Kurt Donald Cobain (* 20. Februar 1967 in Hoquiam bei Aberdeen, Washington; † 5. April 1994 in Seattle) war Musiker, Dichter und Maler. Besondere Berühmtheit erlangte er als Sänger und Gitarrist der Band Nirvana, für welche er zudem fast alle Songs schrieb.
Mit dem Tod konfrontiert wurde Cobain im Jugendalter, als sein Großonkel Burle Suizid beging.
Mit Musik kam Cobain schon sehr früh in Berührung. Ein Aufnahmegerät bei seiner Tante wurde oftmals dazu benutzt, Töne, Geräusche und die eigene Stimme aufzunehmen. Als kleines Kind bekam er ein Kinder-Schlagzeug geschenkt. Seine Schwester zerstörte dieses jedoch sehr schnell mit einem Schraubenzieher. Zum 14. Geburtstag bekam Cobain schließlich von seinem Onkel Chuck seine erste Gitarre geschenkt, nachdem er zwischen einem Fahrrad und einer Gitarre hatte wählen können. Mit 15 Jahren (1982) lernte Cobain Krist Novoselic kennen, mit dem er gemeinsam musizierte. In den Folgejahren freundete sich Cobain auch mit Buzz Osborne (Sänger/Gitarrist) und Dale Crover (Schlagzeuger), beide von der Band The Melvins, an. Er und Crover spielten gemeinsam auch bei Fecal Matter, Cobains erstem Musikprojekt. Auch wenn der spätere Musikstil nur noch wenig mit dem der The Melvins zu tun hatte, beeinflusste ihn Love Buzz entscheidend und führte ihn an Indierock und Punkrock als Musik heran.
Mit 18 Jahren brach Cobain die Schule ab und zog nach Olympia, Washington. Dort lebte er zusammen mit seiner Freundin Tracy. Da er sich zwar öfters um Jobs bewarb, aber ihnen in den meisten Fällen schon nach ein paar Tagen nicht mehr regelmäßig nachging, ließ er sich von ihr mit „durchfüttern“, wodurch es in ihrer Beziehung zunehmend zu Spannungen kam. Zu diesem Zeitpunkt schrieb er About a girl, was sich auf Tracy bezog. In der Zeile I can´t see you every night for free spielt er darauf an, dass er öfters ausziehen und in seinem Auto übernachten musste, weil sie mit seiner Antriebslosigkeit nicht mehr zurecht kam.
Cobain litt schon sehr früh unter Magenproblemen. Ärzte konnten die Ursache dafür nicht genau diagnostizieren, was eine gezielte Behandlung unmöglich machte. Er selbst bezeichnete seine Krankheit daher als „Cobain's Disease“ (engl. Cobains Leiden). Möglicherweise sind die Ursachen für seine Magenprobleme schon in der frühen Kindheit zu suchen, da die schmerzhafte Erfahrung der Scheidung seiner Eltern den traumatisierten Cobain auch depressiv machte.
Im stressigen Touralltag verstärkten sich Cobains Magenprobleme stark. Der kurzzeitige Verzicht auf Alkohol und Zigaretten zeigte dabei keine Verbesserung. Durch die ersten Erfahrungen mit Drogen im musikalischen Umfeld entdeckte er diese auch als Mittel zur Schmerzlinderung. Ab 1990 nahm Cobain Heroin, nach der Veröffentlichung des Albums Nevermind 1991 spritzte er regelmäßig. Alle späteren Versuche Cobains, von der Droge wieder loszukommen, waren erfolglos, auch die sechs Therapieanläufe bis März 1994. Viele brach er sogar selbstständig ab, so dass starke Zweifel an der Ernsthafitgkeit seiner diesbezüglichen Absichten bleiben. Ende März 1994 musste aufgrund seiner Drogenprobleme die In Utero-Tour unterbrochen werden. Cobain war zuvor nach der Einnahme von über 50 Schmerztabletten in Verbindung mit Champagner ins Koma gefallen. Zynisch wirkt sein erster Satz, als er wieder erwachte, bedenkt man, was wenige Wochen später folgte: „Kann ich einen Erdbeer-Milchshake bekommen?“ Der auf Bitten seiner Bandfreunde und Ehefrau unternommene letzte Therapieversuch in Los Angeles war erfolglos. Er brach die Therapie frühzeitig ab, indem er aus dem Therapiezentrum flüchtete.
Kurt Cobain nahm sich am 5. April 1994 im Alter von 27 Jahren das Leben. Nachdem seine Mutter nach seinem Verschwinden am 5. April eine Vermisstenanzeige aufgegeben hatte, wurde seine Leiche am 8. April von dem Elektriker Gary Smith auf dem Dachboden seiner Garage in Seattle aufgefunden. Er hatte sich drei Tage zuvor mit einer Schrotflinte erschossen. In seinem Blut wurde eine dreifache Überdosis Heroin nachgewiesen.
Die popkulturelle und gesellschaftliche Einordnung seiner Band Nirvana stand unter den Zeichen einer veränderten Weltordnung (u.a. das Wegfallen des Ostblocks durch den Fall der Berliner Mauer 1989). Die Jugend dieser Zeit, der es aufgrund der gesellschaftlichen Veränderungen an Orientierung fehlte, wird häufig als Generation X bezeichnet. Vor allem sie wurde zur Zielgruppe der Band. Nirvana verkörperte eine Bewegung, die ein Bewusstsein für die gesellschaftliche und politische Ordnung transportieren wollte, fälschlicherweise aber genau als das Gegenteil verstanden wurde, nämlich als hoffnungs-, orientierungs- und lustlos. Von Nirvana gab es zahlreiche inhaltliche Bekenntnisse auf der Bühne, in den Medien und auf den eigenen Veröffentlichungen. Auch in den Texten der Songs finden sich Fragmente von politischen Botschaften, welche zu einem „orientierungslosen Slacker ohne Hoffnung und Freude“ nicht so recht passen mögen. So äußerte sich Kurt Cobain profeministisch, prohomosexuell, antirassistisch und zu anderen linkspolitischen Themen wie Polizeigewalt, Obrigkeitsstaat und Kirche.
Ein Bild aus den Tagebüchern von Kurt Cobain zeigt beispielsweise das Iron Maiden-Maskottchen Eddie, welches die Weltkugel mit seinen Krallen in zwei Stück reißt. Mit fletschenden Zähnen scheint das Monster mit einem Happen das nun in der Luft hängende Herz auffressen zu wollen. Daneben steht eine rückblickende persönliche Betrachtung der 1980er Jahre:
Die gesellschaftliche Bedeutung von Cobains Schaffenswerk ist nicht allein hinter dem Effekt zu suchen, dass die Band viele junge Menschen dazu inspirierte, selbst zum Instrument zu greifen um eigene Erfahrungen, Eindrücke und Erlebnisse darüber auszudrücken um sie so zu verarbeiten. Er und Nirvana brachen vielmehr öffentlichkeitswirksam mit gesellschaftlichen Normen und Codes und erreichten in der davon ausgehenden Breitenwirksamkeit mehr als nur eigene Fans. Vielmehr erfasste ein bestimmter Lifestyle und Habitus weltweit die Gesellschaft, welche sich diesen geänderten Bedingungen annahm und sie für sich umdeutete. Daher kann die Wirkung als eine Reform bestehender Verhältnisse beschrieben werden, die mit fortschreitender Etablierung jedoch wieder in die kritisierten kulturpolitischen Zustände zurück führte.
Als Maler und Zeichner hinterließ Cobain viele selbstangefertigte Comics, Gemälde und Zeichnungen sowie plastische Arbeiten, von denen eine auf der Rückseite des Albums In Utero zu sehen ist. Diese zeigt eine von Cobain in Rosa eingefärbte 3D-Collage. Hier liegen Föten und ausgewachsene Babys in einem Brei aus Blumen, Knochen und Innereien gehäuft. Das Bild erweckt skurrile Gefühle der Kälte. Um das Bild herum sind verschiedene Symbole aufgereiht, welche im Zusammenhang mit griechischer Mythologie stehen.
From The Muddy Banks Of The Wishkah (engl. Von den schlammigen Ufern des Wishkah) ist das zweite Live-Album, welches 1996 erschien. Es wurde vom Bassisten Krist Novoselic in Erinnerung an Kurt Cobain zusammengestellt. Er war enger Freund und Wegbegleiter Cobains. In Aberdeen, wo der Wishkah River auf die Sandbänke des Pazifischen Ozeans trifft entsprang die Band 1987 und begann ihre heruntergekommenen expressionistischen Eindrücke gemeinsam mit Musik zu verarbeiten. From The Muddy Banks Of The Wishkah fasst diese faszinierenden rauen Qualitäten der Band auf der Bühne zusammen und steht damit im Kontrast zum ersten Live-Album (MTV Unplugged In New York), welches dagegen feierlich, glamourös und anmutig erschien.
2002 wurde eine Best Of Zusammenstellung Nirvanas veröffentlicht, auf der viele Songs digital neu gemastert wurden. Außerdem enthielt diese Platte einen neuen Song („You Know You're Right“). Dieser war ein Vorgeschmack auf die bisher umfangreichste Zusammenstellung des Nachlasses des Musikers: With The Lights Out erschien am 19 November 2004 in den USA sowie am 22 November in Deutschland als Box-Set bestehend aus 3 CDs mit vorwiegend unveröffentlichten Demo Aufnahmen und Rohaufnahmen der Hits der Band und 1 DVD mit größtenteils unveröffentlichten Material.
Courtney Love veröffentlichte unter anderem auch die Journals - Kurt Cobains Tagebücher (2002), diese enthalten original abfotografierte Auszüge aus seinen Notizen, Entwürfen und Tagebüchern.
Gus van Sant verfilmte die letzten Tage Kurt Cobains in dem Streifen Last Days, der bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2005 Premiere feierte. Jedoch überlässt Van Sant dem Zuschauer großen Interpretationsspielraum. So ist Blake, der von Michael Pitt gespielt wird, Kurt Cobain nachempfunden. Asia Argento spielt die Freundin des Musikers. Drogenkonsum, der eigentliche Tod sowie Nirvana-Songs sind in dem Film nicht zu sehen oder zu hören.
Nick Broomfield veröffentlichte 1997 den Dokumentarfilm „Kurt and Courtney“, der das Leben, den Tod aus der Brille eines vermeintlichen Auftragsmordes zu beleuchten versucht.
2004 erschien zum 10. Todestag Cobains die Comic-Biografie Godspeed der Künstler Barnaby Legg, Jim McCarthy und Flameboy. Dieses Buch stellt Cobain unterhaltsam als tragischen Helden dar. Bei der näheren Beschäftigung mit Cobain und Nirvana jedoch eine verkürzte Darstellung, die mit der Persönlichkeit des Musikers nicht viel gemeinsamt hat.
2004 erschien unter anderem auch noch die Zusammenstellung „With the lights out“, die drei CDs mit Raritäten, sowie Demo-Versionen und nicht-veröffentlichte Songs enthält. Außerdem enthält „With the lights out“ eine DVD mit alten Probeaufnahmen von Nirvana.
2005 erschien Anfang November die CD „Sliver“ mit dem Untertitel „Best of the Box“. Darauf sind einige ausgewählte Songs der „With the lights out“-Box sowie drei bisher unveröffentlichte Demo-Versionen von bekannten Titeln (Spank Thru, Sappy, Come As You Are) enthalten. Nach eigener Aussage wurde dieses Album gemeinsam von Courtney Love und Tochter Frances Bean zusammengestellt, die so an das Erbe ihres Vaters herangeführt wurde.
Mann | US-Amerikaner | Gitarrist | Rocksänger | Geboren 1967 | Gestorben 1994
Кърт Кобейн | Kurt Cobain | Kurt Cobain | Kurt Cobain | Kurt Cobain | Kurt Cobain | Kurt Cobain | Kurt Cobain | Kurt Cobain | Kurt Cobain | Kurt Cobain | קורט קוביין | Kurt Cobain | Kurt Cobain | Kurt Cobain | カート・コバーン | Kurt Cobain | Kurt Cobain | Kurt Cobain | Kurt Cobain | Kurt Cobain | Kurt Cobain | Kurt Cobain | Кобейн, Курт Дональд | Kurt Cobain | Kurt Donald Cobain | Kurt Cobain | Курт Кобејн | Kurt Cobain | Kurt Cobain | 科特·柯本
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Kurt Cobain".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world