La Charité-sur-Loire ist eine Stadt in Frankreich. Die etwa 5.600 Einwohner zählende Stadt liegt an der Loire, im Département Nièvre und damit in der Region Burgund. Hier, etwa 25 Kilometer nördlich von Nevers, schneiden sich die RN 151 und die RN 7. Die SNCF unterhält einen Bahnhof.Lacharité.jpg
Bereits 771 wird von der Zerstörung der karolingischen Gründung Seyrs durch die Sarazenen berichtet. Mit den 1059 begonnenen Arbeiten zur Errichtung eines Priorats durch den Abt von Cluny geht auch die neuerliche Entstehung der Stadt einher. 1107 wird die Prioratskirche von Papst Pascal II geweiht. Das bedeutende Kloster wurde auch als erstgeborene Tochter Clunys bezeichnet. Das einflussreiche Priorat mit seiner beachtlichen romanischen Kirche Notre-Dame sowie die Lage La Charités an einem bedeutenden Jakobsweg fördern den Aufschwung der Stadt. Ursprünglich hieß der Ort Seyr, doch das wohltätige Wirken des Kloster bewirkte den sprichwörtlichen Namen. 1429 wird die Stadt einen Monat erfolglos von Jeanne d'Arc belagert. In der Zeit der Hugenottenkriege werden durch ein Feuer große Teile des Klosters, seiner Kirche sowie der Stadt vernichtet.
Anfangs betrat man das 122 Meter lange fünfschiffige Langhaus durch eines der fünf Portale der mit zwei Türmen ausgestatteten Hauptfassade. Nach dem Durchschreiten des Langhauses erreichte man das siebenteilige Querhaus und stand nun vor dem Staffelchor mit seiner großen Hauptapsis und den je drei Nebenapsiden zu jeder Seite. Das Querhaus ist durch einen oktogonalen Vierungsturm bekrönt. In der zweiten Hälfte des zwölften Jahrhunderts wurden die drei mittleren Apsiden durch einen Umgangschor mit fünf Kranzkapellen ersetzt. Diese Bauweise entsprach auch dem nun fertiggestelltem Cluny III. 1204 stürzte der südliche Fassadenturm in das Langhaus und wenig später wurden Teile des nördlichen Seitenschiffs zur Pfarrkirche der Stadt umfunktioniert.
In der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde das Langhaus durch einen Brand stark beschädigt und erst 1695 baute man die vier östlichen Joche wieder auf. Nach Auflösung des Klosters 1790 wurde Notre-Dame zur Pfarrkirche und ehemalige Pfarrkirche zu Wohnhäusern. 1840 stuft Prosper Mérimée die Klosteranlage als historisches Denkmal ein und verhindert so ihren Abbruch. 1998 wird die Kirche Notre-Dame, in einem größeren Kontext, zum Weltkulturerbe erklärt.
Das Gebäude wurde im 12. Jahrhundert als Obdach für Pilger vom Kloster erbaut. Seit dem Jahre 1642 diente der Komplex als Krankenhaus. Nachdem 1690 das neue Krankenhaus genutzt werden konnte, wurde das Haus zum Salzspeicher umfunktioniert. Das Gebäude steht seit geraumer Zeit leer und verfällt. Neben seinem verwunschenem Äußerem, besticht der Salzspeicher durch seine romanische Bauplastik.
Obwohl La Charité weniger ein Ort der weltlichen Macht, als ein Ort des Glaubens war, spielte es oft eine strategisch wichtige Rolle. Mit der Erlaubnis durch Philippe I wurde 1081 mit dem Bau der Stadtmauer begonnen. Sie umfaßte die Stadt in allen vier Windrichtungen, auch am Ufer der Loire. Im Hundertjährigen Krieg trotzen die Befestigungsanlagen 1429 der Belagerung durch Jeanne d'Arc und erst am Endes des 17. Jahrhunderts wurde die weitere Unterhaltung der Anlagen eingestellt. Der nördliche Teil der Mauern überragt noch heute die Stadt und steht seit 1937 unter Denkmalschutz. Ebenfalls erhalten ist der Tour des Espagnols der unter Louis XIV als Kerker für spanische Gefangene diente.
Das Stadtmuseum wurde 1954 durch eine Stiftung in einem der Stadt vererbten Bürgerhaus eingerichtet. Es zeigt auf mehreren Ebenen archäologische Fundstücke, die das Klosterleben und die Anfänge der Stadt dokumentieren, sowie Kunsthandwerk des Jugenstils und Art Déco. Mit Exponaten sind unter anderem Lalique, Gallé und Daum vertreten.
Seit dem Jahre 2000 nennt sich La Charité-sur-Loire auch Ville du Livre (Stadt des Buches). Im historischen Stadtzentrum hat sich ein gutes Dutzend Antiquariate etabliert sowie Druckereinen und eine Buchbinderei. So wird versucht, die Attraktivität der Stadt für Besucher zu erhöhen.
Im Stadtzentrum dominiert noch der Einzelhandel, während auf der "grünen Wiese" vereinzelt kleinere Industrien und Einzelhandlskomplexe entstanden sind. Einer der größten Arbeitsgeber ist die überregionale Klinik für Psychiatrie (Centre Hospitalier Spécialisé). Es gibt ein gutes halbes Dutzend Hotels sowie Schwimmbäder und Sportstätten und andere Einrichtungen, die vom Tourismus profitieren.
La Charité-sur-Loire | La Charité-sur-Loire | La Charité-sur-Loire | La Charité-sur-Loire | Charité-sur-Loire | Charité-sur-Loire | Charité-sur-Loire
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"La Charité-sur-Loire".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world