Krnov (deutsch Jägerndorf, polnisch Krnów, Karniów, lateinisch Carnovia) ist mit 25.600 Einwohnern die größte Stadt im Kreis Bruntál (Freudenthal) in Tschechien. Sie liegt am Zusammenfluss von Oppa (Opava) und Goldoppa (Opavice) nahe dem Niederen Gesenke an der polnischen Grenze im (tschechischen Moravskoslezský kraj) Mährischschlesischen Kreis.
Geschichte
Erste Besiedlungen der Gegend stammen aus der
Steinzeit etwa um
3000 v. Chr., eine davon war auf dem Burgberg (Cvilín).
Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes stammt aus einer Urkunde
Wenzel I. von
1240 als
Völkisch Kyrnow.
1253 wurde die Bezeichnung
Jegerdorf gebraucht, in den Urkunden des Mittelalters ist der lateinische Name
Carnovia vorzufinden. Im 12. und 13. Jahrhundert riefen böhmische Herzöge und Könige Deutsche als Bauern, Bergleute, Handwerker, Kaufleute und Künstler ins Land, um vor allem die bis dahin nur sehr dünn besiedelten Randgebiete erschließen und kultivieren zu lassen. Auch Juden und vereinzelt Romanen kamen damals ins Land.
Zu welchem Zeitpunkt der Ort die Stadtrechte erhielt, ist nicht überliefert, 1279 wurden diese Rechte durch die Regentin Königin Kunigunde, der Witwe Ottokars II. erneut bestätigt.
Im 13. Jahrhundert errichtete Nikolaus von Troppau, ein aus einer Seitenlinie der Premysliden entstammender Adliger, die Burg Cvilín, nahm dort seinen Sitz und begründete damit das Herzogtum Troppau-Jägerndorf.
Die Stadt spielte seinerzeit eine wichtige Rolle an der Grenze Mährens zu Polen. 1377 erfolgte eine Abtrennung von Troppau und die Errichtung eines eigenständigen Herzogtums Jägerndorf, das recht bald in den Besitz der Oppelner Herzöge kam. In der Folge wechselten die Besitzer häufig.
Das Herzogtum Brandenburg-Jägerndorf unter den Hohenzollern
Im Jahr 1523 erwarb Markgraf Georg der Fromme von Brandenburg-Ansbach/Kulmbach aus dem Hause Hohenzollern das Herzogtum, der hier schon bald danach die Reformation einführte und das Minoritenkloster säkularisierte, ohne auf Widerstand der Bevölkerung zu stoßen. Doch den ansässigen tschechischen Adel brüskierte er, indem er die wichtigen Posten mit Deutschen besetzte. Als er seine Macht ausweitete und weitere Besitzungen in Schlesien erwarb, stieß er auf den Widerstand der habsburgischen Herrscher. So konnte er nur für Jägerndorf ein unbeschränktes Erbrecht durchsetzen. Sein Sohn Georg Friedrich, der keine direkten Nachkommen hatte, übertrug sein Erbe an Kurfürst Joachim Friedrich. Dessen Sohn Johann Georg, Oberbefehlshaber der Truppen des Winterkönigs, verlor das Herzogtum im Ergebnis des Böhmisch-Pfälzischen Krieges. Nach der Schlacht am Weißen Berg wurde sein Besitz 1622 konfisziert und an Karl von Liechtenstein übergeben, der eine rigorose Rekatholisierung vornahm.
Regierende Herzöge waren:
Im Dreißigjährigen Krieg verwüsteten und plünderten nacheinander die Dänen, Wallenstein und die Schweden die Gegend.
1742 wurde das Herzogtum Jägerndorf geteilt, Leobschütz wurde preußisch und die Stadt Jägerndorf zur Grenzstadt. Im sog. Zwetschkenrummel (Bayer. Erbfolgekrieg) kam es 1778 zwischen den Preußen und den Österreichern nahe der Stadt zum Scharmützel von Weißkirch (Kostelec), wobei das Dorf verwüstet wurde.
Mit dem Aufbau der Zentralverwaltung für Österreichisch Schlesien in Troppau verlor die Stadt ab 1793 stark an Bedeutung. Das Herzogtum Jägerndorf erlosch 1849.
Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Jägerndorf aber zu einem bedeutenden Zentrum der Textilindustrie. Die Jägerndorfer Tuchindustrie und deren Produkte waren weltberühmt.
Aber auch die Orgelbaufirma von Franz Rieger, erlangte Weltruf.
1918 gab es 32.000 Einwohner, davon waren 30.500 deutscher und 1.500 tschechischer Nationalität. Nach der Ausrufung der 1. Tschechoslowakischen Republik (CSR) am 28. Oktober 1918 wurde die Stadt Teil dieses neuen Staates.
Am 1.Dezember 1930 hatte die Stadt Jägerndorf 23.464 Einwohner, am 17.Mai 1939 25.522 und am 22.Mai 1947 16.335 Einwohner.
Der überwiegende Teil der deutschen Bevölkerung des Kreises Jägerndorfs, der sich nicht gegen die Besetzung der Tschechoslowakei durch die Nationalsozialisten ausgesprochen hat, wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges aufgrund der Beneš-Dekrete enteignet und zwischen 1945 und 1947 vertrieben. Unter diesen Enteignungen befanden sich auch viele arisierte Betriebe und Häuser. Ein Teil von ihnen wurde übergangsweise interniert. In Krnov wurden dann vor allem Mährer, aber auch Sinti, Roma und Bürgerkriegsflüchtlinge aus Griechenland angesiedelt.
Die Stadt weist heute eine überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit auf. Die Textilwerke stellten die Produktion ein und verlagerten diese nach China.
Vertreibung der jüdischen Bevölkerung
Nach 1938 wurde die gesamte jüdische Gemeinde (man kann von bis zu 600 jüdischen Gemeindemitgliedern ausgehen) unter Mithilfe der deutschsprachigen Bevölkerung enteignet, deren Besitz
arisiert und in
Konzentrationslager überstellt. Darunter befanden sich bedeutende Persönlichkeiten der Stadt. Die
Textilhersteller Wilhelm und Jakob Bellak (die Villa in der Hauptstraße/Revoluční gegenüber dem Heizwerk), die Textilhändler Geiringer (der Palast
Silesia) und Schulhaber (das Mietshaus am Rathausplatz/Hlavní náměstí, heute mit dem griechischen Café
Hermes), den Erzeuger des Kräuter
likörs Altvater
Siegfried Gessler, den Lehrer an der Staats
realschule Dr. Siegmund Langschur, Ärzte, Juristen und andere. Ungefähr 80% davon ist dem
Holocaust zum
Opfer gefallen, ein kleiner Teil konnte flüchten. Eine Rückstellung ihres Besitzes nach dem
Krieg gestaltete sich äusserst schwierig. Heute (Volkszählung 2001) bekennt sich in Krnov kein einziger Einwohner zur jüdischen Gemeinde.
[Geschichte der Juden in Jägerndorf]
Sehenswürdigkeiten
- Schloss der Herzöge von Jägerndorf, erneuert 1531
- Heiliggeistkirche (Kirche zum Heiligen Geist), errichtet im 13. Jh. mit Siechenhaus; heute Orgelkonzerthalle
- Pfarrkirche zum heiligen Martin, errichtet im 13. Jh.
- Katholisches Pfarramt am Kirchplatz, erbaut 1910 durch Baumeister Ernst Latzel
- Minoritenkloster mit Kirche "Jungfrau Mariae Himmelfahrt" von 1722 und Kapelle
- Wallfahrtskirche der "Heiligen Mutter Gottes im Schmerz" auf dem Burgberg, erbaut 1722
- Friedhofskirche (Begräbniskirche zur Erhöhung des hl. Kreuzes), erbaut im 15.Jh. am Stadtfriedhof
- Synagoge mit Doppelturm (im Volksmund "Judentempel" genannt), errichtet 1871 als größte Synagoge Nordmährens, am Tempelring; 1938 nicht zerstört, 2005 z.T. restauriert.
- Judenfriedhof an der Troppauer Strasse, seit 1873
- Evangelische Kirche, erbaut 1903, Schillerplatz
- Lichtensteinwarte (Cvilin), markanter Aussichtsturm mit einem Seitentürmchen auf dem Burgberg
- Ruine Schellenburg (Burg Lobenstein) bei Lobenstein (Úvalno)
- Salvatorianer Kolleg "Klösterle", unterhalb des Burgberges
- Aussichtswarte auf dem Melzerberg bei Mösnig, neu erbaut durch die Nachfolge-Firma von Franz Irblich
- Schützenhaus, erbaut 1907 nach Plänen von Leopold Bauer
- Rathaus, erbaut 1903, angebaut die Sparkasse ab 1907; Das Rathaus ist baugleich wie das Rathaus des Wiener 18.Bezirkes. Nicht nur die Fassade, der Turm, sondern sogar die Innenräume sind gleich aufgeteilt.
- Krankenhaus, erbaut 1930, nach Plänen von ...
- Gymnasium (Realschule), erbaut 1878
- Turnhalle (deutsche), Peterwitzerstrasse, erbaut 1930 nach Plänen von Leopold Bauer
- Jubiläumsschule (Kaiser-Franz-Josefs-Jubiläumsschule), erbaut 1909
- Stadttheater, erbaut ....
- Palast Silesia des jüdischen Textilhändlers Geiringer, Nikolausstrasse 12 (ehemals arisiert)
- Villa Bellak (ehemals jüdisches Eigentum, arisiert, Textilfabrikanten), Hauptstrasse 46
- Villa Steuer (Textilfabrikant), jetzt Museum, Hauptstrasse
- Villa Cerhak, jetzt Forstverwaltung
- Villa Hermann Larisch ((ehemals jüdisches Eigentum, arisiert, Textilfabrikant), jetzt Bankgeschäft, Opparing
- Villa Siegfried Gessler ((ehemals jüdisches Eigentum, arisiert, Likörfabrikant, Original "Altvater-Likör"), jetzt Bankgeschäft, Göbelgasse 6
- Villa Florian Schmidt ((ehemals jüdisches Eigentum, arisiert, Textilfabrikant), jetzt Stadtbücherei
- Villa Clupacek ((ehemals jüdisches Eigentum, arisiert, Textilfabrikant), Lidogasse 6
- Villa Bloch (Textilhändler), Nilolausstrasse
- Villa Flemmig (Textilfabrikant), Leobschützer Strasse
- Waldschloss Mösnig, ehemals Hotel, erbaut von Josef Irmler (heute Lungenheilstätte)
- Bürgerschule am Hasnerring, erbaut 1883 von Baumeister Latzel
- Arbeiterheim = Gewerkschaftshaus, heute Kino"MIR"
- Staatliche Fachschule für Weberei am Markusplatz, erbaut 1877, heute ....
- Landeshauptmannschaft, Schillerplatz, erbaut 1906, jetzt Schwesternschule
- Schulhaberhaus, Rathausplatz
- Pavillon des früheren Eislaufplatzes
- Stadtmauer (Teilstück) "Schwedenmauer" genannt, neben dem Gymnasium
- Stadtmauer (Teilstück) im Schlosshof
- Stadtmauer (Teilstück) auf der Ostseite des Minoritenklosters, neben der Synagoge
- Gebäude der "Tschechischen Schule" an der Meierhofstrasse, seit 1919
- Villa Kandler / Mükusch (Kunstmühlenbetrieb), Bennischerstrasse
- Poliklinik, früher Krankenkasse am Liechtensteinplatz
- Denkmal für Leopold Bauer neben dem Rathaus seit 1999
Partnerstädte
- Głubczyce (Leobschütz), Głubczycer Powiat, Oppelner Woiwodschaft, Polen
- Karben, Wetterau-Kreis, Hessen, Deutschland
- Mińsk Mazowiecki (Minsk), Minsker Powiat, Masowische Woiwodschaft, Polen
- Prudnik (Neustadt in Oberschlesien), Prudniker Powiat, Oppelner Woiwodschaft, Polen
- Saint-Egrève, Department Isère, Region Rhône-Alpes,Frankreich
- Telšiai (Telsche, Telschi), Telšių Apskritis, Litauen
- Yukon, Oklahoma, USA
- Pefki, Griechenland
Patenstadt
Ansbach in
Bayern ist seit dem 14. Juli 1954 Patenstadt für Jägerndorf. Die Patenschaft entstand aus der alten geschichtlichen Verbindung und aus den Bemühungen des
Freistaates Bayern, die
Sudetendeutschen wirtschaftlich, kulturell und sozial einzugliedern. In den in Ansbach eingerichteten "Jägerndorfer Heimatstuben" sind in sechs Räumen Exponate aus der Geschichte des Herzogtums Jägerndorf zu besichtigen. Im Kulturzentrum der Stadt Ansbach befindet sich das Stadtarchiv in welchem auch das "Jägerndofer Heimatarchiv" eingeordnet ist.
Stadtgliederung
Krnov gliedert sich in 3 Stadtteile: Krásné Loučky (
Schönwiese), Pod Bezručovým vrchem (
Unter dem Hanselberg) und Pod Cvilínem (
Unter dem Burgberg) und zugleich in 3 Katastralgebiete: Krásné Loučky (
Schönwiese), Krnov - Horní Předměstí (
Jägerndorf - Ober Vorstadt), Krnov - Opavské Předměstí (
Jägerndorf - Troppauer Vorstadt).
Außerdem bestehen noch ehemalige Katastralgebiete Horní Předměstí (Ober Vorstadt), Hlubčické Předměstí (Leobschützer Vorstadt), Opavské Předměstí (Troppauer Vorstadt), Guntramovice (Güntersdorf), Chomýž (Komeise), Chařová (Krotendorf), Mariánské Pole (Marienfeld), Ježník (Mösnig), Červený Dvůr (Roter Bau) und Kostelec (Weißkirch)
Bürgermeister der Stadt
- 1850 bis 1864 Franz Florian Göbel (1802 - 1873) Abgeordneter
- 1864 bis 1872 Alois Larisch Fabrikant Textilien, Firmengründer
- 1872 bis 1879 Dr. Franz Goldemund
- 1879 bis 1882 Dr. Emil Hirsch
- 1882 bis 1885 Dr. Franz Goldemund
- 1885 bis 1900 Dr. Emil Hirsch
- 1900 bis 1903 Otto Rieger, jun. (1880 - 1920) Orgelbauer
- 1903 bis 1919 Johann Kienel (1854 - 1945) Fabrikant
- 1919 bis 1924 Johann Trenka
- 1924 bis 1934 Richard Andratschke (1873 - 1953)
- 1934 bis 1938 Ernst Richter
- 1938 bis 1940 Dr. Oskar König
- 1940 bis 1945 Otto Just
- 1945 Mai/Juni Kurt Nießner ein von der russischen Militärverwaltung eingesetzter deutscher , aus dem Ausland zurückgekehrter Antifaschist.
Ehrenbürger der Stadt
- Matthias Thiel, Stadtkaplan; 1861
- Dr. Giska, österr. Minister des Innern; 1869
- Ritter von Plener, österr. Handelsminister; 1869
- Dr. Max Machanek, Generaldirektor der Mährisch-schlesischen Zentraleisenbahn; 1870
- Josef Heinrich, Stadtpfarrer; 1872
- Alexander Freiherr von Summer, schlesischer Landespräsident; ?
- Josef Wünsch Realschuldirektor, Obmann des Verschönerungsvereins; 1895
- Dr. Emil Hirsch, 18 Jahre Bürgermeister; Bau der Wasserversorgung; 1900
- Fanni Titze, Gastwirtin, Wohltäterin; 1905
- Johann Kienel (1854 - 1945), 16 Jahre Bürgermeister, Wohltäter; 1914
- Graf Larisch, schlesischer Landeshauptmann; 1917
- Richard Andratschke, Bürgerschuldirektor, 10 Jahre Bürgermeister; 1933
- Dr. Rudolf Bastl von Bastlingen, Oberrat, 20 Jahre Bezirkshauptmann (letzter deutscher); 1934
- Dr. Tomáš Garrigue Masaryk, 1. tschech. Staatspräsident; 1935; aberkannt 1938
- Anton Philieb, Retter der Burgbergkirche, Ehrengrab am Stadtfriedhof; ?
- Gabriel Quesker, Retter der Burgbergkirche, Ehrengrab am Stadtfriedhof; ?
- Herman Schmidt, Retter der Burgbergkirche, Ehrengrab am Stadtfriedhof; ?
- Michael Weiss, Retter der Burgbergkirche, Ehrengrab am Stadtfriedhof ?
Sonstige Persönlichkeiten
- Adam Francisci (1540 - 1593) Rektor der Fürstenschule in Heilsbronn / Ansbach
- Johann Spazier (1806 - 1883) Apotheker; Urkundensammler
- Johann Kutscher (1810 - 1881) Kardinal; Fürst-Erzbischof von Wien
- Franz Rieger (1812 - 1885) Fabrikant; Orgelbau = Firmengründer
- Karl Mihatsch (1826 - 1910) Oberbaurat; Erbauer der 1. Wiener Hochquellenwasserleitung
- Johann Herdin (1839 - 1912) Bildhauer
- Edmund Friedel (1835 - 1896) Stadtkaplan; Schöpfer der Burgbergstiegen
- Hugo Schmidt (1844 - 1907) Arbeiterführer
- Heinrich Tenschert (1846 - 1925) Historienmaler
- Convall Spazier (1847 - 1903) Weltreisender; Sohn des Johann Spazier
- Otto Anton Rieger (1847 - 1903) Orgelbauer, Sohn des Franz Rieger
- Gustav Rieger (1848 - 1905) Orgelbauer, Sohn des Franz Rieger
- Heinrich Schulig (1849 - 1930) Oberlehrer; Heimatforscher; Herausgeber "Heimatbuch"
- Karl Kinzer (1857 - 1916) Oberbaurat; Erbauer der 2. Wiener Hochquellenwasserleitung
- Heinrich Kinzer (1867 - 1932) Direktor der Webschule; Museumsleiter
- Josef Schinzel (1869 - 1944) Weihbischof von Olmütz, seit 1922
- Leopold Bauer (1872 - 1938) Oberbaurat; Architekt; Von ihm stammen u.a. noch folgende bekannte Bauwerke: Prießnitz-Sanatorium in Gräfenberg bei Freiwaldau, 1908-1910; Kirche der hl. Hedwig in Troppau, 1937; Warenhaus Breda & Weinstein in Troppau, 1937; Handels- und Gewerbekammer in Troppau, 1908-1910;
- Erich Wehrenfennig (1872 - 1968) Kirchenpräsident der Evang. Kirche in Böhmen, Mähren und Schlesien
- Josef Wünsch (1875 - 1896) Realschuldirektor; Ehrenbürger 1895
- Otto Wenzelides (1877 - 1959) Dr.; Heimatforscher
- Josef von Glatter-Götz (1880 - 1948) Dipl.Ing., seit 1920 Leiter der Orgelfabrik Rieger. Ab 1924 Besitzer der Firma. Nach der Enteignung aufgrund der Beneš-Dekrete ab 1946 Neuanfang mit dem Orgelbau in Schwarzach, Vorarlberg, Österreich.
- Sigmund Langschur (1884 - 1942) Realschulprofessor
- Leopold Knötig (1884 - ....) Kunstgewerbler
- Anton Winter (1885 - 1958) Oberlehrer; Heimatkundler
- Gustav Adolf Horny (1885 - 1959) Baumeister; Restaurator der Ruine Schellenburg; Heimatforscher
- Ernst Kober (1885 - 1963) Prof.; Museumsleiter; Heimatforscher; Archivar Ansbach; Bundesverdienstkreuz 1961
- Robert Hohlbaum (1886 - 1955) Schriftsteller; Bibliothekar
- Fritz Raida (1888 - 1981) Kunstmaler
- Erwin Ott (1892 - 1947) Fachschullehrer; Schriftsteller
- Bruno Hanns Wittek (1893 - 1935) Lyriker; Erzähler; Heimatdichter
- Luz Raida (1896 - ....) Miniaturmaler
- Fritz Geiringer (1900 - 1940) Textilhändler; Palast Silesia
- Albin Langer (1901 - 1959) Heimatvertriebenenseelsorger
- Rudolf Bert (1905 - 1992) Komponist
- Kurt Behr (1911 - 1986) Pianist
- Alois Clupacek (1914 - 1945) Fabrikant, Textilien
- Josef Glatter-Götz (1914 - 1989) Dipl.Ing., zusammen mit seinem Vater und einigen Mitarbeitern 1946 Neuanfang des Orgelbaues der Firma Rieger in Schwarzach, Vorarlberg, Österreich
- Ernst Irmler (1915 - 1996) bedeutender Grafiker; Sohn des Josef Irmler, Lederhändler und Hotelier (Erbauer des Waldschloss Mösnig)
- Maria Dorda (1917 - 2004) Verlegerin: Burgberg-Verlag; Redakteurin: "Jägerndorfer Heimatbrief"
- Hanns Cibulka (1920 - 2004) Schriftsteller; Bibliothekar
- Gerhard Taschner (1922 - 1976) Geigenvirtuose
- Josef (Pepi) Beyer (1922 - 1998) Heimatgutsammler; Archivar Memmingen
- Kurt Werner (1923 - 1990) Kapellmeister; Komponist
- Radek Bonk (*1976), Eishockeyspieler
- Wenzelaus Gurkfelder (.... - 1608) Magister; Konrektor Fürstenschule Heilsbronn / Ansbach
- Anselm Anschlowitz (.... - 1911) Rabbiner und Religionslehrer von 1872 bis 1907
- Julius Alma (.... - 1926) Zeichenlehrer; Marionettentheater-Regisseur
- Ernst Königer (.... - 1931) Geschichtsforscher
- Ferdinand Strahler (.... -1938) Sohn eines Tuchhändlers; erschossen im Mai 1938 bei Grasslitz, große Trauerfeier
- Reinhold Friede (.... -1960) Augenarzt; Wissenschaftler
- Alois Hohlbaum (.... - ....) Fabrikant, Weberei- Textil-Maschinenbau = Firmengründer
- Wilhelm Huttarsch (.... -....) Herausgeber des "1. Jägerndorfer Ländchens" 1926
- Siegfried Gessler (.... - ....) Fabrikant = Firmengründer; Liköre "ALTVATER"
- Heinrich Steuer (.... - ....) Fabrikant, Schafwollwaren
- Wilhelm Bellak (.... - ....) Fabrikant, Textilien
- Jakob Bellak (.... - ....) Fabrikant, Textilien
- Gustav Kandler (.... - ....) Fabrikant; Kunstmühle; Ziegeleibetrieb
- Eduard Frank (.... - ....) Baumeister; Ziegelei; Brettsägewerk
- Josef Hartel (.... - ....) Baumeister; Ziegelei; Brettsägewerk
- Friedrich Schmid (.... - ....) Pfarrer; Herausgeber der "Hotzenplotzer Pfarrbriefe"
- Kurt Werner (.... - ....) Kapellmeister
- Herrmann Böheim (.... - ....) Prof., Puppentheaterleiter
- Oskar König (.... - ....) Dr.; Bürgermeister in Jägerndorf von 1938 - 1940, Ortsvorsitzender der NSDAP, war entscheidend beteiligt an der Judenverfolgung in Jägerndorf, wohnte seit 1938 in einer Villa, die vorher einer jüdischen Familie weggenommen wurde, die im KZ ermordet wurde... Oskar König war nach dem Krieg Bürgermeister für die CDU in Göppingen/Baden-Württemberg... Er wurde nie wegen seiner Verbrechen angeklagt.
Quellen
Literatur
- Heinrich Schulig: Ein Heimatbuch für die Bezirke Jägerndorf und Olbersdorf. Herausgegeben vom Jägerndorfer Bezirkslehrerverein 1923; Druck und Verlag: Adolf Drechsler, Troppau
- Ernst Kober: Jägerndorfer Ländchen; Neue Folgen: 1951 - 1963". erschienen 1997 im Burgberg-Verlag, Grettstadt
- Eleonora Bolter: 50 Jahre nach der Vertreibung "Mutti, sind Deutsche schlechter als andere Menschen? Tatsachenbericht, erschienen auch in tschechischer Übersetzung unter dem Titel: 50 let po vyhnani "Mami, jsou Nemci nez ostatni lide`?"
- O. Hohn: Jägerndorf-Lobenstein-Braunsdorf in Wort und Bild. erschienen 1981
Weblinks
Ort in Tschechien
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