit ladinischer Bevölkerung als regionale Behörden- und Schulsprache anerkannt. Zu diesen Gemeinden gehören Wolkenstein (Sëlva), Abtei (Badia), Kurfar (Corvara), St. Ulrich (Urtijëi), St. Christina in Gröden (Santa Cristina), Enneberg (Maréo), Wengen (La Val), Canazei (Cianacei), Vigo di Fassa (Vich) und Pozza di Fassa (Poza), die alle in der Region Trentino-Südtirol liegen. Bis heute fehlt es an Minderheitenrechten für die Ladiner in der Region Venetien.
Das Ladinische ist ein Rest der früher weiter verbreiteten romanischen Sprache des Alpenraumes. Ob dies eine einheitliche rätoromanische Ursprache war, ist umstritten und wurde als Questione Ladina diskutiert. Seit dem 6. Jahrhundert drangen Bajuwaren aus dem Norden vor und verdrängten das romanische Idiom aus weiten Teilen seines ehemaligen Verbreitungsgebiets. Nur in den abgelegeneren Tälern konnte sich das Ladinische halten. Mit dem Ende des 1. Weltkrieges und der Angliederung des südlichen Teils Tirols an Italien fielen die Gebiete, in denen Ladinisch gesprochen wurde, vom aufgelösten Kaiserreich Österreich-Ungarn an Italien. Die italienische Nationalbewegung des 19. und 20. Jahrhunderts sah im Ladinischen fast immer einen italienischen Dialekt, was die meisten Ladiner aber von sich wiesen. Auch im Gruber-De-Gasperi-Abkommen war kein Schutz der Ladiner vorgesehen.
Erst durch das 2. Autonomiestatut für Südtirol erlangten die Ladinier in diesem Gebiet Minderheitenrechte.
1988 beauftragten die ladinischen Kulturinstitute „Micurà de Rü“ und „Majon di Fascegn“ den Zürcher Universitätsprofessor Heinrich Schmid, für sie eine gemeinsame Schriftsprache zu schaffen. Im Sommer 1998 erschien schließlich die langerwartete „Wegleitung für den Aufbau einer gemeinsamen Schriftsprache der Dolomitenladiner“, mit der das Ladin Dolomitan oder "Ladin Standard" aus der Taufe gehoben wurde.
Als Sprachbeispiel sei hier ein Teil des Vaterunser in den verschiedenen Idiomen und auf Deutsch, Italienisch und Latein angeführt.
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"Ladinische Sprache".
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