KEP-Dienste (Kurier, Express und Paketdienste, manchmal auch Kurier, Express und Postdienste) sind Logistikunternehmen, die sich heute nicht mehr nur auf den Kleinmarkt spezialisieren. Die Abgrenzungskriterien zu anderen Märkten sind u.a. Gewicht und Volumen der Sendungen, die Schnelligkeit des Güterversandes und der Service.
Unterteilung
Kurierdienste
Ein Kurierdienst (auch
Kurier oder
Bote genannt) befördert die Sendung persönlich und direkt vom
Absender zum
Empfänger. Der Unterschied zu einer
Spedition ist, dass Kuriere nicht linienmäßig verkehren, meist nur kleine Sendungen transportieren und auf Schnelligkeit ausgerichtet sind. Ein gutes
Beispiel sind die
Fahrradkuriere in
Großstädten.
Paketdienste
Paketdienste sind
Systemdienstleister, bei denen durch die hohe
Standardisierung die schnelle
Beförderung der Sendung sichergestellt wird. Die Laufzeit der Sendungen ist durch die festgelegte Arbeitsweise meist etwas höher als bei Expressdiensten. Außerdem gibt es Beschränkung der zum
Transport übernommenen Sendungen in Größe und Gewicht.
Expressdienste
Die großen Expressdienste sind genauso stark automatisiert wie Paketdienste, setzen aber besonders in den USA auf
Frachtflugzeuge. In Europa vermischen sich die Begriffe Paket- und Expressdienst wegen der geringen Entfernungen.
Serviceangebot
Die KEP-Dienste grenzen sich durch ein breites Serviceangebot von den
Speditionellen Angeboten ab. Diese zusätzlichen
Dienstleistungen werden durch ein höheres Beförderungs
entgelt vergütet und können meist je nach Bedarf vom Kunden zusätzlich ge
ordert werden.
Der Kunde kann noch während der Beförderung über
Internet oder
Telefon-
Hotline nachvollziehen wann sich sein Paket wo befindet. Nach
Zustellung beim Empfänger kann er sehen von wem dafür unterschrieben wurde oder ob der Empfänger die Annahme verweigert hat.
Schnellere Beförderung
Durch die Wahl eines schnelleren
Verkehrsmittels (z.B.
Transportflugzeug statt
LKW) bzw. durch Kurierfahrten lassen sich die Laufzeiten der Sendungen stark verkürzen.
Bevorzugte Zustellung
Die meisten KEP-Dienste bieten eine Zustellung der Sendung zu bestimmten Uhrzeiten an. Beispielsweise bis 8 Uhr bis 10 Uhr oder bis 12Uhr. Eine Zustellung bis 8 Uhr ist natürlich aufwendiger und somit teurer als eine Zustellung bis 12 Uhr.
Beförderung kritischer Sendungen
Einige KEP-Dienste sind in der Lage
Gefahrgut, Kunstwerke, sensible Geräte und Kühlsendungen zu transportieren.
Viele KEP-Dienste bieten ihren Kunden Softwarelösungen für den Versand an. Die Software druckt einen
Paketaufkleber und übermittelt die Sendungsdaten an die
EDV des KEP-Dienstleisters.
Einige KEP-Dienste bieten rudimentäre Schnittstellen für vorhandene ERP Softwarepakete wie z. B. SAP (XSI = eXpress Shipper Interface als Teil von LE = Logistics Execution) an. Der Integrationsaufwand ist
aber sehr hoch, weil es keine guten Standards gibt. Große Firmen fühlen sich verpflichtet Standards setzen zu wollen, weshalb sich große Firmen wie UPS, FedEx, DHL und SAP auf kein Format einigen können und es bleibt bei gutgemeinten Ansätzen. Plug-and-Play ist Lichtjahre entfernt.
In kleinen Firmen werden die Daten meistens doppelt erfasst, weil man sich den hohen Integrationsaufwand nicht leisten will.
Beispiel: SAP - UPS - Interface
SAP bietet dank XSI alle Daten an einer asynchronen Schnittstelle an (IDOC). SAP verbietet direkt auf die Datenbank zu gehen.
UPS bietet den Kunden die Software Worldship an und setzt auf ein ODBC Interface. Für SAP natürlich unbrauchbar. Ein einfaches XML-Interface funktioniert mit sehr vielen Restriktionen.
Die großen KEP-Dienste sind in der Lage Teile der
Logistik des Kunden abzuwickeln.(Lagerhaltung, Versand, kleine Fertigungsarbeiten)
Weitere Informationen
KEP-Dienste bei Wikipedia
Siehe auch
Weblinks
Postwesen
Logistik
Transportunternehmen