Mayen_Koblenz.jpg Der Laacher See, im Kreis Ahrweiler gelegen, ist mit rund 3,3 km² der größte See in Rheinland-Pfalz. Er befindet sich in der Eifel in der Nähe der Städte Koblenz und Mayen nördlich von Mendig (Autobahnausfahrt der A 61). Das Wort Laach, verwandt mit unserem heutigen Wort Lache, bedeutet See. Der Laacher See ist also so etwas wie der See vom See. Maria Laach Lake.JPG Der Laacher See gilt als das größte Eifelmaar, auch wenn er nicht die typische kreisrunde Form der meisten Maare besitzt. Er hat sich aber wie diese aus einem Explosionskrater eines Vulkans gebildet und wurde überwiegend durch Grundwasser gefüllt. Aufsteigende Gasblasen in der Uferzone des Sees zeigen auch heute noch die vulkanische Aktivität der Region (Vulkanpark). Der letzte Ausbruch dieses Vulkans, dessen Spuren übrigens noch nicht von der Erosion verwischt worden sind, liegt je nach Autor zwischen 11.200 und 12.900 Jahren zurück. Bei der Explosion wurden riesige Mengen Bimsstein ausgeschleudert, der die Gegend bis ins Rheintal bis zu 7 m dick bedeckte. Die Ablagerungen der Explosion sind noch bis nach Schweden als schmaler Bims-Horizont in quartären Sedimenten zu finden und dienen Geowissenschaftlern zur Datierung. Das Ausmaß der Explosion wird fünfzigmal größer eingeschätzt als der große Ausbruch des Mount St. Helens. Laacher_See.jpgIn unmittelbarer Nähe verstopfte das Auswurfmaterial die Talenge des Rheins bei Andernach. Der aufgestaute See erstreckte sich über das Neuwieder Becken bis Koblenz. Der ovale See ist vollständig von einem durchschnittlich 125 m hohen Wall umgeben und weist eine Tiefe bis zu 53 m auf. Er wird hauptsächlich von Grundwasser gespeist und besitzt keinen natürlichen Abfluss. Die sich heute in 275 m ü. NN befindliche Wasseroberfläche schwankte früher bis zu 15 m, was Landwirtschaft schwierig machte. Im Mittelalter wurde 1164 der 880 m lange Fulbert-Stollen Richtung Süden als Überlauf gebaut. 1840 - 1842 baute die Familie Delius (damalige Eigentümer vom säkularisierten Klostergut und See) einen ca. 10 m tiefer liegenden parallelen Stollen zum Absenken des Wasserspiegels auf das heutige Niveau, um Land- bzw. Weideflächen zu gewinnen.
Bei Meyers finden sich noch die Angaben: Der See liegt 281 m. ü. NN, ist 1964 m lang, 1186 m breit, 57 m tief. Das Wasser ist hellbläulich, sehr kalt, widerlich von Geschmack und wirft, vom Wind bewegt, einen Sand aus, der vom Magnet angezogen wird.
Maria Laach Abbey.JPG Der See und seine Umgebung wurden am 26. Juni 1935 zum Naturschutzgebiet "Laacher See" erklärt - wegen der geologischen und morphologischen Beschaffenheit (einzigartiges Beispiel für postglazialen Vulkanismus in der Eifel), aus naturgeschichtlichen Gründen, als Lebensraum seltener in ihrem Bestande bedrohter wildwachsender Pflanzen und seltener in ihrem Bestande bedrohter, insbesondere feuchtland- und wassergebundener Vogelarten aus wissenschaftlichen Gründen und wegen seiner besonderen landschaftlichen Schönheit und Eigenart.
Der Laacher See gehört zu den Besitztümern der nahe gelegenenen Benediktinerabtei Maria Laach, ebenso wie die umliegenden Ländereien, ein Fischereibetrieb und das Seehotel Maria Laach. Er wird als Naherholungsgebiet zum Schwimmen, Segeln, Wandern und Campen genutzt. Der Segel-Club "Laacher See" Mayen (SCLM) und der Surf-Club Laacher See e.V. haben sich den See selbst, die Laufgemeinschaft Laacher See dessen Ufer und nähere Umgebung als Revier auserkoren. Am See liegen auch der Campingplatz Laacher See und der Minigolfplatz Laacher See. Unweit befindet sich auch das Naturkundemuseum "St. Winfried" Maria Laach; einen Besuch wert ist auch das ganz in der Nähe gelegene Deutsche Vulkanmuseum in Mendig.
Siehe auch: Liste der Seen in Deutschland, Mittelrheinisches Becken#Die Pellenz
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