Als Kunstwort bezeichnet man ein Wort, das nicht mit den natürlichen Mitteln der Wortbildung einer Sprache gebildet und auch nicht aus einer anderen Sprache entlehnt wurde. Neu gebildete Kunstwörter gelten eine gewisse Zeit lang als Neologismen.
Die häufigsten Bildungsmuster für Kunstwörter sind: Zusammenziehung, Abkürzung und ungewöhnliche Kombination von Graphemen.
Beispiele:
Es ist nicht einfach, Kunstwörter von anderen Wörtern zu unterscheiden.
Bei den folgenden Wörtern
Es ist auch nicht einfach zu entscheiden oder festzulegen, ob es sich bei der Zusammenziehung um ein natürliches Mittel der Wortbildung handelt oder nicht, da der Terminus 'natürlich' in diesem Zusammenhang nicht klar definiert ist.
Kunstwort und Neologismus
Nicht alle Kunstwörter sind Neologismen. Ein lexikalisches Zeichen wird nur eine gewisse Zeit lang als Neologismus betrachtet. Mit zunehmender Verbreitung und Dauer des Gebrauchs werden sie zu etablierten Teilen des allgemeinsprachlichen Wortschatzes.
In der Werbung sollen wissenschaftlich klingende Kunstwörter oder falsch verwendete Wörter oft den Eindruck des Produktes beim potenziellen Kunden verbessern.
Beispiele:
Ein weiterer Aspekt ist die Internationalisierung: Markennamen müssen positive Assoziationen wecken und dürfen im internationalen Kontext keine missverständliche oder kontraproduktive Bedeutung haben. Kunstwörter bieten hier die Möglichkeit, Fettnäpfchen wie den "Pajero" von Mitsubishi zu vermeiden. Spezialisierte Agenturen entwickeln neue Wörter, die zwar aus bestehenden Wörtern oder Wortteilen entwickelt werden, selbst aber explizit bedeutungsfrei sein sollen (vgl. z. B. die Typen-Bezeichnungen des Auto-Herstellers Opel).
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