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Mit Kritizismus (griechisch κριτικισμός, kritikismós, von κριτική kritikí [téchni, „Kunst der Beurteilung, Unterscheidung, Kritik“) bezeichnete Immanuel Kant seine grundsätzliche Vorgehensweise, in der Erkenntnistheorie nach den Bedingungen der Möglichkeit der Erkenntnis zu fragen.

Mit dieser Frage unterschied er sich bewusst von den philosophischen Ansätzen, die die Frage, was denn Erkenntnis sei, zum Gegenstand haben. Insbesondere war ihm die Abgrenzung gegen die vorherrschenden Strömungen des Empirismus, des Rationalismus und des Skeptizismus von Bedeutung. Zugleich wandte er sich mit dieser Bezeichnung gegen den in der Metaphysik aus seiner Sicht entstandenen Dogmatismus, dem er Glaubenslehren über Aussagen jenseits der menschlichen Erfahrung vorhielt.

Seit Kant bezeichnet man mit kritischer Methode philosophische Untersuchungen, die sich mit den Vorbedingungen der reinen Vernunfterkenntnis befassen. Grundlegend ist dabei die Annahme Kants, dass das Erkenntnisvermögen auf seine zwei Quellen, die sinnliche Anschauung und die Begriffe des Verstandes, angewiesen ist.

Kritizismus ist auch die Bezeichnung einer Strömung des Neukantianismus, die insbesondere von Alois Riehl vertreten wurde.

siehe auch


Transzendentalphilosophie, Kantianismus

Literatur


  • Kant: Über die Entdeckung, nach der alle Kritik der reinen Vernunft durch eine ältere entbehrlich gemacht werden soll, 1790
  • Friedrich Heinrich Jacobi: Über das Unternehmen des Kritizismus, die Vernunft zu Verstande zu bringen, 1801
  • Alois Riehl: Der Philosophische Kritizismus. Geschichte und System, 3 Bände Leipzig 1924 - 1926
  • Berhard Jansen: Der Kritizismus Kants, München 1925

Erkenntnistheorie | Kantianismus

Criticisme | Criticismo | Krytycyzm | Criticismo

 

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