Der Laaer Berg (sprich Laaberg), umgangssprachlich Monte Laa, liegt am Südrand Wiens, im 10. Wiener Gemeindebezirk Favoriten. An seiner höchsten Erhebung ist er 251 m hoch.
Geografie
Der Berg geht im Westen in den etwas niedrigeren
Wienerberg über. Auf diesem Übergang und am Laaer Berg selbst finden sich teilweise Siedlungen und Gemeindewohnanlagen. Der Südhang des Berges wird nahezu vollständig vom Erholungspark Laaer Berg, auch
Kurpark Oberlaa genannt, eingenommen, der aus dem Gelände der Wiener Internationalen Gartenschau (WIG) 1974 hervorging. Am südlichen Fuße des Berges finden sich die beiden Orte
Oberlaa und
Unterlaa, nach denen der Laaer Berg benannt ist. Eine Begrenzung des Laaer Bergs bildet im Süden die
Liesing. Der Osthang des Laaer Berges wird für den
Weinbau genutzt. Der nördliche Teil des Berges ist durch des Landschaftsschutzgebiet
Laaer Wald geprägt. Am Nordhang, der den Übergang zum dicht bebauten Stadtgebiet bildet, entstehen zur Zeit im Rahmen des städtebaulichen Projekts Monte Laa (Stand 2006) mehrere Büro-und Wohnhausanlagen.
Der Laaer Berg wird dank seiner zahlreichen Erholungsgebiete von vielen Wienern besucht. Zentren sind hier vor allem die Heurigen in Oberlaa und Unterlaa, das Thermalbad beim Kurpark Oberlaa sowie der kleine Vergnügungspark Böhmischer Prater am Rande des Laaer Waldes.
Geologie
Der Laaer Berg ist im obersten Bereich von
Schottern bedeckt und bildet die höchste der sechs
Flussterrassen, die die
Donau formte. Die Gliederung des Wiener Raums in Terrassen gilt jedoch seit jeher als fraglich, da das Wiener Becken (Einbruchsecken) bis heute ein tektonisch aktiver Raum ist und deshalb Verstellungen durchaus möglich sind.
Geschichte
Ziegelwerke und Filmproduktion
Im
19. Jahrhundert war der Laaer Berg, wie auch der Wienerberg, aufgrund von
Lehmvorkommen durch Ziegelgruben und
Ziegelwerke geprägt. Die dort beschäftigten Arbeiter stammten vorwiegend aus dem ehemaligen K & K Reich Böhmen und Mähren, also dem heutigen Tschechien und der Slowakei. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck
Ziegelböhm. Es herrschten ausbeuterische Arbeitsverhältnisse, wie der Sozialdemokrat
Viktor Adler, der sich dereinst unerkannt in eines der Werke einschleusen konnte, feststellen musste. Zu dieser Zeit entstand am Rande des Laaer Berges der
Böhmische Prater, der
den Arbeitern der Ziegelfabriken eine Möglichkeit zur Freizeitbeschäftigung bot. Die vom exzessiven Lehmabbau entstandenen Gruben füllten sich später mit Grundwasser und wurden mit Parks umgeben.
In den 1920er Jahren war der Laaer Berg, bedingt durch die Hyperinflation im Lande, ein Zentrum der internationalen Stummfilm-Produktion. Hier entstanden zwischen 1920 und 1922 zur Produktion von „Sodom und Gomorrha“ der Sascha-Film große Monumentalkulissen aus Holz und Pappe, die während den Dreharbeiten von - je nach Angaben - 3.000 bis 14.000 Statisten umgeben waren.
Weingärten und Heimkehrersiedlung
Auf den Hängen des Laaer Berges befanden sich früher auch Weingärten des
Stiftes Klosterneuburg. Aufgrund der entfernter Lage waren die Erträge jedoch für das Stift nicht sehr interessant, weshalb das Gelände dem K & K Militärkommando Arsenal als Truppenübungsplatz überlassen wurde. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie nahm das Stift Klosterneuburg das Areal nicht mehr zurück. Das Militärkommando beschloss, die gesamte Fläche an Rußland-Heimkehrer des Ersten Weltkrieges zu verteilen.
Am 1. Jänner 1919 wurden in der Stiftskaserne die ersten Pachtverträge mit Interessenten abgeschlossen. Die Pacht betrug eine Krone pro Jahr, wobei anfangs eine Verpflichtung zum Gemüseanbau und zur Kleintierhaltung bestand. Im Laufe der Jahrzehnte wurden aus den Zweckgärten der Heimkehrersiedlung schmucke Gärten mit schönen Wohnhäusern und aus den brachliegenden Gründen der aufgelassenen Ziegelfabriken wurde eine Erholungslandschaft.
Weblinks
Berg in den Alpen | Berg in Wien