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Beim Langhauber handelt es sich um die klassische Bauform von Lkw und Bussen: Vorne befindet sich der Motor, gefolgt vom Fahrerhaus und der Ladefläche bzw. dem Fahrgastraum. Der Vorteil dieser Bauform ist die gute Zugänglichkeit des Motors bei Wartung und Reparatur. Die Nachteile der Langhauber bestehen einerseits in einer recht geringen Übersichtlichkeit für den Fahrer und andererseits in der Tatsache, dass der Vorbau mit dem Motor die Gesamtlänge des Fahrzeugs beträchtlich erhöht.
Nachdem die gesetzlichen Regelungen, die die zulässige Gesamtlänge beschränkten, immer restriktiver wurden, mussten sich die Nutzfahrzeughersteller Gedanken über optimierte Bauformen machen, um das Verhältnis von der für die Ladung nutzbaren Länge zur Gesamtlänge zu verbessern. Ein Schritt in diese Richtung bestand in der Konstruktion von Kurzhaubern, bei denen der Motor ein Stück in das Fahrerhaus hineingeschoben war.
Für die bessere Ausnutzung der Fahrzeuglänge noch besser geeignet war dagegen die Entwicklung von Frontlenkern, bei denen sich das Fahrerhaus über oder vor dem Motor befindet. Die ersten Frontlenker wurden schon in den 1930er-Jahren hergestellt - in erster Linie in den USA, aber auch in Deutschland, z. B. ab 1933 der Typ M10 von Magirus. Durchgesetzt haben sie sich jedoch erst nach dem Zweiten Weltkrieg, in Deutschland im Wesentlichen in den 1960er-Jahren. Der Nachteil dieser Konstruktion bestand zunächst in der erheblich schlechteren Erreichbarkeit des Motors, der nur durch zahlreiche Klappen und Öffnungen gewartet und repariert werden konnte. Bei vielen Fahrzeugen musste zum Ausbau des Motors die Vorderachse oder das ganze Fahrerhaus demontiert werden.
Dieses Problem wurde durch die Konstruktion von kippbaren Fahrerhäusern gelöst. Die ersten Frontlenker mit kippbarer Kabine erschienen ebenfalls schon in den 1930er-Jahren in den USA. Europäische Hersteller waren dagegen recht zögerlich, da Sicherheitsprobleme befürchtet wurden. Insbesondere fürchtete man, das Fahrerhaus könnte bei Vollbremsungen oder Unfällen abreißen und nach vorne schlagen. 1955 stellte der deutsche Hersteller Magirus-Deutz einen Frontlenker-Prototyp mit Kippkabine auf der Frankfurter IAA vor. Dieser stieß beim Publikum jedoch auf große Skepsis und ging nicht in Serie. Der erste europäische Lkw mit kippbarer Kabine, der serienmäßig hergestellt wurde, war der Typ L4751 Raske TIPTOP von Volvo aus dem Jahr 1962Website von Volvo Trucks: Volvo L4751 Raske TIPTOP, 3. Juni 2006. Als erster deutscher Hersteller nahm Krupp 1965 die Serienproduktion von Frontlenkern mit kippbarer Kabine auf, noch im selben Jahr gefolgt von MAN, Henschel und Faun. Mercedes-Benz hielt dagegen besonders lange an nicht kippbaren Frontlenker-Fahrerhäusern fest. Wegen ihrer vielen über das gesamte Fahrerhaus verteilten Wartungsklappen bekamen diese Lkw von Fahrern und Mechanikern schnell den Spitznamen „Adventskalender“. Noch bis 1984 wurden von Mercedes-Benz Frontlenker-Modelle mit feststehenden Kabinen hergestellt.
Einige Frontlenker-Lkw erhielten so genannte Unterflurmotoren, die sich hinter der Fahrerkabine unterhalb der Ladefläche befanden. Diese Bauart konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Bekanntester Hersteller solcher Fahrzeuge war die Firma Büssing aus Braunschweig. Bei Bussen wurde der Motor in der Regel entweder in die Fahrzeugmitte (Unterflurmotor) oder ins Heck (Heckmotor) verlegt.
Bei mittelschweren bis schweren Lkw haben die Frontlenker die Hauber in Deutschland und Europa fast vollständig verdrängt, ebenso bei Bussen. Am längsten konnten sich Lang- und insbesondere Kurzhauber im Bereich der Baufahrzeuge halten. Bei leichten Lkw und Kleintransportern ist der Kurzhauber jedoch noch heute üblich (z. B. Mercedes-Benz Vario, Iveco Daily, Ford Transit). Im Segment der Kleintransporter hat diese Bauweise den Frontlenker auf den europäischen Märkten sogar wieder zurückgedrängt. Im Ausland sind Hauber teilweise noch wesentlich weiter verbreitet als in Deutschland, zum Beispiel in den USA oder Australien. In Nordamerika sind Langhauber (z. B. der Marken Peterbilt, Kenworth oder Mack) besonders bei selbständigen Truckern nach wie vor sehr beliebt. Frontlenker werden dort als C.O.E. (für Cab over engine) oder kurz Cabover bezeichnet.
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