Kronprinzenpalais18601890.jpg Das Kronprinzenpalais ist ein spätklassizistisches Palais am Beginn der Berliner Straße Unter den Linden, das lange dem preußischen Herrscherhaus als Stadtpalais diente und heute als Museumsbau genutzt wird.
Das Palais wurde 1663 als Privathaus des Kabinettsekretärs Johann Martitz erbaut. 1732 wurde es von Philipp Gerlach zu einem Barockpalais mit Auffahrtsrampe und Mittelrisalit für den Kronprinzen, den späteren König Friedrich II., umgebaut. Seitdem trägt es seinen heutigen Namen und diente verschiedenen preußischen Kronprinzen als Residenz. Seit 1793 wohnte der spätere König Friedrich Wilhelm III. mit seiner Frau, der Königin Luise, und seinen Kindern hier. Er blieb auch nach seiner Thronbesteigung 1797 bis zu seinem Tode 1840 hier wohnen. 1810/11 ließ er durch Heinrich Gentz eine die Oberwallstraße überbrückende Verbindung zum benachbarten Prinzessinnenpalais errichten, in dem seine drei Töchter dann wohnten.
1856/57 wurde das Kronprinzenpalais durch Johann Heinrich Strack noch einmal grundlegend für den späteren Kaiser Friedrich III. umgebaut. Strack ersetzte das ursprüngliche Mansarddach durch ein drittes Geschoss und überzog die barocke Fassade, deren Grundstruktur mit den kolossalen Pilastern und dem starken Gebälk er beibehielt, mit klassizistischer Ornamentik. Außerdem baute er östlich einen zurückgesetzten Seitentrakt an und versah den Eingangsbereich mit einem Säulenportikus mit Balkon.
Nach der Abschaffung der Monarchie wurde das Gebäude 1919 der Berliner Nationalgalerie übergeben. Ludwig Justi richtete hier die Moderne Abteilung des Museums ein, die hier, zuletzt unter Einschränkungen, bis 1937 zu sehen war.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Palais bei einem Bombenangriff im März 1945 bis auf die Außenmauern zerstört und nach dem Krieg abgetragen. 1968/69 wurde es vom Bauhaus-Schüler Richard Paulick in der von Strack veränderten Form wiederaufgebaut, das Innere des Gebäudes wurde modern ausgebaut. Seitdem diente es unter dem Namen Palais Unter den Linden als Gästehaus für DDR-Staatsgäste. Später übernahm es der Senat von Berlin. Am 31. August 1990 wurde hier der Einigungsvertrag unterzeichnet. Zwischen 1998 und 2003 nutzte das Deutsche Historische Museum während der Rekonstruktion seines Haupthauses, des Zeughauses, das Palais für Wechselausstellungen, die heute in dem neueröffneten Anbau des Museums stattfinden. Auch nach dem Auszug des Historischen Museums wird der Bau weiter für Ausstellungen und andere Kulturevents genutzt, so war 2005 die große Ausstellung „Albert Einstein - Ingenieur des Universums“ im Kronprinzenpalais zu sehen.
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"Kronprinzenpalais (Berlin)".
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