Republika Hrvatska
| Republik Kroatien
|
|
| Amtssprache | Kroatisch, regional auch einige Minderheitensprachen
|
| Hauptstadt | Zagreb (deutsch auch Agram)
|
| Regierungsform | Parlamentarische Demokratie
|
| Staatsform | Republik
|
| Gliederung | 21 Gespanschaften
|
| Wirtschaftssystem | Marktwirtschaft
|
| Staatsoberhaupt | Stjepan Mesić
|
| Ministerpräsident | Ivo Sanader
|
| Fläche | 56.542 km²
|
| Einwohnerzahl | 4.448.000 (2005)
|
| Bevölkerungsdichte | 78 Einwohner pro km²
|
| BIP/Einwohner | 6386 *] (2005)
|
| Souveränität | 25. Juni 1991
|
| Währung | Kuna (HRK)
|
| Erstmalige Gründung im Mittelalter | im Jahr 879
|
| Zeitzone
| MEZ (UTC +1)
|
| Nationalhymne | Lijepa naša domovino
|
| Kfz-Kennzeichen | HR
|
| Internet-TLD | .hr
|
| Vorwahl | +385
|
| Strom
| 230 V ~50 Hz ; Eurostecker, Konturenstecker und Schuko
|
| Fernsehnorm | PAL, HDTV
|
| Olympiakürzel | CRO
|
| Offizielle Website
| www.hrvatska.hr
|
| LocationCroatia.png
|
| Hr-map.png
|
Lavsa.jpg]]
Kroatien (kroat. Hrvatska) ist ein Staat in Südosteuropa, die teilweise auch zu Mitteleuropa gezählt wird. Der Staat am Adriatischen Meer grenzt zu Lande an Slowenien, Ungarn, Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro.
Kroatien gehört mit ca. 4,5 Millionen Einwohnern und einer Fläche von nahezu 57.000 km² zu den kleineren Staaten Europas. Das politische System ist teilweise zentralistisch und als Parlamentarische Demokratie organisiert. Die Hauptstadt Zagreb mit ca. 1 Million Einwohnern ist Regierungssitz, Verkehrsknotenpunkt, sowie wirtschaftliches und akademisches Zentrum des Landes.
Die Republik Kroatien ist unter anderem Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO) und des Zentraleuropäischen Freihandelsabkommens (CEFTA). Der Staat strebt einen Beitritt zur Europäischen Union und der NATO an. Seit 2005 hat Kroatien den Kandidatenstatus zur Europäischen Union.
Geographie und Geologie
Satellite image of Croatia in September 2003.jpg]]
Lage
Kroatien befindet sich im Nordwesten der
Balkanhalbinsel zwischen
Südost- und
Mitteleuropa. Kroatien kann je nach Sichtweise sowohl
Mitteleuropa als auch
Südosteuropa zugeordnet werden. Historisch gesehen kann man die Gebiete nördlich bzw. links der
Save zu
Mitteleuropa zählen, die kroatische Küstenregion wird meist zu
Südosteuropa gezählt. Die
geographische oder
tektonische Einteilung Europas schlägt die Gebiete südlich des
Alpenhauptkammes und der
Karpaten zu
Südeuropa und Südosteuropa.
Grenzen
Das kroatische Staatsgebiet umfasst 87.609
km², wovon 56.542
km² auf Land- und 31.067
km² auf Seeterritorium entfallen. Aufgrund der aus historischen Gründen entstandenen territorialen Lage von
Bosnien und Herzegowina wird das Staatsgebiet Kroatiens auf einen kontinentalen Nordteil und einen langen
Küstenstreifen eingeengt, die nur im Nordwesten miteinander verbunden sind. Der südlichste Teil des Küstengebietes (die Region um
Dubrovnik bis zur Grenze zu Montenegro) wird auf einer Länge von etwa 3 km durch die zu Bosnien und Herzegowina gehörende Gemeinde
Neum vom übrigen Kroatien getrennt.
Die Gesamtlänge der Landgrenzen Kroatiens beträgt 2.197 km. Davon entfallen auf die Grenze zu Slowenien 670 km, auf die Grenze zu Ungarn 329 km, auf die Grenze zu Bosnien und Herzegowina 932 km, auf die Grenze zu Serbien 241 km und auf die Grenze zu Montenegro 25 km. In der Nordadria berühren sich die kroatischen und italienischen Hoheitsgewässer, was zur Folge hat, dass Slowenien einen sehr kleinen Zugang zu internationalen Gewässern hat (siehe: Internationale Konflikte der Nachfolgestaaten Jugoslawiens). Die Länge der adriatischen Küstenlinie beträgt 1.777 km (mit Inseln 5.835 km).
Inseln
Die Insel Figarola, vor Rovinj.JPG]]
- Hauptartikel: Die kroatischen Inseln
Die größten Inseln sind:
Zu Kroatien gehören insgesamt 1.185 Inseln, von denen 47 bewohnt sind.
TucepiBiokovo.jpg]]
Berge
Die höchsten Berge sind:
Cetina-canyon.jpg an einem
Canyon, im mittleren Süden Kroatiens gelegen]]
Gewässer
Die größten Seen sind:
Der kroatische Anteil an der Donau ist 188 km lang, zudem grenzt Kroatien fast nur an die rechte Donauseite. Die Donau trennt Kroatien von der serbischen Provinz Vojvodina.
Die längsten Flüsse, die durch Kroatien fließen, sind die Save (kroat. Sava, 562 km) sowie die Drau (kroat. Drava, 505 km). Diese Flüsse bilden die große Teile der Grenzen zu Bosnien-Herzegowina bzw. zu Ungarn. Beide Flüsse fließen zur Donau ab, dabei ist die Sava ist der wasserreichste, die Drau der viertwasserreichste Nebenfluss der Donau.
Die Kulpa (kroat. Kupa, 269 km) bildet im Oberlauf einen Großteil die Grenze zu Slowenien. Sie mündet in Sisak in die Sava, die ab dort schiffbar ist. Weiter Flüsse sind die Korana, Krapina (Fluss), Lonja, Mur sowie die Vuka.
Die Flüsse aus den Dinariden zur Adria, z.B. die Cetina sind relativ kurz, einzig die in der Herzegovina entspringende Neretva stellt einen bedeutenden Fluss in die Adria dar.
Die berühmtesten Seen sind die Plitvicer Seen, welche zugleich einen Nationalpark darstellen.
Kroatien topo.jpg
Landschaftszonen
Nach
Reliefformen und
Klimazonen lässt sich Kroatien in drei
Regionen einteilen. Diese Einteilung spiegelt sich auch in der Kultur und Lebensweise der Menschen in diesem Lande wider. Trotz seiner relativ geringen Fläche hat Kroatien eine ausgesprochen vielfältige Landschaft und Kultur aufzuweisen.
Die pannonische Tiefebene
Die
Pannonische Tiefebene, die überwiegend aus
Flachland besteht, unterbrochen von einigen
Mittelgebirgen, und die über die
Save und
Drau und deren Nebenflüsse zur
Donau hin entwässert wird. In diesem Teil des Landes herrscht gemäßigtes
Kontinentalklima. Diese Landschaftszone lässt sich untergliedern in Nordkroatien und
Slawonien. Nordkroatien umfasst das ostmitteleuropäisch geprägte Gebiet von der
Kupa bis zur ungarischen Grenze: das Flachland längs der
Save und
Kupa um die Städte
Zagreb,
Karlovac und
Sisak, das heute demographisch und wirtschaftlich das Zentrum des Landes bildet, das Gebirgsland des
Zagorje (auf Deutsch auch
Zagorien) nördlich der Hauptstadt
Zagreb und das
Međimurje im nördlichsten Zipfel des Landes zwischen
Drau und
Mur.
Slawonien ist das Flachland entlang der Flüsse
Save (
Sava) und
Drau (
Drava) bis zur
Donau (
Dunav) im Osten. Zu diesem werden oft auch die
Baranja (nördlich des Unterlaufes der Drau) und West-
Syrmien (
Zapadni Srijem) (der Ostzipfel Kroatiens zwischen Donau und unterer Save) gezählt.
Die dinarische Gebirgsregion
Die
dinarische Gebirgsregion (auch
Mittleres Kroatien oder
Kroatisches Hügelland genannt), die von
Mittel- und einzelnen
Hochgebirgen geprägt ist, die die
Wasserscheide zwischen
Donau und
Adria bilden, wobei einzelne Täler auch vollständig abflusslos sind. Hier herrscht Gebirgsklima. Zu dieser Landschaftszone gehören das Gebirgsland des
Gorski kotar zwischen
Rijeka und
Karlovac, die Hochtäler
Lika und
Krbava zwischen dem längs der Küste laufenden Gebirgszug des
Velebit und dem Grenzgebiet zu West
bosnien, sowie ein Teil des Hinterlandes
Dalmatiens (
Dalmatinska Zagora,
Biokovo-Gebirge).
Die adriatische Küstenregion
Primosten.jpg]]
Die zu großen Teilen
karstige adriatische Küstenregion, in der
Mittelmeerklima herrscht und die von mediterranen kulturellen Einflüssen geprägt ist. Die Breite des mediterranen Küstenstreifens variiert stark. Während er an einigen Stellen (unterhalb des
Velebit und des
Biokovo) nur wenige Kilometer breit ist, reicht er an anderen Stellen weiter ins Landesinnere. Die Mehrzahl der in Kroatien in die Adria mündenden Flüsse ist jedoch relativ kurz; lediglich der Einzugsbereich der aus
Bosnien und Herzegowina kommenden
Neretva erstreckt sich weiter ins Landesinnere.
Die adriatische Küstenregion lässt sich von Norden nach Süden untergliedern in die historischen Regionen
Istrien (die Halbinsel im Nordwesten der kroatischen Küste), das Kroatische Küstenland oder
Hrvatsko Primorje um
Rijeka und
Senj mit den Inseln der
Kvarner-Bucht und
Dalmatien - die zerklüftete Adria-Küste ab etwa
Zadar südwärts einschließlich der vorgelagerten Inseln und des gebirgigen Hinterlandes mit schönen und historisch bedeutsamen Städten wie
Dubrovnik (
Ragusa) und
Split. Der kroatischen Küste sind 1.185 Inseln vorgelagert, von denen allerdings nur 67 dauerhaft bewohnt sind. Zu den größten und bekanntesten zählen
Krk,
Cres,
Rab,
Pag,
Brač,
Hvar und
Korčula (von Norden nach Süden).
Natur- und Nationalparks
- Hauptartikel: Nationalparks und Naturparks in Kroatien
Obwohl Kroatien im europäischen Vergleich ein flächenmäßig relativ kleines Land ist, verfügt es über acht Nationalparks und zehn geschützte Naturparks. Insgesamt stehen 450 Landstriche, davon 79 Sonderreservate (botanische, geomorphologische, ornithologische, Meeres- und Waldreservate) unter Naturschutz. Insgesamt 5.846 Quadratkilometer bzw. 10 Prozent der Festlandfläche Kroatiens sind geschützt. Bei Zuzählung der geschützten Gewässer ergeben sich 6.129 Quadratkilometer.
Plitvice lakes.JPG, ein UNESCO-Weltnaturerbe]]
| Nationalparks
|
| 1.
| Nationalpark Plitvicer Seen
| kroatisch Plitvička jezera (weltberühmte Wasserfälle), Nationalpark seit 1949, UNESCO-Weltnaturerbe seit 1979, u.a. Schauplatz der Winnetou-Filme
|
| 2.
| Nationalpark Paklenica
| hervorragende Klettermöglichkeiten, Karsthöhlen, Nationalpark seit 1949
|
| 3.
| Nationalpark Risnjak
| in der Gebirgsgegend des Gorski kotar nahe Rijeka, Nationalpark seit 1953
|
| 4.
| Nationalpark Mljet
| Insel in Süddalmatien, Nationalpark seit 1960
|
| 5.
| Nationalpark Kornaten
| kroatisch Kornati (Inselarchipel), geschützt seit 1964
|
| 6.
| Nationalpark Krka
| bei Šibenik (berühmte Wasserfälle), Nationalpark seit 1985, u.a. Schauplatz der Winnetou-Filme
|
| 7.
| Nationalpark nördlicher Velebit
| Vielfältige Karstphänomene, Reichtum an Flora und Fauna auf kleinstem Platz, Nationalpark seit 1999
|
| 8.
| Nationalpark Brijuni
| auch Brioni genannt, vor Istrien, vormalige Tito-Sommerresidenz, kleiner Safaripark
|
Blick auf die Medvednica.JPG , von der Burg Medvedgrad aus betrachtet]]
In Kroatien leben in freier Wildbahn noch Braunbären, Wölfe, Luchse, Adler und andere geschützte Tierarten.
Geomorphologische Phänomene
Drachenaugensee.jpg in
Rogoznica]]
Wasserreichtum
Croatia-ai5 primosten.JPG, die weltweit für sauberes Wasser vergeben wird]]
Kroatien zählt zu den 30 wasserreichsten Staaten dieser Erde. Dies wurde in einem
UNESCO-Bericht über die Wasservorkommen dieser Welt festgestellt. In
Europa nimmt Kroatien sogar den dritten Platz ein mit 9.500 m³ an jährlich erneuerbaren
Wasserreserven pro Person. Kroatien gehört auch zu den seltenen Staaten dieser Welt mit organisiertem
Wassermanagement. Schon
1891 verabschiedete das
kroatische Parlament das
Wasserrechtsgesetz des Königreiches von Kroatien und Slawonien, das gesetzliche Regelungen für Gewässer, Flussbetten, die Küste, die Wassernutzung, die Regulierung von Wasserflüssen, wie auch den Flutschutz, Wasserschutz, Wasserschutzvereinigungen und vieles weiteres vorsieht.
"Auszeichnungen"
Die kroatische Adria ist nach einer
ADAC-Untersuchung der sauberste Teil des
Mittelmeers. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass es in Kroatien bislang keine größeren Industriestandorte in Küstennähe gibt, durch die das Wasser verunreinigt werden könnte. Es besteht die Hoffnung, dass dies auch in Zukunft so bleiben wird, da in Kroatien großer Wert auf Natur- und Umweltschutz gelegt wird. Kroatien hat auch eine beträchtliche Zahl von Stränden, die mit der internationalen,
blauen Flagge gekennzeichnet sind (94 Strände, 19 Marinas). Die blaue Flagge wird als Symbol für hohe Umweltstandards sowie gute Sanitär- und Sicherheitseinrichtungen im Hafen- und Badestellenbereich international anerkannt.
Links:
Pflanzen- und Tierwelt
Kroatien zählt zu den Ländern Europas, welche eine besonders hoch entwickelte biologische Vielfalt aufzuweisen haben, zu der auch viele
endemische Arten gehören.
2004 erklärte die kroatische Regierung das gesamte kroatische Meeresgebiet zu einem ökologischen Schutzgebiet und einer kontrollierten Fischfangzone (kroat. "ekološki i ribolovni pojas"), um die vorhandene und empfindliche Meeresfauna und Vegetation zu schützen. Die Vorgehensweise wurde von Italien, Slowenien und auch der restlichen EU kritisiert, da die Fischereirechte in Europa oft ein heiß-umstrittenes Thema darstellen. Hinzu kommen Streitigkeiten über die kroatische Seegrenze zu Slowenien.
Vegetation
Insgesamt 43,5 Prozent Kroatiens (2,4 Millionen Hektar) sind von Wäldern bedeckt.
Etwa 95 Prozent des
Waldbestandes sind weitgehend naturbelassene Mischwälder. Etwa 81 Prozent sind Staatswälder, 19 Prozent befinden sich in privatem Besitz. 85 Prozent der Waldfläche bilden
Laubwälder, 15 % entfallen auf Nadelwälder.
In den Gebirgsregionen des
Gorski Kotar, der
Lika wachsen vorwiegend Nadelwälder, in der pannonischen Tiefebene vorwiegend Laubwälder.
Entlang der kroatischen Küste wachsen vor allem
mediterrane
Hartlaubgehölze,
Macchien,
Pinien und
Kiefernwälder. In den trockenen und heißen Sommermonaten kam es durch unvorsichtiges Verhalten von Einheimischen und Touristen wiederholt zu Großbränden, bei denen unter anderem Hilfe von Löschflugzeugen (
Canadairs) angefordert werden musste. So hat z.B. ein Brand vor wenigen Jahren etwa ein Viertel der Insel
Brač in Asche verwandelt. Die kroatische Regierung investierte daher in den vergangenen Jahren zunehmend in
Brandschutzmaßnahmen.
Autochthone und endemische Tierarten
DalmatianDog.jpg der
Dalmatiner stammt aus Kroatien]]
Anerkannte Hunderassen
Aus Kroatien stammen sechs Hunderassen, die vom
internationalen kynologischen Verband (FCI) als
autochthone Rassen anerkannt wurden:
Weitere Tierarten
Weblink:
Bevölkerung
Costume from Konavle near Dubrovnik, Croatia.jpg aus
Konavle bei
Dubrovnik]]
Kroatien hat nach der Volkszählung von 2001 4.437.460 Einwohner.
Die Lebenserwartung in Kroatien beträgt etwa 75 Jahre. Seit einigen Jahren verzeichnet das Land wegen niedriger Geburtenraten eine rückläufige Bevölkerungsentwicklung.
Von den Einwohnern zum Zeitpunkt der Volkszählung von 2001 besaßen 4.399.364 (99,14 %) die kroatische Staatsangehörigkeit, 44.340 (1,00 %) davon auch eine zweite Staatsangehörigkeit. 17.902 (0,40 %) besaßen eine ausländische Staatsangehörigkeit, 9.811 (0,22 %) waren Staatenlose. Von 10.383 Einwohnern (0,23 %) war die Staatsangehörigkeit unbekannt.
Nationalitäten
Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung stellen mit 89,63 % die
Kroaten (
Hrvati).
Außerdem leben in Kroatien zahlreiche nationale Minderheiten.
Zusammensetzung der Bevölkerung nach ethnischer Herkunft laut der Volkszählung von 2001:
| 1.
| Kroaten
| 3.977.171
| (89,63%)
|
| 7.
| Slowenen
| 13.173
| (0,30%)
|
| 2.
| Serben
| 201.631
| (4,54%)
|
| 8.
| Tschechen
| 10.510
| (0,24%)
|
| 3.
| Bosniaken
| 20.755
| (0,49%)
|
| 9.
| Roma
| 9.463
| (0,21%)
|
| 4.
| Italiener
| 19.636
| (0,44%)
|
| 10.
| Montenegriner
| 4.926
| (0,11%)
|
| 5.
| Ungarn
| 16.595
| (0,37%)
|
| 11.
| Slowaken
| 4.712
| (0,11%)
|
| 6.
| Albaner
| 15.082
| (0,34%)
|
| 12.
| Mazedonier
| 4.270
| (0,10%)
|
Quelle: http://www.dzs.hr
Noch nach der Volkszählung von 1991 waren 78,1 % der Bevölkerung Kroaten, 12,2 % Serben.
Serbische Minderheit
1995 eroberte die kroatische Armee im Zuge der
Militäroperation Oluja die von serbischen
Freischärlern kontrollierten Gebiete in Westslawonien, Norddalmatien, der
Lika und der
Banovina. Im Zuge dessen musste der größte Teil der dortigen serbischen Einwohner aus Furcht vor Vergeltungsschlägen und staatlichen Repressalien in die so genannte
Republika Srpska in
Bosnien und Herzegowina und teilweise auch nach
Serbien und
Montenegro fliehen. Im Laufe der letzten Jahre ist ein Teil der Flüchtlinge zurückgekehrt (118.000 bis Januar 2005), so dass der serbische Bevölkerungsanteil heute etwas höher als zur Zeit der Volkszählung von 2001 sein dürfte.
Laut Jahresbericht 2005 von Amnesty International zu Kroatien sahen sich jedoch viele der Rückkehrer gezwungen, das Land wieder zu verlassen. Kroatische Serben litten im Berichtszeitraum (Kalenderjahr 2004) weiter unter Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt und beim Zugang zu anderen wirtschaftlichen und sozialen Rechten.
Den etwa 50.000 direkt am bewaffneten Aufstand (1991-1995) beteiligten Serben wurde von der kroatischen Regierung eine generelle Amnestie gewährt, sofern individuell keine direkten Kriegsverbrechen nachgewiesen werden konnten.
Die Serben leben vor allem in Ostslawonien, der Lika, der Banovina, dem Hinterland Norddalmatiens sowie in Zagreb und Rijeka. Das Hauptsiedlungsgebiet der italienischen Minderheit ist die Westküste Istriens, daneben gibt es italienische Bevölkerungsgruppen in Rijeka und Westslawonien. Ungarn und Slowaken leben vor allem im Osten, Tschechen im Westen Slawoniens. Die Bosniaken, Albaner und Mazedonier leben über das gesamte Land verstreut, vor allem in den größeren Städten.
Bemühungen zur Eingliederung von Minderheiten im Allgemeinen
Kroatien wurde immer wieder vorgeworfen, in nicht ausreichendem Maße zum Minderheitenschutz im Lande und für die Rückbesiedelung der serbischen Minderheit beizutragen. Insbesondere von Organisationen wie etwa dem
Kroatischen Helsinki-Komitee für Menschenrechte (
HHO) war stets lautstarke Kritik zu vernehmen und es wird auch weiterhin Kritik geäußert. Generell wurden von Seiten offizieller Stellen in den letzten Jahren enorme Fortschritte in den Minderheitenfragen festgestellt. Kroatien hat vielgeschätzte Fortschritte im Umgang mit der Minderheit der
Roma und
Sinti gemacht (insbesondere im Schulbereich und der Schaffung von Wohnräumen) und verfolgt eine aktive Kampagne in diversen Staaten Südosteuropas, um insbesondere
serbische Flüchtlinge aus fremden Staaten wieder zurückzuführen. Von Seiten des kroatischen Staates und diverser europäischer Organisationen wurden großzügige Geldbeträge zum
Wiederaufbau zerstörter Häuser und zur Reintegration von Flüchtlingen bereitgestellt (der Wiederaufbau der zerstörten Häuser von
Kroaten wurde zur Gänze vom kroatischen Staat beglichen). Trotz vereinzelter Rückschläge betreffs der Sicherheit insbesondere der serbischen Minderheit äußern internationale Institutionen, dass sich Kroatien auf einem sehr guten Weg befindet. In der derzeitigen Zusammensetzung des
kroatischen Parlaments sind 8 Abgeordnete von Seiten der Minderheiten vertreten; die derzeitige Regierung ist bei der Gesetzgebung u.a. sogar abhängig von der Unterstützung einzelner Minderheitenvertreter.
Das Simon Wiesenthal Center stufte Kroatien Mitte 2006 in die höchste Beurteilungskategorie hinsichtlich der Bemühungen zur Verfolgung von Nazi-Verbrechen und deren erfolgreicher Prozessierung ein.
Religiöse Zugehörigkeit
StPeter's_Cathedral_Dakovo.jpg von
Đakovo in
Slawonien]]
Der überwiegende Teil der Bevölkerung gehört der römisch-katholischen Kirche an.
Zusammensetzung der Bevölkerung nach Konfessionen (Volkszählung von 2001):
| 1.
| Römische Katholiken
| 3.897.332
| (87,83%)
|
| 6.
| Calvinisten
| 4.053
| (0,09%)
|
| 2.
| Orthodoxe
| 195.969
| (4,42%)
|
| 7.
| Lutheraner (Augsburger Bekenntnis)
| 3.339
| (0,08%)
|
| 3.
| Muslime
| 56.777
| (1,28%)
|
| 8.
| Adventisten
| 3.001
| (0,07%)
|
| 4.
| Katholiken des griechischen Ritus
| 6.219
| (0,14%)
|
| 9.
| Baptisten
| 1.981
| (0,04%)
|
| 5.
| Zeugen Jehovas
| 6.094
| (0,14%)
|
| 10.
| Juden
| 495
| (0,01%)
|
Quelle: http://www.dzs.hr
siehe auch: Katholische Kirche in Kroatien
Kathedrale Sveti Duje.jpg in Split]]
Sprachen
Zusammensetzung der Bevölkerung nach Muttersprache (Volkszählung von 2001):
| 1.
| Kroatisch
| 4.265.081
| (96,12%)
|
| 9.
| Tschechisch
| 7.178
| (0,16%)
|
| 2.
| Serbisch
| 44.629
| (1,01%)
|
| 10.
| "Serbokroatisch"
| 4.961
| (0,11%)
|
| 3.
| Italienisch
| 20.521
| (0,46%)
|
| 11.
| Slowakisch
| 3.993
| (0,09%)
|
| 4.
| Albanisch
| 14.621
| (0,33%)
|
| 12.
| Mazedonisch
| 3.534
| (0,08%)
|
| 5.
| Ungarisch
| 12.650
| (0,29%)
|
| 13.
| Deutsch
| 3.013
| (0,07%)
|
| 6.
| Slowenisch
| 11.872
| (0,27%)
|
| 14.
| "Kroatoserbisch"
| 2.054
| (0,05%)
|
| 7.
| Bosniakisch
| 9.197
| (0,21%)
|
| 15.
| Ruthenisch
| 1.828
| (0,04%)
|
| 8.
| Romanes
| 7.860
| (0,18%)
|
| 16.
| Sonstige
| 16.709
| (0,38%)
|
Städte in Kroatien
City of Korcula, Island of Korcula, Croatia.jpg auf der gleichnamigen Insel]]
Siehe auch:
Liste der Städte in Kroatien,
Liste deutscher Bezeichnungen kroatischer Orte
Die größten Städte Kroatiens (über 30.000 Einwohner, Einwohnerzahlen der Städte in ihren politischen Grenzen laut Volkszählung von 2001) sind:
Politische Gliederung
- Hauptartikel: Politische Gliederung Kroatiens
Kroatien ist in 20 Gespanschaften (kroat. županija, Mz. županije) und die Hauptstadt Zagreb, die selbst die Kompetenzen einer Gespanschaft hat, aufgeteilt. Die Gespanschaften haben Flächen zwischen etwa 1.000 und 5.000 km². Jede Gespanschaft verfügt über eine gewählte Gespanschaftsversammlung (kroatisch županijska skupština). An der Spitze der Verwaltung einer Gespanschaft steht der Gespan (kroatisch župan), der von der Gespanschaftsversammlung gewählt und vom Staatspräsidenten bestätigt wird.
Counties of Croatia.png]]
Die Gespanschaften gliedern sich ihrerseits in Gemeinden (kroatisch općina, Mz. općine), von denen ein Teil den Status einer Stadt (kroatisch: grad) hat.
Landkarte: Map of the Regions
Geschichte
- Hauptartikel: Geschichte Kroatiens
Altertum und frühes Mittelalter
Das Gebiet des heutigen Kroatien wurde ab dem 8. Jh.v.Chr. von
Illyrern besiedelt. Ab dem 7. Jh.v.Chr.
wurde die Adriaküste von
Griechen kolonisiert, so geht z.B. die Gründung
Splits (altgr.
Aspalathos oder
Spalatos = „Höhle“) auf diese Zeit zurück. Weitere Orte aus dieser Zeit sind Aenona (
Nin), Epidaurum (
Cavtat), Oppidum (
Poreč), Pola (
Pula) und Tragurion (
Trogir) (siehe auch
Liste antiker Stätten in Kroatien). Später wurde das Gebiet Teil des
Römischen und ab dem 5. bis 9 Jh. n. Chr. Teil des
Byzantinischen Reiches. Seit dem 6. Jahrhundert wurde das Land von
Kroaten,
slawischen Stämmen und
Awaren besiedelt. Die Bevölkerung wurde im 7. Jahrhundert
christianisiert.
Nachdem es zunächst ein unabhängiges Königreich gewesen war, kam Kroatien im Jahr 1102 in Personalunion durch ein Abkommen (Pacta conventa) zu Ungarn mit eigener Verwaltung unter einem kroatischen Ban (Befehlshaber).
Kroatien in der österreichisch-ungarischen Monarchie
Mitte des
15. Jahrhunderts erlitten Ungarn und Kroatien schwere Gebietsverluste durch die Expansion des
Osmanischen Reiches. Um militärisch Beistand zu erhalten und weitere Gebietsverluste an die Osmanen zu verhindern, rief der kroatische
Sabor die
Habsburger auf, die Regentschaft über Kroatien zu übernehmen. Nach zahlreichen Schlachten gelangte im
18. Jahrhundert ein Großteil Kroatiens unter Verwaltung der Habsburger. Die historischen kroatischen
Regionen
Dalmatien und Teile
Istriens standen seit dem Spätmittelalter unter der Herrschaft der
Republik Venedig. Die Republik
Dubrovnik konnte als einziges der Gebiete des heutigen Kroatien vom
14. Jahrhundert bis zum Jahr
1808 ihre staatliche Unabhängigkeit bewahren.
Zeit Napoleons und Entwicklung eines nationalen Bewusstseins
Nach den napoleonischen Kriegen kamen
1815 ganz
Dalmatien und
Istrien unter
österreichische Herrschaft, wurden jedoch aus politischen Gründen ("divida et impera") nicht verwaltungsmäßig mit dem übrigen Kroatien vereinigt, sondern zu separaten
Kronländern innerhalb der österreichischen Reichshälfte, während Kroatien-Slawonien zur ungarischen Reichshälfte gehörte.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs unter der kroatischen Bevölkerung das Verlangen nach mehr Selbstbestimmungsrechten. In den Revolutionsjahren um 1848 verkörperte insbesondere Ban Josip Jelačić die Symbolfigur kroatischer Interessen, welche nach Eigenverwaltung strebten. Den nationalen Bestrebungen wurde jedoch durch den Österreichisch-Ungarischen Ausgleich und den Ungarisch-Kroatischen Ausgleich 1867 ein Ende gesetzt. Das 19. Jahrhundert war auch geprägt vom sogenannten Illyrismus, einer Bewegung, die zahlreiche kulturelle Veränderungen durchsetzte. Es kam zu einer Standardisierung der kroatischen Sprache und gleichzeitig wurde die Idee geboren, alle Südslawen in einem Staat zu vereinen.
Entstehung des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen
Kroatien begann sich nach Ende des
Ersten Weltkriegs (
1918) aus der
österreichisch-ungarischen Monarchie zu lösen. Italienische Truppen begannen daraufhin mit der Besetzung von kroatischen Gebieten längs der Ostküste der
Adria, da
Italien im
Londoner Vertrag von 1915 deren Annexion zugesagt worden war. Angesichts dessen beschloss der
Nationalrat der Slowenen, Kroaten und Serben Ende November
1918 die sofortige Vereinigung Kroatiens mit dem
Königreich Serbien woraus dann das
Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen entstand. Viele Kroaten lehnten aber die
monarchistische Staatsform ab, fühlten sich benachteiligt und verlangten für Kroatien die Gründung einer
Republik. Dazu kam, dass die
Verfassung eine zentralistische Staatsorganisation und die Auflösung der historischen Provinzen vorsah, was den Serben als zahlenmäßig größtem Volk de facto die Vorherrschaft sicherte.
1929 löste König Aleksandar I. das Parlament auf und benannte den Staat in Königreich Jugoslawien um. Er regierte diktatorisch vorwiegend mit Hilfe serbischer Offiziere. Als Reaktion hierauf gründete Ante Pavelić die von Mussolini unterstützte faschistische Ustaša-Bewegung.
Kroatien während des Zweiten Weltkriegs
Oton Ivekovic, Nikola Subic Zrinski.jpg]]
Nach dem Überfall
Deutschlands auf das
Königreich Jugoslawien am
6. April 1941 marschierte am
10. April 1941 die
Deutsche Wehrmacht in
Zagreb ein. Mit deutscher Unterstützung rief die
Ustaša den
Unabhängigen Staat Kroatien (
Nezavisna država Hrvatska/
NDH) aus und errichtete eine faschistische
Diktatur unter
Ante Pavelić, die
Serben,
Juden,
Roma und kroatische Antifaschisten systematisch verfolgte und ermordete. Demokratische Wahlen, die das Ustaša-Regime vor dem kroatischen Volk legitimiert hätten, wurden nicht abgehalten. Vom Sommer
1941 an begann ein bewaffneter Aufstand der kroatischen Kommunisten gegen das Ustaša-Regime, die als Teil der
jugoslawischen Partisanenbewegung im Laufe der Jahre
1942/
1943 einen großen Teil des Landes unter ihre Kontrolle bringen konnten.
Kroatien als Teil Jugoslawiens
Nach Kriegsende wurde Kroatien eine von sechs Teilrepubliken
(Sozialistische Republik Kroatien) der neu gegründeten
Föderativen Volksrepublik Jugoslawien, ab
1963 Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien (SFRJ), unter der
kommunistischen Regierung von
Tito.
1971 wird die Protest- und Reformbewegung Kroatischer Frühling niedergeschlagen. Massenverhaftungen folgten.
Nach Titos Tod 1980, welcher bis dahin den Staat durch sein hartes Durchgreifen unter Kontrolle hielt, nahmen die Spannungen in Jugoslawien immer mehr zu. Die einzelnen ethnischen Gruppen wollten eigene Staaten haben. So sind die meisten Serben serbisch-orthodox, Kroaten römisch-katholisch und viele Bosnier moslemisch, was einer einheitlichen Nation widersprach.
Als Mitte der 1980er Jahre Glasnost in der Sowjetunion das Ende der sozialistischen Ära in Europa einläutete, forderten verstärkt vor allem Slowenien und Kroatien einen Umbau Jugoslawiens zu einer Konföderation und eine Umorientierung hin zur parlamentarischen Demokratie und Marktwirtschaft. Die von Slobodan Milošević regierte Republik Serbien setzte sich hingegen für einen zentralisierten jugoslawischen Gesamtstaat unter kommunistischer Herrschaft ein.
Unabhängigkeit Kroatiens
Nach den ersten freien Wahlen seit mehr als einem halben Jahrhundert im Mai
1990 und dem danach abgehaltenen
Referendum (Wahlbeteiligung 93,5 %, für die Souveränität stimmten 93,2 %) erklärte Kroatien im Juni
1991 unter
Franjo Tuđman seine
Unabhängigkeit (internationale Anerkennung am 15. Januar
1992). Der Wechsel von der Einparteiendiktatur hin zur parlamentarischen
Demokratie verlief weitgehend problemlos.
Die de facto von Serbien dominierte Jugoslawische Volksarmee versuchte die Unabhängigkeitsbestrebungen militärisch niederzuwerfen. Der militärische Versuch, kroatische Gebiete mit großem als auch geringem Anteil an serbischer Bevölkerung von Kroatien abzuspalten und mittelfristig an Serbien anzugliedern, mündete in dem fast 4 Jahre andauerndem Kroatischen Unabhängigkeitskrieg, der erst nach militärischen Erfolgen der Kroaten 1995 (Militäroperation Oluja) mit dem Vertrag von Dayton und der kroatischen Unabhängigkeit am 14. Dezember 1995 endete.
Kroatien nach der Unabhängigkeit
Kroatien hat sich nach seiner Unabhängigkeit ähnlich wie
Slowenien immer mehr versucht, sich dem "Westen" zuzuwenden. Das Land versucht der
Korruption den Rücken zu kehren, angeklagte
Kriegsverbrecher auszuliefern und sich zu modernisieren. Es hofft möglichst schnell in die
EU einzutreten und daraus wirtschaftlich zu profitieren. Dieser Mitgliedschaft in der Europäischen Union kam Kroatien durch ein im Mai
2001 unterzeichnetes Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der
EU näher. Es sichert Kroatien den freien Zugang zum Europäischen Binnenmarkt, verlangt dem Land aber auch umfangreiche Wirtschafts- und Sozialreformen ab. Heute steht Kroatien in Beitrittsverhandlungen mit der
EU.
Politik und Verwaltung
- Hauptartikel: Politik in Kroatien
Exekutive
Der kroatische Präsident wird für 5 Jahre direkt vom Volk gewählt. Er ist das
Staatsoberhaupt. Der gewählte Präsident beruft
Parlamentswahlen ein und ernennt die Mitglieder des
Parlaments (kroat. Sabor), ebenso wie den
Premierminister. Seit dem
18. Februar 2000 ist
Stjepan Mesić (auch "Stipe" Mesić genannt) kroatischer Staatspräsident. Er wurde am
16. Januar 2005 für eine zweite Amtsperiode gewählt.
Legislative
Das
Parlament (Sabor) in Kroatien besitzt zwei Kammern, das Abgeordnetenhaus mit 127 Mitgliedern (
Zastupnički dom), welches Gesetze verabschiedet, und die Vertretung der Gespanschaften (
Županijski dom) mit 63 Sitzen, das eine Prüfung der Gesetze vorschlagen oder verlangen kann. Die Abgeordneten werden jedoch, anders als der Präsident, alle vier Jahre direkt gewählt. Per Gesetz ist festgelegt, dass von den 127 Sitzen des Abgeordnetenhauses, zwölf für Kroaten im Ausland und sieben für Minderheiten (drei davon für die
serbische Minderheit) garantiert sind. Alle Bürger ab dem 18. Lebensjahr sind wahlberechtigt.
Judikative
Der
Oberste Gerichtshof Kroatiens (
Vrhovni sud Republike Hrvatske) ist, ähnlich wie in
Deutschland, die höchste juristische Instanz. Nach Empfehlung des Justizausschusses des Abgeordnetenhauses werden die
Richter vom staatlichen Richterrat ernannt. Außerdem gibt es ein
Verfassungsgericht und mehrere
Straf- und
Zivilgerichte sowie
Berufungsgerichte. Derzeit befindet sich das kroatische Gerichtswesen in einem grundlegenden Reform-Prozess.
Politische Parteien
Seit Dezember
2003 regiert in Kroatien die
HDZ unter Premierminister
Ivo Sanader. Die größten Parteien Kroatiens sind die
Kroatische Demokratische Union (HDZ), die
Sozialdemokratische Partei (SDP), die
Sozial-liberale Partei (HSLS), die
Bauernpartei (HSS), die
Volkspartei (HNS), die
Istrische Demokratische Versammlung (IDS), die
Christlich-Demokratische Union (HKDU), die slawonische Regionalpartei, die
Partei des Rechts (HSP) sowie die
Unabhängigen Demokraten. Die nächsten turnusmäßigen Parlamentswahlen werden voraussichtlich im November
2007 stattfinden.
Verteidigungs- und Sicherheitspolitik
- Hauptartikel: Die kroatischen Streitkräfte
Allgemeines über die Streitkräfte
Die Kroatische Armee umfasst in ihrer
Friedensstärke etwa 15.000 Soldaten. Die Anzahl der Reservisten beträgt 111.000 Soldaten, von denen sich etwa 32.360 in Bereitschaft befinden. Insgesamt stehen 856.946 Bürger Kroatiens bereit für den Verteidigungsfall.
Die Anzahl der Wehrpflichtigen im Alter von 19 Jahren beträgt pro Jahr etwa 30.096 (2003). Seit
2006 gilt in Kroatien der verkürzte
Grundwehrdienst von 6 Monaten, bzw. alternativ der
Zivildienst von 8 Monaten.
Der Wehretat der Republik Kroatien wurde von etwa 1.1 Milliarden USD (1997), etwa über 5% des Bruttosozialproduktes auf gegenwärtig ein Wehretat von 520 Millionen USD gesenkt. Dies entspricht etwa 2.39% des BSP.
Der Oberbefehlshaber der Armee Kroatiens ist der Präsident der Republik Kroatien.
Der Sabor, das kroatische Parlament, verfügt über die Kontrolle der Streitkräfte, den Wehretat und die strategische Entwicklung.
NATO-Aspirationen und Modernisierung
Kroatien könnte laut den jüngsten Aussagen des
NATO-Generalsekretärs
Jaap de Hoop Scheffer, der die Bemühungen Kroatiens lobte, bereits Ende 2006 eine Beitrittseinladung zum Verteidigungsbündnis erhalten. Schon beim Gipfel in
Riga am 28. und 29. November 2006 soll eine verbindliche Aussage gemacht werden. Insbesondere die Flüchtigkeit des mutmaßlichen Kriegsverbrechers
Ante Gotovina war lange Zeit ein Hindernis auf dem Weg zur Mitgliedschaft Kroatiens. Die NATO versteht sich nicht ausschließlich als Militärbündnis, sondern in überwiegendem Maße als Wertesystem, in dem die Prinzipien des
Rechtsstaates, der
Minderheitenrechte, der
Demokratie und der
Marktwirtschaft eingehalten werden.
Mit dem Beitritt zur NATO plant Kroatien eine grundlegende Änderung der Verteidigungsstrategie des Landes. So wird von der derzeitigen individuellen Verteidigungsstrategie auf eine kollektive Verteidigungsstrategie umgestellt. Bereits im Februar 2006 soll ein Arbeitspapier zur nachhaltigen Entwicklung der Streitkräfte vorgestellt werden, das im Laufe der nächsten 10 Jahren umgesetzt werden soll. In der Strategie enthalten sind auch die Verteidigung durch nicht-militärische Maßnahmen, der Zivilschutz oder Neuerungen was Such- und Rettungstrupps betrifft. Geplant ist auch die schrittweise Modernisierung in technischer Hinsicht, u.a. die Anschaffung neuer Panzer und evtl. auch die Modernisierung der kroatischen Abfangjäger.
Auslandseinsätze
Kroatische Truppen sind bereits seit November 2003 Teil der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe in
Afghanistan (
ISAF), unter der Leitung der NATO (Bildung eines regionalen Aufbauteams für den Handel der Stadt
Kunduz und Demilitarisierungsprogramme). Im Laufe von
2006 soll das Kontingent von 50 Soldaten auf 150 aufgestockt werden. Für das Engagement im Rahmen der ISAF bekommt Kroatien bereits seit Jahren hervorragende Beurteilungen von Experten und Amtsträgern des Bündnisses.
Die Kroatischen Streitkräfte werden auch zu friedenserhaltenden und -sichernden Maßnahmen im Rahmen der Vereinten Nationen eingesetzt:
Infrastruktur, Verkehr und Telekommunikation
- Hauptartikel: Infrastruktur, Verkehr und Telekommunikation in Kroatien
DSC02401.JPG und Split, südlich vom Tunnel Sveti Rok]]
Der Verkehrs- und Infrastruktursektor ist derzeit einer der sich am schnellsten entwickelnden Bereiche der kroatischen Wirtschaft. In kaum einem anderen Land Europas wird derzeit mehr in diesen Bereich investiert und es gibt derzeit nur wenige Länder, in denen derzeit so viele Autobahnkilometer innerhalb kürzester Zeit entstehen, wie in Kroatien. Auch andere wichtige Infrastrukturprojekte, wie Brücken, städtische Kommunalprojekte, Umweltprojekte oder der Ausbau von Häfen befinden sich derzeit in einer Projektierungs- oder Bauphase. Das kroatische
Wirtschaftswachstum und der Lebensstandard der kroatischen Bevölkerung sind direkt von den Investitionen in diesem Bereich abhängig. Insbesondere für den Tourismus erhofft man sich nachhaltige Auswirkungen durch bessere Infrastrukturlösungen. Eine bereits in Kraft getretene, transparentere und härtere Gesetzgebung soll hier unkontrolliertes Bauen verhindern.
Flughäfen
Die bedeutendsten kroatischen
Flughäfen befinden sich in
Zagreb,
Rijeka,
Split,
Dubrovnik und
Zadar. Seit
2005 gehört die nationale kroatische Fluggesellschaft
Croatia Airlines zur
Star Alliance. Innerhalb der nächsten Jahre sollte ein neues
Terminal am Flughafen in Zagreb entstehen.
Häfen
In Kroatien befinden sich mehrere wichtige
Adriahäfen. Der größte
Hafen an der östlichen Adriaseite ist
Rijeka, gefolgt vom Industriehafen
Ploče und dem Passagierhafen
Split. Bis
2009 sollte der größte kroatische Hafen, der Adriahafen in
Rijeka, grundlegend modernisiert werden und somit
Städtetourismus mit Hafenflair verbinden.
Magistrala.JPG]]
Eisenbahn
Der Bahnverkehr in Kroatien ist noch relativ unterentwickelt, was das Personenaufkommen und die Qualität der Bahnstrecken betrifft. Deshalb steigen die Menschen öfter auf
Busse um, die oft preiswerter sind und in kürzeren Intervallen verkehren. Seit
2005 verkehren auf der Strecke
Zagreb -
Split die
Pendolino-
Neigezüge, die eine viel komfortablere und kürzere Reise ermöglichen als zuvor. Die
kroatische Bahn, die sich soeben in einem Privatisierungsprozess befindet (Stand:
2006), ist bestrebt die Reisequalität auf einzelnen Strecken zu erhöhen und die Reisezeiten zu verringern.
Autobahnen
Das kroatische Autobahnnetz gehört zu den jüngsten in Europa. Viele Autobahnkilometer wurden erst kürzlich fertiggestellt und ein Ende der regen Bautätigkeit ist noch nicht abzusehen. Das Hauptprojekt stellt hierbei die Autobahn A1
Zagreb -
Split dar, die noch vor dem Sommer
2005 fertiggestellt wurde. Somit wurde eine durchgehende Autobahnverbindung zwischen den beiden größten kroatischen Städten hergestellt. Bis
2008 sollten einige wichtige Bauprojekte verwirklicht sein. Dazu zählt die Erweiterung des Autobahnnetzes bis nach
Ploče in
Süddalmatien, bessere Verkehrslösungen für
Rijeka, die Autobahnverbindung nach
Osijek, der Autobahnausbau nach
Sisak und die Autobahnanbindungen in Richtung
Serbien,
Slowenien und
Österreich. Ebenfalls wird nicht beim Fahrkomfort und bei der Sicherheit gespart. Zur Zeit wird der Ausbau zahlreicher
Raststätten entlang aller kroatischen Autobahnen vorangetrieben. Ebenso sollten mittels modernster
Videoüberwachungs-Technik Unfälle vermieden werden.
Tunnel
Im Tunneltest 2006 des deutschen Automobilclubs
ADAC belegte der Tunnel Grič auf der A1 den zweiten Platz in Europa mit der selben Punktezahl wie der erstplatzierte Tunnel M-12 bei
Madrid. Seit der Verkehrsfreigabe gab es im Tunnel Mala Kapela auf derselben Strecke kein einziges besonderes Vorkommnis (Stand: April 2006). Die kroatischen Tunnels entsprechen laut den Tunneltests 2005 und 2006 somit höchsten europäischen Sicherheits-Standards.
Telekommunikation und Internet
Der Telekommunikationssektor ist in Kroatien bereits weit entwickelt, insbesondere was die
Mobilfunknetze betrifft und hat in den letzten Jahren im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbranchen in Kroatien die größten Fortschritte gemacht. Dies ist auch daran ersichtlich, dass der Telekommunikationssektor in diesem Land einen höheren Anteil am BIP trägt, als dies in den alten EU-Ländern der Fall ist (über 5%). Auch die Gesetzgebung in diesem Bereich befindet sich bereits auf europäischen Niveau, wenn nicht sogar höher. Als Folge der Liberalisierung des Marktes im Jahr
2005 kommen immer mehr alternative Telekommunikations-Betreiber auf den kroatischen Markt.
In Kroatien gibt es derzeit (Stand: Frühjahr 2006) drei Mobilfunknetzbetreiber, wobei eine vierte Lizenz noch im Laufe des Jahres 2006 ausgeschrieben werden sollte. Die beiden größten Netze garantieren eine flächenmäßige Abdeckung von über 98 %. Auch die Einführung neuen Technologien, wie WAP, GPRS oder MMS wurde rasch durchgeführt. Auch UMTS und mobile Videotelefonie sind bereits verfügbar. Dem kroatischen Telekommunikationssektor wird immer noch recht gutes Wachstumspotential zugeschrieben, da noch keine vollständige Marktsättigung erreicht wurde.
Die Verfügbarkeit von Breitbandinternetzugängen lässt noch zu wünschen übrig. Durch gezielte Wachstumsanreize soll dieser Bereich in den nächsten Jahren jedoch deutlich zulegen. 2005 wurden in Kroatien bereits Frequenzlizenzen für Internet-Funknetzwerke vergeben. Insbesondere durch neue WiMAX-Funknetzwerke soll die Internet-Infrastruktur in ganz Kroatien ausgebaut werden. Die flächenmäßige Abdeckung ganzer Städte und Regionen mit dieser Technik wurde hierbei beschlossen.
Kroatien nimmt, was die terrestrische Abdeckung mittels digitaler TV-Sendetechnik (DVB-T) betrifft, eine führende Stellung in Europa ein und hat erst unlängst von Seiten der Europäischen Kommission europaweit die beste Bewertung diesbezüglich bekommen. In Kroatien besteht bereits die Möglichkeit zur digitalen Abdeckung von 70% der Bevölkerung (Stand: 2006).
Wirtschaft
Croatia-zagreb-g5.jpg in
Zagreb, ein beliebter Treffpunkt der Massen]]
- Hauptartikel: Wirtschaft Kroatiens
Landwirtschaft
In Kroatien wird im vergleich zu
Deutschland eher wenig Landwirtschaft betrieben. Nur rund zwei Drittel der Fläche werden agrarisch genutzt. Dabei werden vor allem die fruchtbaren Böden im
Save-Drau-Zwischenstromland intensiv genutzt. Die wichtigsten angebauten Früchte sind Zuckerrüben, Kartoffeln, Weizen und Mais. In klimatisch begünstigten Lagen werden auch einige Sonderkulturen angebaut, vor allem
Wein und
Obst. In
Süddalmatien werden sogar mit
Tabak und
Zitrusfrüchten hohe Ernteerträge erzielt. In der Viehhaltung dominieren die Rinder-, Schaf- und Schweinezucht. In
Dalmatien ist der Fischfang eine wichtige Einkommensquelle.
Bergbau
Kroatien ist relativ reich an Bodenschätzen. Vor Ausbruch des
Balkankonfliktes 1991 war die Bergbauindustrie einer der bedeutendsten Arbeitgeber.
Erdgas,
Erdöl,
Steinkohle,
Braunkohle,
Bauxit,
Eisenerz und
Porzellanerde (
Kaolin) gehören zu den wichtigsten Rohstoffen Kroatiens. In manchen Regionen gibt es auch kleine Vorkommen von
Calcium,
Naturasphalt,
Kieselerde,
Glimmer und
Salz. Darüber hinaus werden
Graphit und Baumaterialien (vor allem Betongrundstoffe) abgebaut.
Industrie
Die vorherrschende Industriebetriebe in Kroatien sind
Erdölraffinerien,
Eisen- und
Stahlwerke,
Schiffswerften,
Chemieunternehmen und Produktionsstätten für
Nahrungsmittel,
Maschinen,
Zement und
Beton,
Metallwaren und
Textilien. Die ehemals bedeutende Bergbauindustrie verzeichnet seit einigen Jahren Rückgänge in der Produktion. Viele der Industriebetriebe Kroatiens wurden
1991 bei den Kämpfen zerstört oder beschädigt. Der Wiederaufbau der Anlagen bindet viele finanzielle Mittel und verhindert eine weitere Entwicklung in einigen anderen Produktionsbereichen. Zu Beginn der Auseinandersetzungen mit Serbien ging ab Mitte
1991 die Industrieproduktion massiv zurück. Ab
1993 verzeichnete die kroatische Wirtschaft Zuwachsraten, und bis
1996 konnten wieder in den meisten Branchen erhebliche Produktivitätssteigerungen verzeichnet werden.
Bankwesen
Das
Bankwesen ist konsolidiert und die größten Banken des Landes haben mit italienischen und österreichischen Großbanken fusioniert, bzw. wurden von diesen übernommen. Zu den größten Banken in Kroatien zählen die
Zagrebačka banka,
Privredna banka,
Splitska banka,
Raiffeisenbank Austria,
HVB Croatia banka,
OTP banka und
Karlovačka banka.
Einzelhandel
Neben
Mercator (slowenisch),
Spar (österreichisch),
Lidl (deutsch),
dm-drogerie markt (deutsch),
Kaufland (deutsch),
Mercatone (italienisch),
Billa (deutsch-österreichisch),
Bauhaus (deutsch),
baumax (österreichisch),
kika (österreichisch),
Obi (deutsch) und
Metro (deutsch) siedeln sich immer mehr ausländische Handelsketten in Kroatien an. Die größte einheimische Einzelhandelskette ist
Konzum (zur
Agrokor-Gruppe zugehörig).
Medien
- Hauptartikel: Medien in Kroatien
Printmedien
Die Presse in Kroatien ist überwiegend auf die Hauptstadt Zagreb konzentriert, wo die meisten Medien herausgegeben werden. Zu den bedeutendsten Tageszeitungen gehören
Večernji list,
Jutarnji list,
Vjesnik,
Slobodna Dalmacija,
Novi list und
Glas Istre. Eine beliebte Wochenzeitung ist
Sportske Novosti. Die meistgelesenen Wochenmagazine sind
Globus,
Nacional und
Hrvatski list. Seit 2005 etablieren sich immer mehr Zeitungen im Kleinformat. Dazu zählen
24 sata, sowie die Gratiszeitungen
Metropola und
Metro.
Fernsehen
Bereits seit den
1980er Jahren gibt es in Kroatien lokale Privatfernsehsender. Am kroatischen Fernsehmarkt etablierten sich im Zuge der Liberalisierung in den letzten Jahren auch national-sendende Privatsender. Neben der staatlichen Rundfunkgesellschaft
Hrvatska Radiotelevizija (HRT) können die Privatsender
RTL Televizija und
Nova TV in ganz Kroatien empfangen werden. Einige kroatische Fernsehsender sind per Satellit auch in ganz Europa empfangbar. Das staatliche Fernsehen kann per Satellit sogar in
Nordamerika und
Australien empfangen werden, wo viele kroatische Migranten leben.
Radio
Nebst den staatlichen Radiosendern der
HRT und den national-ausgestrahlten Privatsendern
Otvoreni radio,
Narodni radio und
Radio Marija gibt es in Kroatien bereits seit den frühen 1990er Jahren dutzende lokale Privatradiosender.
Film
Der neuere kroatische Film konnte sch bereits in kurzer Zeit einen guten Ruf verschaffen. Kroatische Eigenproduktionen sind angesichts der etwas dürftigen Mittel ziemlich rar, erreichen jedoch trotzdem ziemlich häufig gute Platzierungen bei diversen Filmfestivals. Ebenso waren kroatische Filmproduzenten nicht unwesentlich an einigen internationalen Filmproduktionen mit Auszeichnung beteiligt. Die einzige große kroatische Filmproduktionsfirma ist
Jadran Film.
Tourismus
Brela, Southern Dalmatia, Croatia.jpg,
Mitteldalmatien]]
- Hauptartikel: Tourismus in Kroatien
Kroatien ist ein beliebtes Urlaubsziel. Hauptattraktionen sind die Küste, die Nationalparks und die Städte, besonders beliebt sind
Dubrovnik,
Split,
Rijeka und
Zagreb. Jedes Jahr besuchen über zehn Millionen Touristen Kroatien.
Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Kroatiens: Der Anteil am
BIP beträgt ca. 20 Prozent.
Kultur und Gesellschaft
- siehe auch: Bedeutende kulturelle Veranstaltungen
In kultureller und architektonischer Hinsicht wurde der Norden und Nordosten Kroatiens durch seine lange gemeinsame Geschichte mit Ungarn bzw. Österreich im Baustil des Barock geprägt. Der Süden des Landes, das Küstenland von Istrien, der Kvarner-Bucht, des Hrvatsko primorje und Dalmatiens hingegen wurden architektonisch vorwiegend im Stil der Renaissance durch die frühere Seemacht Venedig (1409 bis etwa 1815) beeinflusst. Viele Hafenstädte haben daher noch immer ein ausgesprochen venezianisches bzw. italienisches Flair. Die landschaftliche, soziale und kulturelle Vielfältigkeit spiegelt sich insbesondere auch in den Volkstrachten Kroatiens wider. Einen wesentlichen Beitrag zur kroatischen Musiklandschaft leisten die charakteristischen Tamburica-Ensembles mit typisch-kroatischen Musikinstrumenten.
Ausgewählte Sehenswürdigkeiten
Bild:Cibona 2.jpg|Der Cibona-Turm in Zagreb
Image:Zageb_Croatian National Theater.jpg|Das Nationaltheater in Zagreb
Bild:Katedrala 2.jpg|Die Kathedrale zu Zagreb
Bild:Dubrovnik-stadtmauern.jpg|Die Stadtmauern von Dubrovnik sind das besterhaltene Fortifikationssystem in Europa
Bild:Bol.JPG|Der berühmte Strand in Bol auf Brač „Zlatni Rat“ (Goldenes Horn)
Bild:Plitvice-2003.JPG|Das UNESCO Weltnaturerbe Plitvicer Seen
Bild:Diokletianpalast.jpg|Diokletianspalast in Split
Bild:Osijek1.jpg |Kirche der heiligen Peter und Paul in Osijek
UNESCO Weltkultur- und Naturerbe der Menschheit
Die kroatischen Weltkultur- oder Naturerbestätten geordnet nach den Eintragungsjahren:
Volkstraditionen
- siehe auch: Musik Kroatiens
Maler und Bildhauer
Literatur
Siehe auch: Liste kroatischer Schriftsteller
Musik
- Hauptartikel: Musik Kroatiens
Siehe auch: Liste kroatischer klassischer Komponisten
Feiertage in Kroatien
Populäre Gesellschaftsspiele
Kulinarisches
- Hauptartikel: Kroatische Küche
- Siehe auch: Weinanbaugebiete in Kroatien
Kroatien hat eine sehr abwechslungsreiche multikulturelle Küchentradition. Regional unterschiedlich verschmelzen autochthone, Mediterrane, Osmanische, Alpenländische und Ungarische Einflüsse zu einer Fülle von kulinarischer Spezialitäten, die zum Teil international bekannt sind. Typische Gerichte in Kroatien sind:
Wissenschaft und Bildung
- Hauptartikel: Kroatisches Bildungssystem
Wissenschaftliche Institutionen
Kroatien besitzt mehrere
Hochschulen (kroatisch
sveučilište) und verschiedene
Fachhochschulen (kroatisch
veleučilište). In der Hauptstadt
Zagreb gibt es drei
Universitäten (die
Universität Zagreb wurde bereits
1669 vom
Habsburger
Leopold I. gegründet und ist insbesondere für seine
philosophische Fakultät bekannt), und je eine in
Dubrovnik (
Universität Dubrovnik),
Osijek (
Universität Osijek),
Rijeka (
Universität Rijeka),
Split (
Universität Split) und
Zadar (
Universität Zadar). Die einzelnen Universitäten unterhalten zahlreiche Institute in anderen Städten Kroatiens, wie z.B. in
Varaždin, etc. Die renommierteste technische Institution Kroatiens ist die Fakultät für
Elektrotechnik und
elektronische Datenverarbeitung (
FER) in
Zagreb. Hier studieren nur Top-Studenten aus ganz Kroatien. Weitere etwa 40 Forschungsinstitute bzw. wissenschaftliche
Großprojekte werden in einer offiziellen
Website zusammengefasst, die von
Bio- und
Naturwissenschaften bis
Medizin,
Ökonomie und
Philosophie reichen. Auf der Insel
Hvar befindet sich ein
Observatorium für
Astronomie und
Satellitengeodäsie.
Die älteste genuin kroatische Wissenschaftsinstitution ist Matica Hrvatska (deut. kroatische Bienenkönigin), welche in der Donaumonarchie zur Kultur- und Sprachpflege ins Leben gerufen wurde.
Innerhalb des Jahres 2006 sollte das unabhängige MedILS Institut (Mediterranean Institute for Life Sciences *) seinen Betrieb aufnehmen und somit multidisziplinär-denkenden Forschern im Bereich der Lebenswissenschaften als Forschungsstätte dienen. Das Institut befindet sich direkt am Meer, unweit von Split und wird vom weltweit-geschätzten kroatischen Wissenschaftler Miroslav Radman geleitet, der sich durch seine Forschungsarbeit im Bereich der Molekularbiologie (DNA Reparatur, Krebs- und Evolutionsforschung, etc.) ausgezeichnet hat. Ein weiteres, international-renommiertes Institut wäre u.a. auch das Institut Ruđer Bošković (IRB).
Berühmte kroatische Wissenschaftler
Vrancic.jpg]]
Von Kroatiens bedeutendsten Wissenschaftern seien besonders hervorgehoben:
- der Chemie-Nobelpreisträger Lavoslav Ružička (1939)
- die Universalgelehrten Faust Vrančić (Faustus Verantius, 1551-1617), Fallschirm- und Brückenbauer, und Ruđer Bošković (Rugjer Josip Boscovich, 1711-1787)
- der Physiker Fran Bošnjaković (1902-1993, Thermodynamik) * die Mathematiker Danilo Blanuša (1903-1987), William Feller (1906-1970) und Zvonimir Janko (siehe Janko-Gruppen)
- die Geophysiker Andrija Mohorovičić (Entdecker des Erdmantels) und Anthony Lucić (1855-1925, Erdölpionier in Texas)
- die Erfinder Ivan Lupis-Vukić (1813-1875), Eduard Penkala (1871-1922), David Schwarz (1845-1897, erstes Luftschiff), Josip Vučetić (1858-1925, Erforscher des Fingerabdrucks) und Anthony Maglica (*1955, Mag-Lite)
- die Ärzte Gjuro Baglivi (1668-1707, Anatomie-Theorie), Mirko Grmek (1924-2000, medizinische Enzyklopädie) und die Bakteriologen Emanuel Klein (1844-1925) und Andrija Štampar (1888-1958)
- die Sprachwissenschafter und Jesuiten Ignacije Szentmártony (1718-1793, auch Astronom und Geograf) und der aus dem Burgenland stammende Indologe Filip Vezdin oder Wesdin (1748-1806)
Weblink: History of Croatian Science
Sport
- Hauptartikel: Kroatischer Sport
Sportliche Erfolge
Trotz seiner verhältnismäßig geringen Bevölkerungszahl kann Kroatien im Sport viele Erfolge aufweisen. Man könnte angesichts der Vielzahl an internationalen Erfolgen und der damit verbundenen Verbreitung eines positiven Images Kroatiens behaupten, dass die kroatischen Sportler oft als die besten Botschafter dieses kleinen Landes in der Welt gelten. Zu den größten Erfolgen kroatischer Nationalmannschaften zählen die Drittplatzierung bei der
Fußball-Weltmeisterschaft 1998 in
Frankreich, der Sieg der Handballer bei den
Olympischen Spielen von
1996 in
Atlanta und von
2004 in
Athen (wie auch der Sieg bei der
Handball-Weltmeisterschaft 2003 in
Portugal), die Silbermedaille für die Basketballer bei den Olympischen Sommerspielen in
Barcelona 1992, die Silbermedaille für das Wasserball-Nationalteam bei den Olympischen Spielen 1996 in
Atlanta, sowie die Silbermedaille im Rudern für das Gebrüderpaar
Nikša und
Siniša Skelin in Athen 2004 (
Zweier ohne Steuermann). Das kroatische
Tennis-Nationalteam ist seit 2005 amtierender
Davis-Cup-Gewinner. Die
kroatische Fußballnationalmannschaft hat sich bereits zum dritten Mal seit Erlangung der Unabhängigkeit 1991 für die Weltmeisterschafts-Endrunde qualifiziert.
Näheres unter: Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in
Deutschland.
Viele kroatische Einzelsportler beweisen kontinuierlich sportliche Spitzenleistungen. Zu den größten einzelsportlichen Leistungen zählen der Wimbledon-Sieg von Goran Ivanišević 2001 im Tennis, die Silbermedaille im Schwimmen für Duje Draganja bei den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen (50 m Freistil), sowie das Dreifach-Olympiagold von Janica Kostelić bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City (Kombination, Slalom, Riesenslalom; Silber im Super G).
Bei den Olympischen Winterspielen in Turin 2006 holte nun auch der Bruder von Janica Kostelić, Ivica Kostelić, die Silbermedaille in der Kombination.
Berühmte kroatische Sportler
Goran Ivanisevic serve Wimbledon 2004.jpg]]
Besonders in den folgenden Disziplinen beweisen kroatische Sportler immer wieder sportliche Höchstleistungen:
| Fußball:
|
| Davor Šuker, Bernard Vukaš, Robert Prosinečki, Zvonimir Boban, Dado Pršo, Robert Kovač, Dario Šimić, Ivan Klasnić, Igor Tudor
|
| Handball:
|
| Patrik Čavar, Ivano Balić, Petar Metličić, Vlado Šola, Mirza Džomba, Goran Šprem
|
| Ski alpin:
|
| Janica Kostelić, Ivica Kostelić, Nika Fleiss, Ana Jelušić
|
| Tennis:
|
| Željko Franulović, Goran Ivanišević, Iva Majoli, Ivan Ljubičić, Mario Ančić, Mirjana Lučić, Nikola Pilić, Karolina Šprem
|
| Basketball:
|
| Dražen Petrović, Toni Kukoč, Dino RRađa + > Dražen Petrović, Toni Kukoč, [[Dino R
|
| Wasserball:
|
| Dubravko Šimenc
|
| Schwimmen:
|
| Durdica Bjedov, Gordan Kožulj, Duje Draganja
|
| Rudern:
|
| Nikša Skelin, Siniša Skelin, Matija Ljubek
|
| Segeln:
|
| Mate Arapov
|
| Hochsprung:
|
| Blanka Vlašić
|
| Volleyball:
|
| Barbara Jelić Ružić
|
| Tischtennis:
|
| Zoran Primorac, Dragutin Surbek
|
| Schach:
|
| Zdenko Kožul
|
| Gewichtheben:
|
| Nikolaj Pešalov
|
| Boxen:
|
| Ivo Prebeg, Marijan Beneš, Željko Mavrović, Mate Parlov, Stipe Drews
|
| Kickboxen:
|
| Mladen Steko, Pavlica Steko
|
| K1:
|
| Mirko "Cro Cop" Filipović, Branko Cikatić
|
Sportliche Veranstaltungen
Zu den größeren sportlichen Veranstaltungen, die in Kroatien stattfanden, gehört die
Universiade, welche
1987 in
Zagreb stattfand.
2010 wird der
IAAF Leichtathletik-Weltcup in
Split stattfinden (Split war
1979 bereits der Veranstaltungsort der
Mittelmeerspiele und
1990 Austragungsort der
Leichtathletik-Europameisterschaft. Kroatien hofft ebenso gemeinsam mit
Ungarn auf eine Austragung der
Fußball-Europameisterschaft 2012.
- Siehe auch:
Kulturhistorisches und Anekdotisches
- Namensursprung der Krawatte: Die Bezeichnung des Kleidungsstückes "Krawatte" geht auf den Namen des Volkes der Kroaten zurück. Die kroatischen Soldaten trugen im 17. Jahrhundert ein ähnliches Kleidungsstück um den Hals, ein Halsband mit Fransen, durch das sie recht einfach zu unterscheiden waren. Das Wort "cravate" wird zum ersten Mal in der französischen Enzyklopädie im 17. Jahrhundert erwähnt, als kroatische Soldaten am Hof Ludwig des XIV. in Paris weilten. Im Französischen nennt man die Kroaten Croates, was leicht auf das Wort cravate oder im Deutschen "Krawatte" schließen lässt. (Näheres, siehe: Geschichte der Krawatte.).
- Siehe auch
Literatur
- Johann Georg Reismüller Der Krieg vor unserer Haustür, ISBN 3-421-06543-8
- Jelica Hilgraf Wenn der Krieg vorbei ist, ISBN 3-928028-98-7
- Agičić et al. (2000): Povijest i zemljopis Hrvatske (Die Geschichte und Geographie Kroatiens), priručnik za hrvatske manjinske škole (Handbuch für kroatische Ergänzungsschulen), Biblioteka Geographica Croatica, 292 S., Zagreb, ISBN 953-6235-40-4 (kroatisch)
Weblinks
Staat | Kroatien
Kroasië | Kroatien | Croazia | كرواتيا | Croacia | Xorvatiya | Харватыя | Хърватска | ক্রোয়েশিয়া | Hrvatska | Croàcia | Chorvatsko | Croatia | Kroatien | Κροατία | Croatia | Kroatio | Croacia | Horvaatia | Kroazia | کرواسی | Kroatia | Horvaatia | Croatie | Kroaasje | Croacia - Hrvatska | קרואטיה | क्रोएशिया | Hrvatska | Horvátország | Kroasia | Kroatia | Króatía | Croazia | クロアチア | ხორვატია | 크로아티아 | Kroati | Хорватия | Croatia | Kroatien | Kroatië | Kroatija | Horvātija | Хрватска | Kroazja | Croatia | Kroatien | क्रोएसिया | Kroatië | Kroatia | Kroatia | Croàcia | Chorwacja | کروآسيا | Croácia | Croaţia | Хорватия | क्रोएशिया | Croazzia | Kroátia | Hrvatska | Croatia | Chorvátsko | Hrvaška | Kroacia | Хрватска | Kroatien | ประเทศโครเอเชีย | Croatia | Hırvatistan | كرودىيە | Хорватія | Croatia | Croacia | 克罗地亚 | Hrvatska