| Wappen | Karte |
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| Wappen Kuppenheim.png | Karte_kuppenheim_in_Deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Baden-Württemberg |
| Regierungsbezirk: | Karlsruhe |
| Landkreis: | Rastatt |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 126 m ü. NN |
| Fläche: | 18,08 km² |
| Einwohner: | 7.599 (31. Dez. 2004) |
| Bevölkerungsdichte: | 420 ''Einwohner je km² |
| Ausländeranteil: | 9,5 % |
| Postleitzahl: | 76456 |
| Vorwahl: | 07222 |
| Kfz-Kennzeichen: | RA |
| Gemeindeschlüssel: | 08 2 16 024 |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Rathaus Friedensplatz 76456 Kuppenheim |
| Offizielle Website: | www.kuppenheim.de |
| E-Mail-Adresse: | stadt@kuppenheim.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Karsten Mußler |
Kuppenheim ist eine Stadt im Westen von Baden-Württemberg bei Rastatt.
Stadtmauerkuppenheim1.jpg Wann Kuppenheim gegründet wurde, ist unklar, sicher ist aber, dass es schon zur Römerzeit eine Ansiedlung auf Kuppenheimer Gemarkung gab, da hier die damals wichtigen Römerstraßen entlang der Vorberge des Schwarzwaldes führten, auf deren Fundamente noch heute z.B. die Landstraße L67 nach Baden-Baden entlangführt. Kuppenheim selbst wurde um 1095 erstmals urkundlich erwähnt. Es war zu dieser Zeit der bedeutendste Ort des Ufgaus, einer Landschaft gelegen zwischen der südlichen Ortenau und dem nördlichen Kraichgau. Zudem stellt die Murg die Grenze zwischen dem alemannischen und fränkischen Siedlungsgebiet dar. Altesrathaus1.jpg Im Jahre 1283 wurde die Stadt von den Grafen von Eberstein, die den Zenit ihrer Macht bereits überschritten hatten, an die Markgrafen von Baden verkauft. 1453 ist sogar von einer "Amptsstatt Cuppenheim" die Rede, zu der 14 Dörfer gehörten. 1535 wurde Kuppenheim zur Oberamtstadt erhoben mit über 22 Dörfern. Dieser Rang entspricht heute der "Hauptstadt" eines Landkreises. Doch im Zuge des Pfälzischen Erbfolgekrieges wurde Kuppenheim 1689 "bis auf ein Haus" niedergebrannt und verlor so seinen Status als Oberamtsstadt. Dieser ging auf die nunmehrige Residenzstadt der Markgrafschaft Baden-Baden, Rastatt über. Nach einem nur schleppenden Wiederaufbau zu Anfang des 18. Jahrhunderts wuchs die Stadt aber zusehends über die vormalige Stadtmauer hinaus. Die Reste der Befestigungsanlagen wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts geschleift, erhalten blieben nur Teile der Stadtmauer. Zu dieser Zeit wirkte in Kuppenheim als Stadtpfarrer Pfarr-Rektor Franz Joseph Herr, ein bedeutender Geist, der sowohl die Stadtkirche als auch die Antoniuskapelle renovieren bzw. neuerbauen ließ. Herr, ein unehelicher Abkömmling von Großherzog Karl Friedrich von Baden, ist Ehrenbürger der Stadt Kuppenheim. Rathaus-kuppenheim.JPG | Ochsengraben.jpg | Gewerbekanal.jpg Im Verlauf der Badischen Revolution fand bei Kuppenheim im Jahre 1849 ein Gefecht zwischen den Freischärlern und den preußischen Interventionstruppen statt. Auch im Rahmen der Belagerung der Bundesfestung Rastatt war preußisches Militär in Kuppenheim einquartiert.
Nachdem im Ersten Weltkrieg auch viele Kuppenheimer gefallen waren, traf die Depression der 20er Jahre die Stadt schwer. Erschwerend kam hinzu, dass Kuppenheim sich in der demilitarisierten Zone befand. Viele Bürger wanderten daher in dieser Zeit in die USA aus. In diesem Zusammenhang interessant ist, dass ein Auswanderer aus Kuppenheim in den USA im 19. Jahrhundert einen großen Textilkonzern aufbaute, der den Namen "Kuppenheimer" trug.
Auch die Zeit des Nationalsozialismus ließ Kuppenheim nicht unberührt. Schwer wog der Verlust des Stadtrechtes im Jahre 1935.
Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle der couragierte Stadtpfarrer Heinrich Geiler, ein weiterer Ehrenbürger der Stadt, der sich weder vor noch nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten, ungeachtet drohender persönlicher Folgen, auf der Kanzel und in seinem Kirchenblatt davon abhalten ließ, eine deutliche Sprache wider das Regime zu sprechen. Später wurde auch eine Straße nach ihm benannt. Im Zweiten Weltkrieg selbst kam Kuppenheim ansonsten glimpflich davon.
Im Jahre 1950 wurde Kuppenheim durch den Präsidenten des Landes (Süd-)Baden, Leo Wohleb das Stadtrecht wiederverliehen.
In der Zeit ab 1850 erlebte auch Kuppenheim einen industriellen Aufschwung. Weg vom reinen Bauerndorf entwickelte es sich durch die mittlerweile nicht mehr existente Kofferfabrik Schaeuble, der weitere gleichgelagerte Betriebe folgten - bis in die Nachkriegszeit wurde Kuppenheim als "Badische Kofferstadt" bezeichnet - sowie durch verschiedene mittelständische Unternehmen zu einer modernen Stadt.
Maßgeblich dazu beigetragen hat die Lage in der sogenannten "Technologieregion Karlsruhe", eingebettet zwischen den Automobilstädten Rastatt und Gaggenau sowie dem Weltbad Baden-Baden. Trotz der großen Industrialisierung der Region um Kuppenheim herum hat die Stadt ihr ländliches Erscheinungsbild bewahren können.
| Bilder vom Kuppenheimer Judenfriedhof | |||||
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| Judenfriedhof1.jpg | Judenfriedhof2.jpg | Judenfriedhof3.jpg | Judenfriedhof4.jpg | Judenfriedhof5.jpg | Judenfriedhof6.jpg |
Daneben veranstalten alle größeren Vereine in der Stadt zahlreiche Feste.
Ursprünglich im ganzen Landkreis Rastatt heimisch, hat sich dieser Brauch nur noch im Stadtteil Oberndorf erhalten. Er geht zurück auf die Sage von Pfingstkönig und -königin, welche vom Pfingstträg begleitet wurden. Dieser war ein fauler und Erbsen liebender Gesell, der vor lauter Gier nach den grünen Hülsenfrüchten stets zu spät zum Einzug des königlichen Paares erschien und dabei immer sein Pferd vergaß. Daher lautet der Spottspruch auf ihn:
"Pfingstträg, Pfingstträg, oha!
Hat Erbse g´fresse,
hat sei Roß im Stall vergesse!"
Immer an Pfingstmontag wird ein älterer Bub als Pfingstträg auserwählt und im Wald an geheimer Stelle so dicht mit Farnen und Weiden umpackt, daß er nicht mehr erkannt wird, aber auch kaum noch laufen kann. Unter dem Singen des o.g. Spottliedes wird er ins Dorf geführt, wo schon hunderte Leute auf ihn warten. Seine Begleiter sammeln dabei von den Anwohnern milde Gaben. Am Schluss wird er wieder in den Wald geführt und seiner Verkleidung entledigt.
Kuppenheim hat einen Bahnhof an der Murgtalbahn und ist somit an das Verkehrsnetz des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) angeschlossen, was Fahrten bis nach Bruchsal oder Freudenstadt ohne Umsteigen möglich macht. Vom Bahnhof aus fahren auch Busse u.a. direkt nach Baden-Baden in die Stadt hinein. Außerdem kann die Autobahn 5 von Kuppenheim aus innerhalb weniger Minuten über die vierspurig ausgebaute B462 erreicht werden.
Gründer war ein Mann, der den Namen seiner Heimatstadt als seinen Familiennamen trug: Jonas Kuppenheimer, geb. 6.3.1837. Er verlor seine Staats- und Bürgerrechte Ende 1857, als er seiner Einberufung nicht nachkam und wanderte daher alsbald von Kuppenheim nach Amerika aus, um sich in Terre Haute (Indiana) als Schreiber zu verdingen. Dort wurde er zu Beginn des amerikanischen Bürgerkriegs in eine Kompanie in Indiana eingezogen und 1862 wegen Dienstunfähigkeit entlassen. Dann kehrte er nach Terre Haute zurück und gründete dort mit seinem größeren Bruder Bernhard, der 1873 nochmal zu Besuch nach Kuppenheim zurückkehrte, einen Kleidergroßhandel. Jonas Kuppenheimer starb am 11.7.1902.
Seine Firma aber wuchs weiter und betrieb in guten Geschäftsjahren, die ungefähr von 1890 bis 1930 ihren Höhepunkt hatten, 167 Filialen in den USA. Doch im Laufe der letzten Jahrzehnte ging es mit „Kuppenheimer Men`s Clothiers" immer weiter bergab, bis 1996 überraschenderweise 44 der 87 verbliebenen Filialen geschlossen werden mussten. 1997 wurden die restlichen Filialen von „The Men`s Warehouse Inc.", einer erst 25 Jahre alten Handelskette mit über 330 Filialen, übernommen, so dass „Kuppenheimer Men`s Clothiers" vollständig von der Bildfläche verschwand.
Etwas ganz Besonderes stellten die alten Werbeplakate aus den 20ern und 30ern dieses Jahrhunderts dar, bei denen dem Betrachter wohl als erstes der Name Kuppenheimer ins Auge sticht. Diese wurden von dem ebenfalls aus Deutschland ausgewanderten Künstler Leyendecker angefertigt, der als erster versuchte, ein wenig Erotik in seine Werke zu bringen mittels Darstellung perfekter Körper.
Beide Bücher wurden von der Stadt Kuppenheim herausgegeben und können auch über die Stadtverwaltung bezogen werden.
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