Als Kursive bezeichnet man in der Paläografie eine Handschrift, in der die Buchstaben normalerweise miteinander verbunden sind, d.h. in etwa das, was man heutzutage als "Schreibschrift" bezeichnet. Der Gegensatz dazu sind "gebauchte", "gesetzte" oder "kalligraphische Schriften".
Kursivschriften sind in der Geschichte der Schrift nicht immer üblich gewesen: Während die römische Antike Schrift umfangreich im Alltag einsetzte und dafür eine flüssige, verbundene Schrift entwickelte (ältere römische Kursive, jüngere römische Kursive), kannte das hohe Mittelalter keine auf dem Prinzip der Buchstabenverbindung beruhende Schrift. Erst seit dem 13. Jahrhundert hatte sich Schriftlichkeit durch Universitäten, Kaufleute und zentralistische Verwaltung wieder so weit verbreitet, daß eine neue Kursivschrift (gotische Kursive) entstand, auf der die deutsche Alltagsschrift der Neuzeit aufbaut (Kurrent). Außerhalb Deutschlands setzte sich die von dem Humanisten Niccolò Niccoli († 1437) entwickelte humanistische Kursive durch, auf der unsere moderne Schreibschrift aufbaut.