Kurt Schwitters (* 20. Juni 1887 in Hannover; † 8. Januar 1948 in Kendal) war ein deutscher Maler, Dichter, Werbegrafiker und Universalkünstler der Merzkunst.
Wegen seiner dezidiert unpolitischen Haltung und seinem eher spielerischen Kunstbegriff waren die Beziehungen zum Berliner Club Dada gespannt; Schwitters arbeitete jedoch zeitweise eng mit Hans Arp, Hannah Höch und Raoul Hausmann zusammen und unterhielt Kontakte zu Konstruktivisten wie dem Holländer Theo van Doesburg und dem Russen El Lissitzky. Er gab unregelmäßig eine Zeitschrift "Merz" heraus und arbeitete als Werbe- und Gebrauchsgrafiker unter anderem für Stadt Hannover und den Schreibwarenhersteller Pelikan; seine bekannteste Arbeit war die typographische Gestaltung für die Dammerstocksiedlung in Karlsruhe. Um 1928 wurde er Mitglied im Deutschen Werkbund. Den größten Teil seines Lebensunterhaltes sicherten ihm (nach dem Tod des Vaters 1931) Mieteinkünfte aus vier Häusern in Hannover.
Als Lyriker und Schriftsteller hinterließ Kurt Schwitters ebenfalls ein umfangreiches Werk. In seiner Jugend von Expressionisten wie August Stramm beeinflusst, markiert auch für den Dichter Schwitters das Jahr 1919 den Durchbruch zu einem eigenständigen Stil mit dem Gedicht "An Anna Blume". Bekannt wurde auch das groß angelegte Lautgedicht "Sonate in Urlauten" (oder "Ursonate"), das die Sonatenform nachbildet. Von diesem Text ist auch eine Tonaufzeichnung von Schwitters erhalten, dessen Vortragsqualitäten oft gerühmt wurden. Mit phonetischen oder typografischen Gedichten versuchte Schwitters, verschiedene Kunstgattungen zu verschmelzen. Seine erzählenden und dramatischen Texte sind experimentierfreudig und oft humoristisch.
Von den Nationalsozialisten als "entartet" verfemt, emigrierte er Januar 1937 nach Norwegen, wo er schon in den Jahren zuvor die Sommermonate verbracht hatte. In Norwegen entstanden 2 weitere Merzbauten, in Lysaker (zerstört 1951) und auf der Insel Hjertøya. Nach dem deutschen Überfall auf Norwegen floh er 1940 nach England. Er wurde interniert in Douglas, Isle of Man, und wohnte zuerst in London. Dort machte er Bekanntschaft mit Jack Bilbo, der Werke Schwitters in seiner The Modern Art Gallery ausstellte. Ab 1945 lebte er in Ambleside, im nordenglischen Lake District. In Elterwater konstruierte er einen letzten Merzbau (Merz barn), eine Arbeit, die er allerdings nicht zu Ende brachte. Er verstarb am 8. Januar 1948 in Kendal in der Grafschaft Westmorland. Todesursache war ein Lungenödem und eine Herzmuskelentzündung. Mit seinem Gesundheitszustand war es schon seit 1944 nicht zum Besten, wo er einen Schlaganfall nach einer schweren Grippe erlitt. 1946 hatte er einen körperlichen Zusammenbruch und zog sich auch noch einen Oberschenkelhalsbruch zu. Er wurde auf dem Friedhof St. Mary’s im nahegelegenen Ambleside beerdigt. Weder in Norwegen noch in England gelang es ihm, heimisch zu werden. Nach einer Überführung 1970 befindet sich seine Grabstätte (auch die seines Sohnes Ernst) auf dem Stadtfriedhof Engesohde (Abteilung 6) seiner Heimatstadt Hannover. Auf diesem Friedhof spielt übrigens auch sein 1946 im Exil entstandenes satirisches Stück "Das Familiengrab". Der Grabstein trägt das Motto "Man kann ja nie wissen". Zum Andenken an Kurt Schwitters sind zwei staatliche Oberschulen nach ihm benannt worden. Zum einen in Hannover und zum anderen in Berlin-Pankow.
Zahlreiche Schwitters-Bilder sind auch im Museum Insel Hombroich bei Neuss zu sehen.
Künstler | Deutscher Maler | Grafikdesigner | Dadaismus | Deutschsprachige Emigration | Deutscher | Mann | Geboren 1887 | Gestorben 1948
Kurt Schwitters | Kurt Schwitters | Kurts Šviterss | Kurt Schwitters | Kurt Schwitters | Kurt Schwitters
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Kurt Schwitters".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world