Hier der konkrete Grund, warum dieser Artikel auf den QS-Seiten eingetragen wurde:
unvollständig - diese Seite bedarf einer Überarbeitung:
1. wird m.E. noch nicht klar, was ein Lemma "Kunstbegriff" neben dem Artikel "Kunst", der vor allem die
Begrifflichtkeit von "Kunst" umfassen sollte, notwendig oder nützlich macht
(NB, gegen ein Lemma "Kunstwerk" hätte ich erst einmal nicht das Vergleichbare einzuwenden);
2. bedarf die Definition in der Einleitung in der jetzigen Form einer Präzisierung;
3. sind die Ausführungen, sowohl die zu "Kunstwerk", als auch zu Goodman, als auch zur Avantgarde
noch unzureichend und besser entweder durch Verweise auf eigene Artikel zu ersetzen
oder ausführlicher und (noch wichtiger:) genauer zu formulieren;
4. fehlt noch eine Darstellung aktueller wissenschaftlich-kunstgeschichtlicher "Kunstbegriffe"
(z.B. Performativität, Medialität etc.)
bitte mithelfen... danke! Preferto 02:25, 12. Mai 2006 (CEST)
Im Kunstbegriff einer Kultur oder Epoche drückt sich aus, was an Artefakten oder Handlungsweisen allgemein der Welt der Kunst, zumeist der Bildenden Kunst, zugehörig gehalten wird. Da sich die Wahrnehmung der Welt je nach Kulturkreis unterscheidet und dazu in stetem Wandel begriffen ist, ändert sich auch der Kunstbegriff im Laufe der Geschichte ständig und passt sich neuen gesellschaftlichen, technischen und geistesgeschichtlichen Gegebenheiten an.
Neben einer nachträglichen Erforschung des Kunstbegriffs einer Epoche oder Kultur durch die Kunstgeschichte bzw. Kunstwissenschaft gibt es bereits seit der Antike eine jeweils zeitgenössische Kunstliteratur, die mit einer spezifischen Kunsttheorie den Kunstbegriff ihrer Zeit zu fassen versucht.
Aktueller Diskurs
Zentrale Fragen zur Bestimmung des aktuellen Kunstbegriffs lauten:
Nach
Ludwig Wittgenstein und dessen
Familienähnlichkeitstheorie kann man ein Kunstwerk identifizieren, indem man
wesentliche einzelne Merkmale eines Werkes auch an anderen (älteren/unstrittigeren)
Kunstwerken feststellt, die somit als Menge aller Kunstwerke ein
Netzwerk von
Ähnlichkeiten bilden, ohne dass notwendigerweise alle
gemeinsam ein bestimmtes Merkmal aufweisen würden.
Heute unterliegt der
Kunstkritik, dem
Kunstmarkt und den Künstlern selbst die
Deutungshoheit darüber, was Kunst ist und was nicht.
Im Rahmen des sog.
Iconic Turn bekommen bildliche Darstellung und Bildwissenschaften neue Aktualität. So wird der Kunstbegriff in einer umfassenden
Bildwissenschaft diskutiert. Nach
Daniel Spanke ist das Bild eine Grundkonstante menschlicher Kultur, die jedoch in verschiedenen historischen, sozialen und ideelen
Kontexten zu unterschiedlichen Verständnissen von Bildern (
Paradigmen) führt, so etwa dem der „
Ikone“ oder eben dem der „Kunst“ und des „Kunstwerks“. Dieses Bildparadigma „Kunst“ lässt sich mit einem Kriterienkatalog beschreiben. So ist für das „Kunstwerk“ im Gegensatz etwa zur „Ikone“ die Bindung des Bildes an einen Künstler und dessen Lebensgeschichte wesentlich oder das Beobachten der jeweiligkeit der Ausführung. „Kunst“ ist danach keine
ontologische Eigenschaft von Objekten, sondern eine Art und Weise des Verstehens und auf ein solches Verständnis hinarbeitenden Bildermachens.
Aus der Annahme heraus, dass „Versuche, die Frage ‚Was ist Kunst?’ zu beantworten, meist mit Enttäuschung und Verwirrung enden,“ untersucht
Nelson Goodman im vierten Kapitel seines Buches
„Weisen der Welterzeugung“ die „Rolle des Symbolischen in der Kunst“. Im Hinblick auf den Kunststatus des „gefundenen Objektes“ (
objet trouvé) und der
Konzeptkunst befragt er die Verhältnismäßigkeiten zwischen Kunstwerken und Symbolen und formuliert die Frage „Wann ist Kunst?“.
Erweiterter Kunstbegriff
Seit Entstehung der
Avantgarde in der
Moderne arbeitet die
zeitgenössische Kunst am Projekt der Erweiterung des Kunstbegriffs. Der
Dadaist
Hugo Kersten 1914:
Das oberste und letzte Kunstgesetz ist: jedes zu brechen! Ein
erweiterter Kunstbegriff in der neueren und zeitgenössischen Kunst zielt darauf ab, auf Feldern tätig zu werden, die im allgemeinen Kunstverständnis der Kunst noch nicht oder nicht mehr zugerechnet werden. Der Begriff wurde v. a. /vor allem durch
Joseph Beuys' Verwendung populär. Dabei können reine
Ideen ebenso zu Kunst werden (wie in der
Konzeptkunst) wie technisch bewusst Unperfektes oder Kunsthandwerkliches. Ebenso werden politisches Handeln und soziologische Forschung als ein Feld für Kunst betrachtet oder wissenschaftliche Experimente auf künstlerisch-philosophische Inhalte untersucht.
Siehe auch
- Eine Geschichte des europäischen Kunstbegriffs findet sich im Artikel Kunst.
- Eine ausführliche Behandlung widmet diesem Thema außerdem der Artikel Ästhetik.
- Eine Beschreibung des Kunstbegriffs asiatischer und afrikanischer Kulturen findet sich in den Artikeln asiatische und afrikanische Kunst.
außerdem:
Literatur
- Roland Bluhm, Reinold Schmücker: Kunst und Kunstbegriff, Mentis-Verlag, 2002
- Joseph Beuys, Matthias Bleyl (Herausgeber): Joseph Beuys. Der erweiterte Kunstbegriff, J. Häusser, Darmstadt 1996
- Stephen Davies, Definitions of Art, Cornell University Press, New York 1991
- Clement Greenberg, Die Essenz der Moderne, Fundus
- L. Hieber, S. Moebius und K.-S. Rehberg (Hg.), Kunst im Kulturkampf, Bielefeld: transcript-Verlag 2005
Weblinks
- http://ddragon.interratec.de/wgkun01.php - Eine Kunsthistorikerin über den Kunstbegriff, und über die Frage, was Kunst ist
- http://www.wissen24.de/vorschau/40470.html - Intrinsische und extrinsische Eigenschaften von Kunstwerken in Nelson Goodmans Frage nach der Rolle des Symbolischen in der Kunst
- http://demo.sfgb-b.ch/tg/daniel_the50ies/beuys.htm - Zu Beuys und seinem Kunstbegriff
- http://www.phil-hum-ren.uni-muenchen.de/php/Sprigath/Menetekel.htm#Stelle61 - Die Gefühlswirkung der Kunst - ein Menetekel für die Kunstgeschichtsschreibung
- http://www.fiu-verlag.com Zu Joseph Beuys und dem Erweiterten Kunstbegriff
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