Krosno (deutsch: Krossen) ist eine Stadt im Südosten Polens in der Woiwodschaft Karpatenvorland.
Krosno liegt im Süden der Woiwodschaft Karpatenvorland am Fluss Wisłok. Die Grenze zur Slowakei verläuft etwa 40 km südlich, die zur Ukraine etwa 85 km östlich der Stadt.
Nachbargemeinde Krosnos sind Korczyna, Krościenko Wyżne, Miejsce Piastowe, Chorkówka, Jedlicze und Wojaszówka.
Die erste urkundliche Erwähnung einer Siedlung an der Stelle des heutigen Krosno stammt aus dem Jahre 1282. Krosno wurde darin vom Krakauer Fürsten Leszekk Czarny als eines der Besitztümer des Bistums erwähnt. Bereits zu dieser Zeit bestand eine hölzerne Abwasserleitung, welche in den Fluss Wisłok mündete. Die Abwasserleitung ist damit nach der in Posen die zweitälteste Polens. Um 1300 wurde der erste Sakralbau errichtet. Mit der Ausweitung Polens nach Galizien durch Kasimir den Großen wurde Krosno Teil des Königreichs. 1342 wurde eine Pfarrei gegründet und mit dem Bau der Pfarrkirche begonnen. Etwa in diese Zeit fällt auch die Vergabe des Stadtrechts durch Kasimir den Großen nach Magdeburger Recht. 1367 gibt es den ersten Hinweis auf die Errichtung einer Stadtbefestigung. Ebenfalls im 14. Jahrhundert wird das erste Rathaus erbaut.
1403 erhält die Zunft der Metzger ihre Satzung. Dieses Dokument ist eines der ältesten Zunftdokumente Polens. 10 Jahre später gab es bereits zwei Schulen in der Stadt. Während dieser Zeit entwickelte sich die Herstellung von Baumwollstoffen und Barchent zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig. 1460 wurde in Zawodzie die Kirche des hl. Adalbert von Prag (Święty Wojciech) errichtet. Kasimir IV. gestattete 1461 der Stadt die Errichtung einer hölzernen Wasserleitung. Es war eine der ersten städtischen Leitungen Polens. Sie leitete das Wasser vom Fluss Lubatówka um und blieb bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts in Betrieb. 1473 und 1474 wurde die Stadt von Ungarn angegriffen, welche erfolgreich abgewehrt werden konnten. 1482 wütete eine Seuche und 1500 ein großer Brand in Krosno, bei welchem vermutlich auch das Rathaus vernichtet wurde.
1614 gründeten die Jesuiten in der Stadt ein angesehenes Kollegium. 1638 wütete ein schwerer Brand. 1638-1646 wurde die Kirche umgebaut. 1656 weilte Johann II. Kasimir in Krosno und forderte die Bauern der Gegend zur Unterstützung im Schwedisch-Polnischen Krieg auf.
Im 18. Jahrhundert setzte ein Niedergang ein. 1753 gründeten Kapuzinermönche außerhalb der Stadt ein Kloster. 1764 wurde das Stadtrecht durch Stanislaus II. August bestätigt.
Infolge der 1. Teilung Polens fiel Krosno 1772 an Österreich. 1773 wurde das Jesuitenkolleg geschlossen und an dessen Stelle ein Jahr später ein staatliches Gymnasium errichtet. 1818 zerstörte ein Feuer unter anderem das Rathaus.
1900 wurde die Realschule, heute das I. Gymnasium (I. liceum), eröffnet. Ein Jahr später wurde die erste polnische Uhrenfabrik durch Michał Mięsowicz eröffnet, sie hatte bis 1938 Bestand. 1905 wurde eine Erdölraffinerie gebaut und machte Krosno zu einem wichtigen Zentrum der Petrochemie. 1914 wurde das erste Elektrizitätswerk in Betrieb genommen.
Im selben Jahr brach der 1. Weltkrieg aus, in dessen Verlauf die Stadt mehrfach von russischen und österreichischen Truppen besetzt wurde. 1918 wird Krosno Teil des wiedererstandenen Staates Polen.
Im gleichen Jahr wurde der Bau einer Putzerei und einer Leinenweberei gestattet. 1919 wird der Bau von Gasleitungen begonnen. 1920 begann mit dem Bau einer Glashütte (Ofen) der Aufstieg Krosnos zum größten Glasindustriezentrum Polens. Die Glashütte arbeitet heute unter dem Namen Krośnieńskie Huty Szkła (Glashütte Krosno). 1932 wurde der Flugplatz eröffnet und sechs Jahre später wurde die Flugschule von Bromberg (Bydgoszcz) nach Krosno verlegt.
Mit Beginn des 2. Weltkrieges erreichte am 6. September 1939 die Wehrmacht die Stadt und besetzte sie. Am 1. September 1944 wurde die Stadt von der Roten Armee befreit.
Am 30. Juni 1975 wird die Stadt durch eine Verwaltungsreform Sitz der Woiwodschaft Krosno.
Am 10. Juni 1997 besucht der polnische Papst Johannes Paul II. die Stadt. Bei der Messe auf dem Flugplatz wird Johannes von Dukla heiliggesprochen. Die Kirchen St. Johannes von Dukla und St. Peter werden gesegnet.
1999 erfolgt eine neue Verwaltungsreform, dabei wird die Woiwodschaft Krosno aufgelöst. Krosno wird nun kreisfreie Stadt (Miasto na prawach powiatu) und Teil der Woiwodschaft Karpatenvorland. 1999 wurde in Krosno eine Berufsschule eröffnet.
1999 begonnene archäologische Ausgrabungen in der Stadt führten zu bedeutsamen Entdeckungen. Unter anderem wurden Hinweise auf Siedlungen in der Bronzezeit gefunden.
Mit finanzieller Unterstützung seitens der Stiftung Deutsch-Polnische Versöhnung konnte eine moderne Kläranlage am 10. September 2000 ihren Betrieb aufnehmen.
| Jahr | 16. Jh. | 1995 | 2000 | 2005 |
| Einwohnerzahl | 4.000 | 49.400 | 48.890 | 48.060 |
Die öffentliche Kreisbibliothek wurde 1947 eröffnet, die Stadtbibliothek folgte 1949. Beide Bibliotheken wurden 1954 vereint. Mit der Verwaltungsreform von 1975 wurde die Bibliothek dann zur Wojewodschaftsbibliothek. Mit der Auflösung der Wojewodschaft wurde die Bibliothek nun wieder zur öffentlichen Bibliothek Krosnos.
In Krosno gibt es ein Fußballstadion mit Speedwaybahn. Weiterhin ein Stadion für Leichtathletik, ein ganzjährig geöffnete Schwimmhalle, ein im Sommer geöffnetes Schwimmbad, Tennisplätze. Etwa 20 km von Krosno entfernt in Czarnorzeki gibt es einen Skilift mit entsprechenden Wintersportmöglichkeiten.
Zweimal im Jahr findet ein Treffen von Musikern in Krosno statt. Jeweils im Herbst findet ein Theatertreffen statt.
Durch die Stadt verläuft die Landesstraße 28, in 5km Entfernung die Europastraße 371. Weiterhin hat die Stadt einen Flugplatz mit einer Startbahn von 1.200m Länge. Dieser wird aber vorwiegend von der Flugschule und für Sportveranstaltungen genutzt.
Es gibt etwa 5.000 Unternehmen in Krosno. Die Stadt hat ein Zollamt. Die Glasproduktion in Krosno ist die bedeutendste Polens. Die Krośnieńskie Huty Szkła (Glashütte Krosno) ist das größte Unternehmen mit 4.300 Mitarbeitern und exisitiert seit 1923. Weiterhin hat die Ölindustrie eine hohe Bedeutung für die Stadt. Hier wurde bereit vor 150 Jahren Erdöl gefördert und ist seitdem ein wichtiger Wirtschaftszweig geblieben.