Læsø, auch Laesoe oder Vor Frue Land ist die nördlichste Kattegat-Insel Dänemarks. Als Gesamtgemeinde hat sie 2.091 Einwohner (2006). Die Insel ist die am dünnsten besiedelte Gemeinde Dänemarks. Der Name Læsø rührt von dem sagenhaften Riesen Lær oder Hler her, dem Gott des Windes. „ø“ bedeutet Insel, also Insel des Lär.
Im Zuge der Landhebung nach der letzten Eiszeit tauchte die Insel bereits vor Christi Geburt aus dem Meer auf. Offenbar waren zeitweise nicht mehr als ein paar Sandbänke zu sehen, auf denen in der Jungsteinzeit Ton gewonnen wurde. Von Südschweden und dem dänischen Festland aus fuhren Küstenbewohner die Sandbänke an. Sie hinterließen Tonscherben und Pfeilspitzen, die eine Datierung zulassen.
Später versank die Insel wieder. Ein 1910 in Byrum mitten auf der heutigen Insel gefundenes Pottwalskelet belegt die völlige Überspülung von Læsø vor ca. 4000 Jahren. Zur Völkerwanderungszeit tauchte sie erneut auf und hebt sich seitdem immer weiter. Der „Læsø-Stein“ in Nordmarken markiert die vermutlich älteste Erhebung („Her fœdtes Læsø af havet“ - „Hier stieg Læsø aus dem Meer“). Zu den jüngsten Erhebungen Læsøs zählen im Westen der Insel der „Stokken“, eine nur mit Strandhafer und einigen Büschen bewachsene, ca. 150m vorgelagerte Insel (um 1920 aufgetaucht und zu Fuß durch einen flachen Pril zu erreichen) und der „Lille Knot“.
Das Klima ist anders als auf dem Festland. Zusammen mit Anholt gehört Læsø zum dänischen Wüstengürtel, da die Sommer vergleichsweise trocken sind. Während der Sommermonate sind die Niederschläge so gering, dass Bäche und Teiche teilweise bis auf den Grund austrocknen.
Im Mittelalter war die Insel durch die Salzgewinnung berühmt. Dies liegt an einer geologischen Besonderheit, dem salzhaltigen Grundwasser, das bis über 15 Prozent Salzgehalt erreichen kann. Die flachen Salzwiesen der so genannten Rönner auf der Südseite der Insel werden regelmäßig bei den Winterstürmen überflutet. Im Sommer wird das salzige Grundwasser durch Sonne und Trockenheit konzentriert. Das salzhaltige Grundwasser wurde in hunderten Salzsiederhütten eingedampft und nach Viborg geliefert. Der Holzverbrauch war hoch, so dass die Insel im späten Mittelalter völlig entwaldet war und Sandstürme Dörfer verschütteten. Daraufhin wurde das Salzsieden verboten.
Seit Ende der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts werden als Projekt experimenteller Archäologie sowie für den Tourismus Salzsiedehütten wieder aufgebaut und betrieben. Inzwischen ist das außerordentlich wohlschmeckende Læsø-Salz überall in Dänemark erhältlich. Aus der Lake, die beim Salzsieden übrigbleibt, werden seit 2002 verschiedene dermatologische Produkte gegen Schuppenflechte, Neurodermitis und andere Hauterkrankungen hergestellt.
Wichtige Erwerbszweige auf Læsø sind der Tourismus, die Wollindustrie sowie die Fischerei. Vor allem der Kaisergranat (Nephrops norvegicus, lokal: „Jomfruhummer“) gehört zu den Hauptexportartikeln der Insel; neben dem Tourismus ist die Læsø Fiskeindustri der größte Arbeitgeber der Insel.
Læsø | Læsø | Læsø | Læsø | Læsø | Læsø | Læsø | Лесё | Läsö