Lüdinghausen ist eine Stadt in
Nordrhein-Westfalen südwestlich von
Münster im Kreis Coesfeld.
Geografie
Geografische Lage
Lüdinghausen liegt am
Dortmund-Ems-Kanal und an der
Stever.
Nachbargemeinden
Lüdinghausens Nachbargemeinden sind (im Südwesten beginnend) im Uhrzeigersinn
Olfen (Kreis Coesfeld),
Haltern am See (
Kreis Recklinghausen),
Dülmen,
Senden,
Ascheberg,
Nordkirchen (alle: Kreis Coesfeld) und
Selm (
Kreis Unna).
Stadtgliederung
Sie besteht aus der Kernstadt Lüdinghausen und aus dem Stadtteil
Seppenrade.
Einwohner
(jeweils zum 31. Dezember)
Geschichte
Die erste Erwähnung Lüdinghausens als "Ludinchusen" erfolgte im Jahr 800 anlässlich der Übereignung eines Hofes an den Hl. Liudger durch Snelhard. Im Jahre
974 erhielt die Siedlung um die zur Abtei
Werden gehörende Kirche das
Markt- und
Münzrecht.
Im Jahre
1309 wurden Lüdinghausen eigenmächtig die Stadtrechte durch die Herren von Lüdinghausen bzw. Lüdinghausen-Wolff verliehen.
1443 gelangte Lüdinghausen an das
Hochstift Münster. Im Jahre
1499 verkaufte dieses Stadt und Amt an das Domkapitel Münster.
1507 wurde mit der Grundsteinlegung der Bau der Felicitaskirche begonnen, die auch heute noch als größte Ortskirche die dicksten, massiven Sandsteinsäulen Europas besitzt.
1804 wurde Lüdinghausen Kreisstadt im neu gebildeten Kreis Lüdinghausen und entwickelte sich zu einem Mittelzentrum der umliegenden Orte mit einem Einzugsbereich von über 100 000 Einwohnern. Der Kreis Lüdinghausen wurde bei der Gebietsreform, die am 1. Januar 1975 in Kraft trat, aufgelöst: Die Gemeinde Bockum-Hövel wurde in die kreisfreie Stadt Hamm eingemeindet. Die Gemeinden Drensteinfurt und Walstedde wechselten in den Kreis Warendorf. Der Süden des Kreises, nämlich das ehemalige Amt Bork mit den Gemeinden Altlünen, Bork und Selm, wurde dem neuen Kreis Unna zugeschlagen. Der übrige Teil gelangte an den Kreis Coesfeld.
Religionen
Der Großteil der ortsansässigen Bevölkerung ist katholisch. Es gibt drei katholische, eine evangelische, eine neuapostolische und eine Gemeinde der Zeugen Jehovas in Lüdinghausen. Ferner hat auch Lüdinghausen eine Moschee für die Anhänger der islamischen Glaubensrichtungen.
Eingemeindungen
Bei der kommunalen Neugliederung, die in zwei Schritten durchgeführt wurde, vergrößerte sich die Stadt Lüdinghausen mit Wirkung vom
1. Juli 1969 um das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Lüdinghausen-Land und am
1. Januar 1975 um die ehemalige Gemeinde
Seppenrade. Diesem Gewinn stand jedoch ein herber Verlust gegenüber: Die Stadt verlor ihren Status als
Kreisstadt des gleichnamigen Kreises (Kfz-Kennzeichen: LH) und wurde in den
Kreis Coesfeld (Kfz-Kennzeichen: COE) eingegliedert.
Städtepartnerschaften
Die Stadt Lüdinghausen pflegt Partnerschaften mit den Städten
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
Lüdinghausen ist als die Dreiburgenstadt bekannt.
Sehenswert sind insbesondere die Wasserburg Burg Lüdinghausen und die
Burg Vischering.
Die dritte Burg Lüdinghausens ist die Burg Wolfsberg.
- Kath. Pfarrkirche St. Felizitas (benannt nach der hl. Felicitas).
- Ev. Pfarrkiche. Neugotischer Bau mit Westturm, 1858 geweiht.
- Rathaus (So genannte Borg). Klassizistischer Backsteinbau mit Mittelrisalit. 1844-45 als Stadt-, Landgericht und Rathaus erbaut.
- Ehem. Armenhaus, Wolfsberger Str. Fachwerkbau von 1648, in den 30er Jahren des 20. Jh. umgebaut.
- Burg Wolfsberg. Von der einstigen Wasserburg blieb nur ein Flügel erhalten, der im Kern wohl noch aus dem 16. Jh. stammt. Das jetzige Erscheinungsbild wird von Umbauten des späten 18. Jh. bestimmt. Schlichter lang gestreckter Putzbau mit Krüppelwalmdach und einachsigem Mittelrisalit.
Parks
In Seppenrade lohnt sich ein Besuch des Rosengartens. Ausserdem sollte der Besucher sich die Parkanlagen, rund um die drei Wasserburgen in Lüdinghausen und Umland, nicht entgehen lassen.
Sonstiges
In
Seppenrade wurde
1895 in einem Steinbruch der damals weltgrößte
Ammonit gefunden (70 Zentner schwer, 0,4 m dick, 1,95 m Durchmesser). Davor wurde bereits ein etwas kleinerer, aber auch beachtlicher,
Ammonit aus dem gleichen Steinbruch geholt. Beide Originale sind im Westfälischen
Landesmuseum für Naturkunde in
Münster aufgestellt. Die Art wurde mit dem Namen ihres Fundortes bedacht:
Pachydiscus seppenradensis.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Die Stadt ist Kreuzungspunkt der
Bundesstrassen B 58,
B 235 und
B 474, und hat dadurch Anschluss an die
Autobahnen A 1,
A 2 und
A 43.
Eine direkte Bahnverbindung existiert über die Dortmund-Gronau-Enscheder Eisenbahn nach Lünen/Dortmund sowie Dülmen/Coesfeld/Gronau/Enschede (NL); direkte Busverbindungen existieren unter anderem nach Münster, Selm, Lünen, Nordkirchen, Olfen und Senden.
In den Borkenbergen liegt der zu Lüdinghausen gehörende Flugplatz Borkenberge.
Ansässige Unternehmen
Hier sind vor allem die
Maggi-Werke (Nestlé Deutschland AG) und der Angel- und Sportzubehörladen
Askari zu erwähnen.
Außerdem wurde 2004 eine Schnapsbrennerei eröffnet.
Ein außerdem erwähnenswerter Betrieb ist die Fleischerei Schräder, die schon seit 1936 die hiesigen Märkte beliefert.
Bildung
Neben dem
Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg, der Gemeinschaftshauptschule Lüdinghausen und der Realschule Lüdinghausen befinden sich zwei Gymnasien in Lüdinghausen: das sich in privater Trägerschaft befindliche
Canisianum und das St.-Antonius-Gymnasium.
Das große Angebot an Kindergärten beinhaltet insbesondere auch einen Waldorfkindergarten in freier Trägerschaft. Lüdinghausen ist der Sitz des Musikschulkreises Lüdinghausen.
Sport
Lüdinghausen bietet eine Vielzahl an Sportvereinen für verschiedenste Interessengruppen. Besonders herauszuheben ist der Großsportverein SC Union 08 Lüdinghausen mit einer großen Bandbreite an Sportabteilungen (Fussball, Volleyball, Tischtennis, Basketball uvm.). Die 1. Badmintonmannschaft des SC Union spielt in der 1. Bundesliga. Aber auch andere Sportarten sind in Lüdinghausen vertreten, so beheimatet man zwei Tennisvereine den TC 77 Seppenrade und den TC Blau- Gold e.V Lüdinghausen.
Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen
Literatur
- Liane Schmitz: 800-2000 - Zur Geschichte von Lüdinghausen und Seppenrade. Lüdinghausen 2000). ISBN 3-00-006847-3
- Westfälischer Städteatlas; Band: IV; 2 Teilband. Im Auftrage der Historischen Kommission für Westfalen und mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, hrsg. von Heinz Stoob † und Wilfried Ehbrecht. Stadtmappe Lüdinghausen, Bearbeiter: Heinz-K. Junk. ISBN: 3-89115-133-0; Dortmund-Altenbeken 1994.
- Christine Schedensack: Handwerksbetriebe in der Stadt Lüdinghausen (1840-1891). Geschichtsblätter des Kreises Lüdinghausen 29 (2004) S. 103-226
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