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Kulturapfel
Apfelbaum.jpg
: Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
: Rosenähnliche (Rosidae)
: Rosenartige (Rosales)
: Rosengewächse (Rosaceae)
: Kernobstgewächse (Maloideae)
: Äpfel (Malus)
: Kulturapfel
Wissenschaftlicher Name Malus domestica Borkh. Der Kulturapfel oder auch kurz Apfel (Malus domestica) ist eine weithin bekannte aus der der Äpfel in der der Rosengewächse (Rosaceae). Er ist eine wirtschaftlich sehr bedeutende Kulturobst-Art aus der Unterfamilie der Kernobstgewächse (Maloideae).

Als die typische Frucht symbolisieren der Apfel – insbesondere als Goldener Apfel – und der Apfelbaum das Themenumfeld Sexualität (Liebesapfel), Fruchtbarkeit und Leben, Erkenntnis und Entscheidung (Zankapfel), Reichtum.

Entstehung und Herkunft


Apfelbluete2.jpg Der Kulturapfel ist eine Zuchtform, die nach bisherigen Vermutungen durch Kreuzung des auch heute noch wild vorkommenden Holzapfels (Malus sylvestris) mit Malus praecox und/oder Malus dasyphylia entstanden ist. Neuere gentechnische Untersuchungen weisen dagegen auf eine Abstammung vom Asiatischen Wildapfel (Malus sieversii) hin.

Die ursprüngliche Heimat des Kulturapfels liegt möglicherweise in Asien. Wie und wann er nach Mitteleuropa gelangte, ist nicht bekannt. Die wahrscheinlichste Verbreitungsmöglichkeit sind Handelswege, da die Frucht seit früher Zeit als lebensverlängerndes Heilmittel galt.

Beschreibung


Apfelbluete-3D-2.jpg

Habitus und Belaubung

Der Kulturapfel ist ein sommergrüner Baum, der im Freistand eine etwa 8 bis 15 m hohe weit ausladende Baumkrone ausbildet. Tatsächlich ist diese Wuchsform selten zu beobachten, da die einzelen Sorten in Verbindung mit ihren Unterlagen eine davon oft stark abweichende Wuchshöhe zeigen (als Extremfall der Spindelbusch), die darüberhinaus durch den Schnitt nicht zur Ausprägung kommt.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind oval bis eiförmig oder elliptisch, meist gesägt, selten ganzrandig und manchmal gelappt.

Blütenstände und Blüten

Einzeln oder in doldigen Schirmrispen stehen die Blüten. Die fünfzähligen, radiären Blüten sind bei einigen Sorten halbgefüllt oder gefüllt, meist flach becherförmig, häufig duften sie und haben meist einen Durchmesser von 2 bis 5 cm. Die fünf Kronblätter sind weiß bis leicht rosa, im knospigen Zustand sind immer deutlich rötlich. Je Blüte sind viele Staubblätter und fünf Fruchtblätter vorhanden.

Früchte


Das fleischige Gewebe, das normalerweise als Frucht bezeichnet wird, entsteht nicht aus dem Fruchtknoten, sondern aus der Blütenachse; der Biologe spricht daher von Scheinfrüchten. Die Apfelfrucht ist eine Sonderform der Sammelbalgfrucht. Ein Balg besteht aus einem Fruchtblatt, das an einer Naht mit sich selbst verwächst. Innerhalb des „Fruchtfleisches“ entsteht aus dem balgähnlichen Fruchtblatt ein pergamentartiges Gehäuse. Im „Fruchtfleisch“ selbst sind höchstens noch vereinzelt Steinzellennester enthalten.

Aufgrund der enzymatischen Bräunung wird das „Fruchtfleisch“ dort, wo es nicht durch die Schale geschützt ist, je nach Sorte verschieden schnell braun. Das ist gesundheitlich unbedenklich, beeinflusst jedoch die medizinische Heilwirkung.

Es wird oft gesagt, dass Äpfel nicht ganz gegessen werden sollen, da ihre Kerne Blausäure enthalten. Der Blausäuregehalt von Apfelsamen ist allerdings sehr gering und somit unbedenklich beim Essen von ganzen Äpfeln.

Apfelanbau


Bereits die Kelten und Germanen verarbeiteten die wohl kleinen und harten Früchte des einheimischen Apfels. Sie verkochten das Obst zu Mus und gewannen Most daraus. Den Saft vergor man zusammen mit Honig.

Den Apfelobstbau, so wie wir ihn heute kennen, haben letztlich die Römer eingeführt. Sie begannen laut Quellenlage mit der gezielten Züchtung und brachten die Kunst des Pfropfens und Klonens in ihre Kolonien und Provinzen. Seit dem 6. Jahrhundert hat man den Apfel in Mitteleuropa bewusst angebaut. Seit dem 16. Jahrhundert wurde er dann auch zu einem Wirtschaftsgut.

Kultur

Die Kultur gelingt am besten in mäßig nährstoffreichem, feuchtem, aber wasserdurchlässigem Boden in voller Sonne oder halbschattig. Sie sind voll frosthart.

Die Keimlinge (aus den Kernen = Samen) eines Apfels sind in den seltensten Fällen sortenrein. Für die Erhaltung und Zucht von Apfelsorten eignen sich daher nur die unterschiedlichen Techniken der vegetativen Vermehrung. Dabei wird grundsätzlich eine Unterlage, d. h. eine Sorte, die ausschließlich für den Wurzel- oder Stammaufbau zuständig ist, mit einem einjährigen Trieb der gewünschten Edelsorte veredelt. Diese bildet mit ihren Zweigen in den folgenden Jahren die Baumkrone bzw. die fruchttragenden Baumteile. Die Unterlagen selbst waren früher aus Kernen gezogene Sämlinge, mittlerweile wird mit speziellen Unterlagenzüchtungen eine für den Erwerbsobstbau geeignete Pflanzencharakteristik erzielt. Aus Apfelkernen gezogene Unterlagen bilden mächtige Wurzeln und Stämme aus, tragen erst nach 8 bis 10 Jahren Früchte und sind Grundlage historischer Streuobstanlagen oder Einzelbäume. Die nach den gewünschten Eigenschaften selektierten und vegetativ vermehrten Unterlagen für den Erwerbsobstbau bilden kaum Holz (solche „Bäume“ brauchen lebenslang Stützkonstruktionen), wurzeln flach, sodass in trockenen Perioden künstliche Bewässerung notwendig ist, bringen jedoch bereits nach wenigen Jahren den gewünschten Fruchtertrag.

Vermehrung

Apfe-auf-Naehrboden.jpg

Zur Vermehrung von Unterlagen werden Apfelkerne im Herbst im Saatbeet gesät. Sie müssen durch Kälteeinwirkung keimfähig gemacht (stratifiziert) werden. Apfelkerne verfügen häufig über keimhemmende Substanzen, die erst durch Gärungsprozesse abgebaut werden - Kerne aus Pressgut (Trester) eignen sich daher besonders für die Keimung, während Kerne, die man einfach beim Apfelessen zur Seite legt, selten keimen. Die kleinen Apfeltriebe können dann in den folgenden Jahren veredelt werden.

Die angebauten Apfelsorten werden, sobald sie als Sorte stabil und interessant sind, durch vegetative Vermehrung - Klonen (ungeschlechtliche Vermehrung, die von einem geschlechtlich gezüchteten Individuum ausgeht) oder durch Veredelung/Pfropfen auf einen Apfelstamm (meist auch nur auf einen bewurzelten Zweig (geringere Kosten)) vermehrt.

Die Gefahr ist groß, dass Sorten unwiederbringlich verloren gehen. Im Prinzip reicht ein Apfelbaum (nicht sehr langlebig, etwa 100 Jahre, z. B. Linden sind dagegen erst mit 300 Jahren ausgewachsen und werden etwa 2000 Jahre) aus, um eine Apfelsorte zu erhalten, da jeder Apfel durch Veredelung oder Klonen in beliebiger Zahl reproduziert werden kann.

Heute wird versucht, den in der hohen Sortenvielfalt steckenden genetischen Reichtum durch Rückkreuzung, Bestimmen und Sammeln alter Baumbestände (Zufallsfunde) und Neuzüchtungen zu erhalten und zu vergrößern oder zumindest die Verarmung zu verlangsamen. Mit Gendatenbanken, Gengärten und Genbaumschulen bereitet man sich auf neue Krankheiten, (Inhaltsstoffe, Resistenz) und neue Umweltbedingungen vor. Da der Erhalt alter Baumsorten schlecht kommerziell genutzt werden kann, ist es schwierig, diese aufwändige Arbeit mit der Industrie umzusetzen. (siehe auch: genetischer Flaschenhals). Ein Refugium für alte Apfelsorten sind Streuobstwiesen. (Siehe auch: Artenvielfalt).

Schädlinge, Krankheiten, Unwetter

Apfelbaumkäfer ugglan.jpg Der Feuerbrand ist die derzeit (2006) bei weitem folgenschwerste Bedrohung für den Obstbau in Mitteleuropa.

Folgende Schädlinge und Krankheiten können im Apfelanbau Probleme hervorrufen:

  • Blattschäden, die die Photosyntheseleistung des Baumes schwächen und zu vermindertem Fruchtertag führen:
  • Fruchtschäden, die den Ertrag im Wert mindern oder ganz unbrauchbar machen:
    • Blattläuse sondern auch ein Sekret ab, das die Früchte klebrig macht.
    • Die Weibchen des Apfelblütenstechers legen im Frühjahr ein Ei in ein Knospe. Die Larve frisst diese aus und schneidet anschließend die Blütenblätter an. Dadurch entfalten sich die Blüten nicht und folglich bildet sich keine Frucht.
    • Die Larven des Apfelwicklers befallen die Früchte (umgangssprachlich als "wurmstichig" bezeichnet).
    • Apfelschorf befällt die Früchte und ist ein rein ästhetisches Problem; es macht die Äpfel für Verkaufszwecke unansehnlich, kann jedoch gerade ein Indiz für spritzmittelfreie Kultur sein.
  • Pflanzenschäden, die den ganzen Baum schwächen, oder gar zum totalen Absterben führen können:

Darüber hinaus können im genzen Obstbau auch Wind–, Schneebruch oder Hagelschlag sowie extreme Spätfröste regional zu gravierenden Ernteausfällen führen.

Anbaugebiete

Sg fexx 09.JPG]] Apfel-Obstbau-Plantage.jpg Grosse Apfelkulturen (Apfelplantagen) finden sich meist in den Randgebieten klimatisch begünsigter Weinbaugebiete, Streuobstwiesen und Apfelbaum-Alleen sind im Alpenraum weit verbreitet, Alleen auch in Mecklenburg, aber auch anderen deutschen Landen noch häufig anzutreffen.

Klassische Obsterwerbsanbaugebiete in Mitteleuropa sind:

Nord- und Mitteldeutschland: Meckenheim (Rheinland), Wetterau (Hessen), Werder (Havel), Altes Land, Borthen bei Dresden, Muldental und Kohrener Land in Sachsen, Pfalz
Alpenraum: Rund um den Bodensee, Südost-Steiermark (Apfeldorf Puch bei Weiz, Steirische Apfelstraße), Mostviertel, Südtirol

Die wirtschaftlich bedeutendsten Apfelanbaugebiete Mitteleuropas sind die Normandie und die Poebene.

Von der Südhalbkugel – vor allem aus Neuseeland, Chile und Argentinien – werden Äpfel in grossen Mengen importiert und decken großteils die Apfelnachfrage im Winter und Frühling.

Die größten Apfelproduzenten

Die mit Abstand bedeutendste Apfel-produzierende Nation ist China, gefolgt von USA, Polen und Frankreich. Folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die größten Produzenten von Äpfeln weltweit:

Die größten Produzenten weltweit (2004)
Quelle: Handelsblatt Die Welt in Zahlen (2005)

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 Rang  Land  Menge 
 in Tsd. t 
   1 China 20.503
   2 USA 4.290
   3 Polen 2.500
   4 Frankreich 2.400
   5 Iran 2.350
   6 Türkei 2.300
   7 Italien 2.012
   8 Russische Föderation    1.900
   9 Deutschland 1.600

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 Rang  Land  Menge 
 in Tsd. t 
   10 Indien 1.470
   11 Argentinien    1.262
   12 Chile 1.100
   13 Brasilien 978
   14 Japan 881
   15 Ukraine 850
   16 Rumänien 810
   17 Südafrika 701
   19 Ungarn 680

Sorten


Allgemeines

Die älteste dokumentierte Apfelsorte ist vermutlich der 'Borsdorfer Apfel', der bereits 1170 von den Zisterziensern erwähnt wurde.

Um 1880 waren mehr als 20.000 Apfelzüchtungen/Sorten weltweit in Kultur, allein in Preußen/Deutschland über 2.300 Sorten (politisch geförderte/motivierte Züchtung zur Versorgung des Großraumes Berlin). Die regionale Sortenvielfalt war sehr hoch. In Deutschland gibt es heute ungefähr 1.500 Sorten, von denen lediglich 60 wirtschaftlich bedeutend sind. Im Gartenhandel sind zur Zeit nur noch etwa 30 bis 40 Sorten mit sinkender Tendenz käuflich. In Europa machen vier gängige Apfelsorten nahezu 70 % des Gesamtangebotes am Apfelfrucht-Markt aus.

Wirtschaftlich bedeutende Sorten

Die Apfelsorten, die im Großanbau normalerweise angebaut werden, sind auf die Anforderungen des Frischmarktes im Lebensmitteleinzelhandel ausgerichtet. Die Äpfel müssen knackig, saftig sein, sowie eine gute Lager- und Transportfähigkeit aufweisen. Viele lokale Sorten werden diesen Anforderungen nicht gerecht, daher werden im Erwerbsobstbau wesentlich weniger Sorten, die oft weltweit verbreitet sind, angebaut.

Fruechte-des-Kulturapfels.jpg Die Auswahl ist grob, absteigend nach wirtschaftlicher Bedeutung, sortiert.

Bei den Sorten wird unterschieden zwischen (siehe auch Apfelsorten):

Nutzung


Äpfel werden sowohl zum Obstanbau als auch zur Zierde (Blüten, Früchte) angepflanzt. Zusätzlich wird ihnen eine Wirkung als Heilmittel zugeschrieben. Äpfel reifen nach der Ernte nach, sie zählen zu den klimakterischen Früchten.

Nahrungsmittel

Apfel-als-Nahrungsmittel.jpg Der Apfel ist in Deutschland mit einem Jahresprokopfkonsum von über 17 Kilogramm Früchten vor Bananen oder Birnen das meist gegessene und auch das beliebteste Obst. Bei Umfragen gaben 2/3 der Deutschen den Apfel als das von ihnen favorisierte Obst an. Beim Rohverzehr wird zumeist das Kerngehäuse verschmäht. Die Früchte vieler Wildäpfel kann man entsaften und zu Apfelgelee verarbeiten, einige sind erst gekocht genießbar. Wegen des hohen Ertrags gepaart mit dem hohen Wasseranteil der Apfelfrüchte ist der Apfel das Saftobst schlechthin. In Deutschland liegt sein Anteil an der gesamten jährlichen Obsternte bei 60 Prozent. Das meiste davon wird verflüssigt: 450 Firmen produzieren hierzulande alljährlich eine Milliarde Liter Apfelsaft. Unter den 41 Litern Fruchtsäften und –nektaren, die jeder Bundesbürger laut dem deutschen statistischem Bundesamt pro Jahr konsumiert, ist der Apfelsaft Spitzenreiter mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 11,7 Litern. Danach erst kommt Orangensaft mit 9,8 Litern. Bei der Apfelsaftherstellung ist ein hoher Säureanteil wichtig, weshalb man dabei auf die säurehaltigeren älteren Sorten aus dem Streuobstanbau und aus Privatgärten zurückgreift, zumal ein erwerbsmäßiger Anbau von Äpfeln zur Safterzeugung in Mitteleuropa kaum rentabel ist. Äpfel werden auch zur Herstellung von alkoholischen Getränken wie Apfelwein, Cidre, klare Schnäpse (Obstler) und Calvados verwendet. Beliebt sind auch Apfelmus, das auch problemlos tiefgefroren werden kann, und getrocknete Apfelscheiben als Trockenobst. Gekochte Äpfel finden Verwendung im Apfelkuchen und Apfelstrudel.

Inhaltsstoffe

Die Frucht besteht zu 85 Prozent aus Wasser.

100g Apfel enthalten:
kcal kJoule Wasser Fett Kalium Calcium Magnesium Vitamin C
52-55 217-228 85 g 0,4 g 144 mg 7 mg 6 mg 12 mg
Quelle: EU Nährwertkennzeichnungsrichtlinie (EU NWKRL 90/496/EWG) & REWE Nährwerttabelle

Tagesbedarf eines Erwachsenen
Kalium Calcium Magnesium Vitamin C
7% 1% 2% 16%
Quelle: EU Nährwertkennzeichnungsrichtlinie (EU NWKRL 90/496/EWG)

Heilpflanze

Als Heilpflanze taucht der Apfel bereits in einer alten babylonischen Schrift aus dem 8. vorchristlichen Jahrhundert auf, die die Pflanzen des Heilkräutergartens des Königs Mardukapaliddina aufzählt. Auch die mittelalterliche Medizin schrieb dem Apfel allerlei heilkräftige Wirkungen zu. Die Mehrzahl der Früchte der damaligen Apfelsorten dürfte für den heutigen Geschmack noch reichlich sauer, gerbstoffhaltig und holzig gewesen sein. Vieles liegt noch im Dunkeln, wie, wann und welche Teile der Apfelpflanze genutzt wurden. Wie bei jeder Medizin sollte auch der Apfel nur in Maßen genossen werden, die tödliche Dosis ist nicht bekannt, dürfte aber bei mehreren Kilo am Tag liegen. Der Verzehr von Früchten mit Schale hat im Allgemeinen eine adstringierende und eine abführende Wirkung. Ein Rindenabsud wirkt fiebersenkend. Kranke stärkte man mit in Milch gedünsteten Äpfeln. Manche mit roher Schale geriebenen Früchte sollen gegen Durchfall helfen. Bei Magenschmerzen und Erbrechen hilft jede halbe Stunde ein Kaffeelöffel geraffelte Apfelfrucht. Bei Nervosität soll Apfelfruchttee helfen: Eine ungeschälte Apfelfrucht scheibeln, mit 1 l kochendem Wasser übergießen, 2 Std. ziehen lassen, dazu schreibt der Kräuterpfarrer Johann Künzle: Für geistig arbeitende Personen und nervös Angestrengte ist dieser Tee Goldes wert.

Die Apfelfrucht hat mit ihren sanften Fruchtsäuren und Ballaststoffen einen stark reinigenden Effekt für die Zähne und funktioniert daher für die Zahnreinigung zwischendurch ebenso gut wie ein Kaugummi, ersetzt aber nicht die Zahnbürste.

„Apfelfaser“ ist ein Ballaststoff, der durch ein schonendes Produktionsverfahren aus entsafteten und getrockneten Äpfeln gewonnen wird. Er enthält einen hohen Anteil an Pektinen.

Symbolik


Der Apfel spielt in allen eurasischen Kulturen eine Rolle, und zwar als Symbol der Liebe, Sexualität, der Fruchtbarkeit und des Lebens, der Erkenntnis und Entscheidung, des Reichtums. Aufgrund seiner Verbreitung taucht der Apfel in zahllosen Märchen auf und spielt in Mythologien und Ritualen eine Rolle. In der Kunst dient ein dargestellter Apfel dann als Emblem für die symbolischen Bedeutungen.

Der Liebesapfel

Als uraltes Symbol der Erde und der Offenbarung des weiblichen Prinzips wurde der Apfel schon von Anfang an Göttinnen der Liebe, Sexualität, der Fruchtbarkeit zugeordnet
  • Bei den Babyloniern war es Ischtar, die mit dem Emblem des Apfels verehrt wurde, bei den Griechen Aphrodite und bei den Germanen Iduna.
  • Im Hohenlied Salomos (2, 3) um 1000 v. Chr. heißt es:
    Wie ein Apfelbaum unter den Bäumen des Waldes, so ist mein Liebster unter allen andren Männern! In seinem Schatten möchte ich ausruhn und seine Früchte genießen.

Der Apfel ist eine gängige alte Umschreibung für die weibliche Brust.

Bei Goethe sagt Faustus in der Walpurgisnacht:
''Einst hatte ich einen schönen Traum, Da sah ich einen Apfelbaum. Zwei schöne Äpfel glänzten dran, Sie reizten mich, ich stieg hinan.
Und Gretchen antwortet:
Der Äpfelchen begehrt Ihr sehr, und schon vom Paradiese her, von Freuden fühl ich mich bewegt, daß auch mein Garten solche trägt.

Der Apfel steht auch für die Frucht an sich und die Fruchtbarkeit:

  • Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm heißt soviel wie „das Kind ähnelt seinen Eltern“; siehe Genotyp und Phänotyp

Der Lebensapfel

Eine alte Legende, die in den unterschiedlichsten Kulturen immer wieder auftauchte, ist die Geschichte vom Apfelbaum als Baum des ewigen Lebens.
  • In der nordischen Sage schenkte die Göttin Iduna goldene Äpfel an das Göttergeschlecht der Asen, die dadurch ewige Jugend erhielten.
  • Martin Luther wird das Zitat zugeschrieben: Wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.

Der Apfel trägt das Leben in sich, aber auch den Tod:

  • Schneewittchen: Mit einem vergifteten Apfel wird die Heldin in den Verderb geführt.
  • Bis in das 18. Jahrhundert trug man bei Prozessionen auch Apfelbäumchen mit einem Totenkopf und einer künstlichen Schlange, die einen Apfel im Maul trug, mit.

Der Apfel der Prüfung

Der Apfel steht allgemein für etwas Begehrenswertes, und insbesondere, der Versuchung des Diebstahls zu widerstehen:
  • Der bekannteste Mythos ist wohl der von Adam und Eva im Garten Eden und ihre Vertreibung daraus, die in der Bibel erzählt wird. Eine Frucht vom Baum der Erkenntnis von Gute und Böse, die Adam und Eva verbotenerweise essen, um wie Gott zu werden, ist der Auslöser. Obwohl Adam und Eva dieses Versprechen, wie Gott zu werden, nicht erfüllt wird und in der Bibel nur allgemein von Frucht die Rede ist, hat sich in der westlichen Welt der Gedanke festgesetzt, es sei ein Apfel gewesen.
    Daher dient der Apfel als Emblem der ganzen Thematik vom Paradies, der Unschuld und deren Verlust für den Menschen. Dieser Kontext wird in vielen Märchen, auch im arabischen Raum, verarbeitet.

Der Apfel stellt den Menschen vor die Entscheidung zwischen einem geliebten Menschen und persönlichen Vorteil:

  • In einigen Versionen der Sagen wird Wieland der Schmied von einem seiner Brüder unterstützt. Dieser ist ein berühmter Bogenschütze und Jäger. Um ihn zu testen, lässt ihn König Nidung einen Apfel vom Kopf seines Sohnes schießen. Dieser Apfelschuss ist auch von Wilhelm Tell bekannt.
  • Der goldene Apfel ist ein Preis, den es zu zahlen gilt, um einen Ehepartner zu gewinnen:
    Beispiele sind die Werbung Hippomenes um Atalante, oder in den Grimmschen Märchen Einäuglein, Zweiäuglein und Dreiäuglein, Der goldene Vogel oder Eisenhans.

Der Apfel als Ernte

Reichsapfel.jpg Der Apfel – insbesondere der, der vom Baum fällt – symbolisiert den Kontext von Ernte und daraus entstehendem Reichtum, auch im geistigen Sinne von Erkenntnis:
  • Frau Holle: Die Protagonistinnen dieses Märchens begegnen unter anderem einen Apfelbaum, der hing voll Äpfel und rief ihnen zu ‚ach schüttel mich, schüttel mich, wir Äpfel sind alle reif‘. Während die positive Heldin den Wunsch des Baumes erfüllt und dafür belohnt wird, geht die negative Heldin achtlos an ihm vorüber und wird dafür bestraft.
  • Es wird die Geschichte erzählt, dass Isaac Newton, der grübelnd unter einem Apfelbaum saß, ein Apfel auf den Kopf fiel, was ihn auf die Idee brachte, die Himmelsmechanik beruhe auf derselben Gravitation wie der Fall von Äpfeln auf der Erde. Dies ist ein Gegenmythos zur biblischen Symbolik, der dem Zeitalter der Aufklärung zuzuweisen ist.
  • Als Reichsapfel ist der Apfel im mitteleuropäischen Kaisertum das Symbol des Besitzanspruches (und das Szepter das Zeichen der Verfügungsgewalt). Aber dieser Apfel war – gelegentlich - mit Sand (oder Asche) gefüllt als Memento Mori, zum Zeichen der Vergänglichkeit aller irdischen Macht. Gefasst ist er in ein Kreuz, zum Zeichen der Herleitung des Machtanspruchs von einer höheren Macht, aber auch der Unterordnung unter diese.

Der Zankapfel

Ein Gegenstand oder eine Tatsache, die zu einer Auseinandersetzung führt.
  • In der griechischen Mythologie gibt es den goldenen Apfel der Eris, der Göttin des Streits und der Zwietracht. Zu der Hochzeit des Peleus und der Thetis waren alle olympischen Götter bis auf Eris eingeladen. Aus Rache wirft sie einen Apfel mit der Aufschrift „der Schönsten” unter die Göttinnen, um Zank und Streit hervorzurufen. Paris, ein trojanischer Königssohn, soll die Entscheidung fällen (Urteil des Paris) und wählt Aphrodite, die Liebesgöttin als Schönste, was dann zum Trojanischen Krieg führt. Im Trojanischen Krieg stand Hera auf der Seite der Achäer (Griechen), da Paris nicht ihr, sondern Aphrodite den goldenen Apfel der Eris zuerkannte.
  • Im Mittelalter trug Konstantinopel die Bezeichnung Der goldene Apfel, später Wien - sie waren das Machtzentrum ihrer Zeit und auch heiß umkämpft.

Darstellung in der Kunst

Welche Symbolik der Apfel als Emblem trägt, hängt stark vom Kontext ab, in dem er dargestellt ist:
  • In Zusammenhang mit Schlange, Adam und Eva ist er das Sinnbild der Versuchung und Sünde.
  • In den Händen Christi steht er für die Erlösung von der durch den Sündenfall bedingten Erbsünde.
  • Auf Bildern, die das Jüngste Gericht darstellen, halten Erlöste Äpfel als Symbol des wiedereroberten Paradieses in der Hand.
  • Typisch für das späte Mittelalter sind Darstellungen, auf denen die Muttergottes dem Kind den Apfel überreicht. Dies steht in der Bedeutung: Christus nimmt die Sünden der Welt auf sich und erlöst dadurch die Menschheit.

Wenn bei Darstellungen der Heiligen Familie oder Sippe auch der Apfelbaum bzw. ein Behälter mit geernteten Früchten hinzutreten, so wird nicht nur auf die Erlösung sondern auch auf die wunderbare Fruchtbarkeit Mariens bzw. Annas hingewiesen. Eine barocke Darstellung dafür ist beispielsweise Rubens Heilige Familie unter dem Apfelbaum (Wien, Kulturhistorisches Museum). Im Spätmittelalter wird die Vorstellung von Maria als der neuen Eva weiter ausgestaltet, etwa in der Darstellung Evas, die Äpfel an die Sünder verteilt und der Maria, die Hostien an die Gläubigen verteilt (Missale des Berthold Furtmeyr, 1481, München) oder die Schlange mit dem Apfel im Maul zu Füßen Marias als Hinweis auf die Überwindung der Erbsünde.

Ein sehr geschätztes Kunstmotiv war zu der Zeit, in der der weibliche Akt in der Kunst noch eine Begründung brauchte, die Darstellung des Paris, der sich entscheiden muss, welcher Göttin, (Hera, Athena oder Aphrodite) er den goldenen Apfel mit der Aufschrift Der Schönsten zusprechen muss, bot sich doch hier die Gelegenheit, gleich drei Frauen in reizvoller Pose darzustellen.

Diverses


  • Ein beigelegter reifer Apfel und eine Abdeckung lassen Bananen und andere Früchte schneller reifen. Grund ist das gasförmige Pflanzenhormon Ethen (=Ethylen, Äthylen).
  • Pentylpentanoat ist ein Ester mit einem charakteristischen Geruch nach Apfelsaft, weshalb es häufig in Aromastoffen und Parfüms Verwendung findet.

Literatur


  • Eckart Brandt: Brandts Apfellust. München, Mosaik-Verlag, 2000 ISBN 3-576-11441-6
  • Eckart Brandt: Mein großes Apfelbuch. München, Bassermann, 2003 ISBN 3-8094-1533-2
  • Udo Becker: Lexikon der Symbole., o.A. ISBN 3-89836-219-1

Siehe auch


Weblinks


  • Podpedia Audio-Version des Artikels in gekürzter Form aus Podpedia, dem Wikipedia-Podcast (MP3)
  • http://www.derapfel.de - Geschichte, Anbau, Sortenkunde

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