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Kurt Julius Goldstein (* 3. November 1914 in Dortmund) ist ein deutscher Antifaschist, Kommunist und Schriftsteller.

Leben


Goldstein wurde am 3. November 1914 in Dortmund-Scharnhorst geboren. Nach dem Abitur wurde Goldstein schon als Jugendlicher Mitglied der KPD. 1928 schloss er sich dem Kommunistischen Jugendverband Deutschland (KJVD) an und trat 1930 der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) bei. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten floh er 1933 nach Frankreich und arbeitete dort in der Landwirtschaft und als Gärtner. 1935 ging er für zwei Jahre nach Palestina. 1936–1939 kämpfte Goldstein als Interbrigadist im spanischen Bürgerkrieg.

Nach dem Sieg Francos wurde er in Frankreich im Internierungslager Le Vernet für drei Jahre gefangen gehalten und nach der deutschen Besetzung an Deutschland ausgeliefert und nach Auschwitz deportiert. Bei der Zwangsarbeit im Nebenlager Jawischowitz in den Kohlengruben leistete er weiter Widerstand und erhielt von der SS den Spitznamen „Judenkönig“. Goldstein überlebte 30 Monate im Konzentrationslager und im Januar 1945 auch den „Todesmarsch nach Buchenwald“. Hier wurde er am 11. April 1945 befreit.

Nach dem Krieg engagierte sich Goldstein zunächst in Berlin in der KPD/SED. Er arbeitete als Jugendsekretär der KPD und wurde Vorsitzender des Landesjugendausschusses in Thüringen. 1946 kehrte Goldstein in seine Heimatstadt Dortmund zurück und agitierte auch hier für die KPD. Als 1. Sekretär des FDJ-Zentralbüros in der Bundesrepublik siedelte er 1951 in die DDR über.

Dort war er Mitarbeiter des Zentralkomitee der SED. Zwischen 1957–1977 widmete sich Goldstein journalistischen Aufgaben. Er arbeitete in unterschiedlichen Positionen beim Deutschlandsender. 1971 wurde er für sieben Jahre Intendant des Senders Stimme der DDR.

Ab 1976 war er Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees und von 1982 bis 1991 Sekretär der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer in Wien. Seit 1994 ist er Ehrenvorsitzender des Interessenverbandes der Teilnehmer am antifaschistischen Widerstand, der Verfolgten des NS-Regimes und der Hinterbliebenen (IVVdN).

Goldstein ist Träger des Bundesverdienstkreuzes, arbeitet für viele internationale Organisationen, ist Ehrenpräsident des Internationalen Ausschwitz Komitees und Ehrenvorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten. Seit 1996 ist er Ehrenbürger Spaniens.

Bis heute berichtet er unermüdlich in Zeitzeugengesprächen, bevorzugt an Schulen, über die Zeit des schlimmsten Verbrechens der Menschheitsgeschichte.

Goldstein ist seit 1951 verheiratet, hat 5 Kinder und lebt in Berlin.

Zitate


Literatur


  • Rosemarie Schuder/Rudolf Hirsch: „Judenkönig/ Aus dem Leben des Kurt Julius Goldstein“, Köln 2004
  • Brand, Mechtild: „Geachtet – geächtet. Aus dem Leben Hammer Juden in diesem Jahrhundert“, Hamm 1991, S. 86-104

Werke


  • Kurt Julius Goldstein: „Wir sind die letzten – fragt uns/ Reden und Schriften 1974–1999.“, Bonn 1999
  • Kurt Julius Goldstein: „Infoblatt eines Zeitzeugengesprächs.“, ca. 2005

Weblinks


  • Jüdische Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Westfalen: Kurt Goldstein

Mann | Deutscher | Geboren 1914 | Autor | Träger des Bundesverdienstkreuzes | NS-Opfer | Person (Dortmund)

 

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