La Nazione Gozitana (Der Staat Gozo) war ein Staat auf der Mittelmeerinsel Gozo.
Seit etwa 1525 herrschten auf dem maltesischen Archipel die Johanniter. Ihre verschiedenen Großmeister residierten in der damaligen Hauptstadt Mdina auf der Hauptinsel. Durch geschickte politische Schachzüge führten sie das Land in einen ungeahnten Wohlstand. Nach dem Sieg gegen die Türken 1565 hatten die Ordensritter ihren Regierungssitz in den prunkvollen Grand Masters Palace in der neuen Hauptstadt La Valletta verlegt.
Der Orden war allerdings militärisch nur schwach aufgestellt. Die [[Belagerung von Malta (1565)| 1. Große Maltesische Belagerung]] lag schon mehr als zwei Jahrhunderte zurück und man befürchtete keine ernsthaften Angriffe. Als Napoléon Bonaparte I. die Insel im Juni 1798 mit seinen Truppen erreichte, war es ihm so möglich, sie fast ohne Gegenwehr zu übernehmen. Damit war die Herrschaft der Großmeister beendet.
Allerdings leisteten die Gozitaner den Invasoren deutlich mehr Widerstand. Im September 1798 kam es auf Gozo zum Volksaufstand gegen die Besetzer in dessen Folge die französischen Truppen in der Zitadelle der Hauptstadt Victoria gefangengesetzt wurden. Auf Grund von Nahrungs - und Trinkwassermangel waren diese im Oktober gezwungen zu kapitulieren. Sie verließen die Insel. Kurz darauf rief das gozitanische Volk den unabhängigen Staat Gozo in Form einer Republik aus.
Die Insel Gozo liegt etwa sechs Kilometer nordwestlich der Hauptinsel Malta. Zwischen den beiden Inseln liegen die beiden kleinen Felseilande Comino und Cominotto. Gozo ist bis zu 14 kilometer lang und hat 43 Kilometer Küstenlinie.
Die höchste Erhebung liegt mit 176 Meter über Normalnull im Westen, der längste Fluss (die Bezeichnung "Bach" ist aber sehr viel passender), der 2 Kilometer lange Wied l - Għasri, im Norden.
Zwar war Gozo nur zwei Jahre unabhängig, aber dieser Zeitraum reichte aus, um eine vorbildliche Wirtschaft aufzubauen. Aufgrund des milden Klimas wurde intensive Landwirtschaft betrieben, deren Erzeugnisse auf Malta und Sizilien sehr begehrt waren. Zudem wurde es den Franzosen gestattet ihre Kriegschiffe im Mġarr Harbour vor Anker liegen zu haben und überholen zu lassen. Hierfür wurden monatlich hohe Geldbeträge nach Victoria gesandt. (Dies geschah natürlich nur unter der eidesstaatlichen Zusage der Franzosen, den kleinen Inselstaat nicht noch einmal anzugreifen.)
Es war den Gozitanern in der kurzen Zeit ihrer Unabhängigkeit nicht möglich, eine stabile Regierung aufzustellen. Zwar wurde für drei Monate ein Übergangsministerpräsident einegesetzt, doch im Grunde war der Staat in den 24 Monaten seiner Existenz ohne politische Führung. Dies trug allerdings nicht, wie in einigen anderen europäischen Ländern, zu einem inneren Zerfall des Staates bei.
Im September 1800 kamen die Engländer auf dem Archipel an und annketierten ihn. Auch Gozo stand fortan, bis zur Unabhängigkeit Maltas am 21. 09. 1964, unter britischer Herrschaft.
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