Die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDP bzw. LDPD) war eine liberale Partei in der Sowjetischen Besatzungszone und eine Blockpartei in der DDR.
Nachdem nur 24 Stunden nach Erlassung des Befehls Nr. 2 die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) ihren Gründungsaufruf veröffentlicht hatte, gründeten sich am 15. Juni die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und am 26. Juni die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU).
Zur gleichen Zeit wie die Gründer der CDU traf sich auf Initiative von Wilhelm Külz, Eugen Schiffer und dessen Schwiegersohn Waldemar Koch auch eine siebenköpfige Gruppe früherer DDP-Mitglieder, um eine neue "Deutsche Demokratische Partei" zu gründen. Programm und Zusammensetzung der Parteiführung standen schnell fest, zunächst wurde jedoch sondiert, ob die CDU bereit sei, eine gemeinsame liberale Partei zu bilden. Nachdem dieser Vorstoß an unterschiedlichen Auffassungen zur Trennung von Politik und Religion gescheitert war, trat die neue Partei unter dem Namen Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDP) am 5. Juli mit ihrem Gründungsaufruf an die Öffentlichkeit. Sie wandte sich vor allem an ehemalige Mitglieder von Deutsche Demokratische Partei (DDP), Deutsche Volkspartei (DVP) und des gemäßigten Flügels der Deutschnationale Volkspartei (DNVP) der Weimarer Republik. Anders als die CDU sprach sie sich entschieden für den Erhalt des Privateigentums und gegen Verstaatlichung von Bodenschätzen und staatliche Kontrolle des Bergbaus und der wichtigsten Unternehmen aus. Wenn sie auch keinen Zweifel an ihrer antifaschistisch-demokratischen Grundeinstellung ließ, so war sie doch die am weitesten politisch rechts stehende der neuen Parteien.
Im November 1945 wurde nach innerparteilichem Streit auf Betreiben der Sowjetischen Militäradministration der erste Vorsitzende Waldemar Koch durch Wilhelm Külz abgelöst.
Bei den letzten freien Wahlen 1946 konnte die LDP noch vor der CDU zweitstärkste Partei hinter der SED werden. Ende 1948, auf dem Höhepunkt ihres Widerstandes gegen die Machtergreifung der SED, umfasste die LDP mehr als 200.000 Mitglieder, von denen 23 % jünger als 25 Jahre waren.
Die Gründung der Demokratischen Partei Deutschlands fand am 17. März 1947 auf einer Konferenz in Rothenburg ob der Tauber, an der liberale Politiker aus allen vier Besatzungszonen teilnahmen, statt. Wilhelm Külz wurde gemeinsam mit Theodor Heuss (Demokratische Volkspartei) Vorsitzender, Arthur Lieutenant einer von zwei Geschäftsführern. Aber bereits nach einem dreiviertel Jahr scheiterte dieser Versuch einer zonenübergreifenden Partei an der Teilnahme von Külz am SED-dominierten "1. Deutschen Volkskongreß für Einheit und gerechten Frieden". Zwar hatte auch der LDP-Vorstand Külz' Teilnahme kritisiert, er weigerte sich aber weitere Konsequenzen zu ziehen, wie sie von den westdeutschen Liberalen gefordert wurden.
Neben der LDPD existierte mit der NDPD eine weitere Blockpartei, die ähnliche Bevölkerungskreise ansprach, wie die LDPD. Langjähriger Vorsitzender der LDPD seit 1967 war Manfred Gerlach.
Nach der friedlichen Revolution im Herbst 1989 verstand sich die LDPD als neue liberale Kraft im Land. Allerdings waren selbstkritische Töne zur eigenen Verantwortung am DDR-Unrechtssystem kaum zu hören. Ein Grund auch, warum die Partei auf dem Parteitag am 10. Februar 1990 in Dresden beschloss, dass zweite D aus dem Namen zu streichen und wie in der Anfangszeit unter den Namen LDP weiterzumachen. In Dresden wurde mit Rainer Ortleb auch ein neuer Vorsitzender gewählt. Es kam nun auch offiziell zu Kontakten mit der westdeutschen FDP.
Im Vorfeld der ersten freien Volkskammerwahl 1990, gründete die LDP mit den neuen liberalen Parteien (Deutsche Forumpartei, F.D.P. der DDR) den Bund Freier Demokraten (BFD). Der BFD erzielte am Wahltag (18. März 1990) trotz bundesdeutscher Hilfe jedoch nur 5,3% und stellte damit 21 Abgeordnete in der Volkskammer. Am 11. August 1990 schloss sich die LDP mit den anderen Parteien des BFD mit der bundesdeutschen F.D.P. zur gesamtdeutschen F.D.P. zusammen.
Das Zentralorgan der LDPD war die Tageszeitung "Der Morgen". Sie wurde 1991 eingestellt, nachdem die Nachfrage nach dem Fall der Mauer stark zurück gegangen war.
Siehe auch: Parteiwesen in der SBZ, LDPD-Mitglied
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