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Eigenschaften

*3d104s1
63
29
Cu
Periodensystem
Nickel Kupfer Zink
Cu
Ag  
 
 
Allgemein Name, Symbol, Ordnungszahl Kupfer, Cu, 29 Serie Übergangsmetalle Gruppe, Periode, Block 11 , 4, d Aussehen lachsrosa, metallisch Massenanteil an der Erdhülle 0,01 % Atomar Atommasse 63,546 Atomradius (berechnet) 135 (145) pm Kovalenter Radius 138 pm van der Waals-Radius 140 pm Elektronenkonfiguration href="http://articles.gourt.com/de/Argon">Ar3d104s1 Elektronen pro Energieniveau 2, 8, 18, 1 Austrittsarbeit 4,44 eV Wertigkeit I, II, selten III oder IV 1. Ionisierungsenergie 745,5 kJ/mol 2. Ionisierungsenergie 1957,9 kJ/mol 3. Ionisierungsenergie 3555 kJ/mol 4. Ionisierungsenergie 5536 kJ/mol Physikalisch Aggregatzustand fest Modifikationen - Kristallstruktur kubisch flächenzentriert Dichte (Mohshärte) 8920 kg/m3 (3,0) Magnetismus diamagnetisch Schmelzpunkt 1357,6 K (1084,4 °C) Siedepunkt 2840 K (2567 °C) Molares Volumen 7,11 · 10-6 m3/mol Verdampfungswärme 300,3 kJ/mol Schmelzwärme 13,05 kJ/mol Dampfdruck 0,0505 Pa bei 1358 K Schallgeschwindigkeit 3570 m/s bei 293,15 K Spezifische Wärmekapazität 385 J/(kg · K) Elektrische Leitfähigkeit 35–58 · 106 S/m Elektrischer Temperaturkoeffizient 0.0039 1/K bei 20 °C Wärmeleitfähigkeit 401 W/(m · K) Linearer Wärmeausdehnungskoeffizient 16,4 · 10-6 1/K Chemisch Oxidationszustände 1, 2 Oxide (Basizität) Cu2O, CuO (leicht basisch) Normalpotential 0,342 V (Cu2+ + 2e- → Cu) Elektronegativität 1,9 (Pauling-Skala) Isotope
Isotop NH t1/2 ZM ZE MeV ZP
61Cu {syn.} 3,333 h ε 2,237 61Ni
62Cu {syn.} 9,74 min ε 3,948 62Ni
63Cu 69,17 % Cu ist stabil mit 34 Neutronen
64Cu {syn.} 12,7 h ε
β-
1,675
0,579
64Ni
64Zn
65Cu 30,83 % Cu ist stabil mit 36 Neutronen
66Cu {syn.} 5,088 min β- 2,642 66Zn
67Cu {syn.} 61,83 h β- 0,577 67Zn
NMR-Eigenschaften
63Cu 65Cu
Kernspin 3/2 3/2
gamma/rad/T 7,09 · 107 7,596 · 107
Empfindlichkeit 0,0931 0,114
Larmorfrequenz bei B = 4,7 T 53 MHz 56,8 MHz
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Wenn nicht anders vermerkt,
gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Kupfer (von lat. cuprum „Kupfer, Metall aus Zypern“) ist ein chemisches Element mit dem Symbol Cu und der Ordnungszahl 29. Es ist ein Metall der 4. Periode in der 11. Gruppe im Periodensystem. Als ein hervorragender Wärme- und Stromleiter findet es vielseitige Verwendung. Kupfer gehört außerdem zu den Münzmetallen.

Der lateinische Name cuprum ist abgeleitet von lat. aes cypriumErz von der Insel Zypern“.

Kupfer als Mineral


Kupfer_mineral_erz.jpg Kupfer kommt gediegen in der Natur vor. Das Schwermetall kristallisiert im kubisch-flächnenzentrierten (fcc = face centered cubic) Kristallsystem (Cu-Typ), hat eine zwischen 2,5 und 3 liegende Mohshärte und als blankes Metall eine helle, lachsrosa Farbe. Durch oberflächliche Patina-Bildung verändert sich das Metall auch rotbräunlich bis hin zu einem bläulichen Grün, wobei der Metallglanz verloren geht. Strichfarbe ist rosarot. Kupfer ist als sehr weiches Metall gut formbar und zäh. Der Schmelzpunkt liegt bei 1083,4 °C.

Vorkommen


Kupfer_Nugget.jpeg]]
Als gediegenes Element findet sich Kupfer hauptsächlich in basaltischen Laven, wo es sich meist durch Reaktion mit Minerallösungen hydrothermalen Ursprungs aus Eisenoxiderzen bildet. Es tritt meist roh oder in Form verzweigter Strukturen, so genannter Dendrite auf, selten auch in kristalliner Form. Der Anteil gediegenen Kupfers in der Natur ist allerdings sehr niedrig. In Form von Kupfererzen ist Kupfer dagegen ein sehr häufiger Bestandteil der Erdkruste. Es wird dann aus Kupferkies (CuFeS2), Kupferglanz (Cu2S), seltener auch aus Bornit (Cu5FeS4), Atacamit · Cu(OH)2, Malachit und anderen Erzen gewonnen. Besonders dekorativ sind Türkis, ein Kupferphosphat und Malachit, ein grünes, basisches Kupferkarbonat.

Die weltweit größten Vorkommen gibt es in Chile, den USA, Russland, Sambia, Kanada und Peru. Die wichtigsten Exportländer sind in der CIPEC organisiert. Zur CIPEC gehören u.a. Australien, Indonesien, Zaire sowie Papua-Neuguinea, auf dessen Insel Bougainville eine der weltgrößten Kupferminen 1988 zu einem Bürgerkrieg führte, dessen Folgen noch andauern. Historisch bedeutsam waren die Kupfergruben auf der Keweenaw-Halbinsel im Lake Superior/USA (weltweit grösstes Vorkommen von gediegen Kupfer; bereits in vorkolumbianischer Zeit gewonnen).

Eigenschaften


Kupfer tritt in den Oxidationsstufen 0, +1, +2, +3 und +4 auf, wobei +4 extrem selten ist (beispielsweise Cs2CuF6) und +2 die stabilste Oxidationsstufe in wässrigen Lösungen ist. Kupfer(II)-Salze (beispielsweise Kupfersulfat) sind meist von blauer oder grüner Farbe. Kupfer zeigt als Halbedelmetall ähnliche Eigenschaften wie die in der gleichen Gruppe stehenden Elemente Silber und Gold. So scheidet sich an einem Eisen-Nagel der in eine Lösung aus Kupfersulfat getaucht wird eine Schicht aus metallischem Kupfer ab, wofür Eisen als Eisensulfat in Lösung geht (siehe dazu auch: Spannungsreihe).

Verwendung


Kupfer wird für Münzen, Stromkabel, Schmuck, Besteck, Armaturen, Kessel, Präzisionsteile, Kunstgegenstände, Musikinstrumente, Rohrleitungen und vieles mehr verwendet.

Kupfer gr.jpg Für elektrische Kabel, Leiterbahnen und Bauteile, als auch für Wärmeableiter eignet sich Kupfer wegen seiner sehr guten elektrischen und thermischen Leitfähigkeit.

Im Kunsthandwerk wird Kupfer getrieben, das heißt durch hämmern verformt.

Auch werden Dächer mit Kupferblech gedeckt, auf denen sich dann eine beständige grünliche Patina bildet. Diese Patina schützt das darunterliegende Metall gut vor weiterer Korrosion, so dass Kupferdächer eine Lebensdauer von mehreren Jahrhunderten haben können.

Kupfer ist auch Bestandteil vieler Legierungen wie Messing, Bronze und Neusilber. Kupferlegierungen werden wegen ihrer guten Eigenschaften, wie Farbe, Korrosionsbeständigkeit, Preis, Verarbeitbarkeit gerne vielfältig eingesetzt. Man unterscheidet Knetlegierungen, was bedeutet, dass diese gut bei Normaltemperatur mechanisch verformt werden können, und Gusswerkstoffe (Rotguss, Bronzen).

Beispiel für Knetlegierungen sind das silberähnliche Neusilber, eine Kupfer-Zink-Nickellegierung, und das goldgelbe Messing, eine Kupfer-Zink-Legierung. Viele Münzwerkstoffe sind auf Kupferbasis hergestellt, so das „Nordisches Gold“ genannte Metall der goldfarbigen Euromünzen, eine Kupfer-Zink-Aluminium-Zinn-Legierung.

Auch Gegenstände mit silberweißem oder edelstahlartigem Erscheinungsbild sind in Wirklichkeit hoch kupferhaltige Legierungen, worin die kupfereigene Farbe durch ausreichenden Nickelzusatz verschwunden ist. Das Münzmetall der alten 1-DM-Geldstücke, sowie die hellen Anteile der Euromünzen bestehen aus Kupfer-Nickel-Legierungen.

Kupferverbindungen kommen in Farbpigmenten, medizinischen Präparaten und galvanischen Oberflächenbeschichtungen zum Einsatz. Kupfersalze färben die Flamme grün/blau (Spektralanalyse).

Reinstkupfer wird durch elektrolytischen Prozeß gewonnen, wobei das unreine Zementkupfer die Anode und Reinstkupfer die Kathode bilden. Nur die Kupferionen wandern zur Kathode.

Siehe auch: Kupferrecycling

Darstellung


Zur Darstellung von Kupfer wird aus Kupferkies (CuFeS2) zunächst sogenannter Kupferstein (Cu2S mit variierenden Gehalten an FeS, Cu-Gehalt ca. 70 %) gewonnen. Dazu wird das Ausgangsmaterial unter Zusatz von Koks geröstet und die erhaltenen Eisenoxide durch kieselsäurehaltige Zuschlagstoffe verschlackt. Diese Eisensilikat-Schlacke kann oberhalb des Kupfersteins leicht abgestochen werden.

  • Röstarbeit: 6 CuFeS2 + 10 O2 → 3 Cu2S + 2 FeS + 2 Fe2O3 + 7 SO2

  • Schmelzarbeit: Fe2O3 + C + SiO2 → Fe2SiO4 + CO2

Der so erhaltene Kuperstein wird zu Rohkupfer (auch Schwarzkupfer, Cu-Gehalt ca. 98 %) weiterverarbeitet. Dazu wird er glutflüssig in einen Konverter gegossen, in welchen Luft in die Schmelze eingeblasen wird. In einer ersten Stufe (Schlackenblasen) wird dabei das darin enthaltene Eisensulfid zum Oxid geröstet und dieses durch zugeschlagenes Quarz zur Schlacke gebunden, die abgestochen werden kann; in einem zweiten Schritt (Garblasen) werden zwei Drittel des verbleibenden Cu2S zu Cu2O oxidiert. Das Oxid setzt sich alsdann mit dem restlichen Sulfid zum Rohkupfer um.

  • Schlackenblasen: 2 Cu2S + 3 O2 → 2 Cu2O + 2 SO2

  • Garblasen: Cu2S + 2 Cu2O → 6 Cu + SO2

Das Rohkupfer wird nun elektrolytisch gereinigt und ergibt Elektrolytkupfer (auch Reinkupfer) mit einem Cu-Gehalt von 99,99 %.

Nachweis


Kupfer färbt die Boraxperle in der oxidierenden Flammenzone blau bis blau-grün, in der reduzierenden Flammenzone ist keine Färbung bemerkbar bzw. wird die Perle rot bis rotbraun gefärbt. Im klassischen Kationentrenngang wird Kupfer in der Schwefelwasserstoff-Gruppe gefällt und dort in der Kupfergruppe als blauer Komplex nachgewiesen. Letztere Färbung beruht darauf, dass Lösungen von Kupfer(II)-Ionen mit Ammoniak einen tiefblauen Kupfertetramminkomplex, bilden (siehe auch Komplexbildungsreaktion). Eine Kaliumhexacyanoferrat(II)-Lösung fällt Kupfer(II)-Ionen als Kupfer(II)-hexacyanoferrat(II), Cu2[Fe(CN)2. Diese Reaktion ist sehr empfindlich.

Kupferhalogenide leuchten in der Bunsenbrennerflamme grün.

Biologische Wirkung


Kupfer ist Bestandteil des Hämocyanin, das bei vielen Weichtieren und Gliederfüßern als Blutfarbstoff dem Sauerstofftransport dient. Auch bei allen höheren Lebewesen ist Kupfer als Bestandteil vieler Enzyme ein lebensnotwendiges Spurenelement. Der tägliche Bedarf eines erwachsenen Menschen beträgt etwa 2 Milligramm. Kupfer ist vor allen in Leber, Getreide, Gemüse und Nüssen enthalten.

In freier, nicht an Proteine gebundener Form wirkt Kupfer antibakteriell; man spricht hier wie beim Silber vom oligodynamischen Effekt (Oligodynamie), weshalb z. B. auch Blumenwasser, das in Kupfergefäßen aufbewahrt wird, nicht so schnell faul wird.

Die toxische Wirkung entsteht dadurch, dass Kupfer-Ionen an Thiol-Gruppen von Proteinen binden und Lipide der Zellmembran peroxidieren, was zur Bildung von freien Radikalen führt, welche die DNA und Zellmembranen schädigen. Beim Menschen ist dies der Fall z. B. bei Morbus Wilson, einer Krankheit, bei der vor allem die Leber betroffen ist. Kupfersulfat (Kupfervitriol) ist ein starkes Brechmittel und wurde deshalb zur Behandlung vieler Vergiftungen eingesetzt (beispielsweise durch weißen Phosphor).

Geschichte


Hendrick met de Bles 001.jpg, Mitte 16. Jahrhundert]] Kupfer, Gold und Zinn waren die ersten Metalle, welche die Menschheit in ihrer Entwicklung kennenlernte. Da Kupfer leicht zu verarbeiten ist, wurde es bereits von den ältesten bekannten Kulturen vor etwa 10.000 Jahren verwendet. Die Zeit seines weiträumigen Gebrauchs vom 5. Jahrtausend v. Chr. bis zum 3. Jahrtausend v. Chr. wird manchmal auch Kupferzeit genannt. In der Alchemie wurde Kupfer mit Venus/Weiblichkeit assoziiert.

Später wurde es mit Zinn und Bleianteilen zu Bronze legiert. Diese härtere und technisch widerstandsfähigere Legierung wurde zum Namensgeber der Bronzezeit. Die Unterscheidung von Blei und Zinn wurde erst mit wachsenden Metallkenntnissen eingeführt, so dass der Begriff Bronze aus heutiger Sicht nur auf die hochkupferhaltigen Zinn-Kupferlegierungen richtig angewendet ist.

Eine weitere goldgelbe Kupfer-Zink-Legierung, das Messing, war im antiken Griechenland bereits bekannt. Es wurde durch gemeinsames Verarbeiten der jeweiligen Erze erschmolzen, aber erst von den Römern stärker verwendet. In Altkolumbien wurde die Gold-Kupfer-Legierung Tumbaga häufig verwendet.

Die Gewinnung von Kupfer erfolgt in einer Affinerie.

Die größten Fördernationen


Die bedeutendste Fördernation für Kupfer ist mit großem Abstand Chile, gefolgt von Indonesien und den USA. In Europa sind Polen und ferner Portugal und Schweden zu nennen.

Die größten Fördernationen für Kupfer (2002)
Quelle: Handelsblatt Die Welt in Zahlen (2005)
Rang Land Fördermengen
(in Tsd. t)
1 Chile 4620
2 Indonesien 1167
3 USA 1140
4 Australien 876
5 Russische Föd. 844
6 Peru 843
7 Kanada 577
8 Polen 572
9 China 554
10 Kasachstan 432
Rang Land Fördermengen
(in Tsd. t)
11 Sambia 336
12 Mexiko 315
13 Argentinien 218
14 Papua-Neuguinea 211
15 Südafrika 130
16 Mongolei 120
17 Bulgarien 108
18 Indien 79
19 Portugal 77
20 Schweden 72

Weblinks


  • http://www.seilnacht.tuttlingen.com/Lexikon/29Kupfer.htm
  • Mineralienatlas – Kupfer
  • http://www.bayern.de/lfu/umwberat/data/chem/wasser/kupfer_2000.htm Thema Kupferrohre und Trinkwasser
  • http://www.kupfer.de Initiative Kupfer – Informationsquelle zum Einsatz von Kupfer in der Hausinstallation

Chemisches Element | Gruppe-11-Element | Periode-4-Element | Übergangsmetall | Mineral | Metall | Schwermetall | Elektrotechnischer Werkstoff | Kunsthandwerk

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