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Der Labmagen (Abomasum) ist ein Verdauungsorgan bei Wiederkäuern (ruminantia, z.B. Rindern. Der Labmagen wird häufig als der "vierte Magen" der Wiederkäuer bezeichnet. Tatsächlich entspricht der Labmagen dem eigentlichen Magen (Gaster) der Monogastrier (Tieren mit einhöligem Magen), während die anderen "Mägen", also Pansen (Rumen), Netzmagen (Reticulum) und Blättermagen (Psalter) als sogenannte Vormägen eine andere Funktion erfüllen und auch embroylogisch nicht dem Magen bzw. Labmagen vergleichbar sind.

Nachdem der Nahrungsbrei im Pansen von Mikroorganismen vorverdaut wurde, nochmals gekaut und im Blättermagen entwässert wurde, erfolgt im Labmagen die Absenkung des pH-Wertes und der Beginn der Verdauung durch körpereigene Enzyme.

Bei Jungtieren, die noch Milch saugen, wird im Labmagen das Labferment erzeugt. Mit diesem Lab wird das Kasein in der Milch gespalten, die geronnene Milch kann dann weiterverdaut werden.

Die Milch wird dabei direkt in den Labmagen weitergeleitet, sie darf nicht in den Pansen gelangen. Dies wird anfangs durch den Schlundrinnenreflex gesteuert, der die Öffnung zum Pansen verschließt. Später verschwindet dieser Reflex durch die Umstellung auf Grobfutter. In der Übergangszeit von Milch auf Grünfutter und Wasser schaffen die Tiere es aber trotzdem, getrunkene Milch in den Labmagen, getrunkenes Wasser in den Pansen zu leiten.

Bei ganz jungen Tieren ist der Pansen wesentlich kleiner als der Labmagen, beim ausgewachsenen Tier ist der Pansen dann etwa 10 mal größer.

Aus Labmägen von Kälbern wird Lab für die Käseherstellung gewonnen. Labmägen werden auch zu Kuttelspezialitäten wie dem italienischen Lampredotto verarbeitet.

Weblinks


Verdauungsapparat

Abomaso | Molete

 

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