Der Lieferantenkredit ist ein Kredit, den ein Lieferant seinen Kunden durch Gewährung eines Zahlungsziels einräumt. Der Lieferantenkredit ist eine übliche Form der Finanzierung des Warenumschlags und wird meist für 30 bis 90 Tage gewährt. Zahlt der Kunde vor Ablauf des Zahlungsziels, so kann er Skonto abziehen. Der Skontosatz kann konstant oder nach Zeitspannen gestaffelt sein. Zur Sicherung des Lieferantenkredits wird vom Gläubiger meist der Eigentumsvorbehalt gewählt.
Effektiver Jahreszinssatz = Skontosatz * 360/Skontobezugsspanne
Skontobezugsspanne = Zahlungsziel - Skontofrist
Beispiel: Skontosatz = 3 %, Zahlungsziel = 30 Tage, Skontofrist = 10 Tage
Effektiver Zinssatz = 3 % * 360 Tage/Jahr / 20 Tage = 54 %/Jahr
Die exakte Formel zur Berechnung des effektiven Jahreszinssatzes lautet (vgl. Lauer, 1998, S. 64 ff.): Effektiver Jahreszinssatz = Skontosatz/(100 - Skontosatz) * 360/Skontobezugsspanne
Im Beispiel gilt:
Effektiver Zinssatz = 3% / 97 % * 360 Tage/Jahr / 20 Tage * 100 % = 55,67 %/Jahr
Kunden bekommen von ihren Lieferanten in den Zahlungsbedingungen meist eine Zahlungsfrist (Zahlungsziel) von z.B. 30 Tagen für ihre Rechnungen eingeräumt. Innerhalb dieser Frist gibt es eine weitere Frist von z.B. 10 Tagen, während der dem Kunden ein Abzug von Skonto gewährt wird. Überzieht der Kunde diese Frist, ist der Lieferantenkredit in der Regel sehr teuer. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit ist es häufig sinnvoller, einen Kontokorrentkredit aufzunehmen und die Rechnung innerhalb der Skontofrist zu bezahlen.
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