Berlin Eiermann Memorial Church.JPG am Ostende des Ku'damms]] Gedaechtniskirche-berlin.jpg
| Verlauf |
|---|
| Verlängerung der Tauentzienstraße |
| Breitscheidplatz |
| Joachimstaler Straße |
| U-Bahnhof Kurfürstendamm |
| Uhlandstraße |
| U-Bahnhof Uhlandstraße |
| Olivaer Platz |
| Adenauerplatz |
| U-Bahnhof Adenauerplatz |
| Joachim-Friedrich-Straße |
| Westfälische Straße |
| Kurfürstendammbrücke mit S-Bahnhof Halensee |
| Rathenauplatz |
Bis zum ersten Weltkrieg entwickelt sich der Kurfürstendamm in rasantem Tempo von einer vornehmen Wohnstraße des Neuen Westens zum Vergnügungs-, Kauf- und kulturellen Kommunikationszentrum. Als Bühne bürgerlicher Selbstdarstellung und Ort kulturellen Aufbruchs tritt er bald in Konkurrenz zur alten Prachtstraße Unter den Linden. Im Café des Westens treffen sich die Vorkämpfer des Expressionismus, Max Liebermann eröffnet die Berliner Sezession, im Lunapark jagen sich die Sensationen, Feuerwerk, Flottenspektakel, Buffalo Bill - der Kurfürstendamm kennt keine Grenzen.
Die Weimarer Republik sieht den Kurfürstendamm auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Er wird für viele zum Synonym der Goldenen Zwanziger Jahre.
Im Dritten Reich pfropfen die Nationalsozialisten dem international renommierten Boulevard ihre völkische Ideologie auf. Den Olympischen Spielen darf er 1936 mit seinem Flair noch internationalen Glanz verleihen, aber sein Niedergang hat schon begonnen. Die Nationalsozialisten hassen alles, was der Kurfürstendamm repräsentiert, intellektuelle Regsamkeit, internationale Verständigung, künstlerische Kreativität, Provokation, Freizügigkeit, Kommerz, Geist und Kultur. Sie vertreiben die Juden, die sein Erscheinungsbild und sein Image so entscheidend mitgeprägt haben. Damit höhlen sie seine Lebensgrundlage von innen her aus, lange bevor die alliierten Bomber sein Äußeres in Schutt und Asche legen.
Im Kalten Krieg wurde der Kurfürstendamm zum Schaufenster des Westens - Symbol für das Wirtschaftswunder, Demonstrationsobjekt für ein neu gefundenes Selbstbewußtsein. Nach der Teilung der Stadt durch die Berliner Mauer entwickelte sich hier das Geschäftszentrum West-Berlins, besonders am Ostende in der Nähe des Bahnhofs Zoo. Der Begriff Ku'damm wurde zum Inbegriff der Flaniermeile, einschließlich Straßenmusikanten am Breitscheidplatz.
Mit dem Fall der Mauer sank die Bedeutung des Ku'damms, da sich weitere kulturelle Möglichkeiten in Mitte, und am Potsdamer Platz boten. Derzeit ist die Flaniermeile langsam dabei, sich von diesem Umbruch zu erholen.
Berlin Theater am Kurfuerstendamm.jpg
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