Kugelmühle.PNG | Kugelmühle.jpg
Die Kugelmühle ist eine Mühle zur Feinstzerkleinerung oder Homogenisierung. Sie bestehen aus einem in Rotation versetzten Mahlbecher, in den das zu zerkleinernde Mahlgut gefüllt wird. Zusätzlich werden Mahlkugeln hinzugefügt, die aus verschiedenen Werkstoffen gefertigt sein können.
Arbeitsprinzip
Die
gegenläufigen Drehbewegungen der Mahlbecher zum Sonnenrad führen zu Mahlkugelbewegungen, die hohe Zerkleinerungsenergien bewirken. Zunächst entstehen
Reibkräfte, da die Kugeln durch die auf sie wirkende Fliehkraft in Drehrichtung beschleunigt werden. Schreitet diese Bewegung fort, entwickeln sich
Corioliskräfte und die Kugeln lösen sich von der Mahlbecherwand. Sie bewegen sich auf einer Flugbahn durch den Mahlbecher und treffen unter Freisetzung
dynamischer Prallkräfte auf das Mahlgut an der gegenüberliegenden Mahlbecherwandung. Das Zusammenspiel dieser Reib- und Prallkräfte bewirkt den hohen Zerkleinerungsgrad.
Aufgrund dieser Abläufe, die der Bewegung von
Planeten ähnelt, werden diese Mühlen auch
Planetenkugelmühlen genannt. Die Plattform, auf der die Mahlbecher befestigt ist, wird als
Sonnenrad bezeichnet.
Ausführungen
Planetenkugelmühlen gibt es in verschiedenen Ausführungen, je nachdem, wie viele Mahlstellen zur Verfügung stehen. Gängig sind Mühlen mit 1, 2 oder 4 Mahlstellen, in denen man gleichzeitig Proben vermahlen kann. Da man Mahlbecher mit geringen Volumina auch stapeln kann, ist sogar die Vermahlung von bis zu 8 Proben gleichzeitig möglich.
Außerdem kann das Verhältnis der Sonnenrad-Drehung zu der des Mahlbechers variieren. Normalerweise handelt es sich um ein Verhältnis von 1 : -2, das heißt, während eines Umlaufs des Sonnenrades dreht sich der Mahlbecher zweimal um die eigene Achse. Zum
Mechanischen Legieren sind allerdings höhere Kräfte nötig, weshalb auch Drehverhältnisse von 1 : -3 möglich sind.
Werkstoffe
Sowohl die Mahlbecher als auch die Mahlkugeln können aus verschiedenen
Werkstoffen gefertigt sein. Der Grund hierfür liegt in der Tatsache, dass es bei jeder Art von Vermahlung zu
Abrieb kommt. Da man aber vermeiden sollte, den für die Analyse relevanten Stoff quantitativ zu verändern, muss man basierend auf die Analyse einen entsprechenden Werkstoff wählen, dessen Abrieb nicht stört.
Beispiel
Wenn man in einer Probe den Chromgehalt messen will, darf man keine Mahlwerkzeuge aus Stahl benutzen, da diese anteilmäßig Chrom enthalten und somit den vorherigen Chromgehalt quantitativ verändern würden.
Mahlbecher und –kugeln werden meist aus verschiedenen Stahlarten (Chromstahl, Wolframkarbid, Keramiken, Zirkonoxid , Sinterkorund) oder aus Achat angeboten. Bei Vermahlungen sollten Mahlbecher und –kugeln aus dem gleichen Werkstoff sein.
Verwendung
Generell können mittelharte bis extrem harte, spröde und faserige Materialien zerkleinert werden. Außerdem sind Nassvermahlungen und Vermahlungen unter
inerter Atmosphäre (mit entsprechenden Begasungsdeckeln) möglich.
Anlagentechnik
Kugelmühlen kommen großtechnisch als
Trommelmühlen zum Zerkleinern von
Erzen,
Kohle usw. in
Bergbau,
Hüttentechnik und
Keramikindustrie zum Einsatz
Laborgeräte
Im Labor dienen Kugelmühlen meist der Zerkleinerung von Proben (siehe
Analytische Chemie), beispielsweise in der
Chemie,
Metallurgie oder in der
Bodenforschung.
Hersteller
Auch die nur noch historisch interessanten
Steinmühlen zur Erzeugung von Steinkugeln (früher als Munition oder für Spielzeug) wurde gelegentlich Kugelmühle genannt.
Mühle | Laborgerät