Das süße Leben (Originaltitel: La dolce vita) ist ein Schwarzweißfilm von Federico Fellini aus dem Jahre 1960. In den Hauptrollen sind Marcello Mastroianni und Anita Ekberg zu sehen.
In dem Film geht es um das Leben der "High Society" im Rom der fünfziger Jahre. Das rauschhafte Leben zwischen Straßenflirt und allabendlichen Partys wird gestört durch die dadurch nicht weniger werdenden existentiellen Fragen des Lebens.
Der Film wurde 1960 mit der "Goldenen Palme" in Cannes ausgezeichnet und gewann 1962 einen Oscar für die besten Kostüme.
Der Boulevard-Journalist Marcello mit Schriftstellerambitionen, dargestellt durch Marcello Mastroianni, steht im Mittelpunkt des Films. Der ambitionierte Frauenheld verbringt sein Leben zwischen nächtlichen Amüsements und dem spektakulären Leben der Sensationen. Er beginnt mit der Jagd nach den "süßen" Geheimnissen der Prominenz auf der Via Veneto mit ihren exklusiven Nachtclubs und Cafés, in denen das nächtliche Leben pulsiert. Immer umringt von einem Schwarm Fotografen (hierher kommt übrigens der Ausdruck "Paparazzo", einer der Fotografen heißt so), die seiner Fährte folgen in der Hoffnung auf eine gute Geschichte bzw. einen guten "Schuss", bewegt sich Marcello durch das sommerliche Rom. Bei seinen täglichen Streifzügen durch das Milieu des italienischen Jetsets lernt er zum Leidwesen seiner ihn penetrant bemutternden Verlobten eine Reihe faszinierender Frauen kennen. Doch sein nervöses und aufregendes Leben scheint ihn nur auf dem ersten Blick zu befriedigen. Insgeheim träumt er davon, dem flüchtigen Leben zu entsagen und etwas Anständiges zu machen. Als ein enger Freund, der aufgrund seiner soliden Lebensweise als Vorbild galt, sich das Leben nimmt, entpuppt sich das von Marcello angestrebte Leben in Reichtum und Glamour als eine Welt des Scheins und der Vergänglichkeit.
Fellini enttarnt in diesem Film sowohl den phänotypischen Medienapparat, als auch das dekadente, sinnentleerte Leben der wohlhabenden Gesellschaft. Doch die "upper class" dient nur als überspitztes Beispiel. Sie ist die Spitze des Eisberges einer ganzen Gesellschaft von konsumorientierten, egoistischen und oberflächlichen Menschen, die versuchen zu vergessen, indem sie sich der Rauschhaftigkeit des Lebens hingeben und ihren Verpflichtungen entziehen.
Am Ende des Films wird ganz deutlich, worauf das dargestellte Leben eine Reaktion ist, wenn beim Anblick des angeschwemmten Fisches (Rochen,der am Rücken liegt) gefragt wird: "Wo ist hier eigentlich oben und unten?", und Marcello den Rufen des jungen Mädchens nur antworten kann: "Ich kann dich nicht verstehen, ich kann dich nicht verstehen, das Meer". Es ist die Reaktion auf ein konfuses, unverständlich und orientierungslos gewordenes Leben. Und so antwortet Marcello auch auf die Frage nach dem möglichen Grund für Steiners Selbstmord: "Vielleicht hat er es getan, weil er Angst hatte ,..., vielleicht hatte er Angst vor diesem Leben, vor der Zunkunft.".
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