Krupp_Titan.jpg | Drei Ringe von Krupp.jpg Die Firma Krupp (die heute ThyssenKrupp heißt) stellte zwischen dem Ersten Weltkrieg und 1968 auch Nutzfahrzeuge her. Zwischen 1946 und 1954 wurde statt Krupp der Markenname Südwerke verwendet.
Die Lastkraftwagen von Krupp waren nach dem Zweiten Weltkrieg weit verbreitet. Nachdem das Unternehmen ein wichtiger Rüstungslieferant war (Alfried Krupp von Bohlen und Halbach wurde nach dem Krieg als Kriegsverbrecher verurteilt), durfte die Produktion erst 1946 wieder aufgenommen werden. Statt am Stammsitz in Essen wurden die LKW bis 1951 in Kulmbach hergestellt und nicht mit dem belasteten Namen Krupp, sondern bis 1954 unter der Bezeichnung Südwerke verkauft.
Im Jahre 1950 kam einer der imposantesten Schwer-LKW der Nachkriegszeit auf den Markt: der Typ Titan. Dieser langhaubige Lastwagen hatte einen selbstentwickelten Zweitakt-Dieselmotor mit 190 PS (ab 1951 mit 210 PS) und war damit der stärkste deutsche LKW seiner Zeit. Die geplante Motorengröße war als Sechszylinder nach den Richtlinien der Alliierten Besatzungsmächte nicht erlaubt. Krupp verbaute daher statt dessen zwei einzeln lauffähige Dreizylindermotoren hintereinander, die mit einem Zahntrieb verbunden waren. 1951 ergänzten der etwas kleinere Typ Mustang und der leichte Büffel das LKW-Angebot von Krupp.
In der Krupp-Lastwagenfabrik wurden des Öfteren unkonventionelle Wege beschritten: Als Anfang der 50er Jahre bei einem neuen kleinen LKW-Modell häufig die Kardanwelle brach, erbrachten Untersuchungen und Berechnungen den Befund, dass es sinnvoll sei, die Kardanwellen (anstatt dicker und stärker) ein wenig schwächer und dünnwandiger zu bauen. Dadurch wurde das Schwingungsverhalten des Bauteils auf tiefere Frequenzen optimiert, so dass man den kritischen Bereich der Eigenfrequenzen nicht mehr durchfuhr, welcher zuvor die Schwingungsbrüche verursacht hatte. Die neu gestalteten, dünneren Kardanwellen hielten stand.
1955 wurde das LKW-Programm von Krupp modernisiert. Die Motorhauben der Fahrzeuge waren nun flacher und eckiger. Der Nachfolger des Titan bekam den Namen Tiger und war ebenfalls, wie damals bei Krupp üblich, mit einem Zweitakt-Dieselmotor ausgestattet. Das Aggregat im Tiger leistete 185 PS. Auch der Mustang und der Büffel wurden überarbeitet, behielten aber ihre Namen. Neu kam ein Fünftonner vom Typ Widder hinzu. 1956 löste das Modell Elch den Widder ab.
Bis 1959 wurden immer wieder Veränderungen und Verbesserungen an den verschiedenen Modellen vorgenommen. In diesem Jahr brachte Krupp dann eine neuartige Generation von LKW auf den Markt, deren Fahrerhäuser sehr modern und ihrer Zeit voraus waren. Die Typbezeichnungen wurden im Rahmen dessen auf dreistellige Nummerncodes umgestellt (z. B.: 501). Die neuen Modelle wurden sowohl als Haubenfahrzeuge als auch als Frontlenker angeboten. 1965 war Krupp der erste deutsche Hersteller, der seine Frontlenker mit kippbaren Fahrerkabinen ausstattete, was die Zugänglichkeit des Motors für Wartungs- und Reparaturarbeiten wesentlich verbesserte.
Nachdem die selbstkonstruierten Zweitakt-Dieselmotoren am Markt immer schlechter ankamen, entschied man sich 1963, Viertaktmotoren von Cummins in Lizenz zu bauen. Doch auch diese Maßnahme konnte nicht verhindern, dass sich die Lastwagen aus dem Hause Krupp nicht mehr gut genug verkauften. 1968 stellte man daher die LKW-Produktion ein, die Vertriebsorganisation wurde von Daimler-Benz übernommen. Die Nutzfahrzeugbranche verlor damit einen interessanten Anbieter. Noch bis Mitte der 1980er Jahre waren jedoch alle wichtigen Verschleiß- und Ersatzteile lieferbar. Denn Krupp hatte zusammen mit Cummins vorgesorgt und unterhielt am früheren Werksstandort an der Helenenstraße in Essen ein gut gefülltes Ersatzteillager mit mehreren Mitarbeitern, das die Krupp-LKW-Kunden auch lange Jahre nach dem Produktionsstop mit benötigten Teilen versorgte.
Die Fertigung der Krupp-Autokräne aus dem Werk in Wilhelmshaven ging auch nach Einstellung der LKW-Fertigung weiter. Die Autokräne gab es noch bis 1995 unter dem Namen Krupp, bis dieser Produktionszweig von Grove übernommen wurde.
Eine Zeit lang stellte Krupp auch Busse her, die vor Allem in Westdeutschland verbreitet waren.
Krupp | Nutzfahrzeughersteller | Ehemaliges Unternehmen (Deutschland) | Markenname
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Krupp Nutzfahrzeuge".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world