Kripp ist seit 1969 ein Stadtteil von Remagen in Rheinland-Pfalz. Der Name der Ortschaft ist auf die Zeit der Treidelschiffahrt zurückzuführen, da an der Stelle eine Futterstelle (Krippe) für die Treidelpferde eingerichtet war. Urkundlich erstmalig 1474 erwähnt, als im burgundischen Krieg kaiserliche Truppen die gegenüberliegende Stadt Linz beobachteten, wurde der Ort Kripp erst Anfang des 18. Jahrhunderts stärker besiedelt.
Kripp war eine bedeutende Zwischenstation der Treidelschifffahrt zwischen Köln und Koblenz. Treideln bedeutet, dass man Schiffe mit Pferden flussaufwärts zieht. Das war eine rechte Tierquälerei. Die Pferde wurden auf dem linken Auge blind wegen der Reflexion der Sonne auf dem Wasser. Außerdem wurden sie nach wenigen Jahren kreuzlahm wegen des seitlichen Zuges des Seiles. Bisweilen wurden sie auch ins Wasser gerissen, wenn der Steuermann das Schiff in die Strömung geraten ließ und der Pferdeführer zu betrunken war, das Seil rechtzeitig zu kappen. Auch sonst war es ein mühsames Geschäft, weil die Schiffe gerne auf Grund liefen. Dann musste die Ladung auf ein Beiboot umgeschichtet werden, bis das Hauptschiff wieder loskam.
Man sollte meinen, die Leute seien froh gewesen, als endlich die Dampfschiffe verfügbar waren. Dem war aber nicht so. Die Treidler ließen es an Einsicht in die notwendigen strukturellen Veränderungen mangeln und beschossen 1848 die Dampfschiffe. Es ist sogar eine Kanone zum Einsatz gekommen. Versenkt wurde jedoch keines der Schiffe. Immerhin hatte man es probiert - die Kanone ist noch heute als Denkmal eines unbeugsamen Willens - andere meinen: einer halsstarrigen Fortschrittsfeindlichkeit - am Rhein auf einem Sockel nahe der Fähranlegestelle zu sehen. Der Aufstand griff auch auf andere Treidelstationen von Wesseling bis Weißenthurm über Auch sonst ist überliefert, dass die alten Kripper wilde Gesellen gewesen sein müssen - an die Obrigkeit in Remagen wurden entsprechende Beschwerden herangetragen.
Zur Blüte gelangte Kripp mit dem Brennen von Ziegelsteinen aus dem Lehm, der damals dort zu Tage trat. Ein Unternehmer aus Italien nahm sich des Geschäftes an und brannte die Ziegel für eine Lederfabrik. Die Arbeiter entlohnte er ebenfalls mit Ziegeln; freilich nur mit den schlechten. Aus den guten Ziegeln wurde die Lederfabrik, die noch heute steht, aus den schlechten - die Kripper Häuser...
Als man schließlich keine Ziegel mehr brannte, wurden die Arbeiter mit Schnaps bezahlt und auch mit selbst gemachtem Geld. In der Lederfabrik fanden hernach bis zu 170 Menschen Arbeit.
Als aller Lehm für die Ziegel abgetragen war, trat nun das darunter liegende Kiesbett zu Tage. Geschäftstüchtig verarbeiteten die Kripper auch dieses und machten daraus Beton. Die Beton-Union steht heute noch dort.
Kripps eigentliche Erfolgsgeschichte begann mit der Entdeckung der Maria-Luisen-Quelle, die bei einem Hochwasser durch das Auftreten kleiner Luftbläschen gefunden wurde. Kripp wurde daraufhin zu „Bad Kripp“. Es bildete sich ein Kurhaus. Die Bundesstraße B266 wurde ausgebaut. In den 1950er Jahren zerfiel die Quelle jedoch; das Wasser wurde unrein und nicht mehr genießbar.
Kripp teilt sich in das Ober- und Unterdorf, unterschieden nach der Höhenlage am Rheinufer. Sein Wahrzeichen ist der Wasserturm (erbaut 1904), der sich weithin sichtbar über die Gärten erhebt und unter Denkmalschutz gestellt wurde. Leider ist er dem Verfall preisgegeben.
Die Abfüllanlagen zweier Quellen wurden aufgegeben. Wegen akuter Einsturzgefahr der Ruine in der Quellenstraße ist mittlerweile der Gehweg gesperrt. Die Industriebauten werden von der Natur zurückerobert und Jahr für Jahr von dichteren Teppichen aus Brombeerranken und wildem Wein überwuchert. Jeden Frühling zur Zeit des Hochwassers bahnt sich die Ahr ihren Weg durch die verwildertenGrundstücke. Kripp wäre ein verträumtes Dorf, würde nicht die B266 hindurchführen. Diese endet am Rheinufer. Der geduldige Reisende mag dort auf die Fähre warten, die ihn nach Linz trägt.
Bekannt ist weiterhin der Campingplatz Goldene Meile, der auch im Winter gut besucht ist. Man passiert ihn, wenn man auf dem Radweg entlang des Rheinufers von Koblenz nach Köln fährt. Vom Rhein aus erkennt man auch den früheren Charakter von Kripp als Standort von Obstplantagen.
Um der Freiwilligen Feuerwehr im Hochwasserfall das Bauen und Versetzen von Stegen zu ersparen, wurde ein Kanal angelegt. Versorgungs- und Transportboote können so, sog. „Jahrhunderthochwasser“ einmal ausgenommen, Bewohner des Hochwassergebietes und Versorgungsgüter „trockenen Fußes“ an Land bringen.
Der Straßenkarneval findet seinen Höhepunkt im Strohbärentreiben am Karnevalssamstag, bei denen ein vollständig in Stroh eingewickelter Junggeselle durchs Dorf "getrieben" wird. Inzwischen ist das Strohbärentreiben zu einem ausgewachsenen Karnevalsumzug angewachsen.