KylieShowgirl.jpg Kylie Ann Minogue * (* 28. Mai 1968 in Melbourne, Victoria) ist eine australische Sängerin und Schauspielerin.
Seit dem Beginn ihrer Karriere in den späten 80er Jahren avancierte Kylie Minogue vom singenden Soap-Star zur international gefeierten Pop-Ikone. Mit Hits wie I Should Be So Lucky, The Loco-Motion und Can’t Get You Out Of My Head schaffte sie weltweit den Sprung auf die vordersten Plätze der Hitparaden. In Großbritannien ist sie mit 29 Top 10-Singles nach Madonna die erfolgreichste Sängerin in der Geschichte der Charts. Weltweit verkaufte sie bislang 40 Millionen Singles und 25 Millionen Alben.
Kylies Bruder Brendan (*1970) ist heute Kameramann im australischen Fernsehen. Ihre jüngere Schwester Danielle (*1971), genannt Dannii, ist ebenfalls Sängerin und Schauspielerin.
Minogues Lebensgefährte ist der französische Filmschauspieler Olivier Martinez, mit dem die Sängerin seit 2002 zusammen ist.
Sowohl Kylie als auch Dannii traten bereits als Kinder in australischen Fernsehsendungen auf. Kylie spielte 1980 im Alter von 11 Jahren in der Fernsehserie The Sullivans ihre erste Rolle. Später folgten die Serien Skyways und The Henderson Kids. Mit der Rolle der Charlene Mitchell in der TV-Soap Neighbours an der Seite von Jason Donovan, mit dem sie zu diesem Zeitpunkt auch privat liiert war, gelang ihr 1986 der große Durchbruch – bis dahin war Dannii die bekanntere der Minogue-Schwestern. Kylie Minogues Popularität in Australien wuchs durch die Serie enorm an, aber auch Neighbours selbst profitierte von der positiven Ausstrahlung der neuen Darstellerin. Denn erst mit der Storyline über die romantische Liebesbeziehung zwischen Charlene und Scott, dem von Jason Donovan verkörperten Charakter, erzielte die schon mal abgesetzte Seifenoper höhere Einschaltquoten und wurde ab 1987 dann auch in Großbritannien ausgestrahlt. Minogue selbst erhielt für ihre Darstellung in den Jahren 1987 bis 1989 insgesamt sechs Logie Awards – dem jährlich vergebenen Preis des australischen Fernsehens – darunter 1988 den Gold Logie als beliebteste Person im australischen Fernsehen.
Bereits 1987 sang Kylie Minogue im Rahmen eines Fußballbenefizspiels, bei dem sie zusammen mit anderen Darstellern von Neighbours auftrat, den Little Eva-Hit The Loco–Motion. Daraufhin erhielt sie vom australischen Label Mushroom einen Plattenvertrag. Ihre Coverversion wurde als Locomotion im selben Jahr veröffentlicht und schaffte den Sprung auf Platz 1 der australischen Charts. Der Song verblieb dort sieben Wochen und verkaufte sich so gut, dass er nicht nur zur erfolgreichsten Single des Jahres, sondern zur erfolgreichsten des gesamten Jahrzehnts wurde.
Besonders erfolgreich war Kylie Minogue in den späten 80er Jahren auch in Japan. Dort spielte sie mit ihrer Disco In Dreams-Tour in den größten Arenen des Landes. Ihre nur auf dem japanischen Markt erschienene Single Turn It Into Love (1989) hielt sich ganze zehn Wochen auf Platz 1 der Hitparade. In den USA wurde hingegen The Loco–Motion zu ihrem größten Erfolg und schaffte es bis auf Platz 3 der Billboard-Charts. Sogar in der DDR erschien bei AMIGA eine EP mit vier ihrer größten Hits.
Minogue, von der Musikkritik spöttisch als „Singing Budgie“ (dt. „singender Wellensittich“) bezeichnet, genoss die Sympathie der zumeist jugendlichen Plattenkäufer und konnte einen Charterfolg nach dem anderen verbuchen. Ihre Veröffentlichungen verkauften sich hervorragend, sodass sie zum erfolgreichsten Musikact wurde, den Stock Aitken Waterman je produzierten. Um sich ganz ihrer Musikkarriere zu widmen, verließ Kylie im Juli 1988 Neighbours. Allerdings nahm sie kurz darauf mit ihrem ehemaligen Serienkollegen Jason Donovan, der nun ebenfalls eine Popkarriere anstrebte, das Duett Especially For You auf. Mit dieser weltweit erfolgreichen Single erreichte die Kylie-Euphorie dann zum Jahreswechsel 1988/89 ihren vorläufigen Höhepunkt. Das Interesse an Minogues Veröffentlichungen ließ in Europa, den USA und auch in ihrer australischen Heimat im Verlauf des Jahres 1989 dann langsam nach. So wurde zwar Hand On Your Heart, die erste Single aus ihrem zweiten Album Enjoy Yourself (1989), noch ein großer Hit, aber schon Wouldn’t Change A Thing und Never Too Late schafften nur noch in Großbritannien den Sprung auf die vordersten Ränge der Charts. Mit Enjoy Yourself konnte die Sängerin dann auch nicht mehr an den Erfolg ihres Debüts anknüpfen – das Album verkaufte sich aber dennoch weltweit immerhin 4 Millionen mal.
Ihr Debüt als Filmschauspielerin gab Minogue 1989 in The Delinquents – ein Box Office-Erfolg in Australien und Großbritannien. Der Film wurde mit dem Minogue-Song Tears On My Pillow, der es im Januar 1990 auf Platz 1 der britischen Singlecharts schaffte, beworben. Bei dem Lied handelt es sich um eine Coverversion von Little Anthony & The Imperials aus dem Jahre 1958.
Obwohl die Verkäufe ihrer Veröffentlichungen seit Anfang der 90er Jahre stark zurückgingen war Kylie Minogue 1991 mit Shocked der erste Plattenkünstler überhaupt, dessen erste 13 Singles sich in den britischen Top 10 platzieren konnten. Diese Serie von Charterfolgen wurde dann im selben Jahr mit Word Is Out, der ersten Single aus Let's Get To It, unterbrochen. Allerdings gelang Minogue mit ihrem vierten Studioalbum vor allem in musikalischer Hinsicht das bis dahin vielschichtigste Werk und die Sängerin erhielt zum ersten Mal von britischen Musikzeitschriften wie dem NME und dem Melody Maker gute Kritiken. Von den Plattenkäufern wurde das allerdings kaum honoriert und so floppte das Album trotz der beiden Top 10-Singles If You Were With Me Now (im Duett mit dem US-Amerikaner Keith Washington) und Give Me Just A Little More Time sogar in Großbritannien. Auch in Australien, wo zumindest Word Is Out ein mäßiger Hit wurde, konnte das Album nur wenige Käufer ansprechen. Außerhalb dieser, ihrer beiden wichtigsten Märkte, verkaufte Kylie Minogue zu diesem Zeitpunkt kaum noch Platten. Lediglich in Israel landeten alle ihre Singleveröffentlichungen, darunter auch Finer Feelings (1992), weiterhin in den Top 10.
1992 beendete Minogue dann ihre Zusammenarbeit mit der Hit Factory. Die letzte Veröffentlichung bei PWL war eine Greatest Hits-Sammlung mit drei neuen Titeln, die es bis auf Platz 1 der britischen Albumcharts schaffte. Die Singleauskopplungen What Kind Of Fool (Heard All That Before) und Celebration, eine Coverversion des Kool & The Gang-Klassikers, waren allerdings keine großen Hits.
Laut eigener Aussage trat ein Wendepunkt in ihrer Karriere ein, als sie mit Nick Cave das Duett Where The Wild Roses Grow (1995) aufnahm. Durch diese ungewöhnliche Zusammenarbeit wurde Minogue nun auch für Musikkritiker und -hörer annehmbar, die sie zuvor stets belächelt hatten. Der Song selbst erhielt vor allem in Australien zahlreiche Preise und wurde in vielen anderen Ländern Minogues größter Erfolg in den 90er Jahren überhaupt. Einen großen Einfluss auf ihr künstlerisches Schaffen hatte auch der französische Fotograf und Musikvideoregissuer Stéphane Sednaoui, mit dem die Sängerin Mitte der neunziger Jahre liiert war. Sednaoui prägte zu diesem Zeitpunkt ihr Image mit unglamourösen Fotos und unterwarf es visuell einer kompletten Änderung. Für ihr zweites Deconstuction-Album Impossible Princess, nun von der Presse mit dem Etikett „Indie Kylie“ versehen, schrieb sie selbst die Texte und arbeitete u.a. mit den Manic Street Preachers zusammen, was eine künstlerische Weiterentwicklung erkennbar machte. Auf dem europäischen Markt wurde der Titel des Albums allerdings in Kylie Minogue geändert, da er angesichts des Todes von Prinzessin Diana unpassend schien – ein Marketing-Fehler, da bereits ihr vorheriges Album den gleichen Namen trug. Zudem wurde die Veröffentlichung von September 1997 auf März 1998 verschoben. Nachdem in Europa bereits die Singles Some Kind Of Bliss, Did It Again und Breathe recht erfolglos veröffentlicht wurden, floppte dann auch das Album. In Australien hingegen avancierte Impossible Princess zu Minogues erfolgreichster Veröffentlichung seit ihrem Debüt. Auch ihre Intimate & Live-Tour wurde Down Under ein von positiven Kritiken bedachter Kassenschlager, sodass sogar ein gleichnamiges Live-Album und mit Cowboy Style eine weitere Single auf den Markt kamen.
Ihr europäisches Label Deconstruction kündigte allerdings wegen relativer Erfolglosigkeit von Impossible Princess den Plattenvertrag mit Minogue. Dennoch zeigte sich die Sängerin gegen Ende der 90er Jahre künstlerisch äußerst experimentierfreudig. Dies stellte sie nicht nur mit ihren eigenen, kommerziell wenig erfolgreichen, Veröffentlichungen, sondern auch mit überraschenden musikalischen Zusammenarbeiten unter Beweis. So nahm sie 1997 mit dem japanischen Soundkünstler Towa Tei den Dancetrack G.B.I. auf, der einen absoluten Kultstatus im Underground erreichte, sich in den Charts allerdings nicht hoch platzieren konnte. Zusammen mit den Pet Shop Boys spielte sie das Stück In Denial (zu finden auf deren Album Nightlife) ein und sang das Duett The Reflex mit dem australischen Sänger Ben Lee für ein Duran Duran-Tributalbum gleichen Titels. Minogue hatte 1999 zudem kleinere Rollen in den beiden australischen Filmproduktionen Sample People und Cut, die allerdings erst 2000 wenig erfolgreich in den Kinos liefen. Sie spielte auch auf Barbados die Rolle der Miranda in dem Shakespeare-Stück Der Sturm und war damit erstmalig auf der Theaterbühne zu erleben. Dennoch erreichte Minogue durch ihren Auftritt als Unterwäschemodel für die schwedische Modekette H&M in einer europaweiten Werbekampagne 1998 mehr Aufmerksamkeit als mit ihrer Musik oder ihren anderen Projekten. Dies inspirierte sie dann auch zur Kreation ihres eigenen Love Kylie-Unterwäsche-Labels, das 2001 mit einer ersten Kollektion seine Markteinführung hatte.
Zeitgleich mit ihrer erfolgreichen Rückkehr auf die oberen Ränge der Musikcharts konnte Minogue auch wieder auf der Kinoleinwand punkten. So hatte sie 2001 als Green Fairy einen Cameo-Auftritt in Baz Luhrmanns erfolgreichem Musicalfilm Moulin Rouge!. Diese Rolle brachte ihr eine Nominierung bei den MTV Movie Awards 2001 als Best Cameo Performance ein.
Im selben Jahr gelang Minogue dann mit der Hitsingle Can’t Get You Out Of My Head aus ihrem achten Studioalbum Fever auch das ganz große internationale Comeback. Die von Cathy Dennis geschriebene Nummer schaffte in allen europäischen Ländern, mit Ausnahme von Finnland, den Sprung auf Platz 1 der Charts und auch in den USA verbuchte Minogue damit Anfang 2002 wieder einen Top 10-Erfolg. Aber nicht nur die erste Singleauskopplung, sondern auch Fever selbst wurde mit weltweit fast 7 Millionen verkauften Einheiten zu einem fulminanten Erfolg für die Sängerin. Allein in den USA verkaufte sich das Album über eine Million mal und schaffte es bis auf Platz 3 der US-Albumcharts. 2002 erhielt Minogue dann sowohl als beste internationale Sängerin als auch für das beste internationale Album einen Brit Award. Mit In Your Eyes und Love At First Sight folgten 2002 weitere international erfolgreiche Singleauskopplungen. Im April 2002 startete die Sängerin dann ihre Fever-Tour, die sie für fünf Konzerte auch nach Deutschland führte. Im Herbst 2002 wurde mit Come Into My World, von dem vor allem das Video unter der Regie von Michel Gondry und der Remix von Fischerspooner erwähnenswert sind, die letzte Single aus Fever veröffentlicht. Während der Fever-Ära inszinierte sich die Sängerin in Musikvideos, auf Photos und Plattencovern sowie bei Live-Auftritten als futuristisch anmutendes Pin-Up-Girl. In Deutschland brachte ihr dieses Image allerdings den von der Bild-Zeitung geprägten, eher unschönen, Beinamen „Geilie“ ein.
2003 veröffentlichte Minogue mit Slow dann eine Single, die sich stark vom Dance-Pop der erfolgreichen Auskopplungen aus Fever unterschied. Die avantgardistische, zusammen mit Emiliana Torrini geschriebene, Nummer eroberte dennoch in zahlreichen Ländern die Spitze der Charts und wurde von der Kritik äußerst positiv aufgenommen. Es folgte das Album Body Language, mit dem sich die Sängerin als gereifte Künstlerin etablieren wollte. So ließ sie sich für die dazugehörige visuelle Umsetzung von der französischen Filmikone Brigitte Bardot inspirieren und unternahm den Versuch sich von ihrem Seximage zu lösen, indem sie sich von der zunehmenden „Pornografisierung der Popkultur“ distanzierte. Zur Veröffentlichung des Albums gab die Sängerin dann ein einmaliges Konzert im Londoner Hammersmith Apollo. Von den Fans wurde Body Language aufgrund seiner R'n'B- und Hip-Hop-Elemente allerdings nicht sehr positiv aufgenommen. Insgesamt honorierten die Plattenkäufer Minogues musikalische und visuelle Veränderungen nicht, sodass Body Language an den Erfolg von Fever nicht anknüpfen konnte. Auch der letzte Schritt zu dauerhaftem Erfolg in den USA blieb ihr trotz – oder gerade wegen – US-Radio tauglicher Produktion von Body Language großteils verwehrt. Das Album und die sonst weltweit erfolgreiche Single Red Blooded Woman (2004) floppten dort. Dennoch konnte sich Kylie Minogue vor allem in der US-amerikanischen Clubszene als feste Größe etablieren und wurde in den Jahren 2003 bis 2005 in der Kategorie Best Dance Recording mit Love At First Sight, Come Into My World und Slow für den Grammy nominiert. Für den Titel Come Into My World erhielt sie 2004 den begehrten Preis.
Nach dem eher mäßigen Erfolg von Body Language legte Kylie Minogue im Herbst 2004 mit Ultimate Kylie ihr zweites, offizielles Greatest Hits-Album nach. Die 2 CDs umfassende Rückschau auf ihr bisheriges musikalisches Schaffen wurde zusammen mit den zwei neuen Songs I Believe In You und Giving You Up veröffentlicht. Vor allem I Believe In You, das die Sängerin mit den Scissor Sisters aufnahm, entwickelte sich zu einem Hit, der Minogues Erfolgserie in den internationalen Charts weiterführte und ihr im vierten Jahr in Folge eine Grammy-Nominierung in der Kategorie Best Dance Recording einbrachte. Eine Retrospektive ganz anderer Art bot die Ausstellung Kylie: An Exhibiton. Die Wanderausstellung tourte 2005 durch Australien und zeigte Kostüme und Outfits, die Minogue in ihrer fast zwanzigjährigen Karriere zu einer Stil-Ikone werden ließen. Allein im Arts Centre Melbourne wurden von Januar bis April 2005 fast 300.000 Besucher gezählt.
Mit Showgirl – The Greatest Hits Tour ging Minogue im Frühjahr 2005 auf Welttournee und gab auch drei ausverkaufte Konzerte in Deutschland. Geplant als ihre bislang größte Tour, musste die Sängerin nach Beendigung der europäischen Termine den australischen Teil der Tour im Mai 2005 überraschend absagen, da bei ihr Brustkrebs diagnostiziert wurde. Nach dem Bekanntwerden der Krankheit und dem dadurch weltweit ausgelösten Medienecho stieg die Zahl der Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchungen in Minogues Heimatland Australien enorm an. Mediziner sprachen deshalb von einem „Kylie-Effekt“, durch den sich 40 Prozent mehr Frauen zu einer Mammographie anmeldeten als sonst üblich. Minogue selbst wurde am 20. Mai 2005 in einer Melbourner Klinik erfolgreich operiert und unterzog sich anschließend in Paris, der Heimat ihres Lebensgefährten Olivier Martinez, einer sechsmonatigen Chemotherapie. Auf DVD wurde indes ein Live-Mitschnitt der Showgirl-Tour veröffentlicht, der im Mai 2005 in der Earls Court Arena in London aufgenommen wurde. Zu Weihnachten 2005 erschien zudem mit Over The Rainbow Minogues erste Veröffentlichung, die nur als digitaler Download erhältlich war. Bei dem Stück handelt es sich um eine Live-Version dieses durch Judy Garland bekannt gewordenen Evergreens aus dem Film The Wizard of Oz, den Kylie Minogue auf ihrer Showgirl-Tour interpretierte.
Kino
Australian Record Industry Association (ARIA-Award)
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