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In der Altstadt von Travemünde rund um die St.-Lorenz-Kirche (1557, mit einer Orgel von Stellwagen) und am Ostpreußenkai hat sich der Charme des ursprünglichen Fischerdorfes erhalten und auch heute noch kann man im Fischereihafen den fangfrischen Fisch direkt vom Boot kaufen. Dieser Teil Alt-Travemündes vor dem Anleger der Priwall-Fähren gegenüber der alten Lübecker Vogtei im Stil der Backsteinrenaissance strahlt ein für ein Seebad schon urbanes Ambiente aus.
Zwischen Kaiserallee und Steenkamp haben die Stadtplaner sich einen Scherz im Straßenbild erlaubt: Die Straßen Backbord, Steuerbord, Mittschiffs und Achterdeck sind so angeordnet, dass der Straßenverlauf das Bild eines Schiffs auf den Stadtplan zeichnet. Dieses "Schiff" im Stadtplan hat sogar ein Fallreep, mit dem es an der Kaiserallee angelegt ist. Zu diesem Schiffsthema gehören außerdem noch die Straßen "Im Beiboot" und "Am Heck".
Alljährlich im Sommer findet unter Federführung des Lübecker Yacht Clubs (LYC) vom Leuchtenfeld aus die Travemünder Woche statt, die zweitgrößte Segelsportveranstaltung der Welt mit internationaler Beteiligung, ähnlich der allgemein noch bekannteren Kieler Woche. Die Windjammer treffen sich in Travemünde jährlich zur Baltic Sail. Als sommerlicher Tourismusmagnet hat sich auch das Sandskulpturen-Festival Sand World etabliert, das 2005 bereits zum vierten mal am Priwall-Strand in Travemünde stattfand.
Zu Travemünde gehört auch das Brodtener Ufer, eine eindrucksvolle, bis zu 20 Meter hohe Steilküste von etwa 4 km Länge bis zum Nachbarort Niendorf, mit dem dahinterliegenden Golfplatz, der zu den ältesten in Deutschland gehört. Im unmittelbaren Hinterland Travemündes liegt der Hemmelsdorfer See, eigentlich eine von der Ostsee abgeschnittene Förde.
Das Travemünder Casino an der eleganten Kaiserallee mit der Bäderarchitektur der Jahrhundertwende ist eines der traditionsreichsten in Deutschland. Im Hafen von Travemünde liegt umgeben von hunderten von Segelyachten die Viermastbark Passat als Museumsschiff und Wahrzeichen. Die Passat zählte einst zu den legendären Flying-P-Linern der Hamburger Reederei Laeisz, sie ist Schwesterschiff der im Atlantik gesunkenen Pamir, an die das Wrack eines ihrer Rettungsboote in der St. Jakobikirche am Koberg in Lübeck erinnert.
Travemünde hat mit 117 m über N.N. das höchste Leuchtfeuer Europas. Dies ist auf dem Maritim angebracht und ersetzt seit 1974 den alten Travemünder Leuchtturm von 1539, der als Museum besichtigt werden kann.
Das ortsbildprägende Kurhaus-Hotel am Kalvarienberg ist renoviert und umgebaut und ist als Arosa Ressort neu eröffnet. In seinem Inneren finden sich noch Ausstattungsmerkmale des eingeschossigen Vorgängerbaus (1820), geschaffen von dem klassizistischen Innenarchitekten Joseph Christian Lillie.
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