Die Kryptanalyse bzw. Kryptoanalyse bezeichnet die Studie von Methoden und Techniken, um Informationen aus verschlüsselten Texten zu gewinnen. Diese Informationen können sowohl der verwendete Schlüssel wie auch der Originaltext sein. Kryptanalyse ist der „Gegenspieler“ der Kryptografie. Beide sind Teilgebiete der Kryptologie.
Lange Zeit beschäftigten sich hauptsächlich Mathematiker mit der Kryptologie. Mit der Verbreitung von Computern sind Kryptologen immer auch zu einem gewissen Teil Informatiker. Ein wichtiger Ansatz ist, wiederkehrende Muster zu erkennen und zusätzliches Wissen aus Social Engineering. So konnte etwa die Enigma mit einem anfänglichen Wissen geknackt werden, dass am Anfang zweimal der Schlüssel für den Rest der Nachricht (verschlüsselt mit einem unbekannten Tagesschlüssel) und anschließend das Datum und der Wetterbericht gesendet wurde. Man konnte damit den Tagesschlüssel rekonstruieren.
Bevor mechanische Apparate wie die Enigma oder Computer der Kryptografie ermöglichten, Nachrichten zu Pseudo-Zufallsfolgen zu verwürfeln, war die Statistik die stärkste Waffe, um Nachrichten zu entschlüsseln. Solange ein Mensch die Texte von Hand verschlüsselt, muss der verwendete Algorithmus einfach genug bleiben, um die Nachricht in vertretbarer Zeit fehlerfrei umzusetzen. Diese Verschlüsselungsverfahren sind durch die Statistik angreifbar. Mit ihr wird die Häufigkeit bestimmter Zeichen und Zeichenfolgen bestimmt. Mit dem Wissen über die Gesetzmäßigkeiten einer Sprache können Buchstaben und Wörter zugeordnet werden und der Klartext rekonstruiert werden.
Seitdem Computer durch ihre Geschwindigkeit und Präzision die statistischen Bindungen in einem verschlüsselten Text auf fast Null reduzieren, müssen neue Analysetechniken verwendet werden, den Verschlüsselungsalgorithmus aufzudecken, eine Schwachstelle im Algorithmus auszunutzen (wie auch schon die Statistik Schwachstellen nutzte) und den Schlüssel zu rekonstruieren, mit dem die Nachricht verschlüsselt wurde.
Wenn es um die Analyse einer alten, nicht mehr bekannten Schrift geht, spricht man von Entzifferung.
Nach dem Kerckhoffschen Prinzip geht man grundsätzlich davon aus, dass der Angreifer das grundsätzliche Verschlüsselungsverfahren kennt, jedoch nicht den verwendeten Schlüssel. Es hat sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass Verschlüsselungsverfahren, die nur auf der Geheimhaltung des Algorithmus beruhen (Security by Obscurity), schwach sind. Früher oder später wurde der Algorithmus gefunden oder durch diverse Verfahren aufgedeckt.
Ziel eines Angriffes ist die Ermittlung des geheimen Schlüssels, der dann in der Zukunft beliebige Entschlüsselungen erlaubt.
Man unterscheidet verschiedene Angriffszenarien auf ein Kryptosystem:
Alle möglichen Schlüssel werden nacheinander durchprobiert. Die Reihenfolge wird gegebenenfalls nach der Wahrscheinlichkeit ausgewählt. Diese Methode ist auch bei modernen Verschlüsselungsverfahren sinnvoll, wenn von der Verwendung eines relativ schwachen Passwortes ausgegangen werden kann.
Schon auf handelsüblichen Computern (Stand 2005) können ohne Weiteres mehrere hunderttausend Schlüssel pro Sekunde ausprobiert werden. Ein halbwegs ausgerüsteter Angreifer kann mehrere Millionen Schlüssel pro Sekunde testen.
Alle Schlüssel aus speziell zu diesem Zweck angefertigten Passwortsammlungen werden nacheinander durchprobiert. Die Reihenfolge wird gegebenenfalls nach der Wahrscheinlichkeit ausgewählt. Diese Methode ist auch bei modernen Verschlüsselungsverfahren sinnvoll, wenn von der Verwendung eines relativ einfachen Passwortes ausgegangen werden kann.
Auch das Ausprobieren aller denkbaren Wörter ist ohne weiteres möglich. Bei einem aktiven Wortschatz von 50.000 Wörtern pro Sprache können selbst auf handelsüblichen Rechnern dutzende Sprachen innerhalb weniger Sekunden ausprobiert werden. Ein einzelnes Wort als Schlüssel ist daher sehr unsicher.
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